Km 36408 - Km 36476_Cancún - Playa del Carmen
- 17. Juli
- 11 Min. Lesezeit

Am Abend schlendern wir durch die Stadt und essen in einem härzigen Restaurant. Auf dem Rückweg shoppen wir noch das nötigste im Chedraui, danach ziehen wir uns zurück.
Am nächsten Morgen cremen wir uns früh ein, schlüpfen in die Badehose und lassen uns zur Playa Delfines fahren. Das Meer ist wunderschön: türkisblaues Wasser, weisser Sandstrand – fast wie aus dem Bilderbuch. Doch der erste Eindruck täuscht. Hier reiht sich Hotel an Hotel, öffentliche Zugänge zum Strand sind rar und alles ist darauf ausgelegt, dass man mit dem Auto unterwegs ist. Der Ort wirkt stark nordamerikanisiert und wir fühlen uns weit entfernt von dem Mexiko, das wir kennen und lieben. Statt lebendiger Kultur prägen Hotelburgen, Konsum und Massentourismus das Bild. Dazwischen stehen Fastfoodketten – für den Fall, dass das All-inclusive-Angebot im Hotel einmal nicht ausreichen sollte. Wir sind deshalb froh, dass wir nur zwei Nächte hier verbringen.
In der zweiten Nacht verliert Mexiko das Spiel bei der Fussballweltmeisterschaft. Kurz darauf sperrt die Polizei den Kreisel direkt vor unserem Hotel ab. Sirenen heulen auf und durch die Vorhänge unseres Hotelzimmers blinken ununterbrochen rote und blaue Lichter. Es scheint sich um eine Sicherheitsmassnahme zu handeln, denn wirklich passiert – ausser dass wir kaum Schlaf bekommen – ist nichts.
Am frühen Morgen tragen wir unsere Fahrräder und das Gepäck drei Etagen nach unten und beladen sie vor dem Hotel. Währenddessen fahren mehrere grosse Busse vorbei. Sie sind bis fast unters Dach mit Menschen gefüllt. Einige wenige sitzen, die meisten stehen eng aneinander gedrängt. Wir vermuten, dass es Mitarbeitende der Hotels sind, die aus dem Landesinneren zur Hotelzone rund um die Laguna Bojórquez gebracht werden.
Dann verlassen wir die Stadt. Bereits auf den ersten zwanzig Kilometern begleitet uns dichter Verkehr. Wumm, wumm, wumm – Autos, Lastwagen und Busse donnern ununterbrochen an uns vorbei. An einer Tankstelle legen wir eine kurze Pause ein, bevor wir weiterfahren. Auch danach wird der Verkehr kaum weniger. Obwohl wir die ganze Zeit in Küstennähe unterwegs sind, bekommen wir das Meer nicht zu Gesicht. Die Hotels versperren fast überall die Sicht. Namen wie 'Maya Royal Inn' oder 'WaterSplash Spa' reihen sich aneinander, während riesige Werbetafeln am Strassenrand für die unzähligen Wasserparks der Region werben. Spätestens jetzt wird klar: Wir sind mitten im Tourismusmekka der Riviera Maya angekommen.
Eigentlich wollten wir in Puerto Morelos übernachten. Doch das macht uns dann doch nicht so an. Deshalb fahren wir weiter und erreichen bereits kurz vor Mittag Playa del Carmen. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 21 km/h waren wir heute richtig zügig unterwegs.
Unser Hotelzimmer ist noch nicht bezugsbereit, also nutzen wir die Zeit für einen Spaziergang. Playa del Carmen ist ein herziges Städtchen mit einer riesigen Tourismusmeile. Souvenirlädeli und Burgerbude reihen sich an Tequiladegustation und Nachtclub. Ursprünglich wollten wir am nächsten Tag nach Cozumel übersetzen und dort ein paar ruhige Tage verbringen. Doch während wir gemütlich etwas essen und das bunte Treiben beobachten, ändern wir unsere Pläne. Statt auf die Insel umzuziehen, beschliessen wir, in Playa del Carmen zu bleiben und Cozumel im Rahmen von Tagesausflügen zu erkunden.
Gesagt, getan. Kaum ist unser Zimmer bezugsbereit, verlängern wir unseren Aufenthalt auf insgesamt vier Nächte.
Die Zeit in Playa del Carmen vergeht wie im Flug. An zwei Tagen machen wir praktisch nichts anderes, als im Pool zu bädelen, zwischendurch ein Glace zu essen und es uns gut gehen zu lassen. Auf dem Hotelgelände leben zudem rund ein Dutzend Leguane. Wir beobachten uns gegenseitig aufmerksam und leisten uns während des Aufenthalts Gesellschaft.
