Km 35034 - Km 35124_Comitán de Domínguez - San Cristóbal de las Casas
- vor 1 Tag
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Der Burger war schlussendlich nur mittelmässig. Aber was haben wir auch erwartet. Auf der Fahrt im Taxi kommt uns ein Overlander entgegen. Es ist der zweite rollende Camper, seit wir in Mexiko sind. Auch sie sind Schweizer, diesmal mit Zürcher Nummer. Wir würden uns freuen, die Reisenden einmal on the road zu treffen – aus dem Taxi heraus kam es natürlich nicht zum Dialog.
Auf der Rückfahrt setzt dann Regen ein. Regen, wie wir ihn zuhause kaum kennen. Es donnert, blitzt, der Himmel bricht auf, und dann schüttet es aus Eimern. Es regnet und regnet, bis alle Strassen überflutet sind und auch der Letzte bis auf die Unterwäsche durchnässt ist. In Gruppen kauern sich die Passanten unter kleine Vorsprünge oder in Ladeneingänge und warten darauf, dass der Regen nachlässt.
Am nächsten Tag geht unsere Fahrt weiter. Bereits sehr früh morgens verlassen wir Comitán. Um auf die Hauptstrasse zu kommen, müssen wir zuerst aus unserer Senke heraus, in der sich das Hotel befindet. Herz-Kreislauf ist somit wach und auch heute wieder mit dabei. Auf der Hauptstrasse verlassen wir die Stadt in Richtung Norden. Es geht – wie soll es anders sein – wiederum steil bergauf. Die Strassenbeschaffenheit ist hervorragend, und wir haben gut Platz auf dem grosszügigen Pannenstreifen. Der Himmel ist blau, es ist warm, aber nicht heiss, und wir geniessen eine fantastische Aussicht über die Nadelwälder. Ein richtig schöner, wenn auch etwas anstrengender Fahrtag. Teopisca erreichen wir irgendwann am frühen Nachmittag. Das mehr oder weniger einzige Hotel ist sehr günstig und entsprechend spärlich eingerichtet. Wir nisten uns ein, stellen fest, dass das Internet nicht funktioniert, zünden mitgebrachtes Sandelholz an, um entspannt durch die Nase atmen zu können, und geniessen die bereits fast zur Tradition gewordenen Cornflakes. Abends essen wir mehr oder weniger um die Ecke an einem Tacostand.
Wir schlafen soweit ganz gut. Am Morgen sind wir beim Beladen überrascht, wer noch alles das Dach mit uns geteilt hat. Wir haben den Eindruck, das Hotel – möglicherweise ein ehemaliges Spital – dient aktuell sowohl als Hotel als auch als Obdachlosenunterkunft oder Ähnliches. Es hat definitiv ein paar beeindruckende Gestalten zu viel in diesem Haus. Aber wie immer: alle sind sehr freundlich zu uns.
Nichtsdestotrotz fahren wir zügig los und lassen den Ort hinter uns. Es erwartet uns nochmals ein Anstieg von ungefähr achthundert Höhenmetern, danach lockt eine lange Abfahrt. Bereits vor dem Mittag erreichen wir das lang ersehnte Ziel: San Cristóbal de las Casas. Das gebuchte Zimmer finden wir schnell, und unser Host lässt uns die Fahrräder einstellen, bis wir einchecken können. Unser Zimmer ist fantastisch gelegen, direkt an der Fussgängerzone. Frei von den Rädern schlendern wir entlang der Calle Real de Guadalupe und gönnen uns ein richtig gutes Frühstück mit Huevos Rancheros, Oeufs Bénédict und einer grossen Tasse Cappuccino. Luxus!
Danach beziehen wir unser Zimmer. Es ist sehr schön, mit eigener Terrasse, eigenem Bad und gemeinsamer Küche. Wir fühlen uns sofort wohl. Nun heisst es duschen, etwas vom Tag erholen und den Wecker stellen, damit wir das Abendessen nicht verpassen. Zum Znacht gehen wir zu einem Italiener, der Trattoria Catanzaro – ebenfalls direkt um die Ecke. So gute Pasta haben wir schon lange nicht mehr gegessen. Mamma Mia!
