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Km 34657 - Km 34791_Pichucalco - Bochil

  • 18. Mai
  • 7 Min. Lesezeit

Die kommenden Tage fahren wir nun also in die Berge, immer entlang der Strasse Nr. 195. Die ersten Kilometer führen uns über Ixtacomitán nach Solosuchiapa. Die Strecke ist wunderschön. Neben der Strasse sind Wasserläufe, Hängebrücken und grüne Flusstäler. Es ist heiss, die Luft schwül und schwer, als würde sie an uns kleben. Bei einer Quelle taucht sich Mike ein.


Bei Kilometer 40 haben wir rund 1200 Höhenmeter Anstieg und etwas weniger Abfahrt hinter uns. Zeit für eine Pause. An einem einfachen Essensstand bei Agustín Rubio stärken wir uns. Drei Frauen stehen am Grill, und bald liegen frische Tacos vor uns. Dazu trinken wir literweise Agua con Limón – insgesamt vier Liter, die wir fast in einem Zug leeren. Danach sind wir bereit für die zweite Etappe des Tages.

Wenige Meter nach dem Grillstand bricht Cynthias Speiche. Mann. Schon die zweite auf dieser Tour. Immerhin wissen wir jetzt genau, wie es geht, und nach kurzer Zeit macht SuperMechMike das Velo wieder fahrtauglich. Wir entdecken, dass noch weitere Speichen verbogen sind. Wahrscheinlich ein Nachspiel des gestrigen Zwischenfalls mit dem Ast, der sich im Velo verfangen hatte und der Fahrerin am Oberschenkel eine Platzwunde hinterliess. Das Bein ist schon bald wieder verheilt – mal schauen, wie lange die gebogene Speiche noch hält.

 

Bei Ixhathan suchen wir erfolglos nach einem Glace und nehmen anschliessend die letzten Kilometer unter die Räder. Die haben es in sich: Es ist steil, heiss und anstrengend. Ziemlich erschöpft und erst am späten Nachmittag erreichen wir schliesslich das Hotel Palenque in Tapilula. Der Ort ist klein, aber strategisch wichtig. Denn: hier ist die einzige, funktionstüchtige Tankstelle weit und breit. Direkt vor unserem Hotel bildet sich eine lange Schlange von Fahrzeugen, die hier auf die nächste Füllung warten.

Wir sind komplett fertig, gehen nur noch kurz einkaufen und lassen uns danach im hoteleigenen Restaurant bekochen. Ein wirklich überraschend guter Znacht. Danach wird geschlafen. Tief und fest.

 

Heute ist der dritte Tag in Folge ohne Glace. Wiederum starten wir sehr früh. Zuerst in violettem Schimmer, dann orange und anschliessend grell weiss leuchtet uns die Sonne entgegen. Ab Rayon, auf über 1000 Meter über Meer, verändert sich die Landschaft allmählich. Der Dschungel lichtet sich und macht Nadelbäumen Platz. Die Luft wird leichter und auch kühler.

Die Strassenverhältnisse sind zwar steil, aber sehr gut. Der Verkehr ist übersichtlich. Es gibt hier sooo viele VW Käfer. Ein Traum! Doch am häufigsten passieren uns PickUps. Viele davon transportieren Tiere. Schweine und Hühner in Gitterboxen, Kühe und Pferde direkt auf der Ladefläche. Bis zu vier Rinder stehen zeitgleich auf einem PickUp. Also nicht auf dem Anhänger – nein: direkt auf dem Pickup. Die Pferde sind meistens alleine oder zu zweit als Ladung dabei, doch es passen offensichtlich bis zu drei Pferde auf einen regulären Nissan Frontier oder Toyota Hilux. Und den Tieren scheint es ganz gut zu gehen. Keine Nervosität – ganz gechillt stehen sie hinten drauf und erkunden die Umwelt.

 

In Solosuchitlán erreichen wir unser Tagesziel. Das Hotel ist bereits gut besetzt und so bekommen wir ein Familienzimmer. Es ist riesig. Richtig riesig.

Wir nehmen uns ein Mototaxi – in anderen Regionen der Welt heissen sie TukTuk – und lassen uns in den nächsten Einkaufsladen fahren. Dieser ist eher spärlich eingerichtet und so müssen wir noch zwei, drei weitere Abarrotes besuchen, bis wir unsere sieben Sachen zusammen haben.

Während des Einkaufs fängt es an zu regnen. Aber richtig. Es regnet in Strömen, wie es nur in heissen Regionen regnen kann. Innert wenigen Minuten sind die Strassen komplett überflutet. Die kleinen Gässlein verwandeln sich in Flüsse und alles steht mindestens 10cm unter Wasser. Das Nass von oben ist schön warm und so geniessen wir die Freiluftdusche.

Wieder zurück im Hotel legen wir uns etwas hin und kochen abends unser Essen auf der Terrasse. Der Hotelier ist total herzig und lädt uns ein, im Restaurant zu kochen. Obwohl das Hotel ausgebucht sein soll, hat es keine Gäste und so gehört der Speisesaal allein uns.

 

In der Nacht hat der Regen aufgehört. Der Strasse 195 folgend, fahren wir am frühen Morgen in Richtung Südosten. Die Region ist sehr ländlich und einfach. Die meisten Familien leben von der Landwirtschaft. Holz wird von Hand geschlagen und von Frauen und Kindern auf dem Rücken transportiert. Für mehr Stabilität werden die Tragevorrichtungen an der Stirn befestigt.

