Km 37041 - Km 37163_Belmopan – El Remate
- vor 2 Tagen
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Von Belmopan aus führt der Weg uns zunächst durch eine grüne, fruchtbare Ebene mit dichtem tropischem Bewuchs. Palmen, Laubbäume und Bananenpflanzen prägen die Landschaft. Immer wieder sehen wir Weideland und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Weite, grüne Felder ziehen an uns vorbei, auf denen einzelne riesige Palmen und einige Rinder stehen. Wir passieren Orte wie Teakettle, Blackman Eddy und Georgeville. Richtung San Ignacio wird die Landschaft zunehmend hügeliger. Die Strasse führt durch die Ausläufer der Maya Mountains, vorbei an bewaldeten Hügeln und mit schönen Ausblicken über das grüne Hinterland. Das erste Mal seit einer Ewigkeit geht es wieder bergauf – und wir müssen die Räder zwischendurch sogar schieben.
In den Zwillingsstädten San Ignacio und Santa Elena rollen wir zunächst über eine schmale Metallbrücke, tauschen danach unsere letzten Belize-Dollar um und schieben anschliessend den steilsten Anstieg der heutigen Strecke hinauf. Die Umgebung bleibt tropisch und bewaldet, mit üppiger Vegetation. So fahren wir den Vormittag über von der flachen tropischen Ebene rund um Belmopan durch hügelige Waldregionen bis in die ländliche Grenzregion mit deutlichen Einflüssen der Maya-Kultur.
Der Grenzübergang ist leicht zu finden und der Grenzübertritt wenig spektakulär. In Belize müssen wir zunächst bezahlen: 20 US-Dollar pro Person. Dafür erhalten wir den Ausreisestempel und können die Fahrräder unter der Barriere hindurchschieben. Auf der guatemaltekischen Seite geht es noch einfacher. Wir grüssen, geben die Pässe ab, warten eine halbe Minute und haben schon den Stempel für 90 Tage Aufenthalt. Bubieinfach.
Direkt hinter der Grenze liegt die Stadt Melchor de Mencos. Während auf der belizischen Seite vieles ruhig, entspannt und englisch-karibisch geprägt ist, wird es hier deutlich lebhafter: Mehr Menschen sind unterwegs, Händler bieten ihre Waren an, Busse und Taxis warten, Musik spielt und die Geräuschkulisse nimmt spürbar zu. In einem Hotel finden wir ein Zimmer für die Nacht. Wir sind ziemlich erledigt – von der Hitze, den Erlebnissen, der Fahrt und den vielen neuen Eindrücken. Ausser zwei guten Mahlzeiten und einem ausgiebigen Aufenthalt am Pool machen wir an unserem ersten Tag in Guatemala nicht mehr viel.
Als wir das Hotel am frühen Morgen verlassen, wirkt die Stadt wie leergefegt. Niemand ist auf den Strassen – wir sind ganz alleine. Von Melchor de Mencos aus verlassen wir den Ort zunächst durch eine Landschaft aus tropischem Trockenwald und Mischwald. Die Vegetation ist üppig: hohe Bäume, Palmen, Lianen und dichtes Unterholz säumen unseren Weg. Alles ist sattgrün und voller Leben. Zwischen den Waldstücken liegen offene Flächen mit Weiden, Viehzucht und kleinen Feldern. Aus der Ferne hören wir die Rufe von Brüllaffen. Sehr hübsch, dieses Guatemala. So quasi Guatebuena. Das Wort Guatemala stammt übrigens aus der Nahuatl-Sprache (Quauhtlemallan) und bedeutet „Land der vielen Bäume“ oder „Ort mit vielen Bäumen“.
Die Strasse führt durch eine ruhige, dünn besiedelte Region. Gelegentlich sehen wir kleine Dörfer, einfache Holzhäuser, Viehweiden und Menschen am Strassenrand. Der Verkehr ist meist gering, und die Umgebung wirkt weit und ursprünglich. Langsam werden immer mehr Menschen wach, und aus den überholenden und entgegenkommenden Fahrzeugen wird uns nun gewunken und zugehupt.
Plötzlich flattert es aufgeregt am Strassenrand. Ein Vogel hat sich in einer langen Schnur zwischen einigen Ästen verfangen. Der arme Kerl steckt in einer ziemlich aussichtslosen Lage. Zwei Taschenmesser und eine Menge Geduld sind nötig, um das Tier vorsichtig loszuschneiden. Während der Operation ist der Vogel ganz still. Vielleicht hat er gespürt, dass wir ihm helfen wollen, oder er gab wahrscheinlich eher bereits auf und stellte sich tot. So oder so, wir kriegen ihn frei – das Vögelchen fliegt nach einer vermutlich bereits sehr langen Odyssee etwas entkräftet wieder davon. Die zweite tierische Begegnung haben wir heute mit einem Schweinchen. Nichts ahnend fahren wir auf ein Dorf zu, als plötzlich aus dem Nichts ein Schwein direkt vor Mikes Fahrrad auftaucht. Beide haben sich gegenseitig nicht kommen sehen und erschrecken gewaltig. Bremsen quitschen, Pfötchen schlitteren auf dem Asphalt, doch alles geht gut. Nochmals Schwein gehabt. Höhöhögrunz.
