Km 14751 - Km 15010_Bangkok - Nakhon Ratchasima


Erster Fahrtag in Thailand und schon haben wir verschlafen. War ja auch aufregend gestern. Nach dem Zmorgen wagen wir die ersten Tritte in die Pedale. Zuerst müssen wir mal aus der Agglomeration raus. Die Strasse ist sehr gut, der Verkehr übersichtlich und wir merken bereits jetzt, dass das Fahren in Thailand um einiges entspannter werden wird als noch vor wenigen Wochen in Indien. Die meiste Zeit über führt uns die Strasse heute gerade aus. Wunderbar. Wir kommen zügig vorwärts und pedalieren die meiste Zeit entlang der Hauptstrasse auf dem Pannenstreifen. Aber etwas ist anders hier in Thailand. Es ist heiss. So richtig heiss und feucht. In Indien und Nepal haben wir ja auch viel geschwitzt. Aber mit Thailand ist das keinesfalls zu vergleichen. Schon nach wenigen Kilometern sind wir pitschnass. Zu unserer Freude hat es entlang der Strasse in regelmässigen Abständen sehr gut ausgestattete Tankstellen. Hier kann man einkaufen, was das Herz begehrt. Und sich waschen. Fabelhaft. Immer mal wieder halten wir an, gönnen uns einen Snack und waschen unser Gesicht. Wir können uns gar nicht erinnern, wann wir das letzte Mal in den Genuss dieses Luxus gekommen sind. Während der heissesten Zeit des Tages - so gegen ein Uhr Nachmittags - macht es plötzlich pffffff. Einen Platten. Mike ist mit seinem Hinterrad über einen Nagel gefahren und der hat gleich den Schlauch auf beiden Seiten durchbohrt. Super. Also lösen wir das Bremskabel, nehmen die Packtaschen ab, schrauben das Hinterrad aus und machen uns an die Löcherflickerei. Dank der Feuchtigkeit wollen die Kleberli aber nicht halten und wir können den Schlauch nicht flicken. Dass sie nicht halten, haben wir aber natürlich erst gemerkt als das ganze wieder ins Rad eingespannt war. Umso frustrierter packen wir einen neuen Schlauch aus und die Hebelei beginnt von vorne. Völlig geschafft von der Hitze werkeln wir nun also hier auf der Landstrasse. Aus einem Gebäude nebenan kommt eine Frau dahergelaufen. Sie muss uns schon eine Weile beobachtet haben und bringt uns zwei prallgefüllte Plastiksäcke. In den Säckli sind ein Dutzend Eiswürfel und jeweils ein Liter Cola. Dazu gibts Strohhalme. Wahnsinn. Fast schon eine Fatamorgana. Wir freuen uns mega und schlürfen - den Strohalm ins Säckli gesteckt - das Cola weg, bis uns der Hirnfrost Einhalt gebietet. Frisch gestärkt und wieder motiviert radeln wir weiter in Richtung Saraburi. Hier finden wir nach etwas über 100 Kilometern ein schönes Hotel. Abends wird noch Essen gegangen, bitzli Sonnenstich auskuriert und gefulänzt. Heute haben wir grosses vor - erreichen aber nur kleines. Wir fahren um sieben Uhr morgens los und merken schnell, dass das bereits schon zu spät ist. Die Hitze macht uns zu schaffen. Und heute warten auch einige kleine Hügeli auf uns. Zwar nicht anstrengend so im allgemeinen, aber unter den gegebenen Umständen sind es fast unerklimmbare Felswände. Wir pedalieren so vor uns hin und halten immer mal wieder für ein Glace - juhuu so geil, die gibts hier wieder ohne dass man schon die Salmonellen tanzen sieht - ein Joghurt oder eine Gesichtswäsche. In Pak Chong beschliessen wir jedoch, dass es für heute reicht. Wir checken im Hostel Hapiness ein. Der Besitzer hat all seine Fröhlichkeit an den Namen der Unterkunft vermacht und grunzt uns überaus schnoddrig an. Wir müssen sogar ein Zimmerdepot bezahlen. Isch ja gliich. Nach einem kleinen Mittagsschlöfli gehen wir zum Essen. Mike bekommt fantastisches Reis mit Curry. Cynthia wollte eigentlich einfach ein grünes Curry, bestellt aber irgendwie falsch und bekommt eine Kokosnuss randvoll mit Meeresfrüchten. Alternativ hätte es noch Spicy Fried Frog gegeben. Wir tauschen das Essen und teilen den Reis. Fein wars. Anschliessend suchen wir noch einen Veloladen. Von denen gibt es hier in Thailand auch sehr viele - isch ja super, Thailand werd emmer besser. Hier kaufen wir neuen Leim für die Schlauchflicken und staunen über die Ausstattung des Ladens. Am liebsten würden wir