Km 28584 – Km 28692_Lissabon - Évora


Am kommenden Morgen stehen wir als erstes mit dem falschen Fuss auf. Ein ungutes Oh-jemine-es-gahd-Hei-und-meinsch-es-chund-ächt-alles-guet-ond-sowieso-findsch-mer-si-bereit-för-Deheime Gefühl schleicht sich uns ein. Aber dieses ist auch gleich wieder weggewischt, denn wir versprechen uns gegenseitig, noch jeden einzelnen Augenblick zu geniessen. Und wie heisst es doch nochmal? Zuhause ist es doch am schönsten. No worries also...

Und so fahren wir dann doch wieder gut gelaunt los. Zuerst zur Fähre. Wir erwischen den falschen Steg und müssen noch kurz einige hundert Meter weiterfahren. Direkt auf den letzten Zacken - für Kaffee, Schoggi und Donuts hats dann aber doch noch gereicht - erwischen wir die Fähre nach Montijo. Die 16 Kilometer lange Fahrt dauert 25 Minuten, während denen wir mit einer fabelhaften Sicht auf die Stadt Lissabon verwöhnt werden. Und stellt euch vor: wir müssen die Velos nicht hochstemmen, nicht anbinden, nicht bittebätti machen. Einfach nur Ticket kaufen, raufrollen, fertig. Ohni Bandschiibevorfall. Waaahnsinn.

Auf der anderen Seite angekommen, gönnen wir uns erstmal einen Blick auf die Karte. Nachdem die Route einigermassen geklärt ist, starten wir in den zweiten Fahrtag. Der erste Stopp lässt aber nicht lange auf sich warten - ein herziger Bauernmarkt lacht uns an. Wir kaufen Brot, Schafkäse und Mandarinen. In einem Laden bekommen wir dann auch noch etwas Salami und einige Getränke. Perfekt. Ready for the day.

Beim Verlassen des Ortes Montijo erreichen wir die Strasse Nummer 4, welcher wir heute folgen werden. Im Verlauf des Tages gönnen wir uns einige Päuselis in Bushäuschen, gewöhnen uns an den Strassenverkehr, welcher heute viel übersichtlicher scheint und geniessen die Freiheit des Velofahrens. Gegen Mittag beginnt es dann zu Regnen. Bäääh. Dieser Regen hier ist richtig kalt und innert wenigen Minuten versagt Mikes Jacke wie gewohnt und Cynthias Socken kann man ebenfalls auswringen... Aber nach em Rääge schiint d'Sunne. Auch in Portugal. Nach kurzer Zeit lacht die Sonne wieder hinter den Wolken hervor und wir können Mütze, Regenjacke und -Hose wieder verstauen. Zeit für ein weiteres Päuseli im Bushüsli. Der Schafkäse ist übrigens erstklassig und auch die Salami und das Brot erfreuen unsere Gaumen. Die Gourmetrunde ist aber natürlich noch lange nicht abgeschlossen - schliesslich sind wir ja Pédaleurs und allzeit zum Essen bereit. So machen wir in Vendas Novas einen weiteren Stop in einer Bäckerei und verschlingen Schoggigipfeli, Zimtschnecke und Co.

Nach 75 Kilometer und ungefähr 500 Höhenmeter erreichen wir das heutige Tagesziel - Montemor-o-Novo. Hier gibt es eine Altstadt, Pflastersteine und sogar eine Burg. Auch ein Hotel finden wir. Mit Velogarage. Unser Zimmer ist im obersten Stock, direkt am Ende des langen Ganges. Wiiter wäg giengs gar nöd. Wir duschen und strecken die Beine aus. Nume für es paar Minütli. Die paar Minuten sind dann um halb Neun abends rum, als wir völlig verschlafen auf die Uhr schauen. Oops. Abendessen mögen wir nicht und so bleiben wir halt unter der kuscheligen Decke, drehen uns um und schlafen bis zum nächsten Morgen durch.