Gegen Mittag steuern wir auf unser Ziel zu, die Landschaft öffnet sich und bietet einen schönen Blick auf den Lago Petén Itzá. Hier im Osten des Sees haben wir ein Hotelzimmer für drei Nächte gebucht. Wir können bereits einchecken und haben Glück: unser Zimmer ist im Erdgeschoss. Mittagessen gehen wir am Strassenrand. Es gibt zwei Tagesgerichte. Poulet mit Reis oder Hühnersuppe. Perfekt, für beide ist etwas dabei. Am Abend geniessen wir den wunderschönen Sonnenuntergang auf einer Terrasse. Schon wieder so ein schöner Ort!
Für den nächsten Tag haben wir keine Pläne. Also eigentlich schon. Der Plan für den Tag ist es, keine Pläne zu haben. Und so ist es dann auch. Wir schlafen aus, Frühstücken, gammeln etwas herum, spazieren durch den Ort, buchen einen Ausflug für den kommenden Tag, trinken Limonade und ersetzen mal wieder eine Speiche am Fahrrad, das war nun die zweite, von dem kleinen Unglück mit dem Ast vor ein paar Wochen.
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From Belmopan, the route initially takes us through a green, fertile plain with dense tropical vegetation. Palm trees, broadleaf trees, and banana plants shape the landscape. We repeatedly pass pastureland and areas used for agriculture. Wide, green fields stretch out before us, with individual giant palm trees and a few cattle scattered across them. We pass places such as Teakettle, Blackman Eddy, and Georgeville. As we approach San Ignacio, the landscape becomes increasingly hilly. The road leads through the foothills of the Maya Mountains, past forested hills and with beautiful views over the green countryside. For the first time in what feels like an eternity, we are climbing again – and at times we even have to push our bikes.
In the twin towns of San Ignacio and Santa Elena, we first cross a narrow metal bridge, then exchange our remaining Belize dollars, and afterwards push our way up the steepest climb of today’s route. The surroundings remain tropical and forested, with lush vegetation. Throughout the morning, we travel from the flat tropical plains around Belmopan through hilly forest regions and finally into the rural border area, where the influence of Maya culture becomes increasingly noticeable.
The border crossing is easy to find, and crossing into Guatemala is rather uneventful. In Belize, we first have to pay: 20 US dollars per person. In return, we receive our exit stamp and can simply push our bicycles underneath the barrier. On the Guatemalan side, it is even easier. We say hello, hand over our passports, wait half a minute, and already have the stamp granting us 90 days of stay. Super easy.
The city of Melchor de Mencos lies directly behind the border. While the Belizean side is characterised by calmness, relaxation, and an English-Caribbean atmosphere, things become noticeably livelier here: more people are out and about, vendors offer their goods, buses and taxis are waiting, music is playing, and the general noise level increases noticeably. We find a room for the night in a hotel. We are pretty exhausted – from the heat, the experiences, the ride, and all the many new impressions. Apart from two good meals and an extended stay by the pool, we do not do much more on our first day in Guatemala.
When we leave the hotel early in the morning, the city appears completely deserted. There is nobody on the streets – we are completely alone. From Melchor de Mencos, we first leave the town through a landscape of tropical dry forest and mixed woodland. The vegetation is lush: tall trees, palm trees, vines, and dense undergrowth line our path. Everything is a deep green and full of life. Between the forested areas lie open spaces with pastures, cattle farming, and small fields. In the distance, we hear the calls of howler monkeys. Guatemala is really beautiful. Or, as we might say: Guate-good. Incidentally, the name Guatemala comes from the Nahuatl language (Quauhtlemallan) and means “land of many trees” or “place with many trees.”
The road leads through a quiet, sparsely populated region. From time to time, we see small villages, simple wooden houses, cattle pastures, and people standing along the roadside. Traffic is usually light, and the surroundings feel vast and untouched. Slowly, more and more people wake up, and now the drivers of passing and oncoming vehicles wave at us and honk their horns in greeting.
Suddenly, something starts fluttering frantically at the roadside. A bird has become trapped in a long piece of string tangled between several branches. The poor creature is in a rather hopeless situation. Two pocket knives and a great deal of patience are needed to carefully cut the bird free. During the rescue operation, the bird remains completely still. Perhaps it sensed that we were trying to help, or more likely, it had already given up and was playing dead. Either way, we manage to free it – after what was probably already a very long ordeal, the little bird flies away again, slightly exhausted.
Our second animal encounter of the day is with a little pig. Completely unaware, we are riding towards a village when suddenly, out of nowhere, a pig appears directly in front of Mike’s bicycle. Neither of them saw the other coming, and both are badly startled. Brakes squeal, little hooves slide across the asphalt, but everything turns out fine. Lucky once again. Oink oink.
Around midday, we approach our destination. The landscape opens up and offers a beautiful view of Lake Petén Itzá. Here, on the eastern side of the lake, we have booked a hotel room for three nights. We can already check in and are lucky: our room is on the ground floor. We have lunch at a roadside restaurant. There are two daily specials: chicken with rice or chicken soup. Perfect – there is something for both of us. In the evening, we enjoy the beautiful sunset from a terrace. Yet another stunning place!
For the following day, we have no plans. Well, actually we do. The plan for the day is to have no plans. And that is exactly what we do. We sleep in, have breakfast, relax for a while, stroll through the town, book an excursion for the following day, drink lemonade, and once again replace a spoke on the bicycle. This is now the second one, after the small mishap with the branch a few weeks ago.

