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Km 36186 - Km 36408_Pisté - Cancún

  • 14. Juli
  • 8 Min. Lesezeit

 

Nach dem schönen Tag gestern verbrachten wir noch eine Weile im Pool. Zuerst zu zweit, danach war Cynthia noch allein etwas am Bädelen. Bis dann das Wetter umschlug. Es donnerte und blitzte und ein für die Region typisches Unwetter zog auf. Es schüttete wie aus Eimern und als sie später dann noch etwas im nahegelegenen Laden kaufen wollte, waren die Pfützen auf der Strasse Schienbeintief. Danach fiel der Strom aus und wir gingen schlafen.


Am nächsten Morgen waren wir für den Kuchen noch zu früh dran – Kaffee gab es aber trotzdem. Das Dorf Pisté war noch etwas verschlafen, nur die Hunde sind hellwach und etwas aufgeregt. Die Strecke brachte uns zuerst nach X-Calakoop und danach in den Nebel. Dieser war so dick, dass wir kaum mehr etwas sahen. Bei einem Bushäuschen machten wir dann eine Pause und irgendwann war dann auch die Sicht wieder klar.  

Direkt neben dem Gefängnis von Ebtún fanden wir einen Oxxo. Dort gab es Eistee und sogar TamTam. Valladolid erreichen wir kurz darauf, noch immer ist es früher Vormittag. Unser Zimmer ist noch nicht bereit. Also müssen wir rund sechs Stunden überbrücken. Wir entscheiden spontan, zur Cenote Oxman zu fahren. Über Seitenwege erreichen wir den Ort und so sehen wir gar nicht, wie gross die eigentliche Zufahrt ist. Der Parkplatz ist leer und ein Wächter verspricht uns, gut auf die Räder aufzupassen. So nehmen wir die wichtigsten Sachen mit, kaufen uns ein Ticket, mieten einen Spint und schlüpfen in Badehose und obligatorische Schwimmweste.


Bei der Cenote Oxman handelt es sich um eine halboffenemCenote mit ungefähr vierzig Metern Durchmesser. Um das Wasser zu erreichen, müssen wir zuerst 73 Treppenstufen nach unten steigen. Nach oben hin ist die Höhlendecke kreisrund geöffnet. Dadurch fällt spektakuläres Sonnenlicht direkt auf das Wasser, was für superschöne Lichtspiele sorgt. Von der oberen Kante hängen riesige, meterlange Wurzeln von alten Bäumen wie Lianen senkrecht hinab, bis sie leicht die Wasseroberfläche berühren. An den Kalksteinwänden wachsen Farne und andere tropische Pflanzen. Das Wasser ist bis zu 60 Meter tief, glasklar, schimmert in verschiedenen Blau- und Türkistönen und ist relativ kühl. Im Wasser schwimmen neben uns mal klitzekleine, mal etwas grössere schwarze Fische und zwei weitere Besucher. Über uns fliegen Motmots, Schwalben und sogar zwei Geier. Besonders die Motmots fallen sofort auf: Ihr leuchtend blaues Gefieder und die pendelartigen Schwanzfedern machen sie unverwechselbar. Später erfahren wir, dass die Maya ihren Ruf nutzten, um Cenoten zu finden – wo ein Motmot zu hören war, war frisches Wasser meist nicht weit. Wir plantschen eine Weile im kühlen Nass. Erst noch sassen wir im Sattel, schwitzten durch den Nebel, assen beim Gefängnis ein TamTam und nun sind wir im wundervollen kühlen Nass. Irgendwann gehen die anderen zwei Personen und so sind wir sogar für kurze Zeit alleine. Noch denken wir uns nicht viel dabei, sondern geniessen es einfach. Danach gehen wir Essen. Das war beim Ticket inbegriffen und so spazieren wir zum Buffet. Das  Buffet ist gross und vielfältig. Im Raum hat es eine Vielzahl an Sitzgelegenheiten. Wir sind etwas verwundert. Kann so etwas rentieren? Möglicherweise in der Hauptsaison. Wir denken nicht weiter darüber nach und essen gemütlich das feine Mahl. Dann spazieren zwei weitere Menschen vorbei. Ha! Und nochmals zwei. Dann vier. Dann sieben. Im Laufe der nächsten zwei Stunden kommen mehrere Cars und etwa ein Dutzend Kleinbusse. In Scharen strömen lärmende Touristen in die Cenote, schwingen sich an Seilen über das Wasser und plantschen hinein. Wir beobachten das bunte Treiben. Später wird Cynthia sogar noch ein Ara auf den Arm gesetzt. Ein wunderschönes, möglicherweise etwas zugedröhntes Tier. Foto gibt es leider nicht, das war verboten. Aber schön war er, der bunte Vogel. Wir gehen noch einmal schwimmen, diesmal zusammen mit einer Vielzahl von Personen aus allen Regionen der Welt. Es fühlte sich an, als hätten wir zwei völlig unterschiedliche Ausflüge an einem einzigen Tag erlebt. Einmal in Ruhe und mit Gelassenheit, einmal im ausgelassenen Spassbad.

