PickUpaleurs_Santiago Atitlán - Tecpán

Die heutige Fahrt führt uns gegen den Uhrzeigersinn entlang des Lago Atitlán. Dafür zirkeln wir zuerst durch die engen Gassen der Stadt und danach einmal um den Vulkan San Pedro. Zunächst fahren wir durch eine grüne, hügelige Landschaft. Die Strasse steigt und fällt immer wieder, und zwischen den Hügeln eröffnen sich uns Ausblicke auf den Lago de Atitlán. Die Gegend ist landwirtschaftlich geprägt: Maisfelder, Kaffeeplantagen, Bananen und andere tropische Pflanzen bestimmen die Landschaft. Rund um die Dörfer stehen einfache Häuser und kleine Läden mit frischen Früchten und natürlich den immer kleiner werdenden Chipspäckli.
Die Strasse führt durch dicht bewachsene Berghänge und teilweise durch Wald. In der Ferne ragen die Vulkane Atitlán, Tolimán und San Pedro auf. Die Strecke ist nicht überall breit oder perfekt ausgebaut. Es gibt enge Kurven, Steigungen und teilweise holprige Abschnitte. Dadurch fahren wir relativ langsam, bekommen aber immer wieder schöne, kurze Ausblicke. Oftmals würden wir gerne anhalten. Doch das geht zu selten. Wir vermissen die Fahrräder. Auch dafür ist diese Woche gut. Die Vorteile der Fahrräder gegenüber einem Auto blitzen immer wieder und sehr intensiv durch. Und gliich – isch halt scho schön, müemmer ned stoosse und chömed bitz ume.
Bei San Pablo La Laguna geniessen wir in einem Restaurant mit der wohl schönsten Terrasse ein einsames Frühstück. Wir bewundern die Vulkane, die kreisenden Vögel und beobachten die Gleitschirmspringer, die ihre Runden über den See drehen und direkt neben uns landen.
Wieder im Auto fahren wir auf der RD SOL-4 steil nach oben. Also wirklich steil. So ganz steil, bis wir den Aussichtspunkt Indian Nose erreichen. Von hier geniessen wir eine traumhafte Aussicht über die Weite des Sees. Ganz in der Ferne sehen wir sogar noch den Volcano Fuego und können beobachten, wie er nur wenige Tage nach seinem letzten Ausbruch vor sich hinraucht. Es ist fantastisch.
Über Pahaj, Los Encuentros, Las Trampas und Aldea Patanatic erreichen wir schlussendlich unser Tagesziel Panajachel. Hier wollen wir eigentlich zu einem Campingplatz, auf dem wir reserviert haben. Dummerweise sind wir aber total am falschen Ort, auf der falschen Seite des Sees. Nur halb unser Fehler, denn auch hier in Panajachel gibt es einen Campingplatz mit dem gleichen Namen. Stellt sich heraus, dass dieser hier den Namen des anderen verwendet, um Kundschaft anzulocken. Ziemlich fies, aber offensichtlich auch erfolgreich.
Fairerweise müssen wir sagen: Es ist meeeega schön hier. So stellen wir unser Zelt auf der fast menschenleeren Wiese auf – direkt vis-à-vis der stolzen Vulkane. Was für ein Traumplatz! Ein Mototaxi bringt uns in den Ort, wo wir schlendern, bummeln und spazieren. Nach einem feinen Znacht machen wir uns auf den Rückweg zu unserem einsamen Zelt.
Pustekuchen. Rund um unser Zelt sind plötzlich, blopp, blopp, blopp, wie die Pilze, viele bunte kleine Zelte aus dem Boden geschossen. Mindestens dreissig davon. Sicherlich hundert Menschen schlafen heute Nacht auf dem Campingplatz. Allesamt Guatemalteken, die ihr Wochenende in der Natur verbringen möchten. Trotz der vielen Menschen und Hunde ist es überraschend ruhig. Wären da nicht die vier angetrunkenen jungen Männer gewesen, die alle um den Schlaf gebracht haben...
