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Km 37957 – Km 38046_Sinuapa - Suchitoto

vor 6 Tagen
7 Min. Lesezeit

Heute früh starten wir mit einem freudigen Ereignis. Direkt nach dem Aufstehen steht ein Call mit Cynthias Eltern an. Was für eine Freude! Eine knappe Stunde später als sonst fahren wir dann los und starten in den Tag.

Die ersten Kilometer erwartet uns eine rasante und lässige Abfahrt. Danach stehen wir an der Grenze zu El Salvador. Zuerst geben wir in Honduras nochmals Fingerabdrücke, dann bekommen wir den Ausreisestempel. Honduras hat uns unglaublich gut gefallen, und wir freuen uns darauf, dass wir in wenigen Wochen nochmals einreisen und den Süden des Landes bereisen dürfen.

Wenige Meter später sind wir bei der Migration El Salvador. Hier werden wir herzlich begrüsst, beäugt und danach bekommen wir den Stempel. Schwuppdiwupp – ein neues Land.

El Salvador macht auf uns einen tollen ersten Eindruck. Auch hier fühlen wir uns sofort wohl. Die ersten paar Kilometer gestalten sich dann aber ziemlich anstrengend. Via San Ignacio und La Palma geht es immer weiter in die Höhe. Wir schieben, es ist heiss und langsam, aber sicher brauchen wir dann mal etwas zu essen.

Ganz oben auf dem Gipfel bei El Tunel ist es dann soweit. Wir finden ein Restaurant mit fantastischer, nein, atemberaubender Aussicht über die umliegenden Täler und Bergketten. Kurz schalten wir das Handy ein. Wir haben einige verpasste Anrufe – da ist uns klar, dass etwas gar nicht gut ist.

Mikes Vater ist verstorben. Am Sonntag haben wir noch mit ihm telefoniert – er war kämpferisch, fröhlich und zuversichtlich. Nun an diesem letzten Montag im August fand er seine letzte Ruhe. Wir telefonieren mit Bruder und Schwägerin und versuchen, uns gegenseitig Trost zu spenden.

Der Rest des Tages ist eine verschwommene Erinnerung. Wir sehen noch den Greifvogel vor uns, der direkt nach der Nachricht eine Runde über uns drehte. Vielleicht ein letzter Gruss? Später führte uns eine wunderbare Abfahrt durch Nadelwälder tief ins Tal. Es war heiss und stickig. Wir fuhren bis Potrero Grande und fanden dort eine Unterkunft und Ruhe.



Am kommenden Morgen bleiben wir etwas länger liegen und nehmen später die nächsten Kilometer unter die Räder. Kurz nach Aguilares führen wir ein weiteres, ausführliches Telefonat mit Bruder und Schwägerin. Wir besprechen das weitere Vorgehen, spenden uns gegenseitig Trost und können zwischendurch sogar lachen. Mehr möchten wir hier nicht auf den Trauerprozess eingehen.

Die Fahrt führt uns weiter auf der CUS 17. Die Strasse ist schmal, ruhig und die Gegend idyllisch. Irgendetwas erinnert uns hier an Südostasien. Es ist feucht, warm, üppig und friedlich.

Gegen Mittag erreichen wir unser Tagesziel Suchitoto. Zuerst gehen wir etwas essen, danach beziehen wir die Wohnung, die wir angemietet haben. Wir werden hier für drei Nächte bleiben und zur Ruhe kommen.


Suchitoto ist eine malerische, historische Stadt am Lago Suchitlán und gilt als eine der schönsten Kolonialstädte des Landes. Sie ist besonders bekannt für ihre gepflasterten Strassen, bunten Häuser und historischen Gebäude. Im Zentrum befindet sich die schöne Santa-Lucía-Kirche, die von einem lebhaften Platz umgeben ist.


Wir verbringen hier wunderbar ruhige Tage: Wir spazieren zum See, essen wunderbar bei der Kirche, lassen Wäsche waschen, geniessen tagsüber Wärme und Sonnenschein, lauschen nachts den heftigen Regenfällen und beschäftigen uns zurückgezogen in der Wohnung mit allerlei Dingen, die so anstehen.


Besonders schön war unser kleiner Ausflug zur Cascada Los Tercios. Um den Wasserfall zu erreichen, spazieren wir zuerst ungefähr zwei Kilometer entlang der Hauptstrasse. Die Gegend ist wunderbar idyllisch. Bauern kommen uns auf Pferden entgegen, Schmetterlinge tanzen um uns herum und immer wieder können wir unter uns den See bewundern.

Vor Ort sind wir die einzigen Besucher. Als Erstes gehen wir zum Mirador. Dort können wir uns in Hängematten legen und die Aussicht geniessen. Wir sehen den See, die Berge und beobachten das kleine Fährboot, welches fleissig zwischen San Francisco Lempa und Suchitoto hin und her fährt.

Danach spazieren wir zum Wasserfall und müssen zuerst die Warnschilder passieren. Es sei steil, rutschig und gefährlich, und niemand hafte, wenn etwas passiert. Okay. Tatsächlich: Sehr steil und ein bisschen rutschig. Wir steigen über grosse, kantige Basaltbrocken nach unten in die Tiefe. Zuerst hören, danach sehen wir den rund zehn Meter hohen Wasserfall.

