Töfftöffaleurs.ch_Tag 13 - Tag 19


Gopeletti. Wir sollten uns wirklich etwas besser ranhalten mit den täglichen Notizen. Trotz den Ferien ist nämlich immer was los. Also. Wo waren wir? Ja genau. Beim letzten Blogeintrag haben wir beschrieben, dass wir uns in Unawatuna einquartiert haben. Wir haben ein wirklich herziges Zimmer bekommen und fühlten uns super wohl. Die ganze Ortschaft ist voll und ganz auf Tourismus ausgelegt. Aber das macht nichts, gehört ja irgendwie dazu, wenn man Ferien macht. Der Strand selber hat leider aber nicht so zum Baden eingeladen. Es hatte ziemlich viel Abfall am Strand und der Sand war so abschüssig, dass man leider nicht gemütlich ins Wasser dümpeln konnte. Aber einen unschlagbaren Vorteil hatte dieser Ferienort. Die Französische Bäckerei. Himmlisch! Nach fast einem Jahr Abstinenz könnten wir uns in die fetttriefenden, einfach perfekten Croissants legen. Mmmmh. Da lacht das Pédaleursherz.

Nach drei Nächten verlassen wir den Ort früh morgens und hüpfen in den Zug, welcher uns nach Colombo bringt. In der Hauptstadt angekommen schnappen wir uns einen Three Wheeler und lassen uns in die Botschaft von Nepal kutschieren. Hier wollen wir unser Visum für die kommende Etappe beantragen. Mit unserem gesamten Sri Lanka Gepäck – die Wärter scheinen sich nicht am Sackmesser und dergleichen zu stören – betreten wir die Botschaft. Unglaublich unkompliziert geht die Sache vonstatten. Einmal Application ausfüllen, zur Sekretärin watscheln, Grüezi sagen, Pass vorzeigen, einsehen, dass man zu wenig Geld dabeihat, sich verabschieden, zum ATM spazieren, Geld abheben, zurückmarschieren, nochmal Grüezi sagen, Quittung ausgehändigt bekommen und Abmarschieren. In zwei Tagen schon dürfen wir unser Visum abholen.

Wir machen uns also auf den Weg zurück an die Central Station, warten unglaublich lange zweieinhalb Stunden auf den Zug und hopsen dann mit ganz vielen anderen Touristen in den Waggon. Es hat so viele Menschen im Zug, dass wir keinen Sitzplatz und keinen an-der-Tür Stehplatz finden. So stehen wir auf dem Verbindungsteil zwischen zwei Wagen und hötterlen die zwei Stunden Fahrt bis nach Hikkaduwa. Dort angekommen lassen wir uns von einem Tucktuck nach Narigama fahren. Hier waren wir schon zu Anfang unseres Sri Lanka Abenteuers. Hier gefällt es uns. Wir fragen in einem Hotel – welches wir schon beim letzten Aufenthalt ins Auge gefasst haben – nach einem Zimmer und haben Glück. Zu einem passablen Preis – langsam wächst unser Verhandlungsgeschick – quartieren wir uns ein.

Die meisten der kommenden acht Tage verbringen wir mit Baden, Spazieren, Lesen, Plaudern, Schreiben und Schlafen. Richtig Urlaub.

Für Tag zwei ist jedoch ein anderes Programm angesagt. Schliesslich wollen wir unsere Pässe wiederhaben und so beschliessen wir, ganz in Töfftöffaleursmanier, uns einen Scooter zu mieten und die Hauptstadt selbstständig zu erfahren. Früh morgens geht es also los, auf der Suche nach einem Scooter. Denjenigen, den wir gestern reserviert haben, bekommen wir nicht. Reservieren ist hier eher unverbindlich. Also spazieren wir der Strasse entlang auf der Suche nach einem anderen Gefährt. Es ist wie verhext. Niemand will uns einen Scooter leihen. Entweder es steht keiner zur Verfügung oder wir bekommen keinen, weil wir aus bekannten Gründen keine Pässe hinterlegen können. So en Seich. Erst nach etwa einer Stunde haben wir Glück. Wir bekommen ein ziemlich Schrottreifes Modell – welches zuerst hahaha, getankt was sonst werden muss – und dann brauchte es auch noch Luft in beiden Rädern. Anspringen tut er auch immer erst nach dem zehnten Versuch. Tja. Ok. Die Tankstelle ist ja nicht weit und so bringen wir das Gefährt erstmal auf Vordermann.

