Km 13297 - Km 13439_Manpur - Agra


Wir Schlafen ganz gut. Als der Wecker klingelt, hören wir, wie sich ein Gewitter ankündigt. So beschliessen wir, uns nochmal auf der Schutzdecke - die wir ausgelegt haben - umzudrehen und schlafen noch zwei Stunden. Gegen halb neun verlassen wir das Hotel. Der Besitzer - übrigens ein richtig herzlicher Mann - verabschiedet uns mit viel Winken und guten Wünschen. Es geht immer weiter in Richtung Osten. Heute ist wieder Tierlitag. Dromedare ziehen schwere Karren, Kühe suchen Grass zwischen den Strassenabschnitten und die Schweine suhlen sich im Abfall. Zwischendurch passieren wir auch tote Kühe oder Dromedare - dem Platzen nahe. Einmal sogar nur das Gerippe. Weggeräumt wird selten. Wir sehen wieder unzählige Streifenhörnchen, hören Pfaue, und erschrecken ungewollt sträundende Hunde. Dass es in Indien viele Menschen hat ist ja bekannt. Aber diese Tierevielfalt ist noch beeindruckender. Überall. Auf dem Feld, auf der Strasse, vor dem Laden. Immer und überall. Mittagessen gibts im Nirgendwo. Nach dem offiziellen Selfie - bei denen sich übrigens nie jemand für die Fahrräder interessiert und Mikes Kopf meistens abgeschnitten wird - gibts Essen. Wir haben natürlich keine Ahnung was wir bestellt haben. Und so überrascht es uns wenig, dass wir einen Topf voll mariniertem Blumenkohl bekommen. Mahlzeit. Kurz vor Bharatpur werden wir von einem Deutschen überholt. Er hat sich eine Enfield - das sind hier gängige Motorräder - gemietet und fährt einige Wochen durch Indien. Leider ging der Schwatz nur kurz, aber man sieht sich ja immer zweimal. In Bharatpur nehmen wir uns nach 80 Kilometern ein Hotel und schmeissen für unser Abendessen das erste Mal seit langem wieder einmal unseren Kocher an. Er ist übrigens kaputt. Aber Ersatzteile sind bereits auf dem Weg... Die Spaghetti konnten wir dann aber doch noch kochen - und die waren richtig fein. Nur noch knapp sechzig Kilometer bis Agra. Wir starten mittelfrüh unseren Tag und fahren die gesamte Strecke entlang der Autobahn. Es ist ein gemächlicher Tag. Die Strasse ist weiterhin flach, es ist viel los, aber ab und zu gelingt es uns, nebeneinander zu fahren. Und sogar zwei ruhige Pausen konnten wir geniessen. Agra erreichen wir kurz nach dem Mittag. Die Stadt ist hektisch. Unser Hotel finden wir direkt an der Hauptstrasse gelegen. Wir nehmen uns ein Zimmer für zwei Nächte und lassen unsere Räder in der Garage einschliessen. Am Nachmittag nehmen wir uns ein Tucktuck zum Big Bazaar. Indiens Supermarkt. Die Fahrt führt uns durch enge Gassen, unzählige Mechanikerläden und endet bei einer verlassenen Mall. Big Bazaar ist nicht mehr hier. Aber ein Mc Donalds. Au guet. Nach dem Essen gucken wir uns noch etwas in der verlassenen Mall um und spazieren anschliessend zu einem anderen Verkaufsladen. Hier finden wir wenigstens unser Shampo. Anschliessend wollen wir zurück ins Hotel. Das Tucktuck das uns mitnimmt ist ganz in Ordnung. Aber der Fahrer... ohjemine. Also kurzum, es waren zwei Fahrer. Sie pressen sich zusammen auf den Fahrersitz und sind total aufgeregt, weil sie uns jetzt fahren. Leider können beide nur Hindi und trotz unserem Hotelvisitenkärtchen sind sie völlig aufgeschmissen. Sie haben keine Ahnung wo es lang geht. Insgesamt halten wir dreimal an und die Fahrer steigen aus. Wild gestikulierend besprechen sie sich mit anderen Tucktuckfahrern, wo wir den wohl hinwollen könnten. Dass wir den Weg selber wissen, wird strikte ignoriert. Irgendwann halten wir wieder an. Die Fahrer haben Durst. Sie bestellen Wasser und Brausepulver. Zuerst mal eine Stärkung. Nach etwa fünf Minuten geht es unter Schnoderen und Schnüüzen weiter in unsere Richtung. Beinahe eine Stunde brauchen wir für die Fahrt von etwa fünf Kilometern. Als wir dann im Hotel ankommen, verlangen die Fahrer einen völlig überrissenen Preis. Tja, Wenigstens sind wir da, wo wir hinwollten. Den Abend verbringen wir mit Zimmerservice und Internet. Richtig gemütlich. Da wir das Fenster - ja, wir haben ein Fenster, juhuiii - direkt zur Hauptstrasse raus haben, bekommen wir nur wenig Schlaf. Daher verpfuusen wir den kommenden Vormittag und schaffen es nicht wie geplant bei Sonnenaufgang am Taj Mahal zu sein. Isch ja gliich. Wir ziehen nach einem kräftigen Frühstück kurz vor Mittag los. Heute weiss der Fahrer genau, wo wir hinwollen. Am Taj Mahal angelangt, sieht man nocht nicht viel von dem prächtigen Gebäude. Zuerst muss man etwa dreihundert Meter durch den Park gehen. Alternativ kann man sich auch ein Golfwägeli mieten oder eine der Kutschen besteigen, die von den kränklichen Dromedaren gezogen werden. Wir verzichten und spazieren zum Eingangsbereich. Es gibt extra Anstehschlangen für Ausländer. Als Inder bezahlt man 20 Rupien Eintrittsgeld. Als Ausländer 750. Anschliessend besorgen wir uns noch einen Audioguide. Respektive die Quittung dafür. Nachdem wir uns in die lange Schlange gestellt haben, gefilzt wurden und beim Eintrittstor die Quittung gegen den Audioguide eintauschen konnten, sehen wir endlich das riesige Mausoleum vor uns. Der Taj Mahal ist wirklich sehr, sehr beeindruckend. Und die Geschichte dahinter natürlich auch sehr romantisch. Hat doch der Erbauer das Mausoleum für seine liebste Frau errichtet, die ihm nach der Geburt des vierzehnten Kindes innerhalb neunzehn Jahren verstorben ist. Die Gebeine liegen so im Mausoleum, dass sie in Richtung Mekka schauen und die Verstorbene bei einer erwarteten Auferstehung direkt in die richtige Richtung geht. Alles ist mit weissem Marmor gesäumt. Überall hat es Blumen und Verzierungen. Wirklich schön. Wir schlendern durch das riesige Areal, welches ausser dem Mausoleum auch eine Mosche, eine Parkanlage, Wasserläufe und Minarette beherbergt. Und noch vieles mehr – richtig schön. Aber das guckst du dir am besten selber an. Morgen gehts weiter. Nach Nepal. Wir freuen uns riesig!

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