Km 37656 - Km 37753_Río Hondo – Copán Ruinas
- vor 1 Tag
- 8 Min. Lesezeit

Heute Morgen biegen wir einmal scharf rechts ab und folgen der Carretera Centroamerico 10 in Richtung Südosten. Die Strasse zieht sich durch eine Landschaft aus braungrünen Hügeln, trockenen Feldern und dichtem Buschland. Immer wieder stehen einzelne Bäume, Kakteen und kleine Häuser am Strassenrand. Die Sonne brennt vom Himmel, und die Landschaft wirkt ganz anders als die grünen, feuchten Regionen Guatemalas. In der Ferne zeichnen sich die Berge ab.
Je weiter wir fahren, desto hügeliger wird die Landschaft. Die Strasse schlängelt sich durch die trockene Gegend, und zwischendurch eröffnen sich weite Blicke über die Täler. Nach wie vor brummen Hunderte von Lastern an uns vorbei. Wrumm, wrumm, Tattattatta. Der Lärm ist teilweise ohrenbetäubend und mit der Zeit auch ziemlich anstrengend.
Zmittag gibt es kurz vor Chiquimula in einem Restaurant, dessen Werbung wir schon seit vielen Kilometern immer wieder sehen. Wir erreichen das Lokal zeitgleich mit einem Pick-up. Von dessen Ladefläche und aus dem Innern steigen mehrere, teilweise schwer bewaffnete Männer. Sie grüssen uns freundlich und betreten ebenfalls das Lokal. Offenbar ist einer von ihnen eine bekannte Persönlichkeit. Vielleicht ein Schauspieler, vielleicht ein Geschäftsmann oder irgendetwas anderes, was man hier an der Grenze eben sein kann. Keine Ahnung. Die anderen sind jedenfalls offensichtlich seine Leibwächter. Zwei verkrümeln sich mit ihm in die Gartenlaube, während drei weitere auf dem Parkplatz Wache schieben. Ab und zu drehen sie eine Runde um unsere Fahrräder. Später sprechen sie uns noch an und zeigen sich sehr interessiert an unserer Reise. Sehr sympathisch.
Am frühen Nachmittag erreichen wir unser Tagesziel. Wir haben uns ein hübsches Hotel mit einer grossen Poolanlage ausgesucht. Obwohl wir recht früh dran sind, dürfen wir bereits in unser Zimmer. Das Preis-Leistungs-Verhältnis passt diesmal ehrlich gesagt nicht ganz. Dafür ist der Pool schön. Und auf dem weitläufigen Gelände gibt es sogar Pferde, Pfauen und Kühe. Es ist also einiges los. Am Abend essen wir in einem der vielen Lokale des Hotels. Und das ist richtig fein.
Am nächsten Morgen schaffen wir es wieder kaum aus dem Bett. Das Liegenbleiben ist im Moment einfach zu verlockend. Irgendwann schälen wir uns dann aber doch aus den Laken und machen uns bereit für das, was kommen mag.
Zuerst bleiben wir noch etwa fünf Kilometer auf unserer Strasse. Dann biegen wir links ab – dort, wo der Pfeil nach Frontera zeigt. Nun wird es steil. Wir schieben die Fahrräder einige Kilometer den Berg hinauf. Dass wir heute später dran sind als sonst, merken wir natürlich sofort. Die Sonne steht schon hoch, und es wird heiss. Nach kurzer Zeit sind wir pflotschnass.
