Km 34484 - Km 34572 _Paraiso – Villahermosa
- 12. Mai
- 6 Min. Lesezeit

In der Nacht regnet es. In Strömen. Und als wir am frühen Morgen losfahren, nieselt es noch immer. Kühler Regen auf nackten Oberarmen. Eine echte Wohltat. Wir kommen zügig voran und erreichen Comalcalco so gegen halb acht. Wir wollen die archäologische Stätte besuchen und sind noch etwas früh dran. Also setzen wir uns vor das geschlossene Tor, essen einen Snack und warten eine halbe Stunde. Das Tor öffnet, wir kaufen uns ein Ticket und ein Wachmann umsorgt die Fahrräder.
Die Maya-Stätte Comalcalco zählt aufgrund ihrer ungewöhnlichen Bauweise aus gebrannten Backsteinen zu den aussergewöhnlichsten Anlagen ganz Mesoamerikas. Zugleich gehört sie zu den westlichsten bekannten Städten der Maya-Kultur. Während ihrer Blütezeit erstreckte sich die Stadt über mehr als sieben Quadratkilometer und entwickelte sich zu einem bedeutenden Wirtschafts- und Handelszentrum zwischen der Halbinsel Yucatán und dem zentralmexikanischen Hochland. Um das Jahr 900 wurde Comalcalco verlassen, verfiel mit der Zeit und geriet in Vergessenheit, bis sie 1880 vom französischen Forscher Désiré Charnay wiederentdeckt wurde.
Wir sind die einzigen Besucher der riesengrossen Anlage. Ein paar wenige Bauarbeiter sind gerade noch beim Frühstück und machen es sich mit Sandwiches und Kaffee auf den abgesperrten Stufen der Pyramiden bequem. Die Pyramiden, mitten im grünen Dickicht, sind sehr beeindruckend. Die Anlage ist schön zurechtgemacht, die Wege klar gekennzeichnet und auf einem Naturlehrpfad lernt man auch noch einiges über Flora und Fauna der Umgebung. Ein richtig schöner Zwischenstopp.
Danach fahren wir weiter bis Conduaca. Eine ganze Weile folgt uns ein Schmetterling auf dieser Strecke. Das Städtlein selbst brilliert nicht als Juwel. Zwar hat es ein paar Hotels, doch entweder sind sie geschlossen oder dienen offensichtlich als eine Art Notunterkunft. Wir verzichten und beschliessen, noch ein paar Meter auf der Strasse 180 zu fahren. Bei einer Raststätte finden wir im Hotel La Isla ein passendes Zimmer. Hier bleiben wir.
Nach dem Ausschlafen beladen wir mal zuerst wieder die Fahrräder und dann geht es auch schon wieder weiter auf der 180. Die Fahrt ist ziemlich unaufgeregt und wir kommen gut voran. Das Hotel Carmelita haben wir bereits vorgebucht, so wissen wir genau, wo wir hinwollen. Der CheckIn dauert ewig. Aber alles bestens und der Besitzer ist auch sehr herzlich.
Direkt nach dem Duschen machen wir uns auf den Weg in Richtung Park. Wie aus dem Nichts steht das Restaurant Olive vor uns. Es scheint ein edles und hippes Lokal zu sein, wir treten ein. Es gibt noch die Frühstückskarte. Wir bekommen zwar nicht ganz das, was die Karte verspricht, aber es ist trotzdem fein.
Frisch gestärkt gehen wir in den Parque museo La Venta. Dies ist eine grüne Fläche mitten in der Stadt, entlang der Laguna de las Ilusiones. Direkt beim Eingang werden wir von freilaufenden Nasenbären begrüsst. Die Tiere laufen in den bewaldeten Bereichen herum und sind ziemlich neugierig. Man erkennt sie gut an ihrer langen Schnauze und dem gesteiften Schwanz. Es hat so viele, dass sie von den anderen Besuchern kaum mehr beachtet werden. Sie scheinen hier ähnlich viel Euphorie auszulösen wie beispielsweise Tauben in Städten in Europa. Für uns ist es die erste Begegnung und wir finden sie superhärzig. Wir hätten ihnen stundenlang beim rumstreunen zuschauen können.
Das Parque-Museo La Venta widmet sich vorrangig der Skulpturen aus der olmekischen Fundstätte von La Venta. Dort waren wir ja vor ein paar Tagen bereits. Das war da, als wir uns das Museum mit den Kühen teilten und auf der Lehmpyramide die wunderbare Aussicht hatten.
