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PickUpaleurs_Cobán - Santiago Atitlán

19. Aug.
10 Min. Lesezeit

Nach dem Frühstück bepacken wir die Räder, pedalieren zum Autoverleiher, erledigen den Papierkram und bekommen danach den Schlüssel für unseren Pick-up. Zu unserer Überraschung passen die Fahrräder nicht auf die Ladefläche. Gidsjaned. Pedale und Räder müssen weg, dann passts. Das Gepäck kommt auf die Rückbank. Das Auto ist voll bis unters Dach. Nun wird der Zündschlüssel gedreht und ab geht die wilde Fahrt.

Zu Beginn unseres Roadtrips fahren wir genau denselben Weg, den wir eigentlich mit den Rädern fahren wollten. Wir sehen also genau, was uns auf dem Fahrrad erwartet hätte. Über Santa Cruz Verapaz geht es nach San Cristóbal Verapaz. Und schon jetzt ist klar: Vier Wochen hätten auf keinen Fall gereicht.

Die Landschaft ist geprägt von hohen Bergen, tiefen Tälern und einer unglaublichen Vielfalt an Vegetation. Dichte Wälder bedecken die Berghänge, dazwischen liegen Kaffee-, Kardamom- und Maisfelder. Auf der RN-7W wird die Landschaft allmählich trockener und das Gelände zunehmend hügelig und gebirgig. Die Strasse führt uns durch enge Täler, über kurvenreiche Bergstrecken und vorbei an kleinen Dörfern. Immer wieder kommen wir durch Maya-Gemeinden, deren Häuser und Felder sich ganz selbstverständlich in die Berglandschaft einfügen.

Je weiter wir nach Westen fahren, desto stärker verändert sich die Vegetation. Kiefern und andere Nadelbäume werden häufiger, die Landschaft wirkt kühler und rauer. Und auch die Strasse passt sich dem Gelände an: Mal hat sie gar keinen Belag, mal neuesten Asphalt. Mal ist sie zweispurig, mal so eng, dass wir die klapprigen Metallbrücken einzeln passieren müssen.

So brettern wir glücklich und entspannt ins Hochgebirge Guatemalas und erreichen am späteren Nachmittag Huehuetenango. Die Stadt liegt auf rund 1900 Metern Höhe in der Sierra de los Cuchumatanes. Kaum im Hotel angekommen, machen wir uns noch zu einem Spaziergang auf.

Huehuetenango ist laut, lebhaft und geschäftig. Auf den Märkten wird gehandelt, die kleinen Geschäfte sind gut besucht und auf den Strassen herrscht reger Verkehr. Dazwischen immer wieder Menschen in traditioneller Maya-Kleidung. Überhaupt ist die kulturelle Vielfalt hier deutlich spürbar. In der Region leben unter anderem Mam, Q'anjob'al und weitere Maya-Gemeinschaften.

Nach dem Znacht sind wir dann aber richtig müde. Sooo viel haben wir heute erlebt. Und morgen geht es ganz früh wieder raus – denn die nächsten Abenteuer warten bereits.



In den frühen Morgenstunden fahren wir auf der Panamericana, welche hier als kurvige Bergstrasse durch eine Mischung aus Berglandschaft, Feldern, Kiefernwäldern und dicht besiedelten Dörfern führt. Je näher wir unserem Etappenziel kommen, desto höher und kühler wird es.

Wir wollen heute als erstes nach San Francisco El Alto. Der Verkehr wird dichter und wuseliger. Die Strassen füllen sich mit Bussen, Pick-ups, Lastwagen und Menschen, die aus den umliegenden Dörfern herunterkommen. Der berühmteste Markt des Hochlandes ist einer der grössten und farbenfrohesten Freiluftmärkte in ganz Zentralamerika. Jeden Freitag zieht er Tausende Menschen an und verwandelt einen grossen Teil des Ortes in ein riesiges, lebendiges Handelsviertel.