Deshalb fahren wir heute nicht mehr ganz so weit. Am späten Vormittag checken wir in einem netten, kleinen Hotel in Camotán ein. Gegen Nachmittag nehmen wir uns ein TuckTuck und fahren in den nahegelegenen Laden. Mit unserem Einkauf stehen wir an der Kasse – irgendetwas stimmt aber mit den Tomaten und Zwiebeln nicht, die wir kaufen wollen. Die Verkäuferin sagt etwas zu uns, wir können sie aber nicht verstehen. Hätten wir das Gemüse vielleicht wägen sollen? Keine Ahnung. Die Verkäuferin scheint aufzugeben und gibt uns zu verstehen, dass wir warten sollen. Ein Mitarbeiter wandert mit unserem Gemüse davon. So warten wir eine gefühlte Ewigkeit neben der Kasse und warten auf was auch immer. Irgendwann kommen unsere Tomaten und Zwiebeln wieder zum Vorschein. Sie haben sich vermehrt. Nun dürfen wir bezahlen und den Laden verlassen. Wir haben keine Ahnung, was da los war – möglicherweise musste man pro Gemüse eine Mindestmenge von einem Kilogramm kaufen. Jedenfalls haben wir nun viel zu viel Gemüse. Egal.
Die Nacht in dem sehr ruhigen Hotel war super. Durch die Stille haben wir sehr gut geschlafen und waren am nächsten Morgen entsprechend voller Energie. Die verbrauchten wir dann aber auch sogleich wieder. Denn es ging zuerst steil nach oben, aus dem Dorf raus. Aber richtig steil. Wieder einmal mussten wir uns mit unserem gesamten Gewicht in die Räder stemmen, um diese überhaupt ein Stück vorwärts zu schieben.
Als wir dann die Hauptstrasse wieder erreichten, ging es leichter voran. Etwa zehn Kilometer ging es hoch. Wir genossen nochmals die schöne Aussicht über Guatemala und liessen uns danach zum Grenzübergang El Florido rollen.
An der guatemaltekischen Grenze konnten wir unsere letzten Quetzal problemlos in Lempira wechseln und kurz darauf standen wir auch schon am Grenzhäuschen. Wieder einmal war es ganz einfach. Zuerst bei Guatemala anstehen und uns den Ausreisestempel holen. Danach geht es zwei Meter weiter zum nächsten Schalter. Bei Honduras werden die Fingerabdrücke genommen und die Augen gescannt, man bezahlt umgerechnet drei Dollar und schwupp – schon hat man den Stempel. Total einfach. Der ganze Prozess dauert knapp drei Minuten und ist ziemlich unaufgeregt.
Wir werden herzlich willkommen geheissen und machen unsere ersten Kilometer im neuen Land. Es gefällt uns direkt. Der erste Eindruck: hübsch, sauber und ruhig. Als Erstes hüpft uns ein Heugümper entgegen. So ein richtig grosser, bunter. Ungefähr zehn Zentimeter lang und grüngelb. Sehr hübsch.
Honduras heiss(!)t uns steil willkommen, denn wir müssen als Erstes einen Berg bewältigen. Danach folgt die Abfahrt nach Copán Ruinas. Unterwegs fliegen wilde Aras über unsere Köpfe. Was für ein Erlebnis!
Mitten im Stadtzentrum essen wir in einem Restaurant einen feinen frühen Zmittag und warten darauf, dass unsere Unterkunft bezugsbereit ist. Nachdem wir noch etwas im Park verweilt und die Menschen beobachtet haben, ist unsere Wohnung dann bereit.
Eine gspässige Unterkunft. Das grosse Haus mitten im Stadtkern ist zeitgleich Fitnessstudio, Restaurant, Einkaufsladen, hat einen kleinen Fuhrpark, ein paar reguläre Wohnungen und auch noch Zimmer. In einem der Zimmer wohnen wir für die kommenden drei Nächte. Unser Kühlschrank befindet sich im Laden – verständlicherweise haben wir aber nur zu den Öffnungszeiten Zugang. Semigäbig. Aber macht nüüt.
***
This morning, we make a sharp right turn and follow Carretera Centroamerico 10 southeast. The road winds through a landscape of brown-green hills, dry fields and dense scrubland. Every now and then, individual trees, cacti and small houses stand along the roadside. The sun is blazing from the sky, and the landscape looks completely different from the green, humid regions of Guatemala. In the distance, the mountains come into view.
The further we drive, the hillier the landscape becomes. The road winds through the dry countryside, and every now and then we get sweeping views across the valleys. Hundreds of trucks are still rumbling past us. Vroom, vroom, tatatatata. At times, the noise is deafening and, after a while, quite exhausting.
