Km 29187 - Km 29583_Valdepeñas - Casa Luna (Moraira)


Valdepeñas verlassen wir mit wiederum viel Gegenwind. Anstrengend. Bergab müssen wir trampen, geradeaus fühlt sich an wie eine Bergauffahrt und von den richtigen Steigungen wollen wir hier lieber nicht berichten. Doch der Tag ist trotzdem lässig. Wir sehen wiederum ein paar Häslis, bekommen in einem Café ein feines Zmittag und die Sonne strahlt uns auf die Sonnenbrillengläser. Am späten Abend dann erreichten wir den Ort Salobre. Hier haben wir bereits ein Hotel vorgebucht und so empfängt uns die Wirtin direkt an der Tür und führt uns in ein herziges Zimmer im oberen Stockwerk des Gasthauses. Nach einem Dörfchenbummel, einem Abstecher ins Lädeli und einem Sprung unter die Dusche ist es bereits dunkel und wir nöschelen uns ein.

Den kommenden Tag starten wir mit einem Anruf an Cynthias Eltern. Die sind nämlich gerade in Australien unterwegs und haben gerade einen dieser sporadischen Wifiempfangsmomente. So können wir kurz plaudern und uns auf den neusten Stand bringen.

Nach einem einfachen Zmorgen im Gastraum – wir stören etwas, denn der Wirt geht normalerweise um diese Zeit spazieren und nun muss er halt ungeduldig darauf warten, dass wir unseren Kaffee runtergeschletzt haben – fahren wir los.

Als erstes führt uns die Route auf eine Höhe von über 1‘300 Metern. Phu. Gschafft. Danach rugeln die Räder nach Riopar runter, um anschliessend noch einmal auf 1‘100 Meter über Meer hochgestrampelt zu werden. Heute ist der Himmel leicht bewölkt, ab und zu nieselt es mehr schlecht als recht und der Gegenwind hat sich in die hinterste Ecke verkrochen. Gut so. Der Tag ist somit alles in allem wunderbar. Wir geniessen einige entspannte Schinken-Käse-Brot Pausen, knabbern hier und da an einer Schoggitafele und geniessen die grosse Lebensmittelauswahl aus all den von uns so geliebten Leckereien.

Nach dem zweiten Anstieg kommen wir in den Genuss von einer Abfahrt und lassen uns mehr oder weniger bis nach Elche de la Sierra runterrollen. Am frühen Nachmittag erreichen wir das heutige Tagesziel und gönnen uns einen halben freien Tag.

Auch diese Stadt erwacht erst so gegen 20:15 Uhr aus ihrem Siestaschlaf und so kommen wir relativ spät zu unserem Abendessen. Es gibt das Tagesmenu mit Suppe, Hauptgang und Dessert. Wie deheime – eifach super.

Das Restaurant füllt sich nach und nach und so gegen halb zehn Uhr abends scheint dann fast jeder Elche de la Sierralianer sich direkt unter unserem Hotelzimmer zum Schlummerdrunk eingefunden zu haben. Eus ischs gliich – wir schlafen sowieso super.

Am kommenden Tag strahlt die Sonne wieder aus voller Kraft. Ein windstiller, wolkenfreier Frühlingstag lacht uns an. Juhuui. Ausser der 9.5%igen Steigung gleich zu Beginn des Tages, führt uns die Route relativ flach durch die Landschaft. Heute ist der erste Tag des Wochenendes und so sind auch viele Rannredfahrer – oder äbe Gümmelers - unterwegs.

Der Tag ist super schön. Wir kommen gut voran, machen Picknick inmitten von Obstbaumplantagen, haben uns gegenseitig viel zu erzählen und geniessen die zauberhafte Fahrt durch das schöne Spanien.

Gegen halb Drei Uhr nachmittags erreichen wir nach guten 70 Kilometern den Ort Jumilla und quartieren uns in einem hübschen Hotel ein.

Nach einer kurzen Pause mit Duschen, Erfrischungsgetränk reinschütten und die neusten Social Media Aktivitäten checken ziehen wir uns wieder an und machen uns auf ins nächste Abendteuer. Gemeinsam spazieren oder wandern oder klettern - je nachdem wie man es sieht – zur Burg von Jumilla. Die Aussicht von oben ist super. Wir sehen Hügel in weiter Ferne, Weinreben direkt unter uns, andere Burgen und natürlich die Stadt, die uns zu Füssen liegt.