San Francisco El Alto ist auf einem Hügel gebaut. Wir können unseren Pick-up unterhalb parkieren und gehen den Rest des Weges zu Fuss. Es geht steil bergauf – und schon sind wir mittendrin im Textilhandel. Steil geht es vorbei an Tonnen von Kleidung, Tischwäsche, Schuhen, Vorhängen und kleinen Essständen. Ein paar Gassen weiter gibt es auf grossen Haufen Mais, Bohnen, Karotten, Kürbisse und andere Erzeugnisse aus den Bergen. Daneben werden Getreide, Gewürze, Haushaltswaren und Spielzeug angeboten. Es riecht nach gebratenem Essen und aufgeregten Tieren. Überall ist Bewegung. Menschen schieben sich aneinander vorbei, tragen Säcke, Körbe und Waren auf dem Kopf oder treiben Ziegen und Schweine vor sich her.

Und dann die Farben: Zwischen den staubigen Strassen leuchten die traditionellen Trachten der K'iche'-Bevölkerung. Frauen tragen kunstvoll gewebte, farbenprächtige Trachten, die sich deutlich von der eher grauen Umgebung abheben. Der Markt ist riesig – die Stände scheinen kein Ende zu nehmen. Und anders, als man vielleicht erwarten würde, ist es erstaunlich ruhig. Kein lautes Feilschen, keine Marktschreier, keine weinenden Kinder. Tausende Menschen bewegen sich durch die engen Gassen, und trotzdem herrscht eine entspannte Ruhe. Wir schieben uns an unzähligen Menschen vorbei, ohne dass gerempelt oder jemandem auf die Füsse getreten wird.

Zuoberst auf dem Hügel befindet sich, dem starken Wind ausgesetzt, der Tiermarkt. Dort werden Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen und Geflügel gehandelt. Ferkel quieken nach ihren Müttern und Hühner flattern aufgeregt in ihren Käfigen. Der Markt ist Treffpunkt, Arbeitsplatz, Einkaufszentrum und sozialer Mittelpunkt zugleich. Schau doch bei Gelegenheit mal wieder bei unseren Fotos und Filmen vorbei, dort kannst du mit uns ins Geschehen eintauchen.

Überwältigt und glücklich von den vielen Eindrücken fahren wir weiter. Zu Beginn ist die Gegend hoch gelegen und eher kühl. Wir sehen weite, hügelige Landschaften, Felder und Weiden. Die Hänge sind teilweise dicht bebaut, denn entlang der Strassen reihen sich zahlreiche kleine Dörfer und Häuser aneinander.


Auf dem Weg Richtung Quetzaltenango und Cantel wird die Landschaft zunehmend bergiger. Im Hintergrund erheben sich hohe Berge und Vulkane. Zwischen den Ortschaften liegen landwirtschaftlich genutzte Flächen, während an den Berghängen Kiefern und andere Bäume wachsen.

Je näher wir Zunil kommen, desto stärker fällt die Strasse ins Tal ab. Die Landschaft wird grüner und wärmer. Besonders eindrücklich sind die steilen Berghänge rund um das Tal des Río Samalá. Wir biegen spontan scharf links ab und fahren zu den Fuentes Georginas. Von Zunil aus führt die Strasse immer weiter bergauf. Zunächst fahren wir noch zwischen Feldern und Gemüseplantagen hindurch, doch bald wird die Landschaft wilder und grüner. Die Strasse windet sich durch steile Berghänge und einen dichten, feuchten Nebelwald. Überall wachsen Farne, Moose und hohe Bäume. Schwefeldämpfe steigen aus dem Gestein auf und färben die Felswände gelb. Die Gemüsefelder sehen von oben aus wie riesige Patchworkdecken, und in der Ferne entdecken wir immer wieder Vulkane. Schliesslich erreichen wir die Fuentes Georginas. Hier quillt mitten im Bergwald heisses, schwefelhaltiges Wasser aus dem vulkanischen Untergrund. Nach einem kurzen Päuschen fahren wir weiter.


Jetzt, wo wir den Tag noch einmal Revue passieren lassen, dünkt es uns fast, als wäre er bereits etwas voll gewesen. Doch es geht noch weiter...

Wieder zurück in Zunil, weiter der Hauptstrasse folgend fahren wir zuerst über Mazatenango nach San Antonio Suchitepéquez. Danach verlassen wir die grosse Strasse und biegen in Richtung Chicacao ab. Die schmale Strasse führt steil nach oben. Um uns herum nichts ausser Berge, Bäume und endlose Weite. Nicht immer sind wir sicher, ob uns die Strasse bis zum Ziel führt, doch wir beschliessen einfach mal zu fahren, soweit es geht. Und es geht weit. Immer höher und höher steigen wir, bis wir schlussendlich den Mirador Rey Tepepul auf ungefähr 1800 m ü. M. erreichen.


