Lecco - Sirimione

In der Nacht holt mich Hundegebell aus dem Schlaf. Cynthia schläft ruhig weiter, wie ein Stein, ich bewundere das. Als nach einer ganzen Weile keine Stille einkehrt geh ich raus und puste in meine Pfeife. Nun ist auch Cynthia wach. Hinter dem Zelt erkenne ich nun den noch immer bellenden Hund. Ein grosser Terrier. Der veranlasst mich dazu, schon mal vorsorglich den Bambusstock der hier herumliegt in die Hand zu nehmen. Mir ist unwohl bei der Geschichte ich geh zurück ins Zelt. Der Hund verschwindet erst als unsere Nachbarn zu dritt rausgehen. Irgendwo auf dem Camping bellt er jedoch weiter.

Mit unserem Gefährt kommen wir, wie es scheint, nicht nach Lecco. Die Autobahn lässt uns nicht. So fahren wir weiter am See entlang in Richtung Oggiono. Es ist neun Uhr und die Anzeigen erläutern uns 20°C, dazu kommen Die Auspuffgase von den LKWs die neben uns die Strasse hinauf hächeln. Es ist verhext, bei Calzo zeigt unser Kilometerzähler 40 Kilometer, das Strassenschild nach Lecco 17. Nach der Abfahrt zur Adda gibt es noch einmal einen Anstieg, ab dann ist es ein Leichtes bis Bergamo. Vor der Stadt koche ich auf einem Parkplatz unter einem Baum ein Zmittag. Aus der geplanten kurzen Strecke ist bereits jetzt eine kleine Odyssee geworden. In Bergamo verlieren wir den Überblick komplett, erst sind wir mitten im Getümmel, dann fahren wir zwischen alten, leer stehenden Fabrikhallen, die wohl seit fünfzig Jahren abgerissen werden sollten und am Ende stehen wir an einer Autobahneinfahrt. Was wir fahren können ist eine Strasse die uns immer mehr weg bringt von unserem Ziel. Wir fahren Südwestlich und es dauert ganze 25 Kilometer bis wir das auskorrigieren können. In Urgnano kriegen wir die Wende, nun heisst es in der prallen Sonne auf der Schnurgeraden einige Kilometer gut machen. In der schönen Stadt Palazzolo sind wir unserem Ziel um einiges näher. Der Lago d’Iseo ist unser Ziel. Zuvor kaufen wir noch ein Stück Fleisch, Brot und eine Melone zum Abendessen. Alles um die Verluste auszugleichen. Die Dame auf dem Camping empfängt uns liebevoll, obwohl der Platz eigentlich nur für Caravan gedacht ist findet sich ein Stück Grün. Am Abend geht die Post ab, der „Dorf-DJ“ hat seine Anlage aufgebaut. Aus früh schlafen gehen wird nichts da wir so quasi neben der Bühne unser Zelt haben.

Ein bisschen übernächtigt bauen wir unser Zelt etwas später ab. Ab Adro läuft es wie geschmiert, wir können der immer gleichen Strasse folgen. Vor Brescia passiert vor unseren Augen ein Unfall. Nun eigentlich vor Cynthias Augen, denn in dem Moment habe ich nach hinten geschaut. Verletzt ist niemand, nur Blechschaden und ein ausgelöster Airbag. Mir ist leicht mulmig, das waren etwa 20 Meter dann hätte er mich auch erwischt. Glück gehabt. Kaum in der Stadt, keine viertel Stunde später, steht eine Kolonne. An deren Anfang steht ein Kleinbus neben dem eine blutende Frau liegt. Passanten versuchen die schreiende Frau zu beruhigen, Was zum Henker geht den hier ab?

In der Altstadt gönnen wir uns eine Pause und essen etwas in einem Restaurant. Mit wenig, viel machen, das kriegt der Koch in dem kleinen Lokal „Il Girasole“ sehr gut hin. Bis nach Bedizzole bleibt die Strasse flach, vor dem Gardasee liegt nochmal ein kleiner Hügel. Von da oben sehen wir zwar den See, dank der dämlichen Beschilderung fahren wir aber einmal mehr durch Kraut und Rüben. (Camping A - 2700m der Stasse folgen, wir fahren 2 Kilometer, nächstes Schild: Camping A – 3200m.?) Wir weigern uns und fahren beim nächsten Kreisel eine andere Ausfahrt. Innert eines Kilometers wechselt es von Bauernhöfen zu Ferienwohnungen. Auf einmal stehen wir am See, sogar in der Ortschaft, in welcher wir eigentlich schon vor einer Stunde sein wollten.

Cynthia begibt sich zu einem Touristeninfo, um heraus zu finden wie weit es bis zum Camping nun wirklich noch ist. Mit Glace kommt sie zurück und der Info dass es noch vier Kilometer in Richtung Osten geht. Bei stand vier Kilometer ist noch kein Camping in Sicht. Der Erste den wir findet ist das Camping Village, schon nach dem uns ein Schweizer sehr dumm, ich meine echt dumm, von der Seite anmacht wären wir gleich weiter. Als wir dann aber den Preis erfahren, fahren wir. 52 Euro für eine Nacht, 5 Euro zusätzlich für eine zweite, mit Stellplatzwechsel und das Ganze ist nur Standard-Packet.

Wer bitteschön bezahlt 52 Euro um in seinem eigenen Zelt zu schlafen? Dafür gäbe es ja schon ein Hotelzimmer. Im Schatten beraten wir uns: Weitersuchen, nach Verona fahren und für den Preis ein Zimmer nehmen oder Wildcampen. Die Frage erübrigt sich keine zehn Minuten später, auf einem kleinen, feinen Camping in Sirimione finden wir einen Platz und hüpfen in den Pool. Für Cynthia gibt es Stocki mit einem Zucchetti-Seeli.

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