Km 10918 – Km 10944_Mumbai


Wir bekommen nur wenig Schlaf. Nach dem verschärften – haha Wortspiel – Frühstück checken wir aus. Unter Beobachtung packen wir die Räder und wollen losfahren. Pffffff. Ein Platten. Cynthias Hinterrad ist flach. Wir nutzen die Gelegenheit direkt und machen einen neuen Schlauch und einen der neuen Pneus drauf. Wir fahren los. Nach fünf Kilometern macht es Pfffff. Ein Platten. Cynthias Hinterrad ist flach. Häää? Hatten wir das nicht schon mal? Ja. Äbe. Das ist ja das Blöde dran. Der neue Pneu. – ja, auf den wir Wochen gewartet und mit all den Lieferkosten etc. ein Vermögen bezahlt haben – ist defekt. Fehlproduktion. So ein Pech. Wir setzen uns also mitten in der Stadt an den Strassenrand und ersetzen den Nagelneuen Pneu mit einem anderen Nigelnagelneuen Pneu. Die fünfzehn Inder, die uns im Halbkreis stehend beobachtet haben, wissen nun auch wie das geht.

Irgendwann können wir dann – etwas entnervt – weiterfahren. Während der insgesamt sechsundzwanzig Kilometern Fahrt erleben wir mehr, als wir aufnehmen können. Der Verkehr ist unglaublich. Es hat Motorräder, Autos, Fussgänger, Lastwägen, Kühe, Ziegen, Rikshas, Hunde, Schlaglöcher und unbeachtete Ampeln. Aus dem Strassenboden ragen lange, metallene Klingen. Ein Flugzeug kreuzt uns im Landenanflug, es ist so nah, dass wir es fast hätten greifen können. Ein Zug fährt türlos seines Weges. Ein Dutzend Menschen werden in Mumbai tagtäglich von dieser Klapperkiste überrollt. Wir fahren vorbei an Hühnerkäfigen, Strassenküchen, Villen und Slums. Und überall sind Menschen. Richtig, richtig viele Menschen.

Am Hotel angekommen werden wir abgewiesen. Der Hotelier weiss nichts von einer Buchung und schickt uns weg. Na dann. Wir fahren also weiter. Direkt gegenüber des Hauptbahnhofes befinden sich einige Hotels. Wir entscheiden uns für eines der oberen Preisklasse. Denn ein Zimmer mit ein paar Tauben und verschwitzten weisser Tanktops tragender Indern zu teilen stüdelen wir lieber noch etwas heraus.

Nach dem Einchecken – wiederum tatkräftig von vielen helfenden Händen unterstützt – spazieren wir durch den Bazar, finden ein super Restaurant, kaufen SIM-Karten für Indien, reparieren die Räder und machen dies und das was halt so anfällt.

Anschliessend marschieren wir zum Gate of India. Auch hier treffen wir nach der Personenkontrolle auf uuunglaublich viele Menschen. Verrückt. Nachdem wir wieder zurück spaziert sind, und einige Male das Angebot für Weed, Weed, good Weed ausgeschlagen haben, wachen wir die Kleidung, holen uns Abendessen und ziehen uns anschliessend ziemlich geschafft in unser Zimmer zurück. Die Eindrücke der vergangenen Tage schwirren in unseren Köpfen. Es ist schwer, sie alle in Worte zu fassen.

Heute wollen wir auf die Elephant Island. Um das Boot zu erreichen, nehmen wir ein Taxi ans Gate of India. Dort angekomen, preist uns ein alter Mann eine Stadttour an. Er ist uns so sympathisch, dass wir unsere Bootstour auf den Nachmittag verschieben und uns zu ihm und seinen Neffen ins Auto setzen. Drei Stunden dauert die Tour. Und sie lohnt sich richtig.

Zuerst fahren wir zu Asiens grösstem Waschsalon. In einem Hinterhof befinden sich unzählige Brackwasserbecken. Hier werden Hotelwäsche und Privatkleider gewaschen. Nebenher wird rasiert, geduscht und Zähne geputzt. Es sind unzählige Menschen vor Ort und alle arbeiten fleissig. Es geht zu und her wie in einem Ameisenhaufen. Die Wäsche an sich trocknet an Leinen und auf den Dächern der Wellblechhütten.

Als nächstes besichtigen wir das Fischerviertel. Hier hängen Fische zum Trocknen, Fischer ziehen ihre Netze an Land und wiederum schleppen unzählige Hände die Beute von einem Ort zum andern.

Dann geht es in den Park. Dieser liegt über dem Frischwasserbecken der Stadt. Danach fahren wir entlang der Küste, vorbei an den Hotelburgen, welche ganz in der Hand der Perser liegen.

Nachdem wir dies und das bewundert haben, der alte Mann uns immer genau die Position für das perfekte Foto gezeigt hat, wir noch in einem Hindutempel waren und dreimal unser Wagen von Passanten angeschoben werden musste, fahren wir zum ehemaligen Haus von Mahatma Gandhi. Dieses wurde zu einem Museum umfunktioniert und besteht grösstenteils aus Fotos aus Gahdhis Leben.

Auf der gesamten Tour bewundern wir viele Bauten der Stadt. Da England hier seine Finger im Spiel hatte, gleicht Mumbai sehr stark der Stadt London. Einige Bauten sind sogar originalgetreu nachgebaut. Eigentlich ein perfekter Urlaubsort für Englandfans, dies gerne warm haben.

Zurück am Gate of India machen wir uns auf die Suche nach der Bootanlegestation. Die Schlange vor dem Eingangstor ist mehrere Hundert Meter lang. Wir verzichten daher auf diesen Ausflug und lassen uns lieber noch etwas vom Trubel der Stadt hinreisen. Eine Tätowiererin, die auf offener Strasse, auf dem Boden sitzend ihrem Job nachgeht hat es uns besonders angetan. Hepatitis ahoi.

Nach einem feinen Essen zieht es uns noch in den Hauptbahnhof. Dieser ist berühmt für seine zwei Millionen Passagiere pro Tag. Die Halle ist zwar gross, stellt denjenigen in Zürich jedoch nicht in den Schatten.

Zurück im Hotel widmen wir uns unserer Ruhe. Wir schreiben Blog, surfen etwas im Internet und bereiten uns emotional auf das Kommende vor. Denn schon morgen startet unser Abenteuer Indien per Fahrrad.

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