Km 1608 - 1756_Nagykanizsa - Zagreb


Mike ging es die letzten Tage nicht so gut. Er hat, als er eine Schraube angezogen hat, eine falsche Bewegung gemacht. Nun plagt ihn sein Rücken seit einigen Tagen. Zudem ist ihm wohl etwas nicht so gut bekommen, jedenfalls rebelliert sein Bauch… nach nun fast vier Tagen wirkt es, als wäre er wieder gesund. Der Rücken schmerzt nicht mehr und auch der Appetit ist wieder zurück. Nagykanizsa ist unsere letzte Station in Ungarn. Wir sagen dem Streichelzoo Lebewohl und kommen nur langsam in die Gänge. Mikes Bauch- und Rückenschmerzen sind heute besonders aktiv. Auch der stetige Gegenwind ist nicht unbedingt Gutelaunefördernd. So trampen wir neben- oder hintereinanderher direkt auf die Kroatische Grenze zu. Auf der ungarischen Seite ist die Zufahrt für Fahrräder verboten. Wir finden keinen anderen Weg, so nehmen wir halt doch die Autostrasse. Lustigerweise fängt später auf der anderen Seite in Kroatien der Fahrradweg direkt auf dieser Strasse an. Zuerst passieren wir den ungarischen Grenzposten. Der ist so verlottert und verlassen, dass im Innern des Grenzhäuschen ein Baum wächst. Es ist nur ein Schild da, das einem bittet, sich doch beim nächsten Grenzposten auszuweisen. Also fahren wir 50 Meter durchs Niemandsland und erreichen die Kroatische Grenze. Diese ist von Ungaren und Kroaten bewacht. Also zuerst dem ungarischen Grenzbeamten den Pass zeigen, dann 2 Meter das Fahrrad schieben, und dann nochmal dem kroatischen Grenzbeamten den Pass zeigen. Warten. Barriere wird hochgefahren, durchfahren. Schwuppdiwupp und schon ist man in Kroatien. Neuer Monat, neues Land. Unser Geld haben wir kurz vor dem Grenzposten noch gewechselt. Die Währung in Kroatien ist Kuna. Cynthia ist gestern Abend noch einkaufen gegangen und hat die letzten Forint ausgegeben. Umrechnen ist nun gefragt. Nachdem wir vorher immer durch 300 gerechnet hatten, rechnen wir nun in Kroatien durch sieben. Sieben Kuna sind in etwa ein Euro. Mike ist gar nicht fit und wir wollen eigentlich nur auf den erstbesten Camping. Aber wo ist denn der? Das GPS ist bei der Kroatienkarte nicht so verlässlich wie zuvor und auf der Karte hat wohl einfach einer mal hier mal dort ein Zelt hingemalt. Aber da finden wir jedenfalls nichts. Das erste Hotel, das wir finden ist ausgebucht. Das zweite ist geschlossen und das dritte kostet 80 Euro pro Nacht. Zu viel. Finden wir. Jedenfalls für dieses Hotel. Wie durch ein Wunder fahren wir an einem Campingplatz vorbei. Kein Schild, gar nichts. Wir sehen einfach ein paar Wohnwagen am Dubravsko Jezero. Das ist ein See direkt nach Prelog. Cynthia fragt nach einem Zeltplatz. Eigentlich ist das wohl kein Campingplatz, aber die Besitzerin weist uns eine kleine Wiese zu. Hier dürfen wir unser Zelt aufstellen. Aber nur unter der Bedingung, dass wir am nächsten Morgen gleich wieder fahren. Okay. Mike legt sich bereits um 13:30 Uhr ins Bett und Cynthia macht dies und das. Gegen 18:00 Uhr gibt es ein Stück Pizza. Mike sieht schon viel besser aus. Aber noch nicht so richtig gut. Auf dem Campingplatz wohnen herzliche Männer. Ausschliesslich Männer. Richtig typische Dauercamper. Gegen Abend wollte Cynthia nochmal auf die Toilette. Das Toilettenhäuschen ist abgeschlossen. Nur die Pissoirs sind zugänglich. Das ist etwas schwierig. Wir sind ja schon flexibel, aber das ist doch etwas kompliziert. Im Restaurant bekommt sie ausnahmsweise einen Schlüssel. Danke. Der Regen, der aufs Zelt tropft, weckt uns am morgen früh. Mike geht es bereits um einiges