Km ۸۵۰۸_Isfahan – Yazd - Isfahan


Wir lassen es uns nicht nehmen, die berühmte Stadt Yazd zu besichtigen. Wir überlegen hin und her wie wir das anstellen wollen. Ursprünglich war geplant, dass wir diese Region auf unserer Rückreise durch den Iran befahren wollen. Aber da wir inzwischen unsere Pläne total über den Haufen geworfen haben, werden wir wohl die Strecke nie mit dem Rad bereisen. So buchen wir kurzentschlossen den Bus. Die Räder und das meiste Gepäck lassen wir in Isfahan und hüpfen mit einem kleinen Rucksack bewaffnet in das Taxi, welches uns zur Busstation bringt. Früh am Morgen fährt der Bus los. Wir sind positiv überrascht ob dem Komfort. Viel Beinfreiheit, freundliche Menschen und sogar ein Picknick sind in den 4 Dollar für die fünfstündige Fahrt inbegriffen. Super. Yazd wurde an einer Oase gegründet und liegt zwischen den Wüsten der Dascht-e Kavir und der Dascht-e Lut. Komisch, das Land einmal aus einem Bus zu bewundern. So ganz anders und sehr schön.

Gegen Mittag erreichen wir den Busbahnhof, nehmen das Taxi und checken standesgemäss im Silk Road Hostel ein. Nach einem feinen Mittagessen – es gibt Rindfleisch mit Bohnen und Kameleintopf mit Kartoffeln – schlendern wir durch die atemberaubende Innenstadt, welche ausschliesslich aus Lehm gebaut wurde. Die Strassen sind leer, denn es ist gerade Ruhezeit. Das macht es irgendwie umso schöner. Völlig verlasen liegen die Strassen, Moscheen und Parks vor uns. Nach einem kleinen Abstecher in das aufschlussreiche Wassermuseum – die Stadt ist schliesslich untergraben von riesigen Wasserkanälen – machen wir uns auf den Weg zurück ins Hotel. Wir planen ein kurzes Schläfchen. Daraus wurden elf Stunden und somit ist es schon wieder morgen.

Wir geniessen ein feines Frühstück, checken aus und spazieren zum Dolatabad-Garten. Hier ist der weltweit grösste Badgir zu bewundern. Eine Art vorzeitliche Klimaanlage. Sehr imposant. Wir verzehren noch umringt von einem Dutzend Katzen unser Mittagessen und suchen uns anschliessend ein Taxi, welches uns zurück zu unserem Bus bringt.

Die Fahrt ist ähnlich komfortabel wie diejenige gestern. Als wir durch die stockfinstere Wüste fahren – es ist inzwischen ca. 21:00 Uhr – wird der Bus gestoppt. Inspektion. Alles bitte aussteigen. Also. Fahrgäste aus dem Bus, Drogenhunde und Polizisten in den Bus. Warten. Plätzetausch. Alles scheint in Ordnung, der Bus kann weiterfahren.

Schon komisch, wie es sich anfühlt, wenn die Polizei einem regelmässig kontrolliert. Irgendwie ein ungutes Gefühl. Wir denken etwas besorgt an andere Touristen, die wir kennengelernt haben. Sie haben uns bereitwillig erzählt, dass sie Alkohol und Drogen bei sich führen. So blöd. Also blöder als blöd. Also das ist ja noch blöder, als Drogen in Thailand zu transportieren. Und das ist schon ziemlich das Highlight der Blödheit. Die Pédaleurs wundern sich. Natürlich sind wir keine Moralapostel und wollen auch keinem die Freude einer durch Kiffen scheinbar noch phänomenaleren Reise verwehren, aber: wie dumm kann man denn sein? Über 80 Prozent der Todesstrafen werden hier aufgrund von Drogenkonsum vollstreckt. Im Jahr 2013 waren es davon über 500. Lässig oder.

Auch über andere Touristen wundern wir uns sehr. Frauen, die ihr Kopftuch - im Schutze der Touristengruppe - wie ein Turban tragen. Weder Hals noch Nacken werden verdeckt. Diese Art von „Ich bin im Fall emanzipiert und lasse mir von niemandem sagen, was ich tragen soll und darf aber ich habe trotzdem ein Bitzli Angst und binde mir das Tuch einfach mal um den Kopf für den Fall dass ich kritisiert werde und dann einfach so tun kann als wüsste ich nicht Bescheid weil für das Weglassen des Kopftuches bin ich dann doch nicht mutig genug“ ist so lächerlich und vor allem auch ein solcher Affront den Iranerinnen gegenüber, dass wir uns stetig bemühen, nicht in deren Nähe zu sein. Und tatsächlich, es klappt. Schon mehrmals wurden wir für Perser gehalten. Ist doch auch was.

Nach der Kontrolle geht die Fahrt munter weiter. Einige Männer steigen zu. Die allein reisenden Iranerinnen, welche bereits seit einigen Stunden mit im Bus sitzen, werden auf Einzelplätze umsortiert und so die Ordnung der Geschlechtertrennung wieder hergestellt.

Spät abends erreichen wir Isfahan und werden vom Taxi zu unserem Hostel gefahren. Es hat drei neue Radfahrer hier. Hoppla. Invasion der Radtouristen. Hahaha. Mal schauen, was sich da so ergibt. Noch tigern die Einzelkämpfer neugierig umeinander herum. Wer wohl den ersten Schritt zur Kommunikation wagen wird?

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