Der Müll wird in Schluchten entsorgt, die als Deponien dienen, und modert bei kleinen, kaum ausreichenden Feuern vor sich hin. An einer solchen Deponie sehen wir mindestens fünfzig Hunde – und ebenso viele Geier, die auf den nächsten Lastwagen warten.

Immer wieder blicken wir in die Weite, geniessen zügige Abfahrten und schieben über steile Passagen. In Jitotol haben wir nette Gespräche mit Einheimischen und fahren danach völlig überraschend auf einen Oxxo zu. Endlich wieder einmal ein Glace – juhuu! Frisch gestärkt erreichen wir unser Tagesziel Bochil dann auch relativ schnell.

Das Hotelzimmer ist wunderbar und sehr erschwinglich. Abends wollen wir einkaufen, doch das erste Mal seit zwei Monaten in Mexico ist alles geschlossen. Muttertag. So kochen wir uns ein paar Reste auf der Veranda. Auch hier sind die Hotelbesitzer äusserst nett. Sie bringen uns Stühle und einen Tisch, sodass wir es bequem haben. Wir sind erschöpft von den letzten Tagen, und so passiert nicht mehr viel.


***


So over the next few days, we’ll be heading into the mountains, following Route 195 the whole way. The first few kilometers take us through Ixtacomitán to Solosuchiapa. The route is beautiful. Along the road are streams, suspension bridges, and green river valleys. It’s hot, and the air is humid and heavy, as if it’s clinging to us. Mike takes a dip at a spring.

By kilometer 40, we’ve climbed about 1,200 meters and descended a bit less. Time for a break. We refuel at a simple food stand run by Agustín Rubio. Three women are at the grill, and soon fresh tacos are in front of us. We wash them down with liters of agua con limón—a total of four liters, which we down almost in one go. After that, we’re ready for the second leg of the day.

A few meters past the grill stand, Cynthia’s spoke snaps. Man. Already the second one on this tour. At least we now know exactly how to fix it, and after a short while, SuperMechMike has the bike roadworthy again. We discover that several other spokes are bent as well. Probably a result of yesterday’s incident with the branch that got caught in the bike and left the rider with a laceration on her thigh. The leg will heal soon enough—let’s see how long the bent spoke lasts.

In Ixhathan, we search in vain for an ice cream and then set off on the final few kilometers. They’re a real challenge: it’s steep, hot, and exhausting. Quite exhausted and not until late afternoon, we finally reach the Hotel Palenque in Tapilula. The town is small but strategically important. After all, this is the only working gas station for miles around. Right in front of our hotel, a long line of vehicles forms, waiting to fill up.

We’re completely wiped out, so we just pop out for a quick shop and then let the hotel restaurant cook for us. A surprisingly good dinner. After that, it’s time to sleep. Deep and sound.

 

Today is the third day in a row without ice cream. Once again, we set off very early. First in a violet glow, then orange, and finally a blinding white, the sun shines down on us. From Rayon, at over 1,000 meters above sea level, the landscape gradually changes. The jungle thins out and gives way to conifers. The air becomes lighter and cooler.

 

The roads are steep, but in very good condition. Traffic is light. There are sooo many VW Beetles here. It’s a dream! But we mostly pass pickup trucks. Many of them are transporting animals—pigs and chickens in crates, cows and horses right on the bed. Up to four cattle can fit on a pickup at once. So not on the trailer—no: right on the pickup. The horses are usually transported alone or in pairs, but apparently up to three horses can fit on a standard Nissan Frontier or Toyota Hilux. And the animals seem to be doing just fine. No signs of nervousness—they stand there totally relaxed, exploring their surroundings.

 

In Solosuchitlán, we reach our destination for the day. The hotel is already quite full, so we get a family room. It’s huge. Really huge.

We take a motorcycle taxi—in other parts of the world they’re called tuk-tuks—and have it drive us to the nearest grocery store. This one is rather sparsely stocked, so we have to visit two or three more grocery stores before we’ve got all our essentials.

 

It starts to rain while we're shopping. And I mean really rain. It's pouring down like only hot regions can. Within minutes, the streets are completely flooded. The narrow alleys turn into rivers, and everything is at least 10 centimeters under water. The rain is nice and warm, so we enjoy the open-air shower.

Back at the hotel, we lie down for a bit and cook our dinner on the terrace in the evening. The hotel owner is absolutely charming and invites us to cook in the restaurant. Although the hotel is supposedly fully booked, there are no guests, so the dining room is all ours.

 

The rain stopped during the night. Following Route 195, we drive southeast early in the morning. The region is very rural and simple. Most families make their living from farming. Wood is cut by hand and carried on the backs of women and children. For more stability, the carrying devices are fastened to the forehead.

The trash is dumped in ravines that serve as landfills, where it slowly rots away over small, barely sufficient fires. At one such landfill, we see at least fifty dogs—and just as many vultures waiting for the next truck.

Again and again, we gaze into the distance, enjoy brisk descents, and push our bikes up steep sections. In Jitotol, we have pleasant conversations with locals and then, completely unexpectedly, ride toward an Oxxo. Finally, ice cream again—yay! Refreshed, we reach our destination for the day, Bochil, relatively quickly.

The hotel room is wonderful and very affordable. In the evening, we want to go shopping, but for the first time in two months in Mexico, everything is closed. Mother’s Day. So we cook up some leftovers on the veranda. Here, too, the hotel owners are extremely nice. They bring us chairs and a table so we can be comfortable. We’re exhausted from the last few days, so not much else happens.


 

 
 
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