besser. Die Pause ab Mittag gestern hat ihm gut getan. Wir packen das pitschnasse Zelt zusammen und fahren in Richtung Zagreb. Bald schon reissen die Wolken auf und es wird ein herrlicher Tag. Der Weg führt und durch die Rebberge. Natürlich geht es bergauf. Die Gegend ist wunderschön. Durch Felder, Rebberge, kleine Dörfchen und weite Landschaften. Die Steigungen und Abfahrten sind jeweils mit 12% Neigung angeschrieben. Huiii. Rauffahren ist ein megachrampf, aber wenn es runter geht… dann macht es richtig Spass. Wir fahren über Slanje, Varadinske Toplice, Sudovec, Komin und St. Ivan Zelina. In Paukovec finden wir ein hübsches Hotel. Es hat erst vor einem Monat eröffnet. Wir zaudern nicht lange und checken ein. Mike legt sich wieder ins Bett. Es geht ihm schon viel besser, aber eben. Noch nicht ganz gut. Am Morgen starten wir nach einem deftigen Frühstück in den neuen Tag. Wir wollen nach Zagreb. Die Fahrt dauert 20 Kilometer. Kurz vor dem Stadtkern rutscht Cynthia mit dem Fahrrad aus. Sie fliegt regelrecht über den Lenker und landet direkt vor der Terrasse des Mc Donald. Der Schock ist um einiges grösser als die Verletzung. Die grüne Hose ist zerrissen. Oh no. Und das Knie ist etwas blau. Aber eigentlich kaum der Rede wert. Sie hatte Glück. Wir setzen uns in ein Kaffee und schreiben ein paar Postkarten. Anschliessend überlegen wir uns, wie der Tag gestaltet werden soll. Eigentlich wollten wir Warmshowers ausprobieren, aber wir bekommen entweder keine Antwort oder Absagen. Jedoch immer sehr nett. Unser Eindruck von Warmshowers ist sehr gut, wir haben wohl einfach den falschen Moment erwischt. Also trödeln wir nach einem feinen Mittagessen den ganzen Nachmittag in Zagreb rum und wissen nicht so recht was wir mit uns anfangen sollen. An einem Ort zu sein und zu entscheiden, dass man da bleibt, aber noch nicht weiss wo man schläft, ist irgendwie nicht so unser Ding. Also entscheiden wir uns für ein Hostel. Das Hostel heisst Chamäleon und ist dem Namen entsprechend gut getarnt. Wir haben es fast nicht gefunden. Es ist perfekt. Wir haben einen Viererschlag für uns alleine, können die Fahrräder ins Zimmer nehmen, haben schöne Badezimmer, eine Küche und alles was man braucht. Perfekt. Nachdem wir uns nun eingenistet haben, steigt unsere Laune. Wir wollen noch etwas durch Zagreb spazieren. Unser Weg führt uns zur Standseilbahn, welche tatsächlich folgenden Werbespruch hat: „die zweitbeste Standseilbahn Europas“. So lustig. Wir probieren sie aus, und sie ist wirklich ziemlich gut… Oben angekommen stehen wir vor dem „Museum of broken Relationships“. Das müssen wir uns einfach ansehen. Und es hat sich gelohnt. Menschen aus aller Welt schicken dem Museum Gegenstände, das sie an verflossene Lieben erinnert und schreiben ein Textli dazu. Dieses wird dann ausgestellt. Da hatte es zum Beispiel ein Hackbeil, welches ein gehörnter Ehemann brauchte, um die Möbel der Ex zu zerhacken. Oder ein Plüschtausendfüssler mit ausgerissenen Beinen. Hier war die Idee, dass das Paar, wenn immer sie sich sehen, einen Fuss abreissen wollen. Sobald das Tier keine Füsse mehr hat wollten sie heiraten. Offenbar wurde nichts aus der Liebe. Denn noch wenige Füsse sind am Plüschtier dran. Das Museum hat uns sehr gefallen und ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Nach einem kleinen Snack gehen wir zurück und geniessen die Ruhe. Mike geht es wieder richtig gut und er hat sich total in ein Buch vertieft. Cynthia ja sowieso.

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