Km 4712 - Km 4806_Kaynarca - Alkcakoca


Den Nachmittag in Kaynarca verbringen wir mit Blog schreiben und Ausruhen. Am nächsten Morgen starten wir wie gewohnt früh in den Tag und nachdem wir das gesamte Gepäck und die Räder vom zweiten Stock herunter getragen und alles beladen haben, kann die Fahrt auch schon losgehen.

Der erste Kilometer ist hart. Es geht steil berghoch und wir hoffen - während dem wir so vor uns her schieben - dass es nicht den ganzen Tag so bleiben wird. Bald schon geht es auch schnell den Hügel wieder runter und wir fahren direkt in einen Kreisverkehr ein, der sich mit der noch nicht oder nicht mehr befahrenen Autobahn kreuzt. Nur ganz knapp gelingt es Mike, dem heranpreschenden Bus auszuweichen.

Weiter geht die Fahrt immer schön auf dem Feldweg leicht bergab vorbei an weiten Feldern und müffeligen Hühnerfarmen. Wir erinnern uns an die damalige Fährüberfahrt von Korfu zum Festland... Auf einen Schlag verwandelt sich der Feldweg in eine Schnellstrasse. Keine Kreuzung, keine Tafel, keine sonstige erkennbare Zufahrt. Einfach so. Lange folgen wir so gerade aus dieser Strasse, umfahren die Absperrungen und wundern uns im Allgemeinen über die Existenz dieser Asphaltbahn. Irgendwann endet die Strasse. Keine Kreuzung, keine Tafel. Einfach so. Wir befinden uns zum ersten Mal mitten im Landleben der Türkei. Auf Cynthias T-Shirt feiern an die fünfzig Fliegen eine Party und die paar ausgeschlossenen lümmeln auf Mikes Rücken rum. Wir passieren einige Kuhherden, oder eher Kuhgrüppchen, welche von ihren Hirtinnen und Hirten auf der Strasse geführt werden.

Nach den - ausser dem ersten Stück - sehr gemütlichen ungefähr zwanzig Kilometern, geht es nun wieder steil berghoch und runter und hoch und runter. Alles vorbei an Bauern, kleinen Dörfern und Feldern. Immer wieder gelangen wir auf die riesige Autostrasse, die abwechselnd abrupt mal anfängt und dann wieder aufhört. Ein riesiger Bau. Ende nicht in Sicht. Sinn irgendwie auch nicht. Vor dem Mittag erreichen wir nach knapp dreissig Kilometern - kurz vor Denizköy - den Ormantik Park. Dieser wird von einem sehr herzlichen Türken, seit vielen Jahren lebhaft in Hamburg, geführt. Wir geniessen einen ausgedehnten Schwatz mit ihm. Viele uns Gleichgesinnte haben schon bei ihm Halt gemacht. Wir bekommen einige super Tipps mit auf den Weg. Schön wars.

Die anschliessende Strecke verwöhnt uns wieder mit ihren Geraden. In Karasu - ein Ferienort von und für Türken - sind wir für den Zmittag noch zu früh dran. So folgen wir weiter unserer Strasse D010 - immer noch super gemütlich gerade aus - bis Kadiköy. Hier gönnen wir uns am Meer einen Zmittag. Cynthia ist wie so oft das einzige weibliche Wesen in der Umgebung. Und so geniessen wir, umringt von vielen gemütlichen Herren, unsere Köfte und Toast.

Es ist ungefähr 14:00 Uhr und wir fühlen uns fit. Das Tagespensum haben wir bereits erreicht, aber warum sollten wir für heute aufhören? Weil man immer aufhören soll, wenn es am schönsten ist! Gopf, Pédaleurs! Lernt ihr eigendlich nie dazu?! Ihr merkt, wir sind weiter gefahren und es wurde ätzend. Hügel um Hügel um Hügel. Sooo steil. Hier waren wohl albanische Gastarbeiter am Werk. Hahaha. Insiderwitz für die, die regelmässig Blog lesen. Anyway. Wir sind fix und foxi. Schon lange suchen wir einen Schlafplatz. Wild, Hotel oder was auch immer. Uns egal. Aber wir finden nichts. Nichts.Tatsächlich finden wir erst in Alkcakoca ein Hotel. Wucher. Wir fahren weiter.

Am Ende der Stadt stehen wir vor einem Camping. Sollen wir es noch einmal wagen? Dieses Mal sind wir schlauer. Zuerst alles anschauen, Preis abfragen, handeln. Perfekt. Zu einem sehr akzeptablen Preis checken wir direkt am Meer ein. Sehr schön hier. Wir gönnen uns vor der Dusche noch ein Bad im Schwarzen Meer und kriechen anschliessend ins Zelt.

Vor dem Einschlafen treffen wir noch die Abmachung, dass wenn die Nacht gut ist, wir gleich noch eine zweite anhängen. Und so kommt es, dass beide Pédaleurs am nächsten Morgen hellwach mit ganz fest zusammengedrückten Augen und bewegungslos im Zelt liegen, dass weder der eine noch die andere das Gefühl bekommen könnte, die Nacht sei nicht gut gewesen... Wir gönnen uns einen freien Tag.

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