Km 34572 - Km 34657_Villahermosa – Pichucalco
- 14. Mai
- 6 Min. Lesezeit

Am nächsten Tag stehen wir wiederum sehr früh auf. Wir gehen jeweils kurz nach fünf Uhr aus dem Haus – da ist es bereits an die dreissig Grad. Tatsächlich ist jemand da, der unsere Fahrräder aus der Hotelgarage befreit und so befinden wir uns schon kurze Zeit später auf der Strasse, die die die Stadt in Richtung Süden verlässt. Ab heute wechseln wir die Himmelsrichtung und fahren nun ins Landesinnere.
Die grosse vierspurige Strasse wird kleiner und kleiner, bis sie sich als schmale, gemütliche Überlandstrecke einpendelt. Wir fahren vorbei ein riesigen, endlosscheinenden Bananenplantages. Brummende Motoren lassen uns verweilen und in den Himmel schauen. Rund ein Dutzend Sprühflugzeuge sind heute im Einsatz. Sie sprühen über die Felder, machen einen Bogen und fliegen tief über unsere Köpfe hinweg. Ein tolles Schauspiel.
Die Route heute ist flach und wir kommen sehr zügig voran. Im Hintergrund sehen wir langsam die Berge und die Ausläufer der Sierra Madre de Chiapas. Ganz schön hoch siehts aus.
Gegen zehn Uhr vormittags erreichen wir nach etwas über fünfzig Kilometern unser Tagesziel Teapa. Das Hotel ist noch nicht einzugsbereit. Wir holen uns einen Snack und warten eine Stunde. Nach dem CheckIn gibt es eine Schale Cereals, und danach schnappen wir uns das erste Taxi, das vorbeifährt.
Wir besuchen die Grutas del Coconá. Kaum angekommen, stellt sich uns Armando als unser Guide für heute vor. Wieder sind wir die einzigen Gäste. Es hat keine Touristen und die Grotte gehört uns ganz allein. Die Grutas del Coconá bestehen aus acht Kammern, die während Jahrtausenden im Kalkstein entstanden sind. Innerhalb der Höhlen finden sich zahlreiche Stalaktiten, Stalagmiten und Säulen, die teils beeindruckende Formen annehmen. Das alles war sehr imposant und eindrücklich. Noch fast mehr hängen bleibt uns wohl, dass wir ganz alleine sind. Tief, tief in der Grotte. Teilweise müssen wir uns ducken, um unter den Gesteinen hindurch unseren Weg zu gehen. Oben Fledermäuse, unten feuchte Erde. Es hat einen See von über 35 Metern Tiefe. Jeweils im Oktober wird die ganze Grotte durch den Regen geflutet. Das, was uns wahrscheinlich aber am meisten bleibt von diesem Besuch ist das Licht. Oder eben das Nicht-Licht. Denn die Grotte ist nicht dauernd beleuchtet. Es ist jeweils stockdunkel. Dann sagt Armando wir sollen stehen bleiben. In der Ferne hören wir seine Schritte, dann das laute Klacken eines Schalters, dann wird es Licht. Die kommenden zwanzig Meter sind beleuchtet und die Formationen sind überwältigend. Wir spazieren weiter, bis kaum mehr ein Licht zu uns dringt. Stehen bleiben, warten, klacken, staunen. Einen halben Kilometer. Auf dem Rückweg das gleiche. Wir gehen voraus und hinter uns wird das Licht wieder gelöscht.
Da es keine anderen Besucher hat, hat es auch keine Taxis, die uns mitnehmen würden. Also spazieren wir los. Doch schon nach wenigen Minuten kommt uns ein Büssli entgegen. Es nimmt uns zurück zur Grotte, wendet dort und fährt uns anschliessend nach Teapa. Zurück im Hotel kühlen wir etwas ab und gehen dann abends noch nahe der Iglesia de Santiago Apóstol zum Abendessen.
Obwohl die Federn aus der Matratze drückten und das halbe Fensterglas fehlte, verlief die Nacht sehr ruhig. Wir bleiben sogar etwas länger liegen, denn heute erwartet uns keine lange Strecke. Das Tagesziel Pichucalco werden wir am frühen Vormittag erreichen. Die Fahrt dorthin ist sehr schön. Wie passieren öfters den Río Puyacatengo, der bekannt ist für sein klares Wasser. Der Fluss entspringt in den Bergen von Chiapas und fliesst durch die grüne, hügelige Landschaft. Entlang der Strasse sehen wir immer wieder Flussabschnitte und kleine Stromschnellen im üppigen tropischen Wald. Auch viele Leguane, Vögel und Schmetterlinge sehen wir. Wir passieren los Azufres. Die schwefelhaltigen Quellen sind etwa dreissig Grad warm, bereits aus weiter Ferne erschnüffelbar und liegen mitten im tropischen Grün.