Das Besondere ist allerdings nicht nur das Wasser, sondern die riesige Felswand hinter dem Wasserfall. Sie besteht aus vielen regelmässig angeordneten, meist sechseckigen Basaltsäulen. Dadurch sieht die Wand fast so aus, als hätte jemand sie von Hand aus einzelnen Steinen gebaut. Basalt entsteht aus Lava. Wenn eine dicke Lavaschicht abkühlt und sich dabei zusammenzieht, entstehen Risse. Diese Risse haben sich zu regelmässigen, häufig sechseckigen Säulen entwickelt. Durch Erosion wurden die Säulen schliesslich sichtbar.

Wir geniessen das Schauspiel eine Weile, machen ein paar Filmli, die möglicherweise bereits online sind, und klettern anschliessend unfallfrei wieder nach oben. Ein wunderbarer, sehr zu empfehlender Ausflug. Und El Salvador ist so schön!


Bald werden wir weiterfahren. Aber nur ein kurzes Stück. In San Salvador machen wir den nächsten längeren Zwischenstopp. Denn es gibt viel zu Erkunden – und dann natürlich auch zu berichten.


***


This morning, we start the day with a joyful occasion. Right after getting up, we have a call with Cynthia's parents. What a lovely way to start the day! Almost an hour later than usual, we finally set off and begin our day's ride.

For the first few kilometres, we're treated to a fast and exhilarating descent. Then we reach the border with El Salvador. First, we have our fingerprints taken once again in Honduras, and then we get our exit stamp. We absolutely loved Honduras, and we're looking forward to entering the country again in a few weeks to explore the south.

A few metres later, we're at Migration El Salvador. Here, we're warmly welcomed, looked over, and then given our stamp. Just like that – a new country.

El Salvador makes a fantastic first impression on us. We immediately feel at home here too. The first few kilometres, however, turn out to be pretty tough. Via San Ignacio and La Palma, we keep climbing higher and higher. We push our bikes, it's hot, and slowly but surely, we're starting to need some food.

At the very top of the summit near El Tunel, the time has finally come. We find a restaurant with a fantastic – no, breathtaking – view over the surrounding valleys and mountain ranges. We briefly switch on our phone. We have several missed calls – and that's when we realise that something is very wrong.

Mike's father has passed away. We spoke to him on the phone just on Sunday – he was fighting, cheerful and confident. Now, on this last Monday in August, he has found his final rest. We call Mike's brother and sister-in-law and try to comfort each other.

The rest of the day is a blurred memory. We can still picture the bird of prey that circled above us right after we received the news. Perhaps a final farewell? Later, a wonderful descent through pine forests takes us deep into the valley. It is hot and muggy. We ride as far as Potrero Grande, where we find accommodation and some peace and quiet.


The following morning, we stay in bed a little longer and later get back on the road. Shortly after Aguilares, we have another long and detailed phone call with Mike's brother and sister-in-law. We discuss what to do next, comfort each other, and even manage to laugh from time to time. We don't want to go into the grieving process any further here.

The ride continues along the CUS 17. The road is narrow and quiet, and the surroundings are idyllic. Something about this place reminds us of Southeast Asia. It is humid, warm, lush and peaceful.

Around midday, we reach our destination for the day, Suchitoto. First, we go for something to eat, and afterwards we move into the apartment we've rented. We'll stay here for three nights and take some time to rest.


Suchitoto is a picturesque, historic town on Lago Suchitlán and is considered one of the most beautiful colonial towns in the country. It is particularly known for its cobbled streets, colourful houses and historic buildings. In the centre stands the beautiful Santa Lucía Church, surrounded by a lively square.


We spend wonderfully peaceful days here: We walk to the lake, eat wonderfully well by the church, have our laundry done, enjoy the warmth and sunshine during the day, listen to the heavy rain at night, and quietly take care of all sorts of things that need doing in our apartment.


One of the highlights was our little excursion to Cascada Los Tercios. To reach the waterfall, we first walk about two kilometres along the main road. The surroundings are wonderfully idyllic. Farmers ride past us on horseback, butterflies dance around us, and every now and then we can admire the lake far below.

When we arrive, we're the only visitors. First, we head to the viewpoint. There, we can lie back in hammocks and enjoy the view. We see the lake and the mountains and watch the little ferry busily travelling back and forth between San Francisco Lempa and Suchitoto.

Afterwards, we walk to the waterfall and first have to pass the warning signs. It's steep, slippery and dangerous, they tell us, and nobody is liable if anything happens. Okay. And indeed: Very steep and a little slippery. We climb down into the depths over large, angular basalt rocks. First we hear, and then we see, the roughly ten-metre-high waterfall.

What makes it special, however, isn't just the water, but the enormous rock wall behind the waterfall. It consists of many regularly arranged, mostly hexagonal basalt columns. This makes the wall look almost as if someone had built it by hand out of individual stones. Basalt forms from lava. When a thick layer of lava cools and contracts, cracks form. These cracks develop into regular, often hexagonal columns. Eventually, erosion exposes the columns.

We enjoy the spectacle for a while, make a few little videos that may already be online, and then climb back up again without incident. A wonderful excursion, and one we can highly recommend. And El Salvador is so beautiful!


Soon we'll be moving on. But only a short distance. We'll make our next longer stop in San Salvador. Because there is plenty to explore – and, of course, plenty to report about afterwards.

 
 
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