An einem frühen Morgen marschieren wir zum Fähranleger. Ein knallorangener Katamaran bringt uns in den frühen Morgenstunden auf die Insel Cozumel. Die Überfahrt dauert rund fünfundvierzig Minuten und verläuft ruhig. Wir sitzen draussen, lassen uns den Wind um die Nase wehen und staunen über die unzähligen Blau- und Grüntöne des karibischen Wassers.
Kurzer Wissensabgleich zur Umgebung: Die Insel Cozumel ist etwa 48 Kilometer lang und bis zu 15 Kilometer breit. Ihr Hauptort ist San Miguel de Cozumel, wo die meisten Einwohner leben und viele Restaurants, Geschäfte und Hotels zu finden sind. Weltweit bekannt ist Cozumel vor allem für seine beeindruckende Unterwasserwelt. Die Insel liegt direkt am Mesoamerikanischen Korallenriff, dem zweitgrössten Riff der Erde. Kristallklares Wasser, farbenfrohe Korallen und eine aussergewöhnliche Artenvielfalt machen Cozumel zu einem der besten Tauch- und Schnorchelziele. Besonders beliebt ist das Gebiet El Cielo, das mit seinem türkisfarbenen Wasser und den zahlreichen Seesternen Besucher aus aller Welt anzieht.
Neben den traumhaften Stränden hat Cozumel auch landschaftlich viel zu bieten. Ein grosser Teil der Insel steht unter Naturschutz und gehört zum UNESCO-Biosphärenreservat. Hier leben zahlreiche seltene Tierarten, darunter der nur auf Cozumel vorkommende Waschbär sowie verschiedene Vogel- und Reptilienarten. Auch kulturell hat Cozumel eine lange Geschichte. Bereits die Maya betrachteten die Insel als heiligen Ort und weihten sie der Göttin Ixchel, der Göttin des Mondes, der Fruchtbarkeit und der Geburt. Noch heute erinnern archäologische Stätten wie San Gervasio an diese bedeutende Vergangenheit. Wissensabgleich abgeschlossen.
Drüben angekommen, mieten wir einen Scooter. Juhuuuu. Und ab geht die wilde Fahrt. Gegen den Uhrzeigersinn düsen wir der Küste entlang. Zu Beginn führt die Strasse entlang der ruhigen Westküste. Hier liegen Hotels, Tauchbasen und kleine Strände mit türkisfarbenem Wasser. Die See ist ruhig, da diese Seite der Insel vom Festland geschützt wird. Das Wasser ist kristallklar und die Szenerie erinnert an eines jener Poster, die man in Einrichtungshäusern kaufen kann.
Bei einer kleinen Bucht halten wir an und beobachten die vorbeiziehenden Boote. Schon richtig hübsch hier. Anschliessend zieht es uns in einen Beachclub. Den Eintritt haben wir beim Scooterverleih erhalten – also denken wir uns: why not. Das ist wirklich eine andere Welt als die unsere. Der kleine Strandabschnitt ist so dicht mit Liegestühlen belegt, dass kaum noch Sand zu sehen ist. Im Wasser treiben mindestens ein Dutzend Wasserburgen, und am Strand stehen so viele Sonnenschirme, dass man das Meer fast nicht mehr sieht. Irre. Und das in der Nebensaison. Läck. Wahnsinn. Einfach so an den Strand liegen und bädelen ist hier nicht. Wer ans Meer will, geht in einen Club. Und wer im Club ist, der geht noch lange nicht an den Strand. Denn das kostet extra.
Nach einem aber doch ganz guten Zmittag schwingen wir uns wieder auf den Scooter und fahren weiter. Schon nach wenigen Kilometern nimmt der Verkehr deutlich ab, und die Strasse schlängelt sich zwischen Palmen und Meer hindurch. Im Süden erreichen wir die Gegend um Punta Sur. Hier verändert sich die Landschaft. Mangroven prägen nun das Bild.
Hinter der Südspitze gelangen wir an die Ostküste mit ihren frei zugänglichen Stränden. Schwimmen ist hier verboten. Das Meer trifft mit voller Kraft auf die Insel. Wellen, schroffe Kalksteinfelsen und lange, fast menschenleere Strände bestimmen die Szenerie. Wir fahren auf einem kleinen Weg, neben der eigentlichen Strasse. Es ist allerdings der Veloweg. Oops. Ein Polizeibeamter und zwei Mitarbeiter der Marine lotsen uns nach einer kurzen Fahrausweisprüfung wieder auf den richtigen Weg.
