Griechenland - Mazedonien

21.-26.Juli 2012

Die Ausfahrt aus der Stadt, ich kenn es ja schon und es ist genau so übel wie Tage zuvor. Bei der Abfahrt vom „letzten“ Hügel, verpasse ich meinen Geschwindigkeitsrekord um einen Km/h. An einer Stelle wird es mir zu langweilig, bin jetzt schon fünfzig doppelt gefahren, fahre darum weiter in Richtung Griechenland. Da habe ich keine Karte von, aber wird schon klappen. Die Nacht verbringe ich auf einem Camping, habe keine Lust im Strassengraben zu schlafen und die Hotels haben Wunschpreise von über 50Euro. Wäre der Standard der Zimmer, wie der Preis, auch Mitteleuropäisch ich würde es ja verstehen, aber nein, in dem Teil von Europa bezahl ich, nach dem was ich schon sah, nicht mehr als 10. Und der Camping, er weiss dass ich es ab jetzt schwer habe, verlangt für nichts umgerechnet 12Euro und will dann noch Geld für die Dusche und die Toilette, Halsabschneider. Die Radfahrer die mir entgegen kommen sind gewarnt, werden ihn nicht aufsuchen. Ich treff zwei Österreicher und zwei Iraner, so komme ich zu Griechenlandkarten. Dankeschön. Der junge Mann mit den Wassermelonen hat mich nur angehalten um etwas Gesellschaft zu haben, für die Melone will er partout kein Geld, lasse ihm aber eine Nussmischung da, das erfreut ihn. In der Nacht hatte ich den schönsten Sternenhimmel seit langem, habe aber noch nicht raus wie man ihn richtig Fotografiert, darum wurde es etwas wackelig. Von den endlosen Hügeln in der Türkei, geht es nach Griechenland, es ist am Anfang sogar flach, ein Traum. Gleich nach der Grenze treffe ich wieder zwei Radfahrer Deutsche, oder waren das die Österreicher? Ich habe ein Chaos in meinem Kopf. Die Strasse führt fast ans Meer, nachdem ich aber am Vistonidasee vorbei bin, geht es ins heisse Hügelige. Es ist unglaublich, die Hitze in Kombination mit dem Haartrockner Gegenwind lässt mich echt trocknen, ich trinke heute insgesamt 8 Liter. Und meine Lippen sind so aufgerissen, ich ernähre mich gerade nur von Flüssigem. Den spät gewordenen Abend verbringe ich an einem Stillen Fluss und gehe darin baden, kühl. Die zweite Nacht schlafe ich in einem Olivenhain, Costa, der Besitzer, stört es nicht das ich da bin. Am nächsten Tag fängt er schon so heiss an das ich in Kavala samt Klamotten ins Meer lege. Erst als meine Haut schrumpelig ist gehe ich raus. Die Hitze lässt auf den Kleidern „Fleur de Sel“ entstehen, die Hosen knuspern und der Schlüssel rostet. Aus Kavala führt eine lange und steile Strasse, am Mittag, wenn die Sonne am Zenit steht. Eine Bergreihe trennt vom Hinterland, die Tafel will mich über Drama schicken, ich kürze ab, gewinne 30 Kilometer. Der Preis, es ist etwas hügeliger und scheisse ist das heiss. Die sechs Liter reichen nirgends hin. Es sieht aus wie eine Fata Morgana, ist aber keine, da, mitten im nirgends ist ein Pool voller Wasser. Hätte ich mich richtig gefreut, wäre ich jetzt enttäuscht, das Ding stink dermassen und darin schwimmen millionen kleinen Kaulquappen, das ist dann wohl ein Vieh-Pool. Abhilfe gegen die Hitze verschaffen 4 Cola und ein Fleisch-Zwiebel Sandwich. Die Nacht mit Mücken am Mais und am Morgen weckt mich der Sprühhelikopter, zum Glück fängt er auf der anderen Seite an. Es geht ins Gebirge, lange schiebe ich hinauf, habe einen Platten an einer unmöglichen Stelle, kaum Platz zum reparieren. Bevor es runter geht wird die Strasse zur Autobahn, nicht für mich. Danke! Die Tankstelle die früher wohl an der Strasse lag wurde nicht an die neue Autobahn angebunden, sehr clever. Da der Weg dahin nun ziemlich dämlich und lang ist, hat die Dame kaum noch Kundschaft, muss den vorbeifahrenden Autos zuschauen. Kein Wunder haben die Griechen Geldprobleme. Ich nehme die Bergstrasse, als erstes 18% Steigung, im ersten Dorf dann Platten zwei. Langsam keimt die Wut. Auf zwanzig Kilometer mache ich gefühlte 8000 Höhenmeter. Einer der letzten ist zum Heulen, auf holperiger Strasse geht es bei 18% Gefälle in ein Loch und zehn Meter da unten, ebenso steil wieder hinauf. In der angestauten Hitze wird das Rad immer schwerer, was zum…? Platten drei. Als endlich die gerade kommt pumpe, fahre, pumpe, fahre ich nächste Dorf. Der Herr von der Tankstelle geht mir zur Hand, will 0 Gegenleistung. Diesmal überprüfe ich alles, Schlauch, Reifen, Felge und Felgenband. Die letzte Abfahrt ist lang, wird unterbrochen, Platte vier. Jetzt koche ich, hätte der Vatikan diese Flucherei gehört, er wäre eingestürzt. Was soll der…? AAAH! Mazedonien, morgen. Ich lege mich verschwitzt und mit öligen Händen in den Schilf irgendwo vor der Grenze. Der Zöllner ist fummelig, meine Packtaschen könnten voll mit Zigaretten und einer Million Euro sein. Sein Kollege ruft über den ganzen Hof, seine laute Stimme und seine Gestik sagen: Du Idiot, sieht der so aus als ob er sonst nichts Klügeres zu tun hat. Ich rolle weiter. Ich verlasse die Autobahn, hole Geld und fahre wieder drauf, der Weg wurde mir so beschrieben. Es gibt keine andere Möglichkeit. Das Tal wird immer enger und endet mit einem Tunnel, die „armen“ Mazedonier haben hingekriegt was die Norweger bisher Mühe hatten, die Tunnelwände sind weiss gestrichen. Ich sehe was. „Dafür haben wir Motoren.“ Der meistgehörte Spruch hier. Es gibt aber auch andere, ich treffe Malinov und Leonid, zwei Lehrer auf ihrer täglichen Fahrradrunde. Leonid lädt mich zu sich ein, er kocht für mich, mit weiteren Freunden wird musiziert, er überlässt mir sogar sein Bett. Danke für deine Gastfreundschaft.

-Die Berichte kommen spät, ich hatte nicht den Drang einen Internetanschluss zu finden, zu posten, geniesse die Weiten der Landstrasse, geniesse die Reise. Ich bin auf dem Heimweg, freue mich auf mein Mädchen.

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