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Km 36855 - Km 37041_Orange Walk Town – Belmopan

  • 31. Juli
  • 8 Min. Lesezeit

Wir verlassen die Stadt im Sonnenaufgang auf derselben Strasse, auf der wir bereits vor zwei Tagen angekommen sind. Die ersten Kilometer führen uns über die Honey Camp Road. Die Gegend ist dünn besiedelt, und der Weg schlängelt sich durch Buschland und kleinere Waldgebiete. Links und rechts säumen Palmen die Strecke. Teilweise ist die Strasse befestigt, in den meisten Abschnitten jedoch geschottert oder unbefestigt – mit zahlreichen Schlaglöchern. Da es seit einigen Tagen trocken ist, kommen wir gut voran. Hätte es geregnet, dann würden wir wohl noch heute im Schlamm stecken. Bei der gleichnamigen Süsswasserlagune biegen wir auf die London Road ein. Auch hier kommen wir zügig vorwärts. Entlang der Strecke gibt es nur wenige Häuser und kaum Infrastruktur. Als wir London erreichen, treffen wir auf den Old Northern Highway. Der Name ist neu, die Strassenqualität bleibt jedoch unverändert.


Der geringe Verkehr macht die Fahrt entspannt. Wir begegnen einigen Farmern, Motorrädern und gelegentlich einem Einwohner auf dem Fahrrad. Die Landschaft wirkt zunehmend tropischer und ursprünglicher. Dichte Vegetation, Palmen, Feuchtgebiete und kleine Dörfer wechseln sich mit offenen Flächen ab. Wir hören Vögel, beobachten Eidechsen und Eichhörnchen. Strassenschilder warnen uns davor, dass Tapire die Fahrbahn kreuzen könnten.

Wir passieren Orte mit Namen wie Lucky Strike oder Chicago. Die Häuser in den kleinen Weilern sind meist aus Holz gebaut und stehen oft auf Pfählen. Viele sind in kräftigen Farben wie Türkis, Hellblau, Grün, Gelb oder Rosa gestrichen und versprühen eine typische karibische Atmosphäre. Häufig gehören kleine Gärten mit Kokospalmen, Bananenstauden, Mangobäumen oder Gemüsebeeten dazu. Vor den Häusern sehen wir Rasenflächen, Hängematten, Wäscheleinen und immer wieder Hühner oder Hunde. Nach etwa vierzig Kilometern passieren wir ein Luxusresort, das völlig allein in der Landschaft steht. Kurz danach verbessert sich die Strasse deutlich. Asphalt ersetzt den Schotter, und die Schlaglöcher verschwinden beinahe vollständig. Dadurch kommen wir im zweiten Drittel der heutigen Etappe deutlich schneller voran.


Nach einer Weile erreichen wir den Philip Goldson Highway und biegen nach links ein. Kurz vor Ladyville finden wir nach ungefähr achtzig Kilometern Fahrt das erste Restaurant des Tages. Es ist halb eins – und kurz vor dem Anpfiff des WM-Finals. Wir bestellen einiges von der Karte was es dann aber nicht gibt und entscheiden uns schlussendlich für das Tagesgericht, das nie auf der Karte war. Wir sauen einen grossen Teil der ersten Halbzeit. Mit einem knallblauen Shot im Bauch nehmen wir anschliessend die letzten Kilometer unter die Pedale.


Der Highway ist in Ordnung, der Pannenstreifen ist zwar nicht überall ausgebaut, aber zum Fahren reicht es gut. Die Hitze fordert langsam ihren Tribut. Nach etwa einer Stunde erreichen wir Belize City. Unsere Unterkunft für zwei Nächte haben wir bereits im Voraus gebucht und finden sie problemlos. Belize City ist mit rund 60'000 Einwohnern die grösste Stadt und das wirtschaftliche Zentrum von Belize. Die historische Hafenstadt vereint karibisches Flair, Kolonialarchitektur und Maya-Geschichte. Aufgrund der hohen Bandenkriminalität gilt Belize City als gefährlichster Ort des Landes.

Bei unserer Ankunft ist Sonntag, und fast alles ist geschlossen. Es herrscht wenig Betrieb, nur wenige Menschen sind auf den Strassen unterwegs. Uns begegnen die Einheimischen sehr, sehr freundlich. Trotzdem vermeiden wir es, nach Einbruch der Dunkelheit draussen unterwegs zu sein. Zwei oder drei Strassen sind besonders berüchtigt – es macht etwas den Eindruck, als wäre sich die Stadt selbst überlassen.


