Km 5688 - Km 5823_Giresun - Trabzon


Nach unserer Ankunft in Giresun beschliessen wir, zwei Nächte zu bleiben. Den freien Tag verbringen wir damit, die Burg zu besichtigen. Dafür nehmen wir einen steilen Anstieg in Kauf. Diesmal aber zu Fuss. Wir kommen ziemlich ins Schnaufen. Oben auf der Burg hat es einen herzigen Park. Unter den Bäumen kühlen wir uns ab. Am Abend gönnen wir uns noch ein Dinner auf der Dachterrasse eines Restaurants.

Nach dem Verschlafen fahren wir weiter auf der 010, immer schön dem Schwarzen Meer entlang. Wir fahren vorbei an Kesap, Espiye und Tirebolu. In der Nähe von Görele packt uns ein Hüngerchen. Kaum stellen wir die Fahrräder ab, werden wir auch schon angesprochen. Diesmal auf Englisch. Eine schöne Abwechslung. Der Herr - der uns weder seinen Namen verrät, noch von sich ein Foto machen lassen will - lädt uns zu Essen und Tee ein. Wir unterhalten uns ein bisschen mit ihm und geniessen das feine Zmittag. Die Fahrt geht anschliessend weiter über Eynesil bis Vakfikebir. Hier nehmen wir uns das erste Hotel. Es ist so wie es scheint, auch das einzige. Hier in Vakfikebir ist ungefähr so viel los, wie man es von einer Stadt mit nur einem Hotel erwartet. Und so verbringen wir den Nachmittag grösstenteils auf dem Zimmer.

Heute fahren wir nach Trabzon. Ein Meilenstein, den wir seit Istanbul anstreben. Durch die immer noch relativ flache und gerade Strasse in Richtung Osten, erreichen wir die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz bereits gegen Mittag. Trabzon ist eine grosse Hafenstadt mit ungefähr 300´000 Einwohnern. Die Einfahrt ist wiederum spektakulär. Tuut, huup, lärm, krach. Wir sind es uns ja schon gewohnt. Dank GPS finden wir das Hotel, welches wir bereits im Vorhinein gebucht hatten, sehr schnell. Etwas östlich der Stadt gelegen checken wir ein. In Trabzon haben wir so einiges vor. Zum einen, werden wir hier unser Visum für den Iran beantragen. Und noch etwas Besonderes erwartet uns in Trabzon. Ein Päckli. Juhuii. Transa hat unser aufgebombtes Mätteli ersetzt und uns das neue Produkt per Post geschickt. Den Nachmittag verbringen wir mit Entspannen. Wir geniessen den Ventilator im Hotelzimmer, die ruhige Lage und das verlässliche Internet.

Bis wir die Referenznummer für das Visum im Iran erhalten haben, brauchen wir gar nicht erst in der Botschaft aufzukreuzen. So steht der erste Tag in Trabzon unter dem Motto "Päckli abholen".

Also für uns ist ja wirklich fast alles ein Abenteuer. Eben auch das Päckli abholen. Dadurch, dass wir kein Wort verstehen und nur die wenigsten Türken hier Englisch sprechen, ist die Suche nach dem Päckli eine Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Als erstes Wandern wir zu der Adresse, an der sich gemäss Internet die Hauptpost befinden soll - am Ende des Tages werden wir auf der Suche nach dem Päckli über 300 Höhenmeter und 24 Kilometer zurückgelegt haben. Die Adresse finden wir schon bald. Aber da ist keine Post. Zwei nette Männer erklären uns, dass die Hauptpost im Zentrum liegt. Was ja auch Sinn macht. So machen wir uns auf den Weg ins Stadtzentrum. Huiuiui. Ob das Päckli wohl an die Hauptpost ging, wenn wir ja die andere Adresse - die es by the way gar nicht gibt - angegeben haben? Spannung steigt.

