Km 15922 - Km 16166_Attapeu - Pleiku


In Attapeu - der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz - verbrachten wir zwei Nächte. Es ist ziemlich überschaubar hier. Das eine Restaurant ist schnell gefunden und auch das Chipslädeli entdecken wir nach einem kurzen Spaziergang. Unseren freien Tag verbringen wir grösstenteils auf unserem Zimmer. Am ersten Abend und im Verlauf des zweiten Tages kommt es zu grossen Regenschauern. Es Donnert und Blitzt, schüttet wie aus Kübeln. Haben wir nicht schlecht gewählt - unseren freien Tag. Wir haben vor, noch heute über die Grenze von Vietnam zu fahren. An die 130 Kilometer haben wir geplant. Und deshalb treten wir bereits früh morgens in die Pedale. Die ersten zwanzig Kilometer legen wir lockerflockig noch vor dem Sonnenaufgang zurück. Wir fahren durch riesige Kautschukplantagen. Immer mal wieder stehen hier und da kleine Verschläge, in denen die Arbeiter hausen. Auch patrouilliert wird hier fleissig. Andauernd werden wir von Scooterfahrern überholt, die mit AK-47, Pumpguns, Schrotflinten oder Bringyourownweapons bewaffnet sind. Um acht Uhr morgens dann, galt es den ersten Hügel zu bewältigen. Und ja, so wie auch die letzten Tage, stieg auch heute das Thermometer kurz nach Sonnenaufgang über vierzig Grad. Nach ungefähr fünfzig Kilometern Fahrt erreichen wir die Grenze zum Nationalpark. Ein wunderschöner, ruhiger Dschungel. Die Strasse schlängelt sich langsam aber sicher immer weiter in die Höhe. Es wird heiss, die Luft ist so feucht - man kann sie abbeissen - und wir tropfen vor uns hin. Nur selten passieren wir ein Dörflein und mit etwas Glück finden wir jeweils etwas zu Trinken. Ansonsten müssen wir auf unseren Proviant zurückgreifen. Es wird immer heisser. Einmal finden wir am Wegrand einen Wasserfall. Wir stellen uns mitsamt der Kleidung unter die Naturdusche und fühlen uns wie neu geboren. Wenigstens für die nächsten zwei Minuten. Gemäss Karte und den anderen üblichen Informationsquellen kommt die nächste Siedlung erst auf der anderen Seite der Grenze. Doch scheinbar soll sich nun doch kurz vor dem Grenzübertritt der Ort Xesou befinden. Wir kreuzen ganz fest die Finger, in der Hoffnung, dass wir hier unerwartet ein Hotel auffinden. Viele, viele Stunden; unzählige Höhenmeter, literweise Schweisstropfen und mit grossem Loch im Bauch erreichen wir gegen Abend den Ort. Wir haben genau 100 Kilometer zurückgelegt und sind völlig erschöpft. Vietnam werden wir keinesfalls heute erreichen. Zu unserem riesigen Glück entdecken wir in Xesou tatsächlich ein Hotel. Wir checken natürlich gleich ein - denn Wild Campen ist hier keine optimale Alternative. Wenn, dann höchstens auf einer LKW-Wendestelle oder so. Denn tausende von versteckten Landminen liegen hier seit vielen Jahren und warten auf ihren Auslöser. So sind wir natürlich über happy, dass wir diese Unterkunft gefunden haben. Sie kostet uns beinahe all unsere Laotischen Kip und so sind wir nun kurz vor dem Grenzübergang kurzzeitig pleite. Macht nichts, es gäbe ja eh nichts zu kaufen hier in diesem verlassenen Ort. Wir finden in unserem Zimmer einen Wasserkocher - wir zwei Luschtigen haben bis heute den Benzinkocher nicht aufgefüllt - und machen uns als erstes eine heisse Ovomaltine. So geil. Wieder stabil. Später verkochen wir all unsere Instantnudeln und knabbern dazu einen Thunfisch aus der Dose. Zum Dessert gibts noch zwei Waffeln, Instanteistee und eine weitere Ovomaltine. Für den nächsten Tag kochen wir noch ein paar Liter Hahnenwasser und füllen sie in unsere Trinkflaschen ab. Läck. Zwei Köche am Werk. Der gestrige Tag war wirklich einer der anstrengendsten dieser Reise und wir spüren heute zum ersten Mal die verkaterten Muskeln. Schon nach der Hotelauffahrt finden wir, es reicht eigentlich für heute. Die Räder wurden über Nacht mindestens zwei Tonnen schwerer und unsere Körperkraft liegt noch im Tiefschlaf. Die zwölf Kilometer bis zur Grenze sind der pure Albtraum. Obwohl die Landschaft traumhaft ist, fällt es uns schwer das Schöne zu sehen. Wir sehen einfach nur: steil. heiss. läckmerdoch. Stundenlang chnorzen wir an diesen paar Kilometern rum. Ungefähr 700 Meter geht es in die Höhe. Es ist heiss, der Strassenbaustil völlig abstrus steil und wir haben Hunger. Super Combo. Die Luft ist so feucht, dass wir innert wenigen Minuten nass sind. Nicht bitzi feucht und klebrig und so. Nein, nass. Es tropft, die Shirts kann man auswringen und das Wasser das einem von den Armen läuft würde dazu reichen, unsere Räder auf Hochglanz zu schrubben. Um halb Zehn Uhr stehen wir endlich vor dem Grenzübergang. Wir verabschieden uns von dem schönen Laos, das wir nur zu kurz besucht haben. Wir kommen wieder - hopefully. Laos ist schnell verlassen und auch die Vietnamesen sind ziemlich unkompliziert. Nach einer kurzen US-Dollar in Dong Wechselaktion sind wir auch wieder flüssig. Als erstes geht’s mal zu einem Colaladen. Halleluja. Der Zucker tut gut. Anschliessend suchen wir uns ein Restaurant. Das Essen ist typisch für die Region. Es gibt eine grosse Schale mit Reis und dazu viele klitzekleine Schälchen mit allerlei Fleisch, Gemüse, Fisch und Sauce. Von allem ein Bisschen. Superlecker. We love it. In der Stadt Plei Kan nehmen wir uns ein Zimmer. Zuerst mal legen wir ein zünftiges Pfüsi hin. Anschliessend macht sich Cynthia auf die Suche nach etwas zu Essen. Der Weg führt sie zum Markt. Hier gibt es soooo viel zu sehen. Wahnsinn. Mittlerweile sind wir schon so lange unterwegs, dass uns die Liveschlachtungen, die lebendigen Bibeli im Körbchen, die herumstreunenden Hunde und die schlafenden Verkäufer gar nicht mehr auffallen. Anyways. Auf dem Markt gibts nichts wo man direkt reinbeissen könnte oder wollte und so spaziert sie zum nächsten Laden. Hier gibt es nur Konservendosen. Schön poliert und als Pyramiden angepriesen. Auch nicht so gäbig für einen Snack. Endlich findet sie einen Sack Leibnizkekse. Sie schnappt sie sich und schreitet zur Kasse. Die Verkäuferin jedoch holt eine zweite Dame hinzu und beide weigern sich, Pedaleurine die Kekse zu verkaufen. Dies sei nämlich ein Produkt für Kleinkinder und nicht für Erwachsene bestimmt. Ja heitere Fahne. Trotz beinahe Anflehen gibts keine Kekse für uns. Dass im Hotel ein Kind auf uns wartet kauft auch niemand ab. Mit leeren Händen und - zugegeben bitzi confused - geht’s der Strasse entlang weiter. In einem Restaurant gibts eine Schale voll Reis zum Mitnehmen. Auch gut. Abends machen wir uns noch einmal auf die Such nach Nahrung. Zwei Kilometer laufen wir durch die Stadt, bis wir endlich etwas wie einen Supermarkt auffinden. Der Herr hat Joghurt und ein Riesenpaket Cupcakes im Angebot. Gekauft. Mit der absoluten Schoggimuffindröhnung legen wir uns zeitig schlafen. Mike macht übrigens in seinem Tagebuch jeweils kurze Notizen zu den Erlebnissen des Tages. Heute steht: "Pudding Bein und Arm, Schwitze bis id Arschritze, Grenzübergang.". Ja. Fasst so ziemlich das Oben geschriebene zusammen. Oder?