Nach zwei, respektive dreieinhalb Stunden Schlaf chrügelen wir uns aus dem Schlafsack. Die Sonne geht gerade auf und packt die Landschaft in rosarote Wolken. Nach einem entspannten, aber doch sehr müden Zmorgen packen wir zusammen und schwingen uns wieder hinter das Steuerrad und auf die Kommandobrücke. Zuerst führt uns der Weg über Sololá und danach wieder nach Los Encuentros. Hier biegen wir auf die RN 15 ein und folgen der Strasse nach Chicuá bis zur Molino Viejo. In diesem superhübschen Restaurant geniessen wir ein wunderbares Frühstück. Wie in der Gegend üblich, gibt es als Amuse-Bouche eine Art Haferschleimsuppe. Aber in fein. Auf dem Spielplatz weiden ein paar Eseli und zu unserer grossen Freude entdecken wir sogar einen Kolibri. Direkt neben unserem Sitzplatz macht er sich auf die Suche nach frischem Nektar.
Weiter geht es nach Chichicastenango. Hier findet zweimal pro Woche – so auch heute – einer der bekanntesten traditionellen Märkte Guatemalas statt. Händler aus den umliegenden Hochlandgemeinden kommen zusammen und verkaufen Lebensmittel, Blumen, Kleidung und Kunsthandwerk. Besonders auffällig sind die kräftigen Farben: Zwischen den Marktständen hängen bunte Huipiles, Stoffe, Taschen und Gürtel. Dazu kommen handgeschnitzte Holzmasken, Keramik und andere traditionelle Handarbeiten.
Es ist hübsch hier – und auch sehr touristisch. Möglicherweise hängt der Ruf und die Beliebtheit des Marktes auch damit zusammen, dass er von Panajachel aus relativ leicht zu erreichen ist. Wir geniessen das bunte Treiben und freuen uns, dass wir auch abseits der Touristenströme schon so viele schöne Märkte und weniger frequentierte Orte entdecken durften.
Auf dem Rückweg passieren wir nochmals Los Encuentros und biegen danach links auf die Panamericana ein. Wer denkt, es sei ach so romantisch, auf dieser altehrwürdigen Strasse zu fahren, der irrt gewaltig. Sie ist schnell, laut und stressig. Wir wären gerne langsamer unterwegs, damit wir die Luft riechen, die Geräusche hören und die Natur spüren können. Ehrlichgesagt vermissen wir die Fahrräder ganz schön. Vielleicht hat das Schicksal es ja gewusst und unserem geliebten Django deswegen letzten Sommer das Bein gestellt. Wer weiss... Jedenfalls scheint es ganz gut so, wie es ist.
Etwas ausserhalb von Tecpán finden wir gegen Mittag ein fantastisches Hotel. Hier legen wir uns erst einmal hin und holen den verpassten Schlaf nach. Ausserdem fühlen wir uns beide etwas angeschlagen: Cynthia hat wieder einmal ein schlechtes Hühnchen erwischt und Mike sich eine Erkältung eingefangen. Wir gönnen uns eine Pause.
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Today's journey takes us counterclockwise around Lago Atitlán. To do so, we first wind our way through the narrow streets of the town and then drive once around the San Pedro volcano. At first, we drive through a green, hilly landscape. The road rises and falls continuously, and between the hills we catch glimpses of Lago de Atitlán. The area is dominated by agriculture: cornfields, coffee plantations, bananas and other tropical plants shape the landscape. Around the villages stand simple houses and small shops selling fresh fruit and, of course, the ever-shrinking bags of chips.
The road winds through densely vegetated mountain slopes and, at times, through forest. In the distance, the volcanoes Atitlán, Tolimán and San Pedro rise into the sky. The road is neither wide nor perfectly paved everywhere. There are tight curves, steep climbs and some bumpy sections. As a result, we drive relatively slowly, but are rewarded with beautiful, fleeting views again and again. Often, we would love to stop. But there are far too few opportunities to do so. We miss our bicycles. This week is good for that, too. The advantages of bicycles over a car keep flashing through our minds, again and again, and very intensely. And still – it’s pretty nice, we don’t have to push and we get to see a bit of the world.