Gegen Mittag erreichen wir das Zentrum und finden mit Hilfe einiger Einwohner die Hauptpost. Kaum sind wir eingetreten, werden wir direkt von den Wachmännern angesprochen. Ohne, dass wir unser Anliegen gross Äussern müssen, scheint bereits alles klar. Wir sollen zuerst mal zum Chef. Durch die Abschrankung hindurch. Man ist uns gegenüber sehr hilfsbereit. Also wir machen eigendlich nicht so viel. Geben nur die Nummer ab, setzen uns hin und lächeln. Es wird telefoniert, getippt, telefoniert, gerufen, telefoniert, getippt. Eindeutig Chefsache. Und der macht seine Sache wirklich gut. Denn unser Päckli taucht auf dem Radar auf. Die von uns angegebene Adresse existiert nicht, das Päckli ist noch an der Verteilstation in der Nähe des Flughafens. Wir sind erleichtert, dass das Päckli überhaupt irgendwo ist.

So gehen wir zurück zum Hotel, schnappen unsere Räder und machen uns auf in die sechs Kilometer entfernte Verteilstation der Post. Mittlerweilen ist es sechzehn Uhr. Aber die Post ist noch geöffnet. Wir kommen sofort an die Reihe - ausser uns hat es keine Kunden - und zeigen unsere Nummer. Es wird telefoniert. Wir werden gebeten, einem jungen Mann in Uniform zu folgen. Dieser führt uns durch Gänge und Büros des Postgebäudes. Zum Chef. Es wird telefoniert, getippt, gelächelt, gewartet, telefoniert, gerufen, telefoniert und getippt. Wir sollen dem jungen Herrn in Uniform weiterhin folgen. Es geht durch andere Gänge und Büros des Postgebäudes. Zu einem Mann. Führt sich auf wie Chef, ist aber keiner. Unser Päckli liegt auf seinem Schreibtisch. Es ist zum Greifen nah. Aber zuerst wird telefoniert, getippt und telefoniert. Und dann. Ja dann. Dann wird mit dem Daumen am Zeigefinger gerieben. Alles klar. Die Sprache verstehen wir auch. Der erste Schein reicht nicht. Es müssen noch vier weitere hinterher. Nachdem wir die 80 Lira berappt - oder eben bekurust - haben, halten wir das Päckli in der Hand. Juhuii. Päcklimarathon erfolgreich gemeistert.

Wir danken dem TRANSA Team Zürich von Herzen für Ihren Einsatz und den ausgesprochen hervorragenden Kundenservice.

Wieder im Hotel angekommen, sind wir ziemlich geschafft. Wir checken so nebenbei die Mails und fallen fast vom Stuhl. Die Referenznummer für das Iranvisa ist da. Juhuii. So ist der nächste Tag auch schon verplant. Schon früh am Morgen ziehen wir los. Eingemümmelt in die Kleider, die vom Iran vorgeschrieben sind. Die langen Hosen tragen wir ja schon seit über einem Monat und das Kopftuch haben wir auch schon in Istanbul besorgt. Aber ein langärmliges Shirt? Das haben wir noch nicht. Weil jetzt alles sehr schnell geht, improvisieren wir halt. Cynthia zieht sich zusätzlich zur Hose und dem Kopftuch ein langärmliges Icebreaker Merino Shirt an. Darüber ein wallendes, ärmelfreies Shirt. Sieht ganz ordendlich aus, entspricht den Vorgaben und ist uuuuuunglaublich megaheiss.

Das Konsulat öffnet um 9:00 Uhr und wir sind pünktlich da. Wir müssen einige Kopien, Passfotos, Einzahlungsbestätigungen und weitere Angaben aushändigen. Wie das alles so ganz genau geht mit dem Visum, werden wir euch in den nächsten Tagen auf unserer Webseite detailliert beschreiben.

Gegen MIttag haben wir alle erforderlichen Unterlagen eingereicht. Nun heisst es warten. Sechs Tage. Dann können wir das Visum abholen. Sechs Tage auf das Visum warten bedeutet sechs Tage frei. Ferien. Au ned schlächt.

Wie oft wir wohl Stomausfall haben werden? Aktueller Rekord liegt bei viermal in drei Tagen...

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