Km 5468 - Km 5688_Samsun - Giresun


Bevor wir Samsun velassen gehen wir nochmals zu unserem Stammbäcker „Helimağa“, der ist nahe dem Camping gelegen und macht wunderbares Brot. Wir nehmen noch eine Art Marmorkuchen mit, welchen wir bei der ersten Pause verzehren. Wir sind wieder der Mittelpunkt, an die Huppereien haben wir uns gewöhnt aber es ist Wahnsinn wie sich die Leute um uns reissen. Das ist ganz ungewohnt. So liegen wir dann in Çarşamba auf einer Bank im Schatten, Cynthia liest und Mike geniesst ein kleines Mittagsschläfchen, da kommt einer angetrabt mit seinem Telefon am Ohr, spricht in einer Lautstärke in das Gerät. Als er auf unserer Höhe ist bleibt er einfach stehen, sein lautes Geplauder holt Mike allmählich aus seinen Träumen und gibt Cynthia derweil Zeichen dass er gleich für uns da ist. Der Blick auf den Velocomputer verrät dass er seit sechs Minuten vor uns steht und telefoniert, immer mit seinem Finger in der Luft, dass wir warten sollen. Als er auflegt stellt sich heraus dass er ein wenig deutsch spricht. Er setzt sich neben uns auf die Bank, da Mike inzwischen so etwas wie wach ist hat es genug Platz. Die erste Frage, wer weiss sie? Richtig, wir sind verheiratet. Was wäre wohl, würden wir nein sagen? Egal, anderes Thema. Nach dem das geklärt ist, erfahren wir von ihm dass er in Deutschland gearbeitet hatte und jetzt hier der Tourismusdirektor ist. Hatten wir den nicht schon einmal? Sehr freundlich keine Frage, aber als die Themen dann durch sind, steht er nicht etwa auf und geht weiter, neeein, er zückt sein Telefon und telefoniert mit insgesamt drei weiter Gesprächspartner. Cynthia muss sich das Lachen schwer verkneifen, schlafen und lesen ist nun echt nicht mehr. Mit dem Beginn des Azan steht er dann auf und geht so schnell wie er gekommen ist. Die Nacht verbringen wir in Terme. Ist das ein chaotisches Städtchen, man stelle sich vor, Zürichs Niederdörfli (Also die engen Gässli zwischen Central und Bellevue) befahren in beider Richtungen. Das ist enger als eine zu klein gekaufte Jeans und besonders dann wenn dann noch einige sich entschliessen zu parkieren. Wir beziehen ein kleines, nettes Hotel und gehen was essen. In den engen Strassen hat man die Wahl zwischen Köfte, Köfte, Pide und Köfte. Wir gehen heute Pide essen und beobachten wie sich draussen die Leute an ihren Autos, über Kratzer und Dellen ärgern. Wir wissen jetzt nicht genau was schlimmer ist, der eine der wie ein Ochse hier durchbrettert und jedes Fahrzeug touchiert oder die, die ihre Autos in zweiter Reihe dem Ochsen zum Frass geworfen haben, wir erinnern uns, es ist eng hier. Die Nacht haben wir voll ausgekostet, sind verhältnismässig lange liegen geblieben, und trotzdem da es flach ist und wir sanften Rückenwind haben sind wir schnell in Ünye. Bei einem kalten Eistee, hahaha Rahm Chantilly, kommt ein älterer Herr zu uns und fragt uns ob wir denn Französisch sprechen. Es ist zwar nicht das Beste, aber ja schon, Mike unterhält sich eine Weile mit ihm. Der Mann hat nie in Frankreich gearbeitet, er war sein Leben lang hier, es war die Neugier und der Klang der französischen Sprache, die ihn dazu bewegten sie sich selber bei zu bringen. Er wünscht uns eine schöne Reise und Bon Courage.Zum Zmittag sitzen wir in Fatsa in einem Park im Schatten, Mike besorgt in der Köftestrasse eine Pizza. Im Pizza Palace bekommt er die beste Pizza der Türkei, bis die fertig ist freut sich der Besitzer ab seinem Besuch, inklusive Foto und Facebook-Business. Nach dem Essen ist es noch gar früh und so fahren wir weiter. Auf den Tunnel der hier mit Ordu verbindet haben wir echt keine Lust, das GPS zeigt etwa vier Kilometer an, so fahren wir um die Landzunge in Richtung Caytepe. Wie aus dem Nichts kommen auf einmal Steigungen auf uns zu. Wääääs? Darauf sind wir nach dem gechillten Tag so gar nicht vorbereitet, der Schweiss läuft nur so in Strömen. Vor Caytepe finden wir zufällig ein Camping auf dem wir dann zweimal schlafen. Mike verzichtet auf Köfte zum Abendessen.Jetzt Mal so eine Frage von Köchen: Warum zum Henker gibt es hier nur Köfte? Zur Verteidigung, das ist immer noch besser als der ewige griechische Salat in Griechenland und wer hat Hacktätschli nicht auch gern. Aber was haben die Türken damit? Als Beilage gibt es immer die aufgeschnittene Tomate und die immer gleiche grüne Peperoni vom Grill. Weiss da wer mehr als wir? Warum nicht mal Reis oder Bulgur als Beilage, wir sind an Duzenden Fabriken und Strassenständen vorbei gefahren, es gibt hier mehr als genug Reis und Linsen in allen Farben? Oder Auberginen und Kartoffeln halbiert und grilliert, in Mehl und Ei gewendet. Eine Zwiebel angeröstet. Oder etwas mit Pfefferminze, auf dem Zeug stand die Nacht sogar unser Zelt. Klar gibt es noch Pide und çorba, aber auch das ist irgendwann mal gut. Wir stellen uns gerade vor wenn wir 29 Jahre lang immer nur Köfte gegessen hätten. Da hat der Schweizer Glück dass er mal zum Thai, Chinesen, Inder oder Libanesen gehen kann wenn ihm die tägliche Rösti aus den Ohren hängt. Mike kriegt ab der Monotonie schon fast die Krise und wieder das jucken in den Fingern. Laut Wikipedia gibt es in der Türkei 291 Köfte Sorten und die Bilder dazu sind abwechslungsreicher als die Realität. Die erste Mahlzeit nach der Grenze in Ypsala war so viel versprechend.In Ordu sitzen wir in einem Restaurant und essen das zweite kulinarische Vergehen der Türken, Tost. Also so wie Toast nur halt ohne Schinken, dafür mit Suçuk. Sorry, aber Suçuk ist nichts feines, dann doch lieber Köfte. Cynthia fällt jedes Mal auf die Versuchung herein und ist dann enttäuscht. Die Dame versicherte Ihr noch das es ein Spezieller Tost aus der Region ist, war es dann doch nicht, schmeckt gleich wie die Male zuvor. Wir treffen eine Schweizerin die mit ihrem Mann und Sohn in Istanbul lebt und sich mit der Familie auch gerade die Türkei anschaut. War nett mal wieder auf Schweizerdeutsch. Die Leichtigkeit des Rollens trägt uns nach Giresun wo wir wieder in einem kleinen Hotel liegen. Denn der Camping der als solcher angeschrieben war, war keiner und wild Campen liegt zu Zeit schlecht drin.Gerade sitzen wir nun hier im Hotel – mit Blick auf den Hinterhof – und hoffen, dass der kleine minimini Abfluss das Wasser, das gerade wie aus Kübeln vom Himmel kommt, auch abtragen kann. Das Wasser hat bereits eine Höhe von 2, 3 oh jetzt sind es 5 cm.

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