Nun aber huschhusch, denn die Uhr tickt und wir müssen noch über 100 Kilometer zurücklegen. Nach den ersten dreissig Kilometern werden wir von der Polizei rausgewunken. Selbstsicher zeigen wir unseren internationalen Führerschein und machen uns gedanklich schon an die Weiterfahrt. Nix da. Unser Fahrausweis ist hier nicht für Scooter gültig. Was? Aber wir haben doch den Autoführerschein. Und der letzte Polizist in Sri Lanka hat dies auch akzeptiert. Alle Diskussion hilft nicht. Die Pédaleurs haben nur beim B ein Kreuzchen und dann darf man also ein A nicht fahren. Nur so zur Erklärung: wir dürften hier ein Auto fahren, aber ein Puchtöffli zu fahren wäre strafbar. Nachdem wir die Busse von 2500 Rupien bezahlt haben, erlaubt uns der Polizist, bis Hikkaduwa zurück zu fahren. anschliessend müssten wir das Gerät abgeben. Also liebe Srassenverkehrsbeamte, falls denn einige hier ab und zu mal vorbeischauen, in den internationalen Führerschein gilt es alles anzukreuzen, auch wenn es nicht so wichtig scheint. Süsch isch nämmli ganz schnäll BammBamm met Töfftöffaleurs.ch...

Nun haben wir natürlich ein Problem mit der Zeit. Nepal wartet ja nicht ewig und um ins Hotel zurückzukehren und da den Zug zu nehmen reicht die Zeit bei langem nicht. So beschliessen wir, dass sich unsere Wege für heute trennen. Während Mike den Scooter zurück zur Verleihung bringt – dabei ist er einfach an zwei ihm zuwinkenden Polizeikontrollen vorbeigerast – macht sich Cynthia alleine mit dem Bus auf den Weg in die Hauptstadt. Die Busfahrt dauert knappe zwei Stunden. Sie hat aber Glück und kann sich einen Fensterplatz ergattern. Die Bank teilt sie mit einer Frau. Perfekte Ausgangslage. In Colombo angekommen steht sie mit dem Bus lange im Stau. Kurzerhand hüpft sie aus dem rollenden – das macht man hier so, für einen lausigen Passagier hält kein Bus an – Gefährt und schnappt sich das erstbeste Tucktuck. Nach einem kurzen Zwischenstopp für einen kurzen Imbiss bringt das zweite Tucktuck sie sicher in die Botschaft von Nepal, welche sie auf die Minute pünktlich erreicht. Ohne Aufwand bekommt sie sofort beide Pässe inklusive neunzigtage Visum ausgehändigt. Nun geht es schnell zum nächsten Tucktuck und dann zur Central Busstation. Hier findet sie unter hunderten von Bussen den ihren und steigt ein. Mittlerweile ist es halb vier nachmittags und sie ist froh, sich bereits wieder auf dem Rückweg zu befinden.

Der Bus fährt natürlich erst, wenn er übervoll ist und so wartet Cynthia auf ihrem Plätzchen eine halbe Stunde bis der Motor anfängt zu brummen. Nach einer Stunde Fahrt bettelt ein Mann ihren Sitznachbar an, neben ihr zu sitzen. Und der Lappi gibt den Platz sogar noch frei. Na super. Mittlerweile ist es schon dämmrig und Cynthia als einzige Touristin wird von einem Mann auf ihrem Sitz bedrängt. Mega nervig. Bei jeder Kurve rückt der Herr etwas näher an sie ran. Richtig in Kuschelstimmung ist der. Naja, zum Glück scheint er eher scheu oder halbgefährlich, denn er rückt ihr nicht so auf die Pelle wie er es hätte tun können. Und Cynthia kann ja auch gaaaanz böse gucken. Irgendwann steigt dann aber ein Polizist ein und plötzlich fällt es dem Mann nicht mehr so schwer bei den Kurven auf seinem Platz zu bleiben. Es ist stockdunkel, als der Polizist aussteigt. Shit. Aber Gefahr droht nicht, denn es hat noch über fünfzig weitere Menschen im Bus und Sri Lanka ist nicht Indien. Es ist halt einfach nicht so gemütlich. Vergleichbar mit dem Zweiunddreissiger Bus in Zürich. Nach Mitternacht. In der hintersten Reihe.

Zwanzig Kilometer vor dem Ziel macht der Bus eine Vollbremsung. Es herrscht Stromausfall und es ist Stockdunkel. Alle Männer steigen aus, schnappen sich an einer mit Kerzenlicht beleuchteten Bar eine Flasche Alkohol, rauchen und stehen rum. Die Frauen bleiben alle im Bus. Eine alte – sehr zerbrechliche - Frau steigt ein und setzt sich neben Cynthia. Lieber die als der andere. Kurz vor der Weiterfahrt steigt aber Stürmi wieder ein und kommt auf die alte Dame zugestampft. Mit wilden Gesten fordert er sie auf seinen Platz zu verlassen. Cynthias Chance. Sie gibt ihren Platz der Alten ab und stellt sich für den Rest der Fahrt neben den Busfahrer.

Um acht Uhr erreicht sie endlich das Hotel vor dem Mike bereits unruhig wartet. Er hat den ganzen Tag da verbracht, das fehlenden Kreuzli im Führerschein eingetragen und immer wieder auf die Uhr geschaut. Wir sind beide froh, wieder beisammen zu sein und gönnen uns den besten Burger am Platz. Nur falls ihr mal in der Gegend seid, der Burgershaq bereitet die besten Burger seit langen zu, der befindet sich einen Steinwurf vom Ritas Hotel.

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