Km 239 - 432_Weitnau - Bad Heilbrunn


Heute ist Mikes Geburtstag. Wir übernachteten in einem liebevollen kleinen Gasthof. Das Zimmer war sehr gemütlich, die Heizung trocknete unsere nassen Kleider und die Wirtsleute sind sehr herzlich. Nach einer kleinen Geburtstagstorte in Form eines YES packen wir uns warm ein und gehen zum Frühstück. Es ist Ostersonntag. Es gibt Eier, Schinken, Brot und Kaffee. Unsere Fahrräder wurden über Nacht in der Garage eingeschlossen. Uns so stehen sie nun da und erwarten uns in Vorfreude auf die heutige Tour. Unser Gastgeber hat uns schon gestern um ein Foto gebeten. So machen wir uns kurz vor der Abfahrt bereit für das Fotoshooting. Die ersten paar Meter verlaufen gut und die Sonne strahlt uns ins Gesicht. Aber schon nach der ersten Anhöhe wird der Weg kiesig und das Vorankommen anstrengend. Wir fahren weiter auf dem Radweg. Dieser wird nun zunehmend schneereicher und ehe wir uns versehen stecken wir mit den Rädern im Tiefschnee. Fahren geht so überhaupt nicht. Also schieben wir unsere Räder über fünf Kilometer durch den Tiefschnee. Nach langen zwei Stunden finden wir endlich wieder den Weg zur Strasse. Zwei Stunden gekämpft, fünf Kilometer zurückgelegt und völlig erschöpft fahren wir nun auf ein Strassenschild zu, welches uns höflich von Weitnau verabschiedet. Na vielen Dank. Die Nerven waren auch schon mal stärker und unsere Launen auch schon mal besser. So machen wir uns als erstes Mal was Warmes zu Essen. Das hilft. Nach dem Mittagessen werden wir mit einer schnellen Abfahrt belohnt und der Weg führt uns durch das verschneite Kempten und weiter über Wildpoldsried nach Unterthingau. Als Cynthia den Mc Donalds vor Marktoberdorf entdeckt ist sie nicht mehr zu bremsen. Chicken Nuggets müssen her. So gönnen wir uns einen Burger und ein Happy Meal und suchen den nächsten Camping raus. In ca. 10 Kilometer Entfernung liegt ein Jugendcamping. Den wollen wir anfahren. Gleich hinter Marktoberdorf in Rettenbach soll er liegen. Das schaffen wir noch. Oh je. Alles bergauf. So kraxeln wir über eine Stunde den Berg hoch auf der Suche nach dem Campingplatz. Als wir endlich nach ein paar Umwegen den Platz erreichen, bemerken wir, dass dieser geschlossen ist. Schade. Wir fragen somit eine Dame, die aus einem Hof kommt, ob wir direkt am See unser Zelt aufschlagen könnten. Sie verneint das und schickt uns in den Wald. Wir sind mittlerweile ziemlich erschöpft. Auf dem Weg zum Wald, der natürlich wieder oben liegt, fahren wir an einem jungen Herrn mit Pferd vorbei. Wir fragen ihn, ob er ein Stück Land besitzt, auf dem wir unser Zelt aufbauen dürfen. Das sei kein Problem, meint seine Frau, die gerade dazu stösst. Wir könnten unter den Obstbäumen schlafen. So stellen wir unser Zelt zwischen zwei Häuser auf eine kleine Wiese. Es ist ein wunderschöner Ort. Bald schon gehen wir schlafen. Die Nacht ist eisig und es schneit. Sehr viel Schlaf bekommen wir nicht. Am nächsten Morgen packen wir alles schon früh zusammen. Gerade als wir losfahren wollen, fragt uns eine Nachbarin, ob wir Lust hätten einen Kaffee zu trinken. Kaffee? Perfekt!. So dürfen wir ins Wohnzimmer. Die Familie Krumbacher besteht aus Mutter, Vater und zwei kleinen Söhnen. Sie haben eine sehr schöne Wohnung und zum Frühstück werden wir mit einem Osterlamm verwöhnt. Es war köstlich. Die ersten paar Kilometer geht es wieder den Berg rauf. In den Wald. Die Waldwege sind alle verschneit und noch durch den Sturm mit Bäumen übersäht. So bleibt uns nichts, als immer wieder umzukehren. Nach einer Stunde sind wir wieder auf der Hauptstrasse. Auf dem GPS entdecken wir, dass wir ein grosses „Omega“ gefahren sind. Aber das macht nichts. Die Strecke war wirklich schön. Und wann schiebt man denn sonst das vollbepackte Fahrrad über eine umgefallene verschneite Tanne mitten im Wald?. Wir fahren in Richtung Schongau. Huiii es geht schnell und weit hinab. Lange können wir ohne in die Pedale zu treten weite Strecken hinter uns bringen. In Schongau setzen wir uns in ein Café. Wir bekommen ein herzhaftes Frühstück mit Kaffee, Spiegeleier, Schinken, Joghurt und lauter weiteren leckeren Sachen. Fröhlich und super gestärkt fahren wir via Peiting nach Peissenberg. Als es anfäng die dicksten Flocken zu schneien wäre mal wieder eine Pause angesagt. Ein heisser Kakao oder so stellen wir uns vor. Bis wir ein offenes Restaurant finden, legen wir nun aber noch 38 Kilometer zurück. Durch starke Schneewehen, welche im Nu alles bedecken. Einen Kilometer weiter sind die Wiesen grün. Nur wir stehen da. Mit schneebedeckten Fahrrädern. Mitten im Grün. Schon ziemlich erschöpft treffen wir in Penzberg ein. Schliesslich haben wir uns die ganze Zeit auf eine Pause eingestellt, aber die kam ja einfach nicht. In Penzberg finden wir eine geöffnete Konditorei. Die Chefin ist sehr herzlich und schenkt uns für den Zuckerausgleich gleich zur Begrüssung eine Praline. Wir bestellen noch jede Menge Süssgebäck und lassen es uns gutgehen. Zum Abschied bekommen wir noch Süssigkeiten geschenkt. Für das nächste Zuckertief. Der nächste Campingplatz liegt 9 Kilometer entfernt. Den schnappen wir uns. Auf dem Weg dorthin halten wir noch an und holen uns Chips für den Gluscht. Der Camping liegt an einem See nach Bad Heilbrunn. Leider biegen wir zu früh ab und müssen am hinteren Seeufer entlang die Fahrräder durch Schlamm und Eis schieben. Das gibt uns fast den Rest. Fast. Denn kurz vor dem Camping erwartet uns noch ein Eisentor. Das heisst, Fahrräder abladen, durch die kleine Öffnung durchquetschen und wieder aufladen. Der Campingplatz ist wunderschön. Das einzige was fehlt sind die Besitzer. Wir warten eine Weile, aber es erscheint niemand. So stellen wir unser Zelt einfach mal auf. In letzter Sekunde. Denn der Graupel hat uns wieder eingeholt. Innert wenigen Minuten ist alles, aber wirklich alles, schneebedeckt. Sowas haben wir noch nie gesehen. Kurz nach dem Aufbau erscheint der Sohn der Besitzerin und heisst uns herzlich willkommen. Der Camping gefällt uns so gut, dass wir hier unseren ersten Pausentag einlegen werden. Nach sechs Tagen Schnee, Kälte und Regen gönnen wir uns eine Pause.

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