hier gleich bleiben und den ganzen Tag umenschnöiggen. Obwohl wir den Hostelbesitzer über unsere frühe Abfahrt informiert hatten, weigert er uns, uns unser Depot vor der Abreise zurückzuzahlen. Umso genervter war er dann, als wir ihn wie angekündigt vor fünf Uhr morgens aus dem Bett klingelten. Selber schuld. Wir sind also heute früh dran und das ist super so. Zwar ist es zu Beginn noch dunkel, aber nach und nach kommt die Sonne hervor. In der Nacht kühlt die Temperatur kaum unter dreissig Grad und so ist es auch früh Morgens bereits kuschelig warm. Wir nutzen die Zeit der frühen Stunde um die ersten dreissig Kilometer abzustrampeln. Die gehen superflüssig. Auch die Felswände von gestern verwandeln sich heute wieder in kleine Hügel. Ab und zu bewundern wir riesige Buddhastatuen, prächtige Tempel oder einen See. Was in Thailand auch wieder voll im Trend ist, sind die Hunde. Gebell hier, Schnappversuch da und immer mal wieder ein Rudel das sich uns mehr oder weniger motiviert in den Weg stellt. Gegen zehn Uhr Vormittags - bei Kilometer zweiundsiebzig feiern wir eine Spritz-mir-mit-der-Wasserflasche-ins-Gesicht-Party. Schliesslich soll man die Feste feiern wie sie fallen und heute ist ein grosser Feiertag. Pédaleurs haben seit ihrer Abreise 15´000 Kilometer abgestrampelt. Judihuu. Geil wars. Schon wenige Kilometer nach der Party erreichen wir die Vororte unseres heutigen Tagesziels. Nakhon Ratchasima. Doch die Freude währt nur kurz, denn vor der Einfahrt machts von Cynthias Vorderrad her PingPingPing. Was kann das denn sein? Der Supergau ist eingetroffen. Eine Schraube ist gebrochen uns steckt in der Öse fest. Selber können wir nichts machen. Na super. Ein Junger Thai kommt daher und bietet uns seine Hilfe an. Wir fahren zu ihm in seine Werkstatt und er setzt den Bohrer an. Ping. Diesmal ist der Bohrkopf gebrochen. Naja. Mit einem neuen Bohrer wird ein zweiter Versuch gestartet. Dieser war schon mal gebrochen und ist nicht mehr zentriert und schwabbelt gefährlich nah in die Richtung des Rahmens. Wir geben auf uns verabschieden uns von unserem herzlichen Helfer. Nun suchen wir ein Hotel und checken ein. Die Stimmung ist etwas angefault - ist doch einfach nervig, dass in letzter Zeit immer mal wieder etwas an den Velos kaputt geht. Nach dem Mittagessen legen wir uns für ein paar Stunden hin. Danach suchen wir einen geeigneten Handwerker. Interessanterweise sind die meisten Schweisser - wie auch Stapelfahrer am Flughafen - Frauen. Und auch Tankwarte gibt es selten, diese Berufe liegen hier in Frauenhand. Jedenfalls kann uns die herzliche Metallarbeiterin nicht helfen. Sie führt uns aber - Cynthia hinten auf dem Roller und Mike im Schlepptau auf dem Rad - einmal quer durch die Stadt und fragt bei mehreren Metallbauern und Metallbauerinnen an. Niemand kann uns so recht helfen. Als letztes Ziel steuern wir einen Fahrradladen an. Der Besitzer verspricht uns zu helfen, aber nicht heute. Schliesslich käme bald der Regen und da könne er nicht arbeiten. Wir sollen morgen wieder kommen. Etwas gefrustet schlendern wir ins Hotel zurück und müssen unseren Aufenthalt hier wohl oder übel verlängern. Besonders Cynthia ist genervt. Obwohl - Mike irgendwie auch. Aber bei ihr kommt irgendwie grad alles zusammen. Heimweh, Hunger, Müde, Velo kaputt. Naja. Schlaf solls richten. Und tatsächlich - am nächsten Morgen sieht die Welt schon wieder viel besser aus. Nach dem Ausschlafen schlendern wir mit unserem Patienten wieder zum Veloladen. Der Elektroschweisser wird hervorgenommen und der flinke Mechaniker tröpfelt punktgenau auf die abgebrochene Schraube. Die ist nun so quasi verlängert und der Mann kann die Schraube nun ganz einfach mit einer Zange rausdrehen. Huere guet. Wir sind sehr zufrieden. Noch vor Ort schrauben wir den gesamten Gepäckträger wieder zusammen und machen uns anschliessend wieder auf den Weg zurück ins Hotel. Eigentlich ist so ein freier Tag doch super. Denn endlich können wir mal wieder Blog schreiben...

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