Km 15368_Km 15678_Kuchi Narai - Khong Chiam


Von Kuchi Narai aus folgen wir am nächsten Morgen weiterhin der Strasse 2042. Hier erwartet uns der erste Hügel seit ein paar Tagen. Die 125 Höhenmeter sind bei den aufkommenden Temperaturen nicht zu unterschätzen. Und so schwitzen wir vor uns hin. Nach etwas über 100 Kilometern erreichen wir am frühen Nachmittag die Friendship Bridge II. Juhuu - schon fast in Laos. Kurz vor dem Übergang nehmen wir die Pässe in die Hand und radeln siegessicher zum Grenzhäuschen. "Sorry, no bicycle". Was? Nun ja - über die Brücke, die die beiden Länder verbindet, dürfen offenbar ausschliesslich Vierräder. Töffli, Mottorräder, Tucktuck und Velos sind verboten. Die einzige Möglichkeit, die Grenze zu passieren, liegt darin, dass man einen Pickup anheuert, um auf die andere Seite gefahren zu werden. Wir sind etwas enttäuscht - welcher Pédaleur will denn schon auf dem Dach eines Pickups eine Grenze passieren? Wir fragen uns etwas rum. Ein Mann - der sich auf Verzweiflungsfälle wie uns spezialisiert hat - bietet uns an, uns für viel Geld über die Grenze zu fahren. Bitzi sehr teuer. Ausserdem gefällt uns der Typ überhaupt nicht. Und irgendwie so in einem Wagen, von einem Typen der uns nicht gefällt, einen Grenzübertritt in Südostasien zu machen gluschtet uns auch nicht. Also pedalieren wir etwas frustriert von Dannen. Wieder die letzten Kilometer zurück und dann einmal links abbiegen, bis wir in der Stadt Mukdahan auf ein herziges Hotel treffen. Das Zimmer ist sehr schön, sauber, gross, hell, wunderbar. Unsere Laune wird schon mal besser. Nun nur noch einen überschärften Burger in der anliegenden Mall verdrücken und schon ist der Insulinspiegel wieder bereit für Scherze. Wir verbringen einen gemütlichen Nachmittag und kaufen zünftig ein. Alles Sachen für morgen - denn wir wollen gleich zwei Nächte bleiben. Schlechte Nachrichten müssen ja auch verarbeitet werden und ein neuer Plan soll auch her. Mit vollbepackten Einkaufstaschen huschen wir an die Rezeption und geben Bescheid, dass wir gleich zwei Nächte bleiben wollen. "We are fully booked for tomorrow." Oh mann. So schlafen wir am nächsten Morgen aus, geniessen das Hotelfrühstück und pedalieren geschlagene zwei Kilometer bis zum nächsten Hotel. Hier wird eingecheckt und erstmal drei Stunden gepfuust. So. Wieder bereit für neue Abenteuer. Am Nachmittag spazieren wir etwas in der Stadt umher, blicken über den Mekong auf Laos und essen wunderbares Hühnchen mit Reis und Suppe. Damit wir das überhaupt bestellen konnten, hatte uns die Restaurantbesitzerin ihre Facebook Bilder gezeigt. Die Speisekarte gabs nämlich nur in Thai. War superfein - wie immer hier im Lande. Während dem Essen gucken wir so raus aus dem Fenster und sehen direkt vor uns ein Schild, das uns auf einen Grenzübergang hinweist. Häh? Noch einer? Ja tatsächlich. Hier gibts eine Fähre, die direkt nach Laos fährt. Schnurstracks marschieren wir auf die Männer in Uniform zu und fragen mit grossen, hoffnungsvollen Augen, ob wir unsere Velos auf die Fähre geben dürfen. Leider nur für Fussgänger. Nix gewesen. Wieder zurück im Hotel fassen wir nun den definitiven Entschluss, dass wir auf der Thaiseite des Mekong in Richtung Süden fahren und einen weiteren Grenzübertritt in der Nähe von Pakse versuchen wollen.

