Km 15678 - Km 15922_Khong Chiam - Attapeu


Am nächsten Morgen starten wir etwas später als mittlerweile gewohnt. Um halb sechs Uhr geht es los. Wider Erwarten müssen wir im Verlauf der ersten dreissig Kilometer so einige Hügel passieren. Es scheint, als hätte jemand eine lange Strasse auf beiden Seiten gepackt und mal richtig fest zusammengedrückt. Richtig Handörgelimässig schlängelt sich der Asphalt dem Sirinthon Reservat entlang. Gegen Zehn Uhr vormittags erreichen wir Chong Mek und somit den zweiten Thailand-Laos Grenzübergang dieser Woche. Im Passbüro werden von uns die Departureunterlagen verlangt, die wir hätten am Flughafen bei der Einreise bekommen müssen. Wir wissen von nichts. Die Karte füllen wir schlussendlich selber nochmal aus und geben sie dem Grenzbeamten. Ganz fix werden wir daraufhin von Thailand entlassen. Einige Meter später, stehen wir vor der Laotischen Grenze. Mit den Pässen spazieren wir zu Schalter 6, schieben die Dokumente unter dem Fenster hindurch und beobachten, wie eine Hand die Pässe schnappt. Danach hören wir einen Stempel hämmern und die Hand mit den Pässen guckt wieder aus dem Loch. 14 Tage Touristenvisum haben wir bekommen. Wunderbar. Für die von uns geplante Strecke ist das bei weitem ausreichend.

Auf unseren ersten Kilometern in Laos kommen wir sehr gut voran. Den Hügeln in der Landschaft können wir durch den nun eingeschlagenen 90 Grad Winkel gut ausweichen und so geht die Strasse mehr oder weniger Flach ins Landesinnere. Laos. Ein Land, von dem wir nur wenig wissen. Vientiane, Vang Vieng oder Luang Prabang soll man ja unbedingt besuchen. Im Norden. Wir aber haben uns für den Süden entschieden und wollen auf ziemlich gerader Strecke nach Vietnam gelangen. Und wir sind sicher - auch hier gibt es fabelhafte Plätzchen die nur darauf warten, von uns entdeckt zu werden. Die ersten paar Kilometer machen einen schönen Eindruck. Es erinnert logischerweise an Thailand - ist ja auch ganz nah. Es liegt etwas mehr Abfall auf den Strassen, der Teer ist lockerer und so ganz allgemein scheint die wirtschaftliche Lage weniger feudal wie im Nachbarland. Pakse erreichen wir kurz nach der Mittagszeit. Wir entscheiden uns für ein hübsches Hotel - direkt im Touristenviertel. Kaum haben wir die Räder parkiert, begegnen uns ganze Schwärme von westlichen Touristen. Wo kommen die denn immer her? Tagelang sehen wir kein weisses Wädli und dann zack, bämm wimmelt es von Dreadlocks, Pijamas, Hanfrucksäckli und Tanktops. Gibt es eigentlich einen Reiseführer für Hippies? Kann man da lesen, wo man unbedingt hinmuss? Und warum - echt, das beschäftigt uns - warum sehen alle diese ach so individuellen Menschen alle gleich aus? Es gibt viel zu philosophieren unter den Pédaleurs. Nach einem feinen Essen und einem Einkauf kuscheln wir uns ins Hotelzimmer ein. Am nächsten Morgen pfuusen wir aus und machen uns anschliessend bereit für den nächsten Konsulatsbesuch. Heute geht es zu den Vietnamesen. Das Visum haben wir bereits im Internet bestellt. Mit allen nötigen Unterlagen spazieren wir nun dahin. Auf dem Konsulat werden wir freundlich begrüsst, die Personalien werden kontrolliert und anschliessend dürfen wir während der Wartezeit etwas in den Reiseführern und Landkarten von Vietnam schmöckern. Eine halbe Stunde später und einhundert Dollar leichter verlassen wir das Gebäude mit einem neuen Visum im Pass. Einen Monat dürfen wir uns in Vietnam aufhalten. Nach einem ausgedehnten Spaziergang durch die Strassen von Pakse - übrigens nach Ecke zwei hinter dem Touistenviertel sehen wir die nächste halbe Stunde keinen einzigen Farang - ziehen wir uns wieder in unser Zimmer zurück. Wir waschen, schnausen, schreiben Blog und erledigen Dies und Das. Morgen erkundigen wir Laos à la Pédaleurs. Judihuii.