Ab und zu gibt es kleine Aussichtspunkte oder Strandrestaurants, wo wir ein Päuseli einlegen können. Je weiter wir nach Norden kommen, desto ruhiger wird die Landschaft. Wirklich sehr ruhig. Die Strasse führt schnurgerade durch naturbelassene Abschnitte mit dichtem Buschland und vereinzelten Strandbuchten. Schatten gibt es praktisch keinen. Ursprünglich wollten wir die Runde mit dem Velo machen. Kein Wasser, kein Schatten, keine Bädelimöglichkeit. Das wäre wohl ein mega Flop geworden. Mit dem Scooter machen die Tour und der Tag dagegen richtig Spass. Wir sind froh, dass wir uns dafür entschieden haben. Und auch, dass wir nicht auf der Insel wohnen. Um hier so richtig Ferien zu geniessen, empfiehlt sich wohl ein Vielsternhotel mit eigenem Strandzugang. Alles andere ist ziemlich ungäbig, da man fürs Baden jeweils wieder zu einem Club fahren muss. Wir empfinden das als etwas gstabig.
Zum Abschluss führt die Route zurück an die Westküste und damit nach San Miguel. Das Meer wird wieder ruhig und glasklar, Boote schaukeln vor der Küste. Wir geben den Scooter zurück und schlendern noch etwas durch die Stadt. Direkt am Hafen liegt ein riesiges Kreuzfahrtschiff. Die kleinen Gassen sind übervoll mit amerikanischen Touristinnen und Touristen, die alle in den immergleichen Souvenirlädelis nach dem besten Schnäppchen suchen.
Die paar Tage sind wie im Flug vergangen – ein echtes Geschenk. Tatsächlich. Von Herzen ein riesiges Dankeschön an unsere Freunde Jeannette und Tinu, die uns diese wunderbare Zeit hier ermöglicht haben. Und ebenso ein herzliches Danke an Mike, der Cynthia an seinem Geburtstagsgutschein hat teilhaben lassen. Hihi.
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In the evening, we stroll through the city and have dinner in a charming little restaurant. On the way back, we pick up a few essentials at Chedraui, and afterwards we retreat for the night.
The next morning, we apply sunscreen early, slip into our swim shorts, and have ourselves driven to Playa Delfines. The sea is stunning: turquoise-blue water, white sandy beaches – almost like something out of a picture book. But the first impression is deceiving. Here, hotel after hotel lines the coast, public access points to the beach are rare, and everything is designed around getting around by car. The place feels heavily North Americanised, and we feel far removed from the Mexico we know and love. Instead of vibrant culture, the landscape is dominated by hotel complexes, consumerism, and mass tourism. In between stand fast-food chains – just in case the all-inclusive offer at the hotel is ever not enough. We are therefore happy that we are only spending two nights here.
On the second night, Mexico loses its match at the Football World Cup. Shortly afterwards, the police block off the roundabout directly in front of our hotel. Sirens start blaring, and through the curtains of our hotel room, red and blue lights flash continuously. It appears to be some kind of security measure, because in reality nothing happens – except that we barely get any sleep.
Early in the morning, we carry our bicycles and luggage down three flights of stairs and load everything in front of the hotel. Meanwhile, several large buses drive past. They are packed almost to the roof with people. A few are sitting, but most are standing tightly squeezed together. We assume they are hotel employees being transported from inland areas to the hotel zone around Laguna Bojórquez.
Then we leave the city behind. During the first twenty kilometres, dense traffic accompanies us. Boom, boom, boom – cars, trucks and buses thunder past us nonstop. We take a short break at a petrol station before continuing. Even afterwards, the traffic barely eases. Although we are riding close to the coast the entire time, we never get to see the sea. The hotels block the view almost everywhere. Names like “Maya Royal Inn” or “WaterSplash Spa” line up one after another, while huge billboards along the road advertise the countless water parks in the region. By now it is clear: we have arrived right in the middle of the Riviera Maya tourism hub.
Originally, we wanted to spend the night in Puerto Morelos. But somehow, we are not really drawn to it. So we keep going and reach Playa del Carmen shortly before noon. With an average speed of 21 km/h, we have made excellent progress today.
Our hotel room is not ready yet, so we use the time for a walk. Playa del Carmen is a charming little town with a huge tourism strip. Souvenir shops and burger joints stand next to tequila tastings and nightclubs. Originally, we planned to take the ferry to Cozumel the next day and spend a few quiet days there. But while we enjoy a relaxed meal and watch the colourful hustle and bustle around us, we change our plans. Instead of moving to the island, we decide to stay in Playa del Carmen and explore Cozumel on day trips.