Die meiste Zeit unseres Aufenthalts verbringen wir in der kleinen Wohnung. Nicht wegen der Kriminalität, sondern wegen der Hitze. Draussen ist es einfach unglaublich heiss. Man ist bereits pflotschnass, bevor man überhaupt das Grundstück verlässt. Krass. Die Anzahl der Sehenswürdigkeiten der Stadt sind überschaubar, weshalb wir lediglich etwas am Ufer und entlang des Hafens spazieren.


Das kleine Land Belize gefällt uns ausserordentlich gut, und wir sind uns bereits einig: Eines Tages möchten wir zurückkehren. Mit dem Velo ist das Reisen hier allerdings nicht so gäbig. Beim nächsten Besuch wollen wir das Land deshalb mit dem Auto erkunden und insbesondere auch die vorgelagerten Inseln besuchen. Vielleicht zum zwanzigsten, dreissigsten oder vierzigsten Hochzeitstag? Das wär doch was!


Wir nutzen den Tag, um Geschichten festzuhalten und unsere Route neu zu planen. Ursprünglich wollten wir Belize bis ganz in den Süden bereisen und anschliessend mit der Fähre die Grenze überqueren. Die Erkundung des Südens verschieben wir nun jedoch auf den nächsten Besuch und beschliessen stattdessen, Belize über den Grenzübergang bei Benque zu verlassen. Ach, diese Routenplanung ist immer schwierig. Diese oder jene Strasse? Links oder rechts herum? Alles geht leider nicht. Wir recherchieren ein wenig, möchten aber auch nicht zu viel im Voraus wissen. Im Laufe des Tages stehen unsere Pläne für Belize und Guatemala fest, und wir haben sicher die richtige Entscheidung getroffen. Denn in einer so schönen Gegend kann man eigentlich gar nicht falsch wählen.

 

Wir verlassen die ehemalige Hauptstadt des Landes nach dem Sonnenaufgang und fahren relativ zügig auf den George Price Highway. Die Fahrt von Belize City nach Belmopan führt durch das flache tropische Tiefland Belizes. Nach den küstennahen Feuchtgebieten und Mangroven prägen Weiden, Zitrusplantagen und kleine Dörfer das Landschaftsbild. Die Strasse ist in Ordnung, relativ flach, etwas laut und wir kommen zügig voran. Später wird die Vegetation etwas dichter, und tropischer Wald begleitet die Strasse. Kurz vor Belmopan erscheinen am Horizont die ersten Ausläufer der Maya Mountains. In St. Matthew's finden wir einen guten Burger und Quesadillas. Insgesamt ist es aber eher ein wenig spektakulärer Fahrtag.

Belmopan ist die Hauptstadt von Belize und liegt im Landesinneren am Belize River. Die Stadt wurde nach dem Hurrikan Hattie im Jahr 1961 neu gegründet und 1970 zur Hauptstadt erklärt.


Trotz ihrer Funktion als Regierungssitz wirkt Belmopan eher wie eine kleine, grüne Stadt mit einer ruhigen Atmosphäre und vergleichsweise geringer Bebauungsdichte. Viele Menschen arbeiten in den Ministerien und Behörden oder pendeln aus den umliegenden Orten ein. Die Stadt ist so klein, dass man richtig aufpassen muss, dass man die Ausfahrt nicht verpasst. Es sieht eher aus wie ein elegantes Vorquartier einer richtigen Stadt. Sehr gepflegt und übersichtlich.

Wir finden das bereits im Voraus gebuchte Zimmer schnell und können direkt in einer gemütlichen Strasse mit Dorfatmosphäre einchecken. Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants sind wenige Meter weiter und so verbringen wir den Rest des Tages in diesem Viertel.

 

***

 

We leave the city at sunrise, taking the same road on which we arrived two days earlier. The first few kilometres take us along Honey Camp Road. The area is sparsely populated, and the road winds its way through scrubland and smaller forested areas. Palm trees line both sides of the route. Some sections of the road are paved, but most stretches are gravel or unsealed, with numerous potholes. Since it has been dry for several days, we make good progress. Had it rained, we would probably still be stuck in the mud today. At the freshwater lagoon of the same name, we turn onto London Road. Here too, we make good time. There are only a few houses along the way and hardly any infrastructure. When we reach London, we join the Old Northern Highway. The name is new, but the quality of the road remains unchanged.

