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Km 38098 – Km 38255_San Salvador - Usulután

21. Sept.
9 Min. Lesezeit

Allzu schmerzhaft ist es nicht, die Absteige zu verlassen, und so kommen wir bereits frühmorgens in die Gänge.

Bei der Stadtausfahrt ist das Glück auf unserer Seite. Ein ziemlich frisch ausgebauter Veloweg führt quer durch den Park und erspart uns so einige Kilometer im Pendlerverkehr. Wir sind also wieder on tour, werden gegrüsst, dürfen winken, werden heimlich gefilmt und schwitzen vor uns hin.

Bis San Tecla geht es einiges nach oben. Unsere Laune ist heute etwas larifahri. Auch das gibt es zwischendurch. Ist nicht immer alles rosarot als Pédaleurs. Aber das meiste lässt sich mit einem Cracker klären. So auch heute.

Danach erwartet uns eine fantastische Abfahrt. Über tausend Höhenmeter geht es da runter, wo wir gestern vom Puerta del Diablo aus bereits hinsahen. Kurz vor dem Mittag dann: das Meer. Der Pazifik, um genau zu sein. Wooooow. Nun sind wir schon sooo weit.


In einer ruhigen Ecke telefonieren wir mit Mikes Seite der Familie. Wir sind sehr dankbar, wie Mark und Sabrina alles so grossartig organisieren, uns immer informieren und uns teilhaben lassen. Besser könnte es nicht sein. Herzlichen Dank!


Nach dem Telefonat düsen wir weiter den Berg runter und erreichen in kurzer Zeit El Tunco. Der Ort ist besonders unter Surfern sehr bekannt und beliebt. Gerade findet die Junioren-Weltmeisterschaft im Surfen statt. Junge Surfer zwischen 16 und 18 Jahren aus den verschiedensten Ländern treten in den Wellen von El Salvador gegeneinander an.

Wir schauen dem Geschehen bei einer Limonade und einem Burger etwas zu und beziehen anschliessend unsere Unterkunft für zwei Nächte. El Tunco ist so ein richtiger Touristenmagnet. Logisch bei diesen Wellen. So hat es Yogastudios, Klamottenläden mit Klamotten, die man zum Surfen braucht, Vapeshops, Poké Bowls, Detox-Matcha-Getränke und alles kostet dreimal mehr als anderswo. Die Männer vergessen zum Bummeln ihre T-Shirts und die Frauen ihre Hosen. Also nur die Touristen, versteht sich. Man könnte genauso gut auch in Goa, Krabi oder am Bondi Beach sein. Scho spannend.


Für den zweiten Tag mieten wir uns einen Roller und fahren am Vormittag los in den Norden. Bei El Zonte – einem weiteren sehr bekannten Surfstrand – geniessen wir eine Limonade und schauen den Surfern zu.

Wie so oft zieht es uns weiter als gedacht. Die warme Luft und der Wind wehen uns ins Gesicht. Anfangs sehen wir noch das Meer und die tropische Küste. Dann wird die Landschaft hügeliger und der Weg bringt uns durch grüne Täler, vorbei an Feldern, Bäumen und kleinen Häusern. Immer wieder kommen uns Motorräder, Busse und Menschen am Strassenrand entgegen. Die Strasse führt durch kleine Ortschaften und ruhigere Landschaften. Wir geniessen die kurvige Strecke, die Natur und die Aussicht auf die Hügel.

Wir börren und börren, bis der Tank fast leer ist. Wobei, das ist nicht so viel, denn der Tank reicht nur für 60 Kilometer. Nach 58 Kilometern – wir fahren bereits auf Reserve – hat es endlich eine Tankstelle. Glöggli gha. Nun nochmals volltanken und weiter geht’s.

In Monzón – gar nicht so weit von Guatemala entfernt – geniessen wir in bester Gesellschaft von fünf Hunden einen Zmittag am Sandstrand. Danach drehen wir um, tanken nochmals voll und hötterlen heim. Die Fahrt ist wunderbar und wir sehen so viele schöne und abwechslungsreiche Dinge. Abends sind wir dann aber schon froh, können wir unsere Füdlis wieder vom Motorradsattel befreien, den Rücken richtig durchstrecken und den Roller zurückgeben.

Schliefen wir in der Hauptstadt noch in einer Tiefkühltruhe, ist es in El Tunco trotz der beiden Ventilatoren kuschelig warm. Zum Glück hat es zwei Betten, sodass jeder von uns dampfend und individuell in Sternform auf dem Rücken liegend in den kommenden Tag dösen kann.



