PickUpaleurs_Tecpán - Rabinal

Auf der Panamericana fahren wir heute mit Blick auf den rauchenden Vulkan Fuego in Richtung Osten. In der Nähe von El Sitan machen wir in einem kleinen Strassenlokal Halt und frühstücken. Neben uns sitzen einige indigene Händler. Die Restaurantbesitzerin bedient uns, während ihr Säugling, fest in ein Tuch eingebunden, auf ihrem Rücken schläft. Am späteren Vormittag erreichen wir Jocotenango, den Nachbarort von Antigua Guatemala. Wir dürfen das Auto bereits beim Hotel parkieren und können so unbeschwert zu Fuss in die Stadt spazieren.
Die Stadt war während der spanischen Kolonialzeit die Hauptstadt der Captaincy General of Guatemala und damit ein politisches, religiöses, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum für weite Teile Mittelamerikas. Heute wirkt sie wie eine Mischung aus kolonialem Freilichtmuseum und lebendiger Kleinstadt. Kopfsteinpflaster, niedrige farbige Häuser, Innenhöfe, Kirchen, Klöster und immer wieder halb verfallene Ruinen prägen das Stadtbild. Auch das ursprüngliche Strassenraster aus dem 16. Jahrhundert ist bis heute weitgehend unverändert.
Die Stadt lebt von ihren Gegensätzen: wunderschön restaurierte Häuser stehen neben zerfallenen Kirchenruinen, hübsche Cafés und Restaurants neben einfachen Wohnhäusern. Besuchende aus aller Welt treffen auf eine Umgebung, die gleichzeitig stark vom lokalen und indigenen Guatemala geprägt ist. Und natürlich ist Antigua sehr touristisch. Auch das gehört mittlerweile zur Geschichte der Stadt. Die UNESCO weist inzwischen darauf hin, dass Tourismus, Verkehr, neue Bauprojekte und Gentrifizierung den historischen Charakter der Stadt zunehmend unter Druck setzen. Die vielen mit Zahlencodes geschützten Schlüsselkästen an den Haustüren zeugen von der langsamen Verdrängung der Stadtbewohner.
Wir spazieren zum Cerro de la Cruz – dem kleinen Hügel mit dem grossen Kreuz oberhalb der Stadt. Von hier geniessen wir eine wunderschöne Aussicht auf Antigua und die umliegenden Vulkane. Auf der anderen Seite steigen wir durch ein ärmliches Wohnviertel im Schatten der Stadt wieder hinunter. Zum Abendessen gehen wir nochmals zurück ins Zentrum, geniessen ein feines Mahl und schlendern anschliessend noch etwas durch den Ort. Ein Mototaxi bringt uns nach Hause. Das Kind, das quer hinter der Rückbank kauert, ist die Tochter des Fahrers und fährt ebenfalls mit.
Von Jocotenango aus wollen wir heute die Strasse über San Mateo Milpas Altas nach San Batolomé Milpas Altas nehmen. Das geht zu Beginn auch ganz gut. Die Strasse ist steil, die Aussicht fantastisch. Doch kurz vor dem Etappenziel verhindert ein Erdrutsch die Durchfahrt. Wir müssen umdisponieren und fahren über Aldea El Hato zurück nach Antigua de Guatemala. Ein Stunde und unzählige Höhenmeter später sind wir wieder am Ausgangspunkt und hötterln ein weiteres mal durch die mit Bsetzistei ausgelegte, vom Verkehr völlig überlastete ehemalige Hauptstadt. Danach geht es den gestrigen Weg etwas zurück und biegen wieder in die Panamericana ein. Wenn dir all die Ortsnamen etwas zu viel sind dich das ganze aber doch interessiert, dann schaust du dir am besten auf unserer Unterseite ‘Karten’ das Bild ‘Unsere Route’ an. Da haben wir den ganzen Ausflug Lila markiert.
Bei Montúfar biegen wir links weg und folgen der Strasse noch etwa sechzehn Kilometer, bis wir die Ausgrabung Mixco Viejo erreichen. Wir bezahlen einen Fünflieber Eintritt und sind gespannt, was uns erwartet.