Um halb fünf Uhr morgens rollen wir los. Die Strasse bleibt zweispurig und ruhig. Und hier - mitten in Thailand auf der Strasse 2034 - entdecken wir ihn. Den Veloweg Thailand. Sooo cool. Schön der Strasse entlang rollen wir auf einem schmalen, voll asphaltierten, offiziellen Fahrradweg. Fabelhafte fünf Kilometer waren das. Aber auch danach bleibt die Strasse super. Es ist sehr ruhig, flach, hat kaum Verkehr und nur wenige Ortschaften. Uns gefällts. So in den frühen Morgenstunden hören wir plötzlich eine mega eingängige Melodie. Wir wissen noch nicht genau, wo sie herkommt - aber sie wird immer lauter. Ein Blick nach hinten offenbart uns einen Pickpup Truck mit sechs überdimensionalen Boxen. Im Dorf wird das Fahrzeug langsamer und fährt mit ungefähr 10 Km/h vor sich hin. Wir haben nicht genau einen Plan, was das sein soll, aber es könnte der Dorfwecker sein. Denn kurz nach dem Ort beschleunigt er wieder bis zur nächsten Häuseransammlung. Da wird’s wieder laut. Uns hats auf jeden Fall geweckt. Und motiviert – de geili Sound zum Zmorge. Gegen halb zehn wird es nun aber langsam etwas heiss. Und so machen wir uns nach knapp Neunzig Kilometern in Khemarat auf die Suche nach einem Hotelzimmer. Alle Unterkünfte sind direkt am Mekong gelegen und da heute Samstag ist, haben uns die Wochenendtouristen alle Zimmer weggeschnappt. Gopf. Wir fahren also weiter. Es kommen immer mehr Hügel auf und so langsam fangen wir an zu ächzen. Grosse Freude bringt uns der Schmetterlingsschwarm, der um uns rumtanzt. Hunderte von hellgrünen Flatterlis umzingeln uns und begleiten unsere Fahrt während ein paar Kilometern. So cool. Die letzten Kilometer ziehen sich in die Länge und nach einem Blick auf die Karte stellen wir uns auf eine laaange Fahrt ein. Denn - es sind keine weiteren Hotels vermerkt. Und so pedalieren wir halt weiter. Entweder bis es ein dunkelt, oder bis wir ein Zimmer finden. Gegen 15:00 entdecken wir irgendwo im Nichts ein Schild zu einem Hotel. Judihui. Genau rechtzeitig checken wir in einem herzigen Bungalow in der Nähe von Ban Song Kon ein. Wir haben heute noch kaum etwas gegessen - denn irgendwie waren Verkaufsstände oder Lädeli ziemlich rar. So verdrücken wir ein paar Chips und lassen uns erstmal von der Air Condition runterkühlen. Abends spazieren wir in das Hoteleigene Freiluftrestaurant und fragen nach Essen. Englisch kann keiner. Aber ein Handy mit Übersetzter gibts. Wir bestellen Schweinefleisch mit Reis, nicht scharf. Serviert bekommen wir fabelhaftes Schweinegeschnetzeltes mit frisch gekochtem Reis. Und Chili. Öppe föfzäh Stöck. Pro Person. Uns pustet es zuerst beinahe die Lippen, dann den Rachen und am Schluss den Magen weg. Holy. Die ganze Familie rund um die Köchin giggelet, als Mike vor seinem Mund mit der Hand wedelt. Wahrscheinlich kommen da normalerweise fünfunddreissig Chilis rein. Läck. Also uns wars genug. Der Sohn der Köchin bringt uns einige Minuten später noch ein Becherli Sojamilch, das er extra in der nächsten Ortschaft organisiert hat, vorbei. Zum runterkühlen. Sie sind so lieb, die Thais. Auch heute geht es wieder kurz vor fünf Uhr los. Um halb acht ist es bereits brütend heiss. Uns steht eine weitere Tagesetappe von rund einhundert Kilometern bevor. Viele, viele Hügel warten auf uns. Kleinvieh macht auch Mist. Und so sind wir bereits bei Kilometer vierzig am Schnaufen und Ächzen. Kann auch daran liegen, dass wir ausser einem Schoggibrötli noch nichts gegessen haben. Es hat einfach so gut wie keine Dörfer. Und wenns mal hat, dann fehlt oft der Dorfladen oder der Besitzer schläft schlichtweg noch. Doch nun werden wir fündig und genehmigen uns ein Joghurt und einen Keks. Der Laden war nicht allzu gross. Ausser einer Packung Chips finden wir heute übrigens nichts mehr zu Essen. Die Strassenküchen, die es ansonsten an jeder Ecke in Thailand gibt, sind hier irgendwie nicht so im Trend. Kann auch daran liegen, dass die Strasse geradeaus geht und es nur wenige Ecken hat. Wir fahren heute durch den Nationalpark. Es ist wunderbar. Ruhig, wenig Verkehr, einfach schön. Wir geniessen es. Kurz vor Khong Chiam haut uns aber unser Insulinspiegel heftig eins in die Fresse und wir sind auf einen Schlag fixfertig. Puddingarme, weiche Knie. Höchste Zeit, dass wir das Städtli erreichen. In der Agglomeration gibts erstmal Schoggimilch, Cola und Eis. Schon besser. Weitere fünf Kilometer später ist die Stadt erreicht. Ab in den 7-Eleven. Feine Toast, Nudelauflauf und Getränke machen uns wieder fit. Gleich um die Ecke finden wir dann auch noch ein herziges Guesthouse wo wir uns einquartieren. Nach einer Dusche und einem kurzen Nachmittagspfüsi zieht es uns an den Two-Coloured River. Die zwei Farben entstehen dadurch, dass sich hier der Mekong und der Mun River vereinen. Schön sieht es aus, das Gewässer im Abendlicht. Auch das Städtchen an und für sich gefällt uns ganz gut. Es hat Marktstände, kleine Strassenrestaurants und überall raucht und zischt ein Grill.

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