Nach einem kurzen Einkauf kehren wir zurück ins Zimmer, verdrücken auf dem Balkon die frisch ergatterten Empenadas und lassen die Action heute Action sein. Geschlafen haben wir diese Nacht übrigens gar nicht gut – keis Wonder, schliesslich feierte die Dorfjugend ihre Party direkt unter unserem Fenster.

Heute früh begrüsst uns ein dichtes Nebelmeer. Richtig Märchenhaft tauchen links und rechts neben unserem kleinen Strässchen die blühenden Obstbäume auf. Unsere erste Pause machen wir direkt oberhalb des Nebelmeeres und lassen nebenbei auch gleich den letzten Dunst verwehen. Nun ist der Himmel klar und blau, die Blüten der Bäume blühen rosarot in der ansonsten grünen Landschaft und weit im Horizont sehen wir die Ausläufer der Hügelketten. Den ganzen Tag über verbringen wir auf Nebenstrassen und kleinen Feldwegen. Nur ganz selten begegnen uns andere Verkehrsteilnehmer. Meistens Motorradfahrer oder Radrennradler, die ebenfalls die Frühlingshaften Temperaturen geniessen. Der Tag ist einfach wunderbar – und natürlich wird wieder ausgiebig gepicknickt, geplaudert und genossen.

Am Nachmittag erreichen wir Ibi und quartieren uns in einem wirklich kurrligen Hotel ein. Das ganze Gebäude ist in Schwarz und Silber gehalten. Es scheint, als wäre das Hotel noch im Bau, doch irgendwie sieht es auch schon wieder Renovationsbedürftig aus. Damit auch ja nichts stibitzt wird, steht auf jedem Produkt – also auf dem Teppich, dem Bettanzug, der Lampe, dem Frotteetüchli und allem anderen was es so gibt – der Hotelname. Aber nicht so normal angeschrieben mit Logo oder so, nein volle Kanne in Arial siebentausendundzwölf einmal quer über die ganze Sache. Uns vertätscht es fast. Das Hotelzimmer hat eine riesengrosse Badewanne. Und aus Mangel an einem Duschvorhang und weil eine riesengrosse Badewanne halt schon mega cool ist, gönnen wir uns ein langes, heisses Schaumbad. Anschliessend sind wir plätschmüed eingemummelt vom Seifenwasser und so faulenzen wir den Rest des Abends herum. Abendessen gibt es dann kurz vor Neun in einem Italienischen Restaurant direkt um die Ecke. Und es ist sooo lecker. Sogar handgemachte Ravioli mit Kürbissen und Salbei gibt es hier! Superfein.

Am kommenden Vormittag stehen wir früh auf und machen uns in dem kurrligen Hotel – es ist wirklich schräg hier, aber lassen wir das – auf die Suche nach dem Frühstück. Irgendwann finden wir dann das Restaurant und setzen uns auf einen der freien Plätze. Der Patron bietet uns Rühreier an und wir sagen gerne zu. Doch läck, was uns hier aufgetischt wird, können wir kaum fassen. Geschlagene 10 Eier – pro Person wohl gemerkt – bekommen wir auf einer Platte serviert. Zwänzg Eier zum Zmorge!!! Waaaahnsinn! Wir essen natürlich die Monsterportion bei weitem nicht auf und beleidigen so den Wirten etwas. Aber hei – mal ehrlich. Das ging ja mal gar nicht. Schade um die Arbeit der Hühnchen und der Köchin.

Uns ist etwas schlecht, als wir unser Gepäck an die Velos packten und konnten uns nicht vorstellen, je wieder ein Ei anzugucken…

Die Proteinpower können wir heute im Verlauf des Tages noch richtig gut investieren. Es geht nämlich als erstes einmal zünftig bergauf. 500 Höhenmeter in 30 Kilometern. Und dann direkt nochmal 400 Höhenmeter, diesmal verteilt auf knappe 10 Kilometer Distanz. Keuch. Aber irgendwie macht das gar nichts, denn die Landschaft ist einfach prächtig. Es gibt so viel zu sehen. Die Blüten der Obstbäume leuchten über die Felder, wir können in Ruhe picknicken und halten immer mal wieder an, um die Landschaft zu geniessen. Und dann – dann folgt eine voll geile Abfahrt. Huuuuuuiiiii… an die 40 Kilometer legen wir in Windeseile zurück. Super toll! Fast so cool wie die Abfahrt vom Gotthard nach Bellinzona. So zum Vorstellen. Wirklich toll.