We stop for lunch just before Chiquimula at a restaurant whose advertising we have been seeing again and again for many kilometres. We arrive at the restaurant at exactly the same time as a pickup truck. Several men, some of them heavily armed, climb down from the truck bed and out of the cab. They greet us warmly and also enter the restaurant. Apparently, one of them is a well-known personality. Maybe an actor, maybe a businessman or something else that one can apparently be at the border around here. No idea. The others are clearly his bodyguards. Two disappear with him into the garden pavilion, while three more keep watch in the parking lot. Every now and then, they make a round around our bicycles. Later, they approach us and show great interest in our journey. Very friendly.
In the early afternoon, we reach our destination for the day. We have picked out a nice hotel with a large pool area. Although we arrive fairly early, we are already allowed into our room. To be honest, the value for money isn't quite right this time. But the pool is nice. And on the spacious grounds there are even horses, peacocks and cows. So there is quite a lot going on. In the evening, we eat at one of the hotel's many restaurants. And it is really delicious.
The next morning, we can barely get out of bed again. Staying in bed is simply too tempting at the moment. Eventually, though, we manage to crawl out of the sheets and get ready for whatever may come.
First, we stay on our road for another five kilometres or so. Then we turn left – where the arrow points towards Frontera. Now it gets steep. We push our bicycles uphill for several kilometres. We immediately notice that we are starting later than usual today. The sun is already high in the sky, and it is getting hot. After a short while, we are soaking wet.
So today, we don't go quite as far. In the late morning, we check into a nice little hotel in Camotán. In the afternoon, we take a TuckTuck and drive to a nearby shop. With our shopping, we stand at the checkout – but something isn't quite right with the tomatoes and onions we want to buy. The saleswoman says something to us, but we can't understand her. Were we supposed to weigh the vegetables? No idea. The saleswoman seems to give up and motions for us to wait. An employee walks away with our vegetables. So we wait for what feels like an eternity next to the checkout, waiting for whatever. Eventually, our tomatoes and onions reappear. They have multiplied. Now we are allowed to pay and leave the shop. We have no idea what was going on – perhaps you had to buy a minimum of one kilogram of each vegetable. In any case, we now have far too many vegetables. Whatever.
The night in the very quiet hotel was great. Thanks to the silence, we slept very well and were correspondingly full of energy the next morning. But we used that up again straight away. First, we had to climb steeply uphill, out of the village. Really steeply. Once again, we had to put our entire weight into the bikes just to push them even a little further forward.
Once we reached the main road again, things got easier. We climbed for about ten kilometres. We enjoyed the beautiful view over Guatemala one last time and then let ourselves roll down towards the El Florido border crossing.
At the Guatemalan border, we were able to exchange our last quetzales for lempiras without any problems, and shortly afterwards we were already standing at the border booth. Once again, it was incredibly easy. First, we queue up on the Guatemalan side and get our exit stamp. Then we move two metres further to the next counter. In Honduras, they take our fingerprints and scan our eyes, we pay the equivalent of three dollars and whoosh – we have our stamp. Super easy. The whole process takes barely three minutes and is pretty uneventful.
We are warmly welcomed and ride our first few kilometres in the new country. We like it immediately. First impression: pretty, clean and quiet. The first thing that jumps out at us is a grasshopper. A really big, colourful one. About ten centimetres long and greenish-yellow. Very pretty.
Honduras welcomes(!) us with a steep climb, because the first thing we have to do is tackle a mountain. Then comes the descent to Copán Ruinas. Along the way, wild macaws fly over our heads. What an experience!
In the middle of the town centre, we have a delicious early lunch at a restaurant and wait for our accommodation to be ready. After spending some more time in the park and watching the people, our apartment is finally ready.
A rather peculiar place to stay. The large house right in the town centre is simultaneously a gym, restaurant and grocery store, has a small fleet of vehicles, a few regular apartments and rooms as well. We are staying in one of the rooms for the next three nights. Our fridge is in the shop – understandably, though, we only have access to it during opening hours. Not exactly ideal. But whatever.