Zu unserer Rechten sehen wir den Volcán Atitlán und seinen Gspahnen, den Volcán Tolimán, noch für einen kurzen Moment, bevor sich die beiden Riesen hinter den Wolken verstecken. Vor uns liegt der Lago de Atitlán und an dessen aus unserer Sicht linken Ende sehen wir den Volcán San Pedro. Immer wieder geben die Wolken den Blick auf Vulkan und See frei. So stehen wir ein Weilchen da und geniessen einfach diesen besonderen Moment.

Nach der nun heute bereits dritten Mautgebühr dürfen wir den Weg weiter passieren und fahren noch die letzten Kilometer bis zu unserem Tagesziel Santiago Atitlán. Mitten im Ort finden wir ein gäbiges Hotel. Mike beweist noch kurz sein Parkiertalent und danach machen wir uns bereits wieder auf den Weg. Diesmal zu Fuss.

Gemütlich spazieren wir durch den Ort und setzen uns schliesslich auf ein Mäuerchen mit schöner Aussicht. Fischer schaukeln auf ihren Booten, Frauen waschen Wäsche am Seeufer, und wir geniessen eine Limonade. Dabei bewundern wir den Volcán San Pedro und das bunte Treiben im warmen Abendlicht. Danach werden wir dann aber doch etwas müde, knabbern noch ein paar Cornflakes und träumen anschliessend von den vielen Erlebnissen des Tages.


***


After breakfast, we load up the bikes, pedal to the car rental company, take care of the paperwork and are then handed the keys to our pickup. To our surprise, the bikes don’t fit in the truck bed. Good grief. The pedals and wheels have to come off — then they fit. The luggage goes on the back seat. The car is packed to the roof. We turn the ignition key and off we go on our wild ride.

At the beginning of our road trip, we drive exactly the same route we had originally planned to cycle. So we get to see precisely what we would have been in for on our bikes. Via Santa Cruz Verapaz, we head to San Cristóbal Verapaz. And it is already clear: four weeks would never have been enough.

The landscape is characterised by high mountains, deep valleys and an incredible variety of vegetation. Dense forests cover the mountain slopes, with coffee, cardamom and corn fields in between. Along the RN-7W, the landscape gradually becomes drier and the terrain increasingly hilly and mountainous. The road takes us through narrow valleys, along winding mountain roads and past small villages. Time and again, we pass through Maya communities whose houses and fields blend naturally into the mountainous landscape.

The farther west we travel, the more the vegetation changes. Pine trees and other conifers become more common, and the landscape feels cooler and more rugged. The road adapts to the terrain too: sometimes it has no surface at all, sometimes brand-new asphalt. Sometimes it is wide enough for two lanes, and sometimes so narrow that we have to cross the rickety metal bridges one at a time.

And so, happy and relaxed, we race into the Guatemalan highlands and reach Huehuetenango in the late afternoon. The city lies at an altitude of around 1,900 metres in the Sierra de los Cuchumatanes. As soon as we arrive at the hotel, we head out for a walk.

Huehuetenango is loud, lively and bustling. People haggle at the markets, the little shops are busy, and the streets are full of traffic. In between, we repeatedly see people wearing traditional Maya clothing. The cultural diversity is particularly noticeable here. Among others, Mam, Q'anjob'al and other Maya communities live in the region.

After dinner, though, we are absolutely exhausted. We experienced soooo much today. And tomorrow we have to get up very early again — because the next adventures are already waiting.


In the early hours of the morning, we drive along the Pan-American Highway, which here winds its way through the mountains amid a mix of rugged scenery, fields, pine forests and densely populated villages. The closer we get to our destination, the higher and cooler it becomes.

Our first stop today is San Francisco El Alto. The traffic gets denser and more chaotic. The streets fill with buses, pickups, trucks and people coming down from the surrounding villages. The most famous market in the highlands is one of the largest and most colourful open-air markets in all of Central America. Every Friday, it attracts thousands of people and transforms a large part of the town into a huge, vibrant trading district.