Das Museum beherbergt eine der grössten Sammlungen monumentaler Exponate der Olmeken-Kultur, der ersten Zivilisation Mesoamerikas. Die Anlage erstreckt sich über eine Fläche von 6,5 Hektar und ist in zwei Bereiche unterteilt: den archäologischen und den zoologischen. Im ersten Bereich gibt es Tiere aus der tropischen Region; im zweiten Fundstücke aus der archäologischen Stätte. Es gibt menschliche Figuren oder Fabelwesen auf Altären und wiederum die kolossalen Köpfe.
Die Köpfe bestehen aus Basalt, also aus vulkanischem Gestein. Der Stein stammt aus den Bergen der Sierra de los Tuxtlas, teilweise mehr als 100 Kilometer von den Fundorten entfernt. Die Olmeken transportierten die riesigen Steinblöcke vermutlich über Flüsse und auf Holzrollen – man kann es sich kaum vorstellen, denn einige Köpfe wiegen über 20 Tonnen.
Es ist enorm heiss und wir vergehen fast in der tropischen Hitze. Also spazieren wir langsam zurück ins Hotel. Abendessen gibt es direkt unterhalb des Hotels – Tacos und Sirloin.
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It rains during the night. In torrents. And when we set off early in the morning, it’s still drizzling. Cool rain on our bare upper arms. A real treat. We make good time and reach Comalcalco around 7:30. We want to visit the archaeological site and are still a little early. So we sit down in front of the closed gate, have a snack, and wait for half an hour. The gate opens, we buy a ticket, and a security guard looks after the bikes.
The Maya site of Comalcalco is one of the most extraordinary complexes in all of Mesoamerica due to its unusual construction using fired bricks. At the same time, it is one of the westernmost known cities of Maya culture. During its heyday, the city stretched over more than seven square kilometers and developed into a major economic and commercial hub between the Yucatán Peninsula and the Central Mexican highlands. Around the year 900, Comalcalco was abandoned, fell into disrepair over time, and was forgotten until it was rediscovered in 1880 by the French explorer Désiré Charnay.
We are the only visitors to the massive complex. A few construction workers are still having breakfast, settling in on the cordoned-off steps of the pyramids with sandwiches and coffee. The pyramids, nestled in the middle of the lush greenery, are truly impressive. The site is beautifully maintained, the paths are clearly marked, and along a nature trail you can also learn a lot about the local flora and fauna. A really lovely stopover.
Afterward, we drive on to Conduaca. A butterfly follows us for quite a while along this stretch. The little town itself isn’t exactly a gem. It does have a few hotels, but they’re either closed or clearly serve as some sort of emergency shelter. We decide to skip it and drive a few more miles on Route 180. At a rest stop, we find a suitable room at Hotel La Isla. We’ll stay here.
After sleeping in, we load up the bikes again and then hit the road once more on Route 180. The ride is pretty uneventful, and we make good progress. We’ve already booked the Hotel Carmelita in advance, so we know exactly where we’re headed. Check-in takes forever. But everything goes smoothly, and the owner is very welcoming.
Right after showering, we head toward the park. Out of nowhere, the Olive restaurant appears before us. It looks like a classy and trendy spot, so we go in. They still have the breakfast menu. We don’t quite get what the menu promises, but it’s still delicious.
Refreshed, we head to Parque Museo La Venta. This is a green space in the middle of the city, along the Laguna de las Ilusiones. Right at the entrance, we’re greeted by free-roaming coatis. The animals roam around the wooded areas and are quite curious. You can easily recognize them by their long snouts and stiff tails. There are so many of them that the other visitors barely notice them anymore. They seem to generate about as much excitement here as, say, pigeons do in European cities. For us, it’s our first encounter, and we think they’re super cute. We could have watched them wander around for hours.
The Parque-Museo La Venta is primarily dedicated to sculptures from the Olmec archaeological site of La Venta. We were actually there a few days ago. That was when we shared the museum with the cows and enjoyed the wonderful view from the clay pyramid.
The museum houses one of the largest collections of monumental artifacts from the Olmec culture, the first civilization of Mesoamerica. The complex covers an area of 6.5 hectares and is divided into two sections: the archaeological and the zoological. The first section features animals from the tropical region; the second displays artifacts from the archaeological site. There are human figures or mythical creatures on altars, and again the colossal heads.
The heads are made of basalt, a volcanic rock. The stone comes from the mountains of the Sierra de los Tuxtlas, some of which are more than 100 kilometers away from the sites where they were found. The Olmecs likely transported the massive stone blocks via rivers and on wooden rollers—it’s hard to imagine, since some heads weigh over 20 tons.
It’s extremely hot, and we’re nearly melting in the tropical heat. So we walk slowly back to the hotel. Dinner is right below the hotel—tacos and sirloin.