Mixco Viejo liegt auf einem bewaldeten Höhenrücken. Die Stadt wurde strategisch auf einem Plateau errichtet, das von tiefen, steilen Schluchten umgeben ist. Dadurch war sie ausgesprochen gut zu verteidigen. Heute trägt die Anlage offiziell auch den Kaqchikel-Namen Chuwa Nima'Ab'äj. Früher hielt man Mixco Viejo für die Hauptstadt der Poqomam-Maya. Neuere archäologische und historische Untersuchungen sprechen allerdings dafür, dass die hier gelegene Stadt Jilotepeque Viejo die Hauptstadt der Chajomá war, einer Kaqchikel-sprachigen Maya-Gruppe. Keine Sorge übrigens – eine Vielzahl der Wörter aus den letzten beiden Sätzen kannten wir vor wenigen Tagen auch noch nicht.
Das Auffälligste an Mixco Viejo ist seine Verteidigungsarchitektur. Die natürlichen Schluchten boten bereits einen enormen Schutz, zusätzlich wurden Mauern und strategisch gesicherte Zugänge angelegt. Die Stadt war damit geradezu eine natürliche Festung. Die Anlage bestand aus zahlreichen Gebäudegruppen mit insgesamt mehr als 100 Bauwerken – darunter Tempel und pyramidenartige Plattformen, Palast- und Wohnanlagen, grosse Plätze, mehrere Maya-Ballspielplätze sowie unterirdische beziehungsweise überdeckte Entwässerungskanäle.
Und die Landschaft ist einfach atemberaubend. Die Ruinen stehen nicht auf einer offenen Ebene, sondern hoch oben auf einem Plateau, das von tiefen Schluchten durchschnitten wird. Zwischen den Bauwerken eröffnen sich spektakuläre Blicke in die umliegende Landschaft.
Die Bauwerke selbst haben ein ganz charakteristisches Aussehen. Sie bestehen aus vielen kleinen, flachen Steinplatten, die zu massiven Mauern aufgeschichtet wurden. Dadurch wirken die Pyramiden fast, als wären sie aus Schiefer gebaut.
Die Tempel haben schräg nach oben laufende Seitenwände und eine Treppe, die mitten auf der Vorderseite nach oben führt. Besonders charakteristisch sind die sogenannten Zwillingspyramiden: Zwei relativ kompakte Tempelplattformen stehen nebeneinander auf einem gemeinsamen Unterbau. Jede ist etwa sieben Meter hoch, besitzt eine steile Treppe und oben eine Plattform, auf der einst ein Tempel stand.
Aber all die Fakten und Beschreibungen können eigentlich nicht wiedergeben, wie wir diesen Ort erleben. Die Anlage zieht uns sofort in ihren Bann. Und das Unglaublichste: Wir sind alleine. Ganz alleine. Wir können kaum verstehen, dass hier nicht Dutzende von Besuchern stehen, die staunend durch die Ruinen laufen. Stattdessen haben wir diesen unglaublichen Ort praktisch für uns. Nur die Ruinen, die Landschaft, diese unglaubliche Ruhe und wir.
Wir sind absolut begeistert und könnten noch stundenlang hierbleiben. Mixco Viejo gehört für uns ganz eindeutig zu den Orten, die ein ganz besonderes Plätzli in unserer Erinnerungsbox bekommen.
Nach dem wundervollen Erlebnis fahren wir zurück nach Montúfar und wieder auf die Nationalstrasse 5. Die RN5 ist ziemlich ungleichmässig gewartet: Sie wechselt ständig zwischen gutem Asphalt mit Mittelstreifen und halb zerfallenen Schotterpassagen mit tiefsten Schlaglöchern. Besonders der Abschnitt ab El Chol ist eine echte Herausforderung und kaum mit einer gut ausgebauten Strasse zu vergleichen.
Die Strecke führt durch die bergige Landschaft der Sierra de Chuacús und bietet immer wieder weite Blicke über die Täler. Wegen der vielen Kurven, Steigungen und Gefällestrecken brauchen wir mehrere Stunden und erreichen unser Tagesziel Rabinal erst knapp vor Sonnenuntergang.
Dort angekommen, bekommen wir direkt ein Zimmer in einem einfachen – also wirklich sehr einfachen – Hotel. Zum unschlagbaren Tiefstpreis von neun Franken können wir hier übernachten. Nömmenüüt.
***
On the Pan-American Highway, we drive east today with a view of the smoking Fuego volcano. Near El Sitan, we stop at a small roadside restaurant and have breakfast. Sitting next to us are several Indigenous traders. The restaurant owner serves us while her baby, wrapped tightly in a cloth, sleeps on her back. Later in the morning, we reach Jocotenango, the neighbouring town of Antigua Guatemala. We are already allowed to park the car at the hotel and can therefore stroll into town on foot without a care in the world.