Heute ist - tattattattattaaaa Aaachtung - grosser Tag: Hochziitstag. Juhui. Schon vier Jahre ist es her, seit wir uns das Jawort gegeben haben und tupfgenau drei Jahre sind vergangen, seit wir beschlossen haben, dass unsere Reise am 1. April 2015 starten soll. Den heutigen Tag starten wir mit einem weiteren phänomenalen Frühstück. Wieder gibt es Gipfeli, Honig, Butter, Kaffee, Orangensaft. Genau s'Richtige für eus Zmorgebünzlis.

Wir haben heute eine relativ kurze Route geplant und so fahren wir erst am späteren Vormittag los.

Auf unserer Fahrt - diesmal auf der Strasse Nummer 114 - begegnen wir Schafen, Kühen, Pferden und Störchen. Lässig. Bereits am Mittag erreichen wir das Tagesziel - Évora. Évora ist eine relativ grosse und alte Stadt und gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Wir checken in einem wiederum sehr herzigen Hostel ein und machen uns direkt auf den Weg zum Decathlon, etwas ausserhalb der Stadt. Nach knapp 20 Minuten Fussmarsch ist der grosse Laden erreicht und wir kaufen zünftig ein. Eine neue Hose und eine Regenjacke für Mike, neue Hosen und ein paar ganze Schuhe für Cynthia. Alles Outdoorkleidung von - wir getrauen es uns kaum zu sagen - Quechua. Tja. Mal uusprobiere. Die vier Kleidungsstücke und noch ein paar Hosenzrugghebiklappdinger bei Regen kosten uns übrigens nicht einmal 120 Euro. Also wenn das Zeugs hält. Dann - also dann - dann kaufen wir glaubs nur noch hier ein. Oder im Transa. Isch ja klar. Hihi.

Anschliessend spazieren wir zurück zum Hostel und lunchen direkt nebenan. Es gibt Lammeintopf mit Kartoffeln. Viva Europa. Leeeeecker.

Nach einer kurzen Wasch- und Beinestrecksession spazieren wir wieder los. Diesmal zur Capelo dos Ossos - der Knochenkapelle. Das Gebäude ist in zwei Bereiche unterteilt. Im einen Bereich kann man eine wunderbare Krippenausstellung besuchen. Es werden Krippen aus Holz, Papier, Stein, Ton und Porzellan ausgestellt. Aus aller Welt - und eine schöner als die andere. Anschliessend führt uns die Tour in die bekannte Knochenkapelle. Läck. Wir dachten, wir sehen da ein paar Gebeine. Aber dass die ganze Kapelle aus Schädeln gebaut wurde, überraschte uns schon etwas. Tausende von Skeletten sind hier in die Wände eingelassen und von überall her starren einem die Schädelhöhlen an. Sehr, sehr beeindruckend. Die Knochen sind übrigens Gebeine von ehemaligen Bewohnern der Stadt. Also nicht so voll aktuell. Aber bis ins Jahr 1810 wurden hier die Gebeine der Verstorbenen nach der Verwesung aus dem Friedhof geborgen und in der Kathedrale verbaut. Maybe nicht so der ultimativ romantischste Ort für einen Hochzeitstag - aber wir mögens ja anders. Sehr sehenswert, diese Capelo dos Ossos.

Wir spazieren noch etwas durch die Gassen, gönnen uns Waffeln und heisse Schokolade und freuen uns ob der schönen Stadt. Es geht berghoch und -runter entlang der engen Pflastersteingassen. Ach - übrigens gibt es hier nicht nur Knochen zu sehen, nein - die Region ist auch bekannt für Kork. Es gibt wunderbare Produkte. Portemonnaies, Kleidung, Postkarten, Handtaschen und verkleidete Flachmänner. Alles aus Kork. Zemmli cool.

Wir schlendern also noch etwas herum, geniessen die Atmosphäre, gucken in das eine oder andere Lädeli und machen uns anschliessend auf den Rückweg. Schon fast Abend - schon fast sind wir etwas müde...

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