Pakse verlassen wir früh morgens. Zu unserer Überraschung pedalieren wir heute den ganzen Tag über bergauf. Die Strasse ist gut asphaltiert und rechts und links von Erdaufschüttungen umgeben. Die Fahrbahn wird wohl schon bald verbreitert und die Vorbereitungen dazu laufen auf Hochtouren. Immer mal wieder passieren wir Dörfer. Es wird gewunken und gegrüsst. Die Häuser sind sehr einfach – nur die wenigsten bestehen aus Stein. Meistens handelt es sich um simple Holzverschläge, die die Bewohner vor dem Regen und der gröbsten Hitze schützen. Wir erklimmen heute knapp 1‘000 Höhenmeter. Ab acht Uhr vormittags klettert das Thermometer auf schweisstreibende Temperaturen und so sind wir froh, als wir kurz vor zwölf Uhr nach vierzig Kilometern die Tad Fane Wasserfälle erreichen. Hier hat es ein Resort. Mitten im Wald, direkt an den Wasserfällen stehen hier einige kleine Holzhäuschen, die dieses Paradies ausmachen. Wir nehmen uns ein Zimmer, bewundern die Wasserfälle von oben, Geniessen einen laotischen Lunch und machen es uns den Rest des Nachmittags gemütlich. Es ist so schön ruhig hier – mitten im Wald. Und doch ganz laut. Die Zikaden, die Vögel und das Wasser machen ihre ganz eigene Musik und so können wir stundenlang auf dem Balkon sitzen und dem Konzert lauschen. Abends gibt’s dann noch einen feinen Znacht und anschliessend ziehen wir uns in unser Zimmer zurück. Wir schlafen wunderbar. Wie im Zelt. Es ist traumhaft. Am nächsten Morgen pfuusen wir aus, denn das Frühstück wird erst ab halb acht serviert. Nach feinen Bananapancakes und Frenchtoasts schwingen wir uns in die Sättel. Auch heute Morgen heisst uns die Landschaft mit einem Aufstieg willkommen. Die zehn Kilometer bis Paksong pedalieren wir gemächlich in die Höhe. Oben angekommen gibt’s erstmal was zu trinken. Wir haben die Höhe des Plateaus erreicht und uns erwartet nun eine fabelhafte Abfahrt. Eine sehr leichte Senkung lässt uns in Windeseile die nächsten dreissig Kilometer passieren. Wir fahren vorbei an Kaffee- und Teeplantagen, winken immer mal wieder den Kindern und entdecken hie und da einen Touristen. Mittagessen gibt es in Nongjoy. Eigentlich wollten wir hier übernachten, aber es ist noch so früh am Tag und wir sind putzmunter, dass wir uns dafür entscheiden, noch etwas weiter zu fahren. Nun führt uns die Strasse steil bergab. In schnellem Tempo fahren wir entlang von hohen Hügeln, bewaldeten Felsen und grünen Abhängen hinunter zum Fluss. Immer umzingelt von grossen Schwärmen hellgrüner Schmetterlingen. Es ist bereits früher Nachmittag und so kommen wir beim folgenden Anstieg natürlich so richtig ins Schwitzen. Aber zum Glück ist der Anstieg nach wenigen Kilometern wieder vorbei und wir können uns wieder ganz der genüsslichen Abfahrt widmen. Kurz nach der Ortschaft Phatao Namho biegen wir rechts ab. Wir haben mittlerweile gute achzig Kilometer zurückgelegt und uns stehen bis Attapeu noch einmal weitere fünfzig Kilometer bevor. Wir sind motiviert, freuen uns noch immer ob der leichten Senkung und geniessen die Landschaft. Gegen halb fünf Uhr erreichen wir nach etwas über 130 Kilometern das Städtchen Attapeu. Ein Hotel ist schnell gefunden und das Gepäck verstaut. Nun erstmal duschen und von der Klimaanlage runterkühlen lassen. Phuuu. Das tut gut. Zum Abendessen gibt es gebratenen Reis in einem Strassenrestaurant. In der Zwischenzeit zieht ein Gewitter auf und lässt die ganze Region erschüttern. Es Donnert und blitzt was das Zeug hält. Und dann kommt der Regen. Richtig viel davon. Erfrischt von den Regentropfen ziehen wir uns in unser Zimmer zurück. Das Vietnamvisum ist erst in zwei Tagen gültig und so beschliessen wir, in Attapeu zwei Nächte zu verbringen.

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