Gegen halb zwei Uhr packen wir zusammen, schwingen uns wieder auf die Räder und fahren neben der Hauptstrasse auf einem Veloweg zum Parque Francisco Cantón Rosado. Während der nächsten Stunde sitzen wir hier, geniessen das Bunte treiben, schlürfen zwei grosse Limonaden und erkennen den einen oder anderen Badegast von vorhin wieder. Wir befinden uns in einer völlig anderen Welt als noch vor wenigen Tagen.


Als unser Zimmer endlich bereit ist, checken wir ein und gehen ein paar Stunden später nochmals auf einen kleinen Bummel. Dabei sehen wir ein ehemaliges Franziskanerkloster und essen in der Calzada de los Frailes Znacht. Nach dem Tag sind wir müde. Geschlafen wird aber nicht viel, denn der Nachtportier hat sich etwas im Job vertan. Er Telefoniert die ganze Nacht in einer enormen Lautstärke und die Deckenfenster lassen das Licht vom Gang ungehindert in unser Zimmer. Hell und Laut. Egal. Wir müssen eh früh raus.


 

Es folgt ein anstrengender Tag. Im Grund genommen fahren wir den ganzen Tag über gerade aus. Links Bäume, rechts Bäume – und dazwischen Asphalt. Irgendwann der neue Bundesstaat: Quintana Roo. Viel mehr passiert heute nicht. Ein paar Hunde, ein paar Lastwagen und ein feiner Zmittag bei Ignacio Zaragoza. Ein Hotel finden wir nach 116 Kilometern in Leona Vicario. Für unsere Verhältnisse ist es bereits spät. Bis etwa 13 Uhr geht das Fahren noch gut, danach brennt die Sonne einfach zu stark. Es ist nun bereits halb drei und wir sind entsprechend gerädert. Das Hotel ist super und so schalten wir die Klimaanlage auf Vollgas, holen eine Limonade in der Nachbarschaft und kühlen uns bei superschnellem WiFI runter.



Am nächsten Morgen geht es gewohnt früh raus. Erst bei der Abfahrt merken wir, dass es eine neue Zeitzone ist und wir daher eine Stunde später dran sind. Isch ja glich, ist ja nicht weit. Bei der Stadteinfahrt von Cancún verlieren wir uns aus den Augen. Es dauert eine Ewigkeit, bis wir uns wieder finden. Ärgerlich! Nun ist aber wieder gut. Nach einem Snack fahren wir in einen Laden einer bekannten Fahrradladenkette. Boah, war der schlecht ausgestattet. Botzdonner. Auch mit ganz viel Abstrichen haben wir nichts gefunden – zum Glück war es nicht so dringend.

Danach fuhren wir zum Hotel. Gegen einen Aufpreis konnten wir sogar schon einchecken. Es ist heiss. So kühlen wir uns zuerst ab und machen ein kleines Päuschen. Wir sind tatsächlich in der Karibik. Ist das nicht irre??

 

***

 

After the nice day yesterday, we spent a while at the pool. First together, then Cynthia went for another swim on her own. Until the weather suddenly changed. Thunder rumbled, lightning flashed, and one of the region’s typical storms rolled in. It poured down in torrents, and when she later went to the nearby shop to buy something, the puddles on the street were already shin-deep. Soon after, the power went out and we went to sleep.

 

The next morning we were too early for cake, but coffee was available nonetheless. The village of Pisté was still somewhat sleepy, with only the dogs wide awake and a bit excited. Our route first took us to X-Calakoop and then into the fog. It was so thick that we could barely see anything. We took a break at a bus stop, and eventually the visibility cleared again.