In Jalon zwingen wir uns dann aber doch noch zu einer Pause in einem Café und lassen uns von der Britischen Wirtin Rüeblitorte bringen. Mmmmmh. Lecker! Im Café hat es auch WIFI und so können wir noch kurz die genaue Route planen, die uns direkt in die Casa Luna bringen soll. Nur noch 15 Kilometer trennen uns von Barbara und Hanspeter – bei der Abfahrt von Vorhin kann das ja höchstens noch zehn Minuten dauern…. Nix da. Abfahrt tschüss – es geht noch einmal quer über eine Hügelkette mit Steigungen von weit über 10 vielleicht sogar 20 Prozent. Crazy.

Am 27. Februar um 15:40 Uhr erreichen wir das lang ersehnte Ziel. Die Casa Luna in Moraria. Das zweite Zuhause von Cynthias Tante aka Patentante aka Barbara und ihrem Herzallerliebsten Hanspeter.

Den Empfang, den wir von den beiden geboten bekommen, haut uns aus unseren – nach diesem Tag ziemlich müffeligen – Socken. Waaaahnsinn! So Goldschätz! Also angefangen hat es mit einem Schriftzug aus Kreide, der uns die letzten Hundert Meter zu ihrem Haus wies und uns aufs herzlichste willkommen hiess. Anschliessend entdeckten wir die beiden, die uns mit schwingenden Armen von der Terrasse aus zuwinkten. Die Freude ist riesig und so fällt uns die letzte Auffahrt in die Garage – völlig en gstööörte Aastieg – ganz leicht und wir sind da. Zuhause.

Kaum stellen wir die Räder hin, werden wir von den beiden umarmt, verküsst und die Freude ist riesig. Doch schon entdecken wir das nächste Highlight. Auf der ganzen Einfahrt – da hat es so grosse Steinplatten – sind Dutzende unserer Reiseetappen vermerkt. So im Sinne von Km 2066 Novalja, Km 436 Bad Heilbrunn, Km 1898 Grabovac, Km 4233 Alexandropoli, Km 5154 Kastamonu, Km 12138 Kundapura, Km 13297 Jaipur, Km 13721 Agra, Km 16166 Pleiku, Km 22407 Ceduna, Km 26727 Santa Rosalia und so weiter. Ihr versteht schon. Es war soooooo cool! Mega viel Arbeit, mega farbig und soooo lässig!

Und als wir uns umdrehten, lauerte schon die dritte Überraschung auf uns. Ein megagrosses Plakat hängt über die Brüstung und begrüsst uns. Megatoll.

Nach grosser Fotosession, vielen Umarmungen, einem Erfrischungsgetränk und leichter Emotionsüberforderung kommen wir dann endlich dazu, das wunderschöne Haus – eben die Casa Luna – zu bewundern. Boah. Wir sind hin und weg, sind ja das erste Mal hier. Es ist mega schön, die Aussicht auf das Meer gigantisch, die Möbel einladend, der Pool Blau und die Palmen tanzen in der leichten Brise. Wörkli - meeeeega.

Die beiden Härzchäfer haben uns im Vornhinein einen langen Wunschzettel geschickt, bei dem wir ankreuzen durften, was wir denn gerne so essen würden während unserem Aufenthalt. Und wie die Pédaleurs so sind – sie kennen kein Mass. Und da Gotti und Hanspeter die ultraoberbesten Gastgeber sind, tischen sie reichlich auf. Läck. Der Kühlschrank ist proppenvoll. Zwei ganze Koffer mit Kägifret, Ragusa, Gipfeli, Zopf, Honig, Landjäger, Greyerzer, Cervelat, Appenzeller, Galachäsli, Ovomaltine, Toblerone und und und haben sie angeschleppt. Völlig gstört – aber supergeil! Hahahahaha

Zum Begrüssungszvieri gibt es Landjäger, verschiedene Salamis, Bündnerfleisch, Mostbröckli, Schinken, Chips, Salzbrätzeli, Totenbeinli, Willisauerringli, Ovischoggi und Kägifret. Pédaleurs in Heaven.

Und neben dem Schlemmen mit atemberaubender Aussicht gibt es natürlich auch viel zu erzählen, zu staunen, zu plaudern, zu lachen und zu geniessen.

Irgendwann beziehen wir dann das wunderbare Gästezimmer, hüpfen endlich unter die Dusche und mümmeln uns auf der Aussenlounge ein. Und dann – dann gibt es schon wieder zu essen. Ghackets mit Hörnli!! Jaaaackpot! Juhuuu – mega toll. Sogar mit Öpfelmues. Hihihi.

Am späten Abend – knapp vor Mitternacht – rugeln wir dann ins Bett und schlafen wie die Steine. What a great welcome!

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