Am Morgen machen wir uns Frühstück und danach schwingen wir uns wieder auf die Räder. Ein neuer Fahrtag. Es geht relativ gemächlich bis zum Puerto de La Libertad. Danach bleiben wir auf der Carretera del Litoral Richtung San Luis Talpa. Es ist noch nicht neun Uhr und bereits jetzt kratzt das Thermometer an der Vierzig-Grad-Marke. Zum Glück ist die Strecke relativ flach und die paar Steigungen sind relativ human. Mehr hätten wir auch echt nicht gebraucht.

Unterwegs werden wir häufig angesprochen. Woher wir kommen und wohin wir wollen, sind die gängigsten Fragen. Aber es gibt auch Kreatives. Beispielsweise fragt uns ein Mann, ob wir den Abfall als Souvenir mit nach Hause nehmen wollen, weil wir ihn auf dem Gepäckträger transportieren. Denn falls nicht, könnten wir ihn einfach an den Strassenrand werfen. Das sei kein Problem. Ja – hämmer gseh. Ein anderer Mann lädt uns spontan zum Übernachten ein. Wir lehnen dankend ab. Gerne fahren wir heute noch ein paar Kilometer weiter.

Zacatecoluca erreichen wir kurz nach dem Mittag. Wie in jedem grösseren Ort sind auch hier alle bekannten Fast-Food-Ketten vertreten. Heute probieren wir Wendy’s aus. Mega fein! Da essen wir wieder einmal.

Danach fahren wir zu unserer Unterkunft, die wir während dem Zmittag gebucht haben. Es stellt sich heraus, dass es kein Hotel, sondern eine private Unterkunft ist. Uns soll’s recht sein. Der Besitzer ist extrem herzig. Er freut sich total, dass wir da sind, und hüpft, lacht und strahlt uns an. Fahrradfahrer sind herzlich willkommen und so schenkt er uns kurzerhand etwa einen Drittel des Preises. Mega härzig.

Nach einem Spaziergang durch den Ort mit seiner extrem schönen Kirche gehen wir einkaufen und dürfen für die Milch sogar noch den privaten Kühlschrank der Familie mitbenutzen. Eine echt schöne Begegnung.



Wir schlafen wunderbar in dem kleinen, aber feinen Zimmer und starten am nächsten Tag guten Mutes ins neue Abenteuer.

Der Tag beginnt super, denn es geht bergab. Nicht so richtig steil, mit Bremsen und so – sondern richtig schön gemächlich. Mit leichten Tretbewegungen bringen wir die ersten zehn, zwanzig, dreissig Kilometer locker hinter uns. Zu unserer Linken sehen wir den Volcán de San Vicente, den Volcán de Tecapa und den Volcán de Usulután. Traumhaft.

Irgendwann hat Cynthia einen Platten am Hinterrad. Der kleine Hagraff ist schnell gefunden und der Schlauch getauscht. Zwei Kilometer später: der nächste Platten. Gleiches Rad, andere Ursache. Eine grosse Möbelschraube hat sich durch den Pneu bis in den Schlauch gebohrt. Mann! Die Ursache ist natürlich superschnell gefunden und der Schlauch ebenso schnell getauscht.

Danach gehen wir etwas essen. Wieder einen Burger, aber diesmal von einem anderen Anbieter. Wir fahren fünfhundert Meter: dritter Platten. Der neue Schlauch hat einen Fabrikationsfehler. Bääääh. Drei Platten an einem Tag? Ned schlächt.


Usulután – die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates – erreichen wir am Mittag. Auch hier haben wir bereits eine Unterkunft vorreserviert. Heute ist einer dieser Glückstage: Man erwartet vier löchrige Wände und ein Bett – und bekommt stattdessen einen Kühlschrank, eine Küche, zwei Betten, eine Hängematte, ein separates Badezimmer und noch viel mehr. Mega!

Wir fühlen uns total wohl. Hätten wir nicht für die kommenden Tage bereits ein schönes Plätzli am Meer gesichert, würden wir uns glatt hier einnisten.


***


Leaving the dump behind isn’t particularly painful, so we are already up and about early in the morning.

On the way out of the city, luck is on our side. A fairly new bike path runs right through the park, saving us quite a few kilometres of commuter traffic. So we are back on tour, getting greeted, waving at people, being secretly filmed and sweating away.

There is quite a bit of climbing up to San Tecla. Our mood is a little larifahri today. That happens from time to time. Being a cyclist isn’t always sunshine and roses. But most things can be solved with a cracker. Today is no exception.

After that, a fantastic descent awaits us. We drop more than a thousand metres in elevation, heading down towards where we were already looking yesterday from Puerta del Diablo. And then, just before noon: the sea. The Pacific, to be precise. Wooooow. We have come sooo far.


In a quiet corner, we call Mike’s side of the family. We are incredibly grateful for how wonderfully Mark and Sabrina organise everything, always keep us informed and make us feel involved. It couldn’t be better. Thank you so much!