Am nächsten Tag verlassen wir die Unterkunft kurz vor acht Uhr, bringen unsere Wäsche endlich wieder in eine Wäscherei und spazieren danach zur Iglesia de Guadalupe. Sie gehört zu den Wahrzeichen der Stadt – nicht unbedingt wegen ihrer Grösse, sondern wegen ihrer Lage hoch über den Dächern von San Cristóbal. Die Kirche wurde 1834 erbaut und ist vor allem für den Aufstieg aus 79 Stufen berühmt. Auch wir kraxeln hoch und geniessen die frühmorgendliche Aussicht über die noch dösende Stadt. Wieder unten angekommen machen wir eine unserer geliebten Bänkli-Touren: Wir setzen uns in einen Park auf eine Bank, beobachten das Geschehen und schlendern dann weiter zur nächsten Bank im nächsten Park.
Am Nachmittag besuchen wir den Mercado Artesanal. Der bekannte Kunsthandwerksmarkt befindet sich rund um die Kirche Templo de Santo Domingo de Guzmán. Der Markt ist ein Ort voller Farben, Stoffe und Gerüche. Besonders auffällig sind die traditionellen Textilien der Tzotzil- und Tzeltal-Gemeinschaften aus den umliegenden Hochlanddörfern. Es gibt handgewebte Ponchos, bestickte Taschen und Tücher, bunte Pompons, wunderschöne Stoffe, Bernsteinschmuck, Lederwaren, Decken, Hängematten und kleine Souvenirs. Auch wir verlassen den Markt nicht mit leeren Händen.
Am nächsten Tag schlendern wir wiederum durch die Gassen, gehen weit abseits in den grossen Supermarkt einkaufen, begegnen einem sehr langen Trauerzug und jagen VW Käfer. Auch die Iglesia de San Cristóbal besuchen wir. Der Aufstieg dorthin führt über zahlreiche Stufen, und schon unterwegs werden wir auch hier mit weiten Ausblicken über die roten Dächer der kolonialen Altstadt und die umliegenden Berge belohnt. Die Kirche entstand im späten 18. Jahrhundert im Zusammenhang mit der Missionierung der indigenen Bevölkerung durch spanische Ordensleute. Heute ist sie sowohl ein religiöser Ort als auch ein beliebter Aussichtspunkt.
Die Fussgängerzone von San Cristóbal de las Casas besteht aus mehreren autofreien, gepflasterten Strassen im historischen Zentrum. Sie ist geprägt von kolonialer Architektur, bunten Fassaden, kleinen Cafés, Restaurants und Läden für Kunsthandwerk. Es hat viele Touristen – der Kern der Stadt ist stark darauf ausgerichtet. Es gibt Gitarrenspieler, Gipfeli, CBD-Läden und viele Souvenirmagnete. Alles ist sehr hübsch und herzig – wir fühlen uns wohl. Doch der Kontrast zu den letzten Tagen ist deutlich spürbar. Nach drei Tagen freuen wir uns, dass es wieder weitergeht, und packen bereits am Abend alles zusammen.
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The burger ended up being pretty mediocre. But then again, what did we expect. On the taxi ride, we spot an overlander coming towards us. It is only the second rolling camper we have seen since arriving in Mexico. They are Swiss as well, this time with Zurich license plates. We would love to run into them somewhere on the road one day — although from inside the taxi, there was obviously no chance for a conversation.
On the way back, the rain begins. Rain like we hardly know back home. Thunder roars, lightning flashes, the sky opens up, and then the water pours down in buckets. It keeps raining and raining until the streets are flooded and even the last person is soaked through to their underwear. Groups of pedestrians huddle beneath tiny awnings or in shop entrances, waiting for the storm to ease.