The city was the capital of the Captaincy General of Guatemala during the Spanish colonial period and thus a political, religious, economic and cultural centre for large parts of Central America. Today, it feels like a mixture of an open-air colonial museum and a lively small town. Cobblestone streets, low colourful houses, courtyards, churches, monasteries and repeatedly half-collapsed ruins characterise the townscape. Even the original street grid from the 16th century has remained largely unchanged to this day.
The city lives from its contrasts: beautifully restored houses stand next to crumbling church ruins, pretty cafés and restaurants next to simple homes. Visitors from all over the world encounter an environment that is at the same time strongly shaped by local and Indigenous Guatemala. And of course, Antigua is very touristy. That, too, has by now become part of the city's history. UNESCO now points out that tourism, traffic, new construction projects and gentrification are increasingly putting pressure on the city's historic character. The many key boxes with number codes protecting the front doors bear witness to the slow displacement of the city's residents.
We walk to Cerro de la Cruz – the small hill with the large cross above the city. From here, we enjoy a wonderful view of Antigua and the surrounding volcanoes. On the other side, we descend through a poor residential neighbourhood in the shadow of the city. For dinner, we return to the centre, enjoy a delicious meal and then stroll around town for a while. A mototaxi takes us home. The child crouching sideways behind the back seat is the driver's daughter and rides along as well.
Today, from Jocotenango, we want to take the road via San Mateo Milpas Altas to San Bartolomé Milpas Altas. At first, this goes quite well. The road is steep, the views are fantastic. But shortly before our destination, a landslide blocks the road. We have to change our plans and drive back to Antigua de Guatemala via Aldea El Hato. An hour and countless metres of elevation gain later, we are back where we started and once again potter through the former capital, whose cobblestone streets are completely overwhelmed by traffic. We then retrace yesterday's route for a while and turn back onto the Pan-American Highway. If all the place names are a bit much for you, but you are still interested in the whole thing, the best thing to do is to look at the image ‘Unsere Route’ on our ‘Karten’ subpage. We have marked the entire excursion in purple there.
At Montúfar, we turn left and follow the road for another sixteen kilometres or so until we reach the Mixco Viejo archaeological site. We pay five quetzales to get in and are curious to see what awaits us.
Mixco Viejo lies on a wooded ridge. The city was strategically built on a plateau surrounded by deep, steep ravines. This made it exceptionally easy to defend. Today, the site officially also bears the Kaqchikel name Chuwa Nima'Ab'äj. Mixco Viejo was once thought to have been the capital of the Poqomam Maya. However, more recent archaeological and historical research suggests that the city located here, Jilotepeque Viejo, was the capital of the Chajomá, a Kaqchikel-speaking Maya group. And don't worry – until a few days ago, we didn't know a lot of the words in the last two sentences either.
The most striking feature of Mixco Viejo is its defensive architecture. The natural ravines already provided enormous protection, while walls and strategically secured entrances were added. The city was therefore practically a natural fortress. The site consisted of numerous groups of buildings with more than 100 structures in total – including temples and pyramid-like platforms, palaces and residential complexes, large plazas, several Maya ball courts, as well as underground or covered drainage channels.
And the landscape is simply breathtaking. The ruins do not stand on an open plain, but high up on a plateau cut through by deep ravines. Between the structures, spectacular views of the surrounding landscape open up.
The structures themselves have a very distinctive appearance. They consist of many small, flat stone slabs stacked to form massive walls. As a result, the pyramids almost look as if they were made of slate.
The temples have side walls that slope upwards and a staircase leading up the middle of the front. Particularly characteristic are the so-called twin pyramids: two relatively compact temple platforms stand side by side on a common base. Each is about seven metres high, has a steep staircase and a platform at the top where a temple once stood.
But none of these facts and descriptions can really convey how we experience this place. The site immediately captivates us. And the most incredible thing: we are alone. Completely alone. We can hardly understand why there aren't dozens of visitors here, walking through the ruins in amazement. Instead, we practically have this incredible place to ourselves. Just the ruins, the landscape, this incredible silence and us.
We are absolutely thrilled and could stay here for hours. For us, Mixco Viejo is unquestionably one of those places that will receive a very special little spot in our box of memories.
After this wonderful experience, we drive back to Montúfar and onto National Route 5 again. The RN5 is maintained rather unevenly: it constantly alternates between good asphalt with a centre line and half-decayed gravel sections with enormous potholes. Especially the section from El Chol onwards is a real challenge and can hardly be compared with a well-developed road.
