Km 19029 - Km 19138_Thung Wa - Pantai Cenang


Die Fahrt am folgenden Tag führt uns entlang der Strasse 416. Mittlerweile fühlt sich die Sonne in Thailand wieder wohl und bringt das Land bereits am Vormittag auf Höchsttemperaturen. Es ist somit gut, sind wir zeitig gestartet. Die Folgen des Fliegenschwarms, der uns gestern in einer besonders hartnäckigen Steigung erwischt hatte, macht uns immer noch zu schaffen. Riesige Fliegen wuselten um uns und zerstachen - wenn man das bei Fliegen so sagen kann - unser Gesicht, die Unterarme und den Hals. An den Stichen kratzen wir uns noch immer die Fingernägel stumpf. Würde uns nicht wundern, wenn dann da im Verlauf der nächsten Wochen etwas rausgekrabbelt kommt. Das ultimative Insektenerlebnis so quasi. In La Ngu machen wir eine kleine Pause bei einem Dorfladen. Die herzliche Besitzerin spricht fliessend Englisch und so können wir ihr etwas von uns erzählen. Zu unserer Freude schenkt sie uns anschliessend zwei Äpfel. Ob wir heute noch über die Grenze fahren wollen, wissen wir noch nicht. Und so beschliessen wir, einfach noch ein bisschen zu pedalieren, bis wir uns entschieden haben. Bei einer grösseren Pause gucken wir uns die Karte nochmal genau an. Da gibt es ja ein Boot. Hmmm. Das wäre doch auch eine Alternative. Kurz entschlossen pedalieren wir nach Satun. Auf dem Weg dahin, passieren wir Chalung. Hier ist der Buddhismus höchstens an zweiter Stelle angesiedelt. Die Frauen sind allesamt verschleiert, die Männer tragen die altbekannten Pijamas und an jeder Kreuzung entdecken wir eine Moschee. Wir sind ja auch schon sehr nah am Nachbarland. Nach einer Rechtskurve steuern wir gemächlich auf Satun zu. Anschliessend führt uns die Strasse durch einen grossen, dichten Mangrovenwald. In diesem Wald sind Kleinstdörfer angesiedelt und wir hören die Geräusche verschiedenster Tiere. So gegen Vierzehn Uhr erreichen wir Tammalang. Hier legt unser Boot nach Langkawi ab. Wir haben keine Ahnung was uns erwartet. Noch nie haben wir von dieser Insel gehört oder gelesen. Aber, da fährt ein Schiff über die Grenze und darauf haben wir Lust. Also kaufen wir uns kurzerhand ein Ticket, warten eine knappe Stunde und verlassen danach Thailand am Pier. Die Räder werden auf das Deck des Bootes verladen. Hui, das war ein Krampf. Ungefähr eineinhalb Meter mussten wir die vollbeladenen Räder über die Reling hieven. Doch der junge Matrose ist eine grosse Hilfe und so klappt auch das wunderbar. Die Fahrt dauert eine knappe Stunde. Als Unterhaltungsprogramm wird ein Chinesischer Kriegsfilm geboten. Au mal spannend. Die Ankunft in Langkawi verschlägt uns die Sprache. Es ist so schön hier. Die Insel - eigentlich eine Inselgruppe - besteht aus unzähligen Hügeln. Immer wieder verstecken sich kleine Traumstrände zwischen den Felsen und die gesamte Insel strahlt Kraft, Abenteuer und Erholung aus. Richtig paradiesisch. Die Anlegestelle liegt in der Haupstadt Kuah. Schon bei der Einfahrt wird uns klar - die Pédaleurs sind irgendwie die einzigen die diese Insel noch nicht kannten. Riesige Yachten stehen im Hafen, grosse Hotel locken mit schillernden Reklamen und alles schein herausgepützelt. Der Junge Matrose findet nicht, dass er uns auch beim Ausstieg helfen muss und so klettert Mike auf das Boot und Cynthia steht mit einem Fuss auf dem Boot und mit dem anderen in Malaysia um die Gepäckstücke einzeln in Empfang zu nehmen. Klappt tiptop. Der Grenzübertritt verläuft unglaublich einfach. Pass hinstrecken, lächeln, Visum für 90 Tage ergattern. Super. Zu verzollen haben wir ja auch nichts und so sind wir bereits nach wenigen Minuten offiziell im nächsten Land angekommen. Der erste Eindruck von Langkawi - uns somit auch von Malaysia - überwältigt uns. Es ist sauber, ruhig, gepflegt, übersichtlich und charmant. Läck, super, wenn das so weitergeht. Eigendlich wollten wir in Kuah ein Zimmer nehmen. Aber da wir noch etwas Zeit haben und uns die Westseite der Insel mehr lockt, beschliessen wir, noch vor Sonnenuntergang nach Pantai Cenang zu pedalieren. Nach einem Snack - momentan ist übrigens gerade Ramadan - geht es los. Obwohl die gesamte Insel sehr hügelig ist, sind die Hauptstrassen so gebaut, dass man so wenige Höhenmeter wie möglich bewältigen muss. Die Insel ist sowieso sehr