 

The light traffic makes the ride relaxed. We pass a few farmers, motorcycles, and occasionally a local person on a bicycle. The landscape becomes increasingly tropical and untouched. Dense vegetation, palm trees, wetlands, and small villages alternate with open areas. We hear birds, watch lizards and squirrels, and road signs warn us that tapirs may cross the road.

We pass places with names like Lucky Strike and Chicago. The houses in the small settlements are mostly made of wood and often stand on stilts. Many are painted in bright colours such as turquoise, light blue, green, yellow, or pink, creating a typical Caribbean atmosphere. They are often accompanied by small gardens with coconut palms, banana plants, mango trees, or vegetable patches. In front of the houses, we see lawns, hammocks, clotheslines, and again and again chickens or dogs. After about forty kilometres, we pass a luxury resort standing completely alone in the landscape. Shortly afterwards, the road improves significantly. Asphalt replaces the gravel, and the potholes almost completely disappear. As a result, we make much faster progress during the second third of today’s stage.

After a while, we reach the Philip Goldson Highway and turn left. Shortly before Ladyville, after around eighty kilometres of riding, we find the first restaurant of the day. It is half past twelve – and just before the kick-off of the World Cup final. We order several dishes from the menu, only to find out that they are not available, and eventually settle for the daily special, which was never even on the menu. We miss a large part of the first half. With a bright blue shot in our stomachs, we then get back on our bikes for the final kilometres.

The highway is in decent condition. The shoulder is not developed everywhere, but it is perfectly adequate for cycling. The heat is slowly starting to take its toll. After about an hour, we reach Belize City. We had already booked our accommodation for two nights in advance and find it without any problems. With around 60,000 inhabitants, Belize City is the largest city and the economic centre of Belize. The historic port city combines Caribbean flair, colonial architecture, and Maya history. Due to its high level of gang-related crime, Belize City is considered the most dangerous place in the country.

When we arrive, it is Sunday and almost everything is closed. There is very little activity, and only a few people are out on the streets. The locals we meet are incredibly friendly. Nevertheless, we avoid being outside after dark. Two or three streets are particularly notorious – the city gives the impression of having been somewhat left to itself.

We spend most of our stay in the small apartment. Not because of the crime, but because of the heat. Outside, it is simply unbelievably hot. You are already completely soaked with sweat before you have even left the property. Crazy. The number of sights in the city is rather limited, so we only take a few walks along the waterfront and the harbour.

We like the small country of Belize tremendously, and we have already agreed: one day, we would like to come back. However, travelling here by bicycle is not particularly convenient. On our next visit, we would therefore like to explore the country by car and especially visit the offshore islands. Maybe for our twentieth, thirtieth, or fortieth wedding anniversary? That would be something!

We use the day to write down our stories and rethink our route. Originally, we wanted to travel through Belize all the way to the south and then cross the border by ferry. We will now postpone exploring the south until our next visit and instead decide to leave Belize via the border crossing at Benque. Ah, route planning is always difficult. This road or that one? Left or right? Unfortunately, you cannot do everything. We do a little research, but we also do not want to know too much in advance. During the course of the day, our plans for Belize and Guatemala become clear, and we are sure we have made the right decision. Because in such a beautiful region, it is actually impossible to choose the wrong route.

 

We leave the former capital of the country after sunrise and quickly make our way onto the George Price Highway. The journey from Belize City to Belmopan takes us through Belize’s flat tropical lowlands. After the coastal wetlands and mangroves, the landscape is characterised by pastures, citrus plantations, and small villages. The road is in good condition, relatively flat, a little noisy, and we make good progress. Later, the vegetation becomes denser, and tropical forest accompanies the road. Shortly before Belmopan, the first foothills of the Maya Mountains appear on the horizon. In St. Matthew’s, we find a good burger and quesadillas. Overall, however, it is a rather unspectacular riding day.

Belmopan is the capital of Belize and is located inland on the Belize River. The city was newly founded after Hurricane Hattie in 1961 and was declared the capital in 1970.

Despite its role as the seat of government, Belmopan feels more like a small, green town with a peaceful atmosphere and relatively low building density. Many people work in the ministries and government offices or commute from surrounding areas. The city is so small that you really have to pay attention not to miss the exit. It looks more like an elegant suburb of a proper city. Very well maintained and orderly.

We quickly find the room we had booked in advance and can check in right away on a cosy street with a village-like atmosphere. Shops and restaurants are only a few metres away, so we spend the rest of the day in this neighbourhood.

 


 

 
 
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