In San Pablo La Laguna, we enjoy a solitary breakfast at a restaurant with probably the most beautiful terrace. We admire the volcanoes, the circling birds and watch the paragliders making their rounds above the lake before landing right next to us.
Back in the car, we take the RD SOL-4 steeply uphill. Really steeply. Very, very steeply, until we reach the Indian Nose viewpoint. From here, we enjoy a breathtaking view across the vastness of the lake. Far in the distance, we can even see Volcano Fuego and watch it quietly smoking away, just a few days after its most recent eruption. It is fantastic.
Via Pahaj, Los Encuentros, Las Trampas and Aldea Patanatic, we finally reach our destination for the day, Panajachel. Here, we actually intend to go to a campsite where we have made a reservation. Unfortunately, we are completely in the wrong place, on the wrong side of the lake. It’s only partly our fault, because here in Panajachel there is also a campsite with the exact same name. As it turns out, this one uses the other campsite’s name to attract customers. Pretty sneaky, but obviously successful.
To be fair, though, we have to say: It’s absolutely gorgeous here. So we pitch our tent on the almost deserted meadow – directly opposite the majestic volcanoes. What a dream spot! A mototaxi takes us into town, where we stroll, browse and wander around. After a delicious dinner, we make our way back to our lonely tent.
No such luck. Suddenly, all around our tent, blop, blop, blop, like mushrooms, lots of colourful little tents have sprung up out of the ground. At least thirty of them. Surely a hundred people are sleeping at the campsite tonight. All Guatemalans who want to spend their weekend in nature. Despite all the people and dogs, it is surprisingly quiet. If it weren’t for the four slightly drunk young men who kept everyone awake...
After two, or rather three and a half hours of sleep, we crawl out of our sleeping bags. The sun is just rising, wrapping the landscape in rosy clouds. After a relaxed but very sleepy breakfast, we pack up, climb back behind the wheel and return to the bridge. First, the road takes us via Sololá and then back to Los Encuentros. Here, we turn onto RN 15 and follow the road to Chicuá and the Molino Viejo. In this super-cute restaurant, we enjoy a wonderful breakfast. As is customary in the area, we are served a kind of watery oatmeal soup as an amuse-bouche. But a tasty one. A few little donkeys are grazing on the playground and, to our great delight, we even spot a hummingbird. Right next to our table, it is busy searching for fresh nectar.
We continue on to Chichicastenango. Twice a week – today being one of those days – one of Guatemala’s most famous traditional markets takes place here. Traders from the surrounding highland communities come together to sell food, flowers, clothing and handicrafts. The vibrant colours are particularly striking: colourful huipiles, fabrics, bags and belts hang between the market stalls. There are also hand-carved wooden masks, ceramics and other traditional crafts.
It’s pretty here – and also very touristy. Perhaps the market’s reputation and popularity also have something to do with the fact that it is relatively easy to reach from Panajachel. We enjoy the colourful hustle and bustle and are happy that, even away from the tourist crowds, we have already been able to discover so many beautiful markets and less frequented places.
On the way back, we pass through Los Encuentros once again and then turn left onto the Pan-American Highway. Anyone who thinks it is oh-so-romantic to drive along this venerable old road is very much mistaken. It is fast, loud and stressful. We would love to travel more slowly, so that we can smell the air, hear the sounds and feel nature around us. To be honest, we really miss our bicycles. Maybe fate knew this and that’s why it put our beloved Django out of action last summer. Who knows... In any case, things seem to be working out pretty well the way they are.
Just outside Tecpán, we find a fantastic hotel around noon. First, we lie down and catch up on the sleep we missed. On top of that, we are both feeling a little under the weather: Cynthia has once again had some bad chicken, and Mike has caught a cold. We give ourselves a break.