The route leads through the mountainous landscape of the Sierra de Chuacús and repeatedly offers wide views across the valleys. Because of the many bends, climbs and descents, we need several hours and only reach our destination, Rabinal, shortly before sunset.
Once there, we immediately get a room in a basic – really very basic – hotel. For the unbeatable bargain price of nine francs, we can spend the night here. Can't complain.
Die Stadt war während der spanischen Kolonialzeit die Hauptstadt der Captaincy General of Guatemala und damit ein politisches, religiöses, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum für weite Teile Mittelamerikas. Heute wirkt sie wie eine Mischung aus kolonialem Freilichtmuseum und lebendiger Kleinstadt. Kopfsteinpflaster, niedrige farbige Häuser, Innenhöfe, Kirchen, Klöster und immer wieder halb verfallene Ruinen prägen das Stadtbild. Auch das ursprüngliche Strassenraster aus dem 16. Jahrhundert ist bis heute weitgehend unverändert.
Die Stadt lebt von ihren Gegensätzen: wunderschön restaurierte Häuser stehen neben zerfallenen Kirchenruinen, hübsche Cafés und Restaurants neben einfachen Wohnhäusern. Besuchende aus aller Welt treffen auf eine Umgebung, die gleichzeitig stark vom lokalen und indigenen Guatemala geprägt ist. Und natürlich ist Antigua sehr touristisch. Auch das gehört mittlerweile zur Geschichte der Stadt. Die UNESCO weist inzwischen darauf hin, dass Tourismus, Verkehr, neue Bauprojekte und Gentrifizierung den historischen Charakter der Stadt zunehmend unter Druck setzen. Die vielen mit Zahlencodes geschützten Schlüsselkästen an den Haustüren zeugen von der langsamen Verdrängung der Stadtbewohner.
Wir spazieren zum Cerro de la Cruz – dem kleinen Hügel mit dem grossen Kreuz oberhalb der Stadt. Von hier geniessen wir eine wunderschöne Aussicht auf Antigua und die umliegenden Vulkane. Auf der anderen Seite steigen wir durch ein ärmliches Wohnviertel im Schatten der Stadt wieder hinunter. Zum Abendessen gehen wir nochmals zurück ins Zentrum, geniessen ein feines Mahl und schlendern anschliessend noch etwas durch den Ort. Ein Mototaxi bringt uns nach Hause. Das Kind, das quer hinter der Rückbank kauert, ist die Tochter des Fahrers und fährt ebenfalls mit.
Von Jocotenango aus wollen wir heute die Strasse über San Mateo Milpas Altas nach San Batolomé Milpas Altas nehmen. Das geht zu Beginn auch ganz gut. Die Strasse ist steil, die Aussicht fantastisch. Doch kurz vor dem Etappenziel verhindert ein Erdrutsch die Durchfahrt. Wir müssen umdisponieren und fahren über Aldea El Hato zurück nach Antigua de Guatemala. Ein Stunde und unzählige Höhenmeter später sind wir wieder am Ausgangspunkt und hötterln ein weiteres mal durch die mit Bsetzistei ausgelegte, vom Verkehr völlig überlastete ehemalige Hauptstadt. Danach geht es den gestrigen Weg etwas zurück und biegen wieder in die Panamericana ein. Wenn dir all die Ortsnamen etwas zu viel sind dich das ganze aber doch interessiert, dann schaust du dir am besten auf unserer Unterseite ‘Karten’ das Bild ‘Unsere Route’ an. Da haben wir den ganzen Ausflug Lila markiert.
Bei Montúfar biegen wir links weg und folgen der Strasse noch etwa sechzehn Kilometer, bis wir die Ausgrabung Mixco Viejo erreichen. Wir bezahlen einen Fünflieber Eintritt und sind gespannt, was uns erwartet.
Mixco Viejo liegt auf einem bewaldeten Höhenrücken. Die Stadt wurde strategisch auf einem Plateau errichtet, das von tiefen, steilen Schluchten umgeben ist. Dadurch war sie ausgesprochen gut zu verteidigen. Heute trägt die Anlage offiziell auch den Kaqchikel-Namen Chuwa Nima'Ab'äj. Früher hielt man Mixco Viejo für die Hauptstadt der Poqomam-Maya. Neuere archäologische und historische Untersuchungen sprechen allerdings dafür, dass die hier gelegene Stadt Jilotepeque Viejo die Hauptstadt der Chajomá war, einer Kaqchikel-sprachigen Maya-Gruppe. Keine Sorge übrigens – eine Vielzahl der Wörter aus den letzten beiden Sätzen kannten wir vor wenigen Tagen auch noch nicht.