klein. Nach ungefähr zwanzig Kilometer sind wir bereits am anderen Ende des Eilands angekommen. In Pantai Cenang - Langkawis Touristenhauptstadt - hat es so viele Hotels zur Auswahl, dass wir sehr schnell fündig werden. Pünktlich zum Sonnenuntergangsazan beziehen wir unser Zimmer. Zugegeben, ein bisschen müde sind wir schon. Schliesslich war heute ein aufregender Tag. Anstatt auf dem Festland kurz vor der Grenze zu übernachten, befinden wir uns nun plötzlich auf einer Insel in den Straits of Melaka. Immer schön flexibel bliibe. Wir wollen die Insel erkunden und deshalb geht es früh aus den Federn. Endlich machen wir mal wieder einen Fahrradausflug ohne Gepäck. Super. Wir fahren in den Sonnenaufgang und werden bereits auf den ersten Kilometern von der Schönheit der Insel in den Bann gezogen. In orangenen Nebel getüncht befinden wir uns zwischen Reisfeldern, Palmen, Hügel in der Ferne und dem Meer zu unserer Linken. Unser erstes Tagesziel ist die Cable Car aka Loftseilbähnli. Wir sind kurz vor der Öffnung da und vertrödeln die Wartezeit mit einer Pause und dem Beobachten der anderen Wartenden. Pünktlich um Neun Uhr dürfen wir zum Ticketschalter und bekommen unser Armbändeliticket. Danach heisst es Schlange stehen. Doch wir haben Glück, denn der grosse Andrang kommt erst noch. Im ersten Stock der Talstation angekommen werden wir durch ein ausgeklügeltes Schlangestehsystem durch das Gebäude geleitet. Doch anstelle eines Seilbähnlis erwartet uns zuerst das Sky Rex. Das ist so ein Ding wo man sich wie im Kino hinsetzt und dann an die Halbkugelförmige Decke starrt. Ob man will, oder nicht. Naja. Wir sind nun also auch in dem Raum. Da wir die letzten unserer Gruppe sind, gibt es für uns keinen Sitzplatz mehr. Also stellen wir uns hin uns sind gespannt der Dinge, die da auf uns warten. Während wir uns noch wundern, warum auf der Eingangstür ein "Kotzen verboten" Schild hing, wird nun in der Kuppel ein Film gezeigt. Von Weltraum, Planeten, Eroberern und sonst noch so Sachen aus dem Sonnensystem. Danach blinkt in grossem Schriftzug der Aufruf, dass man sich für die Zukunft rüsten soll. Aha. Aber die Show ist noch nicht zu Ende. Nun wird eine animierte Achterbahn gezeigt und wir flitzen während etwa zehn Minuten - begleitet mit melodramatischer Streichmusik - durch die Bahn. Obwohl sich nichts bewegt, nur der Film gezeigt wird, fällt Pedaleurine fast zu Boden. Klarer Fall von Motion-sicknes. Mike - der erfahrende Gamer, kann darüber nur den Kopf schütteln. Nun endlich gehen die Türen auf und wir werden in ein weiteres ausgeklügeltes Inderschlangeanstehsystem geführt. Da wir ja vorher die letzten waren, sind wir nun an vorderster Front. Hahaha - da guckst du blöd aus der Wäsche, du Ticketdrängeler von vorhin. Jedenfalls sind wir nun endlich an der Seilbahn angelangt. Cynthias Hände sind bereits jetzt pflotschnass. Das mit der Höhenangst wird immer schlimmer. Die Fahrt ist dementsprechend für die beiden Pédaleurs ungleich entspannt. Nach siebenhundert Höhenmetern und einigen kurzen Herzaussetztern haben wir die Zwischenstation erreicht. Die Mitarbeiter auf der Plattform gratulieren uns, dass wir die ersten Besucher des Tages sind und machen fleissig Fotos. Anschliessend werden wir wieder in die Bahn verfrachtet und das letzte Stück nach oben transportiert. Hier gibt es mehrere Aussichtsplattformen die eine wirklich grandiose Sicht auf die Insel und das Meer bieten. Anschliessend spazierten wir noch über eine elendslange Brücke, die über eine noch viel elendstiefere Schlucht führte. Natürlich mit Glasboden. Horror für die Eine, perfekte Fotovorlage für den Anderen. Nach etwa einer Stunde in luftiger Höhe wagen wir die Abfahrt. Und tattaaa - überlebt. Anschliessend gehen wir Mittagessen und beobachten die vielen Fische, die hier in dem künstlich angelegten Teich leben und gierig auf die nächste Fütterung warten. Zurück auf den Drahteseln pedalieren wir gemächlich in Richtung Shark Bay Beach. Wir wissen nicht, ob es hier so einsam ist, weil es wirklich Haie gibt, oder ob gerade einfach niemand da ist. Nach einer in-die-Landschaft-schauen-und-staunen Pause fahren wir weitere fünf Kilometer zur Pantai Pasir Hitam. Dieser Strand ist wegen seines pechschwarzen Sandes eine der Sehenswürdigkeiten der