Kurz vor der Stadteinfahrt werden wir von einem jungen Paar angesprochen. Sie machen Fotos, Filme, wollen ganz viel wissen und umarmen uns bei der Verabschiedung. Mega härzig. Unser Hotel in Pichucalco ist optimal. Es ist einfach, hat eine Klimaanlage und ist in der Nähe des Einkaufladens. Wir verbringen den Tag mit der Wäsche, dem Blog und allerlei, was so anfällt.
In den kommenden Tagen wollen wir in die Berge fahren. Immer höher, bis zum Nationalpark Cañón del Sumidero, dort biegen wir dann links ab.
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The next day, we get up very early again. We leave the hotel just after five o’clock—it’s already around thirty degrees. Sure enough, someone is there to retrieve our bikes from the hotel garage, and so, a short time later, we’re already on the road leading south out of the city. Starting today, we’re changing direction and heading inland.
The wide four-lane highway gets narrower and narrower until it settles into a narrow, pleasant country road. We ride past a huge, seemingly endless banana plantation. The hum of engines makes us pause and look up at the sky. About a dozen crop dusters are out today. They spray over the fields, make a wide turn, and fly low over our heads. A spectacular sight.
Today’s route is flat, and we make good time. In the background, we gradually catch sight of the mountains and the foothills of the Sierra Madre de Chiapas. They look pretty high.
Around ten in the morning, after a little over fifty kilometers, we reach our destination for the day, Teapa. The hotel isn’t ready for us yet. We grab a snack and wait an hour. After checking in, we have a bowl of cereal, and then we hop into the first taxi that drives by.
We visit the Grutas del Coconá. As soon as we arrive, Armando introduces himself as our guide for the day. Once again, we are the only guests. There are no other tourists, and we have the cave all to ourselves. The Grutas del Coconá consist of eight chambers that have formed in the limestone over thousands of years. Inside the caves, there are numerous stalactites, stalagmites, and columns, some of which have taken on impressive shapes. It was all very imposing and impressive. What probably sticks with us even more is that we are all alone. Deep, deep inside the cave. At times, we have to duck to make our way under the rocks. Bats above, damp earth below. There is a lake over 35 meters deep. Every October, the entire cave is flooded by rain. But what will likely stay with us most from this visit is the light. Or rather, the lack of light. Because the cave isn’t constantly lit. It’s pitch black. Then Armando tells us to stop. In the distance we hear his footsteps, then the loud click of a switch, then the light comes on. The next twenty meters are illuminated and the formations are overwhelming. We walk on until hardly any light reaches us. Stop, wait, click, marvel. Half a kilometer. The same on the way back. We walk ahead and behind us the light is turned off again.
Since there are no other visitors, there are no taxis to pick us up. So we set off on foot. But after just a few minutes, a minibus comes along. It takes us back to the grotto, turns around there, and then drives us to Teapa. Back at the hotel, we cool off a bit and then go out for dinner in the evening near the Iglesia de Santiago Apóstol.
Although the springs were poking through the mattress and half the windowpane was missing, the night was very peaceful. We even stay in bed a little longer, since we don’t have a long distance to cover today. We’ll reach our destination for the day, Pichucalco, in the early morning. The drive there is very beautiful. We frequently cross the Río Puyacatengo, which is known for its clear water. The river originates in the mountains of Chiapas and flows through the green, hilly landscape. Along the road, we repeatedly see sections of the river and small rapids in the lush tropical forest. We also see many iguanas, birds, and butterflies. We pass Los Azufres. The sulfur-rich springs are about thirty degrees Celsius, detectable from a distance, and are nestled in the midst of tropical greenery.
Just before we enter town, a young couple stops us. They take photos and videos, ask us all sorts of questions, and give us a hug when we say goodbye. So sweet. Our hotel in Pichucalco is perfect. It’s simple, has air conditioning, and is close to the grocery store. We spend the day doing laundry, working on the blog, and taking care of various other tasks.
In the coming days, we plan to head into the mountains. Higher and higher, all the way to the Cañón del Sumidero National Park, where we’ll then turn left.