Das Auffälligste an Mixco Viejo ist seine Verteidigungsarchitektur. Die natürlichen Schluchten boten bereits einen enormen Schutz, zusätzlich wurden Mauern und strategisch gesicherte Zugänge angelegt. Die Stadt war damit geradezu eine natürliche Festung. Die Anlage bestand aus zahlreichen Gebäudegruppen mit insgesamt mehr als 100 Bauwerken – darunter Tempel und pyramidenartige Plattformen, Palast- und Wohnanlagen, grosse Plätze, mehrere Maya-Ballspielplätze sowie unterirdische beziehungsweise überdeckte Entwässerungskanäle.
Und die Landschaft ist einfach atemberaubend. Die Ruinen stehen nicht auf einer offenen Ebene, sondern hoch oben auf einem Plateau, das von tiefen Schluchten durchschnitten wird. Zwischen den Bauwerken eröffnen sich spektakuläre Blicke in die umliegende Landschaft.
Die Bauwerke selbst haben ein ganz charakteristisches Aussehen. Sie bestehen aus vielen kleinen, flachen Steinplatten, die zu massiven Mauern aufgeschichtet wurden. Dadurch wirken die Pyramiden fast, als wären sie aus Schiefer gebaut.
Die Tempel haben schräg nach oben laufende Seitenwände und eine Treppe, die mitten auf der Vorderseite nach oben führt. Besonders charakteristisch sind die sogenannten Zwillingspyramiden: Zwei relativ kompakte Tempelplattformen stehen nebeneinander auf einem gemeinsamen Unterbau. Jede ist etwa sieben Meter hoch, besitzt eine steile Treppe und oben eine Plattform, auf der einst ein Tempel stand.
Aber all die Fakten und Beschreibungen können eigentlich nicht wiedergeben, wie wir diesen Ort erleben. Die Anlage zieht uns sofort in ihren Bann. Und das Unglaublichste: Wir sind alleine. Ganz alleine. Wir können kaum verstehen, dass hier nicht Dutzende von Besuchern stehen, die staunend durch die Ruinen laufen. Stattdessen haben wir diesen unglaublichen Ort praktisch für uns. Nur die Ruinen, die Landschaft, diese unglaubliche Ruhe und wir.
Wir sind absolut begeistert und könnten noch stundenlang hierbleiben. Mixco Viejo gehört für uns ganz eindeutig zu den Orten, die ein ganz besonderes Plätzli in unserer Erinnerungsbox bekommen.
Nach dem wundervollen Erlebnis fahren wir zurück nach Montúfar und wieder auf die Nationalstrasse 5. Die RN5 ist ziemlich ungleichmässig gewartet: Sie wechselt ständig zwischen gutem Asphalt mit Mittelstreifen und halb zerfallenen Schotterpassagen mit tiefsten Schlaglöchern. Besonders der Abschnitt ab El Chol ist eine echte Herausforderung und kaum mit einer gut ausgebauten Strasse zu vergleichen.
Die Strecke führt durch die bergige Landschaft der Sierra de Chuacús und bietet immer wieder weite Blicke über die Täler. Wegen der vielen Kurven, Steigungen und Gefällestrecken brauchen wir mehrere Stunden und erreichen unser Tagesziel Rabinal erst knapp vor Sonnenuntergang.
Dort angekommen, bekommen wir direkt ein Zimmer in einem einfachen – also wirklich sehr einfachen – Hotel. Zum unschlagbaren Tiefstpreis von neun Franken können wir hier übernachten. Nömmenüüt.
***
On the Pan-American Highway, we drive east today with a view of the smoking Fuego volcano. Near El Sitan, we stop at a small roadside restaurant and have breakfast. Sitting next to us are several Indigenous traders. The restaurant owner serves us while her baby, wrapped tightly in a cloth, sleeps on her back. Later in the morning, we reach Jocotenango, the neighbouring town of Antigua Guatemala. We are already allowed to park the car at the hotel and can therefore stroll into town on foot without a care in the world.
The city was the capital of the Captaincy General of Guatemala during the Spanish colonial period and thus a political, religious, economic and cultural centre for large parts of Central America. Today, it feels like a mixture of an open-air colonial museum and a lively small town. Cobblestone streets, low colourful houses, courtyards, churches, monasteries and repeatedly half-collapsed ruins characterise the townscape. Even the original street grid from the 16th century has remained largely unchanged to this day.
