Km 16522 - Km 16772_Nah Trang - Phan Thiet


Heute Morgen werden wir von einem lauten Donner geweckt. Ein grosser Regenguss prasselt auf Nah Trang herab und so drehen wir uns im Bett noch einmal um. Nach kurzem Überlegen, ob wir doch noch eine Nacht länger bleiben wollen, überwinden wir den inneren Schweinehund und packen unsere Sachen zusammen. Etwas spät für Pedaleursverhältnisse ziehen wir von Dannen. Die Strecke führt uns heute entlang der 1A, vorbei an Reisfeldern, sanften Hügeln und freundlichen Menschen. Immer auf der linken Seite befindet sich das Meer. Mal sehen wirs, dann wieder nicht. Kurz nach dem Mittag erreichen wir den Ort Phan Rang Thap Cham. Hier befinden sich viele Hotels, doch irgendwie scheint auch dieser Ort wie ausgestorben. Ist wohl gerade keine Saison. Wir fahren etwas entlang dem Strand und nehmen uns schlussendlich ein superschönes Zimmer direkt am Meer. Zum verspäteten Zmittag gibt es Nudelsuppe aus der Minibar. Gegen Abend spazieren wir zum Strand. Hier tummeln sich viele Vietnamesen am Meer und geniessen die letzten Sonnenstrahlen. Auf Plastikstühlen sitzen sie in Gruppen im Sand oder plantschen - immer schön in leuchtende Schwimmwesten gepackt - im Wasser. Direkt am Meer entdecken wir ein ansprechendes Restaurant. Wir bestellen und warten gespannt auf das, was uns wohl serviert wird. Da das Essen gestaffelt gebracht wird, checken wir zu spät, dass die Hälfte der Bestellung gar nicht bis in die Küche kam. Da aber unser Tischnachbar alle fünf Minuten einen riesigen Teller gebracht bekommt, hoffen wir bis ganz zum Schluss, dass auch unser restliches Essen noch serviert wird. Als dann endlich klar war, dass es wohl beim bereits geteilten Mahl bleibt, haben wir auch keine Lust mehr nochmal zu bestellen und trotten leicht angehüngerlt ab. Heute schaffen wir es etwas eher aus den Federn. Der Magen knurrt - die halbe Mahlzeit von Gestern hat nicht gereicht. Doch nach wenigen Minuten Fahrtzeit finden wir ein Brötchen und einen Eistee. Am Strassenrand packen wir unser Nutella aus und schmieren uns unser Frühstücksbrot. Trotz feiner Stärkung sind wir heute nicht im Strumpf. Irgendwie sind wir beide etwas am umemüedele und bitzi teigig. Also beschliessen wir, dass wir die geplante Strecke halbieren und uns spätestens nach fünfzig Kilometer ein Zimmer suchen. Gesagt getan. Nach fünfzig Kilometern fangen wir an, ganz tapfer zu suchen. Doch - kein Hotel in Sicht. So pedalieren wir halt stetig in die Pedale, allzu weit kann’s ja nicht mehr sein. Wie oft wir uns doch irren. Der Weg führt uns noch immer entlang des Meeres. An den Strassenrändern stehen dutzende von Korallenanbietern. Riesige, völlig unterschiedliche Korallenstücke kann man sich hier einpacken lassen und mitnehmen. Unglaublich. Nach neunzig Kilometern erreichen wir den Ort Phan Rio Cua. Hier hat es zwar ein Guesthouse am Stadteingang aber kein Restaurant oder Laden weit und breit. Das kann’s ja dann auch nicht sein, schliesslich müssen wir ja was essen. Also fahren wir in den Ort rein. Es handelt sich um ein Fischerdorf. Die Gehsteige sind mit Fischen zum Trocknen belegt und überall schleichen Katzen und Ratten umher. Wir fahren durch einige der Gässlein und weichen geschickt den Pfützen des vergangenen Regens aus. Nachdem wir die Brücke aus der Stadt passiert haben und die Fischerboote, welche hier zu hunderten an ihren Tauen taumeln hinter uns liessen, wird uns langsam ziemlich klar, dass da heute wohl noch einige Kilometer auf uns lauern. Clever und Smart wie wir halt so sind, haben wir uns in diesem letzten Dorf auf der Karte weder Wasser gekauft, noch uns um Proviant gekümmert. Gab ja immer mal was zu trinken während der letzten Tage. Aber nun haltet euch mal fest. Plötzlich befinden wir auf einer einsamen, unglaublich überbreiten und neuen Strasse. Links und rechts von uns weisse Sanddünen. Dünen. Wir sind in der Wüste. Potzblitz. Hämmer eus aber wieder mal sehr guet iigläse. Wie im Oman oder in den Emiraten sieht’s hier aus. Weisser, meterhoher, strahlender Sand. Die Strasse führt hoch und runter und wieder hoch. Eben ganz so, wie sich die Dünen geformt haben. Nach ein oder zwei Stunden erreichen wir einen Süsswassersee. Der ist hier berühmt und ein Foto von ihm, seinen Seerosen und den weissen