Unsere erste Nacht in Vietnam verbrachten wir auf beinahe 1´000 Meter über Meer. Da wir ja zum Meer wollen, gehen wir also heute Morgen davon aus, dass es tendenziell runtergeht. Geht es auch. Immer einhundert Höhenmeter runter, dann wieder neunzig hoch. Dann wieder einhundert runter, dann wieder neunzig hoch. Tja. Immerhin stimmt die Tendenz. Die Fahrt führt uns durch die wunderbare Landschaft von Vietnam. Hohe Hügel in der Ferne, viel Grass, Bäume, lachende Kinder, streunende Welpen, Bibeli und Kälber. Es ist superschön hier und Vietnam zieht uns mit all seinen Facetten sofort in seinen Bann. Leider bleibt heute die Kamera den ganzen Tag über im Lenkertäschli. Aber hey - komm und schaus dir selber an! Um Zehn Uhr machen wir einen kurzen Stopp, weil wir uns ein Getränk kaufen wollen. Doch der Duft der in unsere Nasen strömt, zieht uns magisch in ein Restaurant. Es gibt wiederum Reis, verschiedene Sorten superfeines Fleisch, Frühlingsrollen, Crevetten, Tofu und so weiter. Ein Wahnsinnsaufgebot. Mega fein. Super Zmorge. Am Mittag erreichen wir die Stadt Kon Tum. Und fahren direkt durch. Nach etwas über 100 Kilometern erreichen wir am Nachmittag den Ort Pleiku wo wir auch übernachten werden. Die Stadt ist bekannt wegen ihrer traurigen Vergangenheit, dem Vietnam-Krieg und die strategische Bedeutung als Militärflugplatz. Zu Beginn der 60er Jahre bauten die Amerikaner einen Stützpunkt ein, um besser gegen die nordvietnamesische Armee agieren zu können. Der Aufbau von Pleiku begann in den 80er Jahren. Die Sowjetunion baute die Stadt im Stil einer kommunistischen Grossstadt wieder auf.

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