And so we do. As soon as our room is ready, we extend our stay to a total of four nights.
The time in Playa del Carmen flies by. On two days, we do practically nothing except relax in the pool, eat ice cream in between, and simply enjoy ourselves. Around a dozen iguanas also live on the hotel grounds. We observe each other carefully and keep one another company throughout our stay.
One early morning, we walk to the ferry terminal. A bright orange catamaran takes us to the island of Cozumel in the early hours. The crossing takes around forty-five minutes and is very calm. We sit outside, let the wind blow through our hair, and marvel at the countless shades of blue and green in the Caribbean water.
A quick knowledge check about the area: Cozumel Island is around 48 kilometres long and up to 15 kilometres wide. Its main town is San Miguel de Cozumel, where most residents live and where many restaurants, shops, and hotels can be found. Cozumel is world-famous above all for its spectacular underwater world. The island lies directly on the Mesoamerican Barrier Reef, the second-largest reef system on Earth. Crystal-clear water, colourful coral, and extraordinary biodiversity make Cozumel one of the world’s best diving and snorkelling destinations. The area of El Cielo is particularly popular, with its turquoise waters and countless starfish attracting visitors from all over the world.
Besides its dreamlike beaches, Cozumel also has plenty to offer in terms of nature. A large part of the island is protected and belongs to a UNESCO Biosphere Reserve. Numerous rare animal species live here, including the raccoon found only on Cozumel, as well as various bird and reptile species. Culturally, Cozumel also has a long history. The Maya considered the island a sacred place and dedicated it to Ixchel, the goddess of the moon, fertility, and childbirth. Archaeological sites such as San Gervasio still bear witness to this important past today. Knowledge check complete.
Once we arrive, we rent a scooter. Yeeeehaw. And off we go on our wild ride. We circle the island counterclockwise along the coast. At first, the road follows the quiet western coast. Here you find hotels, diving centres, and small beaches with turquoise water. The sea is calm because this side of the island is protected by the mainland. The water is crystal-clear, and the scenery looks like one of those posters you can buy in furniture stores.
We stop at a small bay and watch the boats passing by. Pretty beautiful here already. Afterwards, we are drawn to a beach club. We received the entrance ticket from the scooter rental company – so we think: why not? This is truly another world compared to ours. The small stretch of beach is so densely packed with sun loungers that there is barely any sand left to see. At least a dozen floating water platforms are scattered in the water, and there are so many umbrellas on the beach that the sea is almost hidden from view. Crazy. And this is during the low season. Wow. Absolutely incredible. Simply lying down on the beach and going for a swim is not really an option here. Anyone who wants to go to the sea goes to a club. And even if you are in the club, that does not necessarily mean you can go to the beach – because that costs extra.
After a surprisingly good lunch, we get back on the scooter and continue. After only a few kilometres, the traffic decreases noticeably, and the road winds between palm trees and the sea. In the south, we reach the area around Punta Sur. Here, the landscape changes. Mangroves now dominate the scenery.
Beyond the southern tip, we reach the east coast with its freely accessible beaches. Swimming is prohibited here. The sea hits the island with full force. Waves, rugged limestone cliffs, and long, almost deserted beaches define the scenery. We ride on a small path next to the actual road. It turns out to be the bicycle path. Oops. A police officer and two members of the navy guide us back onto the correct route after a brief licence check.
Every now and then, there are small viewpoints or beach restaurants where we can take a little break. The further north we go, the quieter the landscape becomes. Really quiet. The road runs dead straight through untouched sections with dense scrubland and occasional beach coves. There is practically no shade. Originally, we wanted to do the loop by bicycle. No water, no shade, no opportunity for a swim. That probably would have been a complete disaster. With the scooter, however, the tour and the day are great fun. We are glad we chose this option. And we are also glad we are not staying on the island. To really enjoy a holiday here, a luxury hotel with private beach access is probably the best choice. Everything else is rather inconvenient, as you have to drive back to a club whenever you want to go swimming. We find that a little awkward.
To finish the route, we return to the west coast and therefore to San Miguel. The sea becomes calm and crystal-clear again, and boats bob gently offshore. We return the scooter and stroll through the town for a while. Right by the harbour is a huge cruise ship. The small streets are overflowing with American tourists, all searching for the best bargain in the same souvenir shops.
Those few days have flown by – a true gift. Truly. From the bottom of our hearts, a huge thank you to our friends Jeannette and Tinu, who made this wonderful time here possible for us. And an equally heartfelt thank you to Mike, who let Cynthia share in his birthday voucher. Hehe.