Dünen im Hintergrund konnte man schon vor ein paar Tagen auf Plakaten sehen. Nun sind wir also auch da und legen ein kleines Päuschen ein. Direkt nach dem See wechseln die Dünen ihre Farben. Nun ist der Sand orange und rot. Ein prächtiges Farbenspiel. Übrigens ist unsere Laune mittlerweile wieder prächtig. Gegen fünf Uhr abends erreichen wir nach etwa 130 Kilometern den Küstenort Mui Ne. Hier sind viele Unterkünfte eingetragen und wir finden in einem Guesthouse ein Plätzchen für die Nacht. Abendessen - für uns heute Znüni, Zmittag, Zvieri und Znacht in einem - gibts in einem nahegelegenen Restaurant. Danach spazieren wir zum Strand. Wir freuen uns auf das Wasser, den Sand, die Wellen. Aber der Strand ist bei weitem nicht so schön, wie wir uns das vorgestellt hatten. Der Sand ist vermüllt und Fische, Krabben und Quallen fanden ihr Ende mitten in den Abfällen. Es wird ein kurzer Strandaufenthalt und wir ziehen uns bald schon zurück in unser Zimmer. Gepfuust haben wir super, denn es wurde über Nacht kühl. Der Regen hat vorbeigeschaut. Heute haben wir nur eine kleine Etappe vor uns. Wir wollen uns nämlich einfach ein Zimmerchen an einem schöneren Strandabschnitt suchen, feine Pasta essen und den Tag am Meer verbringen. Leider wurde daraus nichts. Der Strand ist von unzähligen sogenannten Resorts verbaut. Das Meer - nur wenige Meter entfernt - scheint unerreichbar. Nach Spiegelei und Omelette schmieden wir notgedrungen einen neuen Plan. So fahren wir heute knappe zwanzig Kilometer bis in die Stadt Phan Thiet. Hier quartieren wir uns in einem Hotel ein und legen die Füsse hoch. Mittagessen wollen wir im Restaurant gleich gegenüber. Dass es hier nur Getränke gibt, merken wir zu spät. Cynthia bekommt einen Milchkaffee. Der wird hier etwas anders zubereitet als am Limmatquai. Hier bekommt man ein Glas, mit etwa fünf Millimeter dickflüssiger Kondensmilch. Auf dem Glas steht eine Miniversion eines Kaffeefilters. Da steckt heisses Wasser und Kaffeepulver drin. Nun heisst es warten, bis sich das Glas langsam - Tropfen für Tropfen - füllt. Nichts für schnelle Espressoabeschletzer hier. Der Kaffee ist fertig, wenn das Verhältnis Kondensmilch Kaffee etwa 1:5 beträgt. Das Getränk ist sehr, sehr zähflüssig. Nun peppt man das mit einzelnen Eiswürfeln auf, bis sich die optimale Trinkkonsistenz ergibt. Bitzli vergleichbar mit Whiskey. Bitzli. Pedaleurine schmeckts. Mike bestellt einen Eistee. Dazu wird Eisteepulver mit Salzwasser angerührt. Ja, Salzwasser. Ihm schmeckts halbwegs. Nun machen wir uns auf den Weg in den KFC, schliesslich haben wir noch immer Hunger, und hier weiss man ja was man kriegt. Meistens jedenfalls. Heute nicht. Denn es gibt Fishburger. Im Chickenburgerladen. Wir kriegen fast die Krise. Also nicht falsch verstehen - immer mal was Neues ausprobieren ist schon cool und wir sind voll dabei, aber, wenn man seit Monaten fast täglich ein Essensabenteuer erlebt, dann sehnt man sich schon auch mal nach einem Butterbrot. Mit Honig. Aber bitte nicht gesalzene Butter. Anyways. Vietnam, du Land der vielen Abenteuer. Nicht nur das Abenteuer an sich ist ein Abenteuer. Hier ist alles Adventure. Der Geschmack der Zahnpasta, die Konsistenz des Shampoos, die Schriftzeichen oder das Essen. Das ist übrigens mega fein - im Gegensatz zur Zahnpasta. Die Vietnamesen tragen sehr häufig die typischen, spitz zusammenlaufenden Hüte. Daran ist modernisiert ein Tüchlein befestigt, das man sich ums Gesicht wickeln kann. Das braucht man zum Schutz vor den Abgasen. Ganze Übergwändli tragen die Menschen hier auf der Strasse. Alles zum Schutz vor Abgas und Dreck. Wir verzichten drauf und sind dementsprechend auch schmuddelig am Abend. Zu Tieren haben sie ein anderes Verhältnis als der typische Seefeldhippster. Die Tiere werden häufig in kleinen Käfigen gehalten und am Strassenrand verkauft. Bis zu zehn Welpen fiepen in einem Käfig vor sich hin, der höchstens einen Meter breit und fünfzig Zentimeter tief ist. Die Höhe wollt ihr gar nicht wissen. Die Tiere sitzen aufeinander und warten auf den neuen Besitzer. Nicht viel besser geht es den Küken. Und den Vögeln. Wie in allen Ländern zuvor gilt auch hier - andersch aber spannend. [if !supportLineBreakNewLine] [endif]

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