Km 34994 - Km 35034_San Vicente la Mesilla - Comitán de Domínguez
- 29. Mai
- 6 Min. Lesezeit

Am nächsten Tag folgt ein absolutes Highlight, das wir bei der ursprünglichen Routenplanung wohl verpasst hätten.
Die Cascadas de El Chiflón liegen eingebettet in die grüne Hügellandschaft von Chiapas und gehören zu den eindrucksvollsten Wasserfallanlagen im Süden Mexikos. Hier stürzt sich der Río San Vicente in mehreren Stufen durch ein enges Tal, begleitet von dichtem Dschungel, steilen Felsen und dem stetigen Donnern des Wassers, das sich seinen Weg in die Tiefe sucht.
Ein gut angelegter Pfad führt über rund 900 Stufen flussaufwärts, vorbei an immer neuen Blickwinkeln auf das türkis schimmernde Wasser. Die intensive Farbe entsteht durch den hohen Kalk- und Mineraliengehalt im Wasser und im Gestein. Mit jedem Höhenmeter wird das Rauschen lauter, die Luft feuchter und die Vegetation dichter.
Es gibt hier nicht nur einen, sondern gleich fünf grosse Wasserfälle. Der mit rund 120 Metern höchste und bekannteste ist der «Velo de Novia». Das Wasser fällt hier über eine hohe Felswand in einem breiten, weissen Schleier in die Tiefe und erzeugt dabei dichte Gischt. Zwischen den Stationen laden natürliche Becken mit glasklarem, türkisfarbenem Wasser zum Verweilen ein.
Links und rechts des Flusses gibt es jeweils einen Park, um zu diesen Wasserfällen zu gelangen. Die Parks sind nicht miteinander verbunden und verlangen separaten Eintritt. Die Münze entschied über unsere Wanderroute – und sie entschied sehr gut. Wir starten früh am Morgen auf der linken Seite des Flusses. Und wir sind alleine. Ganz alleine. Nur wir und ein Wärter, der uns mit etwas Abstand begleitet. Immer weiter geht es in die Höhe, bis wir den Fuss des «Velo de Novia» erreichen. Von dort führt uns ein schmaler Trampelpfad noch tiefer in den Dschungel hinein, bis wir ganz oben am Wasserfall beim Mirador del Corona ankommen.
Auf einer Plattform stehend befinden wir uns nun unterhalb eines kleineren Wasserfalls von etwa 40 Metern Höhe und gleichzeitig direkt oberhalb des grossen Wasserfalls. Atemberaubend. Wir wandern wieder nach unten und durch den gesamten Park zurück. Auf der anderen Flussseite sehen wir Besucher des zweiten Parks. Wir sind auf unserer Seite noch immer alleine.
Gegen Mittag verlassen wir den Park, wechseln die Flussseite und betreten den anderen Park. Hier gibt es Busse und viele Touristen. Zu Beginn stehen wir regelrecht im Stau und sind sehr froh darüber, dass wir den Morgen so intensiv geniessen konnten. Je weiter wir nach oben steigen, desto weniger Besucher hat der Park. Und auch hier gelangt man oberhalb des höchsten Wasserfalls.
Über rund 800 Meter führt uns eine Treppe steil nach oben – auf die gleiche Höhe wie am Morgen und dann noch weiter hinauf, bis zum Wasserfall Arcoíris. Die Aussicht, die Farben, die Stille, die Gischt – es ist unbeschreiblich schön. Und auch hier sind wir wieder alleine. Zusammen mit vielen bunten Schmetterlingen.
Gemeinsam mit einem Leguan essen wir im Parkrestaurant eine Kleinigkeit und spazieren anschliessend zurück ins Hotel. Unterwegs begegnen wir noch einer langen, grünen Schlange. Sie kriecht quer über den Weg, richtet sich dann auf und zieht sich an einem Ast in den Baum hoch. Und wir schauen gebannt zu.
Im Hotel angekommen merken wir, wie weit wir heute gelaufen sind. Huiuiui. Wir sind platt. Wir packen, kochen und lassen den Abend entspannt ausklingen.
Als nächstes nun fahren wir nach Comitán de Domínguez. Wie immer früh. Nach knapp zehn Kilometern geht es steil in den Berg. Die kommenden dreissig Kilometer führen uns ca. 1200 Meter in die Höhe. Wir sehen Leguane die vor uns flüchten und eine Maus, die sich gerade eine von einem Fahrzeug gefallene Tomate erbeutet hat.
In Tzimol gehen essen wir in einem kleinen Restaurant Mittagessen. Es gibt eine fantastische Hühnersuppe und Tacos. Danach geht es weiter steil in den Berg hinein, bis wir nach überraschend kurzer Zeit Comitán de Domínguez erreichen. Das Hotel haben wir während dem Zmittagessen gebucht und nun schnell gefunden. Während Cynthia eincheckt, wartet Mike draussen bei den Fahrrädern. Aus dem Nichts und ohne Vor- oder Nachgeschichte kommt ein Mann auf ihn zu und schenkt ihm eine richtig coole Sonnenbrille. Das Hotel ist tipptopp und wir bleiben hier zwei Nächte. Nach einem Einkauf verziehen wir uns ins Zimmer. Wir sind total müde. Der Tag gestern – in Kombination mit dem Aufstieg heute – hatte es ziemlich in sich.
Wir sind so müde, dass wir sogar das Abendessen skippen und schlafen über zwölf Stunden. Heute nun schreiben wir Blog und bearbeiten Filme. Jetzt müssen wir dann aber gleich los – denn es hat hier einen Burger King und insbesondere Pedaleurine kann es kaum erwarten, bis uns das Mototaxi endlich hinbringt…
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The next day brings an absolute highlight, which we would likely have missed in our original route planning.
The Cascadas de El Chiflón are nestled in the green hills of Chiapas and are among the most impressive waterfall systems in southern Mexico. Here, the Río San Vicente plunges in several tiers through a narrow valley, surrounded by dense jungle, steep cliffs, and the constant thunder of water forcing its way downward.
A well-built trail with around 900 steps leads upstream, offering ever-changing perspectives of the turquoise water. This intense colour is caused by the high concentration of limestone and minerals in the water and surrounding rock. With every metre of elevation, the roar grows louder, the air becomes more humid, and the vegetation increasingly dense.
There is not just one waterfall here, but five in total. The highest and most famous, at around 120 metres, is the “Velo de Novia” (Bridal Veil). Here, the water drops over a high rock face in a wide white curtain, creating a dense mist. Between the different viewpoints, natural pools of crystal-clear turquoise water invite visitors to pause and swim.
There are two separate parks on either side of the river that provide access to the waterfalls. The parks are not connected and require separate entrance fees. A coin toss decided our route—and it turned out to be an excellent choice. We start early in the morning on the left side of the river. And we are alone. Completely alone. Just us and a park ranger who follows us at a distance. Higher and higher we climb until we reach the base of the “Velo de Novia”. From there, a narrow path leads deeper into the jungle until we reach the top of the waterfall at the Mirador del Corona.
Standing on a platform, we are now below a smaller waterfall of about 40 metres and at the same time directly above the main cascade. Breathtaking. We descend again and walk back through the entire park. On the other side of the river we can see visitors in the second park. On our side, we are still alone.
Around midday we leave the park, cross the river, and enter the other park. Here there are buses and many tourists. At first, we are practically stuck in a queue and are very glad we were able to enjoy the morning so intensely. The higher we climb, the fewer visitors there are. And again, you can reach the viewpoint above the highest waterfall.
A staircase leads us steeply upwards for about 800 metres—first to the same elevation we reached in the morning, and then even higher, up to the Arcoíris waterfall. The view, the colours, the silence, the spray—it is indescribably beautiful. And again, we are alone. Together with many colourful butterflies.
We share a simple meal at the park restaurant with a lizard as our companion, then walk back to the hotel. Along the way, we encounter a long green snake. It slithers across the path, then rises and climbs a branch into a tree. We watch, completely captivated.
Back at the hotel, we realise how far we have walked today. Wow. We are exhausted. We pack, cook, and spend a relaxed evening.
Next, we head to Comitán de Domínguez. As always, early. After just ten kilometres, the road climbs steeply into the mountains. The next thirty kilometres take us about 1,200 metres higher. We see iguanas fleeing ahead of us and a mouse grabbing a tomato that has fallen from a vehicle.
In Tzimol, we stop for lunch at a small restaurant. There is a fantastic chicken soup and tacos. Afterwards, we continue climbing steeply until we reach Comitán de Domínguez in surprisingly little time. We booked the hotel during lunch and find it quickly. While Cynthia checks in, Mike waits outside with the bikes. Out of nowhere, a man approaches him and gifts him a really cool pair of sunglasses.
The hotel is excellent, and we stay for two nights. After shopping for groceries, we retreat to our room. We are completely exhausted. The day before—combined with today’s climb—has really taken its toll.
We are so tired that we even skip dinner and sleep for over twelve hours. Today we’re writing the blog and editing videos. We’ll be leaving soon—because there’s a Burger King here, and especially Pedaleurine can hardly wait until the moto taxi finally takes us there…