The city lives from its contrasts: beautifully restored houses stand next to crumbling church ruins, pretty cafés and restaurants next to simple homes. Visitors from all over the world encounter an environment that is at the same time strongly shaped by local and Indigenous Guatemala. And of course, Antigua is very touristy. That, too, has by now become part of the city's history. UNESCO now points out that tourism, traffic, new construction projects and gentrification are increasingly putting pressure on the city's historic character. The many key boxes with number codes protecting the front doors bear witness to the slow displacement of the city's residents.
We walk to Cerro de la Cruz – the small hill with the large cross above the city. From here, we enjoy a wonderful view of Antigua and the surrounding volcanoes. On the other side, we descend through a poor residential neighbourhood in the shadow of the city. For dinner, we return to the centre, enjoy a delicious meal and then stroll around town for a while. A mototaxi takes us home. The child crouching sideways behind the back seat is the driver's daughter and rides along as well.
Today, from Jocotenango, we want to take the road via San Mateo Milpas Altas to San Bartolomé Milpas Altas. At first, this goes quite well. The road is steep, the views are fantastic. But shortly before our destination, a landslide blocks the road. We have to change our plans and drive back to Antigua de Guatemala via Aldea El Hato. An hour and countless metres of elevation gain later, we are back where we started and once again potter through the former capital, whose cobblestone streets are completely overwhelmed by traffic. We then retrace yesterday's route for a while and turn back onto the Pan-American Highway. If all the place names are a bit much for you, but you are still interested in the whole thing, the best thing to do is to look at the image ‘Unsere Route’ on our ‘Karten’ subpage. We have marked the entire excursion in purple there.
At Montúfar, we turn left and follow the road for another sixteen kilometres or so until we reach the Mixco Viejo archaeological site. We pay five quetzales to get in and are curious to see what awaits us.
Mixco Viejo lies on a wooded ridge. The city was strategically built on a plateau surrounded by deep, steep ravines. This made it exceptionally easy to defend. Today, the site officially also bears the Kaqchikel name Chuwa Nima'Ab'äj. Mixco Viejo was once thought to have been the capital of the Poqomam Maya. However, more recent archaeological and historical research suggests that the city located here, Jilotepeque Viejo, was the capital of the Chajomá, a Kaqchikel-speaking Maya group. And don't worry – until a few days ago, we didn't know a lot of the words in the last two sentences either.
The most striking feature of Mixco Viejo is its defensive architecture. The natural ravines already provided enormous protection, while walls and strategically secured entrances were added. The city was therefore practically a natural fortress. The site consisted of numerous groups of buildings with more than 100 structures in total – including temples and pyramid-like platforms, palaces and residential complexes, large plazas, several Maya ball courts, as well as underground or covered drainage channels.
And the landscape is simply breathtaking. The ruins do not stand on an open plain, but high up on a plateau cut through by deep ravines. Between the structures, spectacular views of the surrounding landscape open up.
The structures themselves have a very distinctive appearance. They consist of many small, flat stone slabs stacked to form massive walls. As a result, the pyramids almost look as if they were made of slate.
The temples have side walls that slope upwards and a staircase leading up the middle of the front. Particularly characteristic are the so-called twin pyramids: two relatively compact temple platforms stand side by side on a common base. Each is about seven metres high, has a steep staircase and a platform at the top where a temple once stood.
But none of these facts and descriptions can really convey how we experience this place. The site immediately captivates us. And the most incredible thing: we are alone. Completely alone. We can hardly understand why there aren't dozens of visitors here, walking through the ruins in amazement. Instead, we practically have this incredible place to ourselves. Just the ruins, the landscape, this incredible silence and us.
We are absolutely thrilled and could stay here for hours. For us, Mixco Viejo is unquestionably one of those places that will receive a very special little spot in our box of memories.
After this wonderful experience, we drive back to Montúfar and onto National Route 5 again. The RN5 is maintained rather unevenly: it constantly alternates between good asphalt with a centre line and half-decayed gravel sections with enormous potholes. Especially the section from El Chol onwards is a real challenge and can hardly be compared with a well-developed road.
The route leads through the mountainous landscape of the Sierra de Chuacús and repeatedly offers wide views across the valleys. Because of the many bends, climbs and descents, we need several hours and only reach our destination, Rabinal, shortly before sunset.
Once there, we immediately get a room in a basic – really very basic – hotel. For the unbeatable bargain price of nine francs, we can spend the night here. Can't complain.