The next day, our journey continues. Very early in the morning, we leave Comitán behind us. To reach the main road, we first have to climb out of the small depression where our hotel is located. So the cardiovascular system wakes up immediately and once again joins us for the day. Back on the highway, we leave the city heading north. And — unsurprisingly — it is uphill yet again. The road surface is excellent, and there is plenty of space on the wide shoulder. The sky is blue, the temperature warm but not too hot, and we enjoy fantastic views across the pine forests. A truly beautiful, if somewhat exhausting, day on the road.
We reach Teopisca sometime in the early afternoon. The more or less only hotel in town is very cheap and furnished accordingly sparsely. We settle in, realise that the internet does not work, light some sandalwood we brought along so we can breathe comfortably through our noses again, and enjoy the Cornflakes that have almost become a tradition by now. In the evening, we eat tacos more or less around the corner at a small street stand.
We actually sleep fairly well. In the morning, while loading our bikes, we are surprised by who else has apparently shared the roof with us overnight. We get the impression that the hotel — perhaps a former hospital — currently serves both as accommodation and some sort of shelter for homeless people or similar. There are definitely a few impressively rough-looking characters too many in this building. But as always: everyone is very friendly towards us.
Nevertheless, we leave quickly and put the town behind us. Another climb of roughly eight hundred vertical metres awaits us, followed by a long descent. Before noon, we finally reach the long-awaited destination: San Cristóbal de las Casas. We quickly find our booked room, and our host lets us store the bicycles until check-in time. The room is fantastically located, right by the pedestrian zone. Free from the bikes, we stroll along Guadalupe Street and treat ourselves to a truly good breakfast with Huevos Rancheros, Eggs Benedict, and a large cappuccino. Luxury!
Afterwards, we move into our room. It is beautiful, with its own terrace, private bathroom, and shared kitchen. We immediately feel at home. Now it is time for a shower, a little recovery from the day, and setting an alarm so we do not miss dinner later on. For dinner, we head to Trattoria Catanzaro, an Italian restaurant just around the corner. We have not eaten pasta this good in a very long time. Mamma mia!
The next day, we leave the accommodation shortly before eight, finally drop off our laundry at a laundromat again, and then walk to the Iglesia de Guadalupe. It is one of the city’s landmarks — not necessarily because of its size, but because of its location high above the rooftops of San Cristóbal. The church was built in 1834 and is especially famous for the climb up its 79 steps. We make our way up as well and enjoy the early morning view across the still sleepy city. Once back down, we continue one of our beloved “bench tours”: sitting on a bench in one park, watching life go by, then wandering onwards to the next bench in the next park.
In the afternoon, we visit the Mercado Artesanal. The well-known handicraft market surrounds the Templo de Santo Domingo de Guzmán. The market is a place full of colours, fabrics, and smells. Particularly striking are the traditional textiles of the Tzotzil and Tzeltal communities from the surrounding highland villages. There are handwoven ponchos, embroidered bags and shawls, colourful pom-poms, beautiful fabrics, amber jewellery, leather goods, blankets, hammocks, and small souvenirs. We do not leave the market empty-handed either.
The following day, we once again wander through the streets, walk far out to a large supermarket for groceries, come across a very long funeral procession, and hunt for VW Beetles. We also visit the Iglesia de San Cristóbal. The climb up there leads over countless steps, and even on the way up we are rewarded with wide views over the red roofs of the colonial old town and the surrounding mountains. The church dates back to the late eighteenth century and is linked to the missionary work of Spanish religious orders among the indigenous population. Today, it is both a religious site and a popular viewpoint.
The pedestrian zone of San Cristóbal de las Casas consists of several car-free, cobbled streets in the historic centre. It is characterised by colonial architecture, colourful facades, small cafés, restaurants, and handicraft shops. There are many tourists — the centre of the city is heavily geared towards them. There are guitar players, croissants, CBD shops, and countless souvenir magnets. Everything is very pretty and charming, and we feel comfortable here. Yet the contrast to the past few days is impossible to ignore. After three days, we are happy to continue onwards again and pack everything up already the evening before.