Right next to the prison in Ebtún we found an OXXO. There we got iced tea and even TamTam. Shortly afterwards we reached Valladolid, still in the late morning. Our room wasn’t ready yet, so we had to bridge about six hours. On a whim, we decided to go to Cenote Oxmán. We reached the place via side roads, so we didn’t even see how large the main entrance actually was. The parking lot was empty, and a guard promised to look after our bikes. We took the essentials, bought tickets, rented a locker, and changed into swimwear and the mandatory life jackets.

 

Cenote Oxmán is a semi-open cenote with a diameter of about forty metres. To reach the water, we first had to descend 73 steps. Above, the cave ceiling opens into a perfect circle. This allows spectacular sunlight to fall directly onto the water, creating beautiful light effects. From the rim, huge, metre-long roots of ancient trees hang down like vines until they almost touch the water’s surface. Ferns and other tropical plants grow on the limestone walls. The water is up to 60 metres deep, crystal clear, shimmering in different shades of blue and turquoise, and relatively cool. In the water, tiny and slightly larger black fish swam around us, along with two other visitors. Above us flew motmots, swallows, and even two vultures. The motmots in particular stood out immediately: their bright blue plumage and racket-shaped tail feathers make them unmistakable. Later we learned that the Maya used their calls as a sign when searching for cenotes—where a motmot could be heard, fresh water was usually nearby.

We splashed around in the cool water for a while. Just a short time earlier we had been cycling through fog, sweating in the saddle, eating a TamTam by a prison, and now we were in this wonderful cool pool. Eventually the other two visitors left, and for a short time we even had the cenote to ourselves. We didn’t think much of it—just enjoyed it.

Afterwards we went to eat. That was included in the ticket, so we walked over to the buffet. The buffet was large and varied, with many seating options in the room. We were a bit surprised—could something like this even be profitable? Possibly in high season. We didn’t think further about it and enjoyed our meal.

Then two more people walked past. Ha! And another two. Then four. Then seven. Over the next two hours, several cars and about a dozen minibuses arrived. Crowds of noisy tourists poured into the cenote, swung across the water on ropes, and jumped in. We watched the lively scene. Later, Cynthia even had a macaw placed on her arm—a beautiful, possibly slightly sedated bird. No photo though, it wasn’t allowed. But it was a beautiful colourful bird.

We went swimming again, this time together with many visitors from all over the world. It felt like we had experienced two completely different trips in a single day—one calm and peaceful, the other a lively water park.

 

Around 1:30 p.m. we packed up, got back on our bikes, and rode along a cycle path next to the main road to Parque Francisco Cantón Rosado. We spent the next hour there, enjoying the colourful bustle, sipping two large lemonades, and recognising one or two of the swimmers from earlier. We felt like we were in a completely different world than just a few days before.

When our room was finally ready, we checked in and later went for a short evening walk. We saw a former Franciscan monastery and had dinner on Calzada de los Frailes. After such a day we were tired, but didn’t sleep much because the night porter had misunderstood his job: he talked loudly on the phone all night, and the skylight let corridor light flood into our room. Bright and loud. Oh well—we had to get up early anyway.

 

The next day was demanding. Basically, we cycled straight all day. Trees on the left, trees on the right—and asphalt in between. At some point we crossed into the new state of Quintana Roo. Not much else happened: a few dogs, a few trucks, and a nice lunch in Ignacio Zaragoza. We found a hotel after 116 kilometres in Leona Vicario. For us, it was already late. Cycling is fine until about 1 p.m., but after that the sun becomes too strong. It was already half past two and we were exhausted. The hotel was great, so we cranked the air conditioning to full, grabbed a lemonade from nearby, and relaxed with super fast Wi-Fi.

 

The next morning we got up early as usual. Only when leaving did we realise we had entered a new time zone and were actually an hour “late”. Never mind—it wasn’t far anyway. On entering Cancún we lost sight of each other. It took ages to find each other again. Annoying! But then everything was fine again. After a snack we went to a store of a well-known bike shop chain. Wow—it was badly stocked. Even with very low expectations we couldn’t find anything. Luckily, it wasn’t urgent.

Afterwards we went to the hotel. For a small extra fee we could even check in early. It was hot, so we cooled down first and took a short break. We are really in the Caribbean. Isn’t that incredible?

 

 
 
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