After the phone call, we zoom further down the mountain and reach El Tunco in no time. The place is particularly well known and popular among surfers. The Junior World Surfing Championships are taking place right now. Young surfers between the ages of 16 and 18 from all over the world are competing in the waves of El Salvador.

We watch the action over a lemonade and a burger and then move into our accommodation for two nights. El Tunco is a real tourist magnet. No wonder, with waves like these. So there are yoga studios, clothing shops selling all the gear you need for surfing, vape shops, Poké bowls, detox matcha drinks, and everything costs three times as much as anywhere else. The men forget their T-shirts when they go shopping, and the women forget their trousers. Tourists only, of course. You could just as easily be in Goa, Krabi or Bondi Beach. Pretty interesting.


For our second day, we rent a scooter and set off north in the morning. At El Zonte – another very well-known surf beach – we enjoy a lemonade and watch the surfers.

As so often happens, we end up going further than planned. The warm air and wind blow in our faces. At first, we can still see the sea and the tropical coastline. Then the landscape becomes hillier, and the road takes us through green valleys, past fields, trees and little houses. Motorbikes, buses and people by the side of the road keep coming towards us. The road winds through small villages and quieter landscapes. We enjoy the winding route, the nature and the views of the hills.

We börr and börr until the tank is almost empty. Although, that doesn’t take all that long, because the tank only holds enough for 60 kilometres. After 58 kilometres – we are already running on reserve – there is finally a petrol station. Phew, that was close. We fill up again and carry on.

In Monzón – not all that far from Guatemala – we enjoy lunch on the sandy beach in the best company of five dogs. Afterwards, we turn around, fill up the tank once more and putter our way home. The ride is wonderful, and we see so many beautiful and varied things. By evening, though, we are more than happy to free our butts from the motorcycle seat, properly stretch our backs and return the scooter.

While we were sleeping in a freezer in the capital, it is cosy and warm in El Tunco despite the two fans. Luckily, there are two beds, so each of us can lie on our backs, radiating heat and individually sprawled out like a star, and slowly drift into the next day.


In the morning, we make ourselves breakfast and then get back on our bikes. Another day on the road. The ride to Puerto de La Libertad is relatively gentle. After that, we stay on the Carretera del Litoral towards San Luis Talpa. It isn’t even nine o’clock yet, and the thermometer is already creeping towards forty degrees. Luckily, the route is relatively flat and the few climbs are fairly manageable. We really wouldn’t have needed anything more.

Along the way, people often talk to us. Where we come from and where we are going are the most common questions. But there are also some creative ones. For example, one man asks us whether we want to take the rubbish home with us as a souvenir because we are carrying it on our luggage rack. Because if not, we could simply throw it onto the side of the road. Apparently, that wouldn’t be a problem. Yep – we’ve seen that. Another man spontaneously invites us to stay the night. We politely decline. We are happy to ride a few more kilometres today.

We reach Zacatecoluca shortly after noon. As in every larger town, all the familiar fast-food chains are represented here too. Today, we try Wendy’s. Mega tasty! We eat there again for a change.

Afterwards, we head to the accommodation we booked during lunch. It turns out not to be a hotel, but a private home. Fine by us. The owner is incredibly sweet. He is absolutely delighted that we are there, jumping around, laughing and beaming at us. Cyclists are very welcome, so he promptly gives us about a third off the price. So sweet.

After a walk through the town with its extremely beautiful church, we go shopping and are even allowed to use the family’s private fridge for our milk. A really lovely encounter.


We sleep wonderfully in the small but lovely room and set off on our next adventure in good spirits the following day.

The day starts brilliantly because it is downhill. Not properly steep, with brakes and all that – but a lovely, gentle descent. With light pedalling, we easily get the first ten, twenty, thirty kilometres behind us. To our left, we can see Volcán de San Vicente, Volcán de Tecapa and Volcán de Usulután. Dreamy.

At some point, Cynthia gets a flat tyre on her rear wheel. We quickly find the tiny culprit and replace the tube. Two kilometres later: another flat. Same wheel, different cause. A large furniture screw has worked its way through the tyre and into the tube. Man! Of course, we find the cause super quickly and replace the tube just as quickly.

Afterwards, we stop for something to eat. Another burger, but this time from a different place. We ride five hundred metres: third flat. The new tube has a manufacturing defect. Bääääh. Three flats in one day? Not bad.


We reach Usulután – the capital of the department of the same name – at lunchtime. We have already booked accommodation here too. Today is one of those lucky days: You expect four leaky walls and a bed – and instead you get a fridge, a kitchen, two beds, a hammock, a separate bathroom and much more. Mega!

We feel incredibly comfortable. If we hadn’t already secured a lovely little place by the sea for the next few days, we would be tempted to move in here permanently.

 
 
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