San Francisco El Alto is built on a hill. We park our pickup below and walk the rest of the way. It is a steep climb — and suddenly we are right in the middle of the textile trade. We make our way steeply uphill past tons of clothes, table linen, shoes, curtains and little food stalls. A few streets farther on, there are huge piles of corn, beans, carrots, pumpkins and other produce from the mountains. Nearby, people sell grains, spices, household goods and toys. The air smells of fried food and excited animals. There is movement everywhere. People squeeze past one another, carrying sacks, baskets and goods on their heads, or herding goats and pigs in front of them.

And then there are the colours. Amid the dusty streets, the traditional clothing of the K'iche' people shines brightly. The women wear beautifully woven, colourful garments that stand out dramatically against the rather grey surroundings. The market is enormous — the stalls seem to go on forever. And, contrary to what you might expect, it is surprisingly quiet. No loud haggling, no market hawkers, no crying children. Thousands of people move through the narrow streets, yet there is a relaxed sense of calm. We squeeze our way past countless people without anyone bumping into us or stepping on anyone's toes.

At the very top of the hill, exposed to the strong wind, is the livestock market. Pigs, cattle, sheep, goats and poultry are traded here. Piglets squeal for their mothers, while chickens flap excitedly in their cages. The market is a meeting place, workplace, shopping centre and social hub all at once. When you get a chance, take another look at our photos and videos — you can immerse yourself in the action with us.

Overwhelmed and happy after all the impressions, we continue on our way. At first, the area is high up and rather cool. We see wide, rolling landscapes, fields and pastures. Some of the slopes are densely built up, with numerous small villages and houses lining the roads.


On the way towards Quetzaltenango and Cantel, the landscape becomes increasingly mountainous. High mountains and volcanoes rise in the background. Between the settlements are agricultural areas, while pine trees and other trees grow on the mountain slopes.

The closer we get to Zunil, the more steeply the road descends into the valley. The landscape becomes greener and warmer. Particularly impressive are the steep mountain slopes surrounding the Río Samalá valley. On a whim, we make a sharp left turn and head for the Fuentes Georginas. From Zunil, the road climbs steadily uphill. At first, we are still driving between fields and vegetable plantations, but soon the landscape becomes wilder and greener. The road winds through steep mountain slopes and a dense, humid cloud forest. Ferns, mosses and tall trees grow everywhere. Sulphur fumes rise from the rocks, staining the cliff faces yellow. From above, the vegetable fields look like enormous patchwork quilts, and every now and then we spot volcanoes in the distance. Eventually, we reach the Fuentes Georginas. Here, hot, sulphur-rich water bubbles up from the volcanic ground right in the middle of the mountain forest. After a short break, we continue on our way.


Now that we are looking back over the day, it almost feels as though we have already packed quite enough into it. But there is still more to come...

Back in Zunil, we follow the main road, first driving via Mazatenango to San Antonio Suchitepéquez. Then we leave the main road and turn towards Chicacao. The narrow road climbs steeply. All around us there is nothing but mountains, trees and endless open space. We are not always sure whether the road will actually lead us to our destination, but we decide to simply keep going for as long as we can. And it goes a long way. Higher and higher we climb, until eventually we reach the Mirador Rey Tepepul at around 1,800 metres above sea level.


To our right, we can still see Volcán Atitlán and its companion, Volcán Tolimán, for a brief moment before the two giants disappear behind the clouds. In front of us lies Lake Atitlán, and at its far left end, from our perspective, we can see Volcán San Pedro. Every now and then, the clouds part and reveal the volcano and the lake. We stand there for a while, simply enjoying this special moment.

After paying the third toll of the day, we are allowed to continue along the road and drive the final few kilometres to our destination for the day, Santiago Atitlán. We find a nice, comfortable hotel right in the middle of town. Mike briefly demonstrates his parking skills, and then we are on the move again. This time on foot.

We stroll leisurely through the town and eventually sit down on a low wall with a beautiful view. Fishermen bob gently on their boats, women wash clothes on the lakeshore, and we enjoy a lemonade. As we do, we admire Volcán San Pedro and the colourful activity in the warm evening light. Afterwards, though, we start to feel a little tired. We snack on some cornflakes and then drift off to sleep, dreaming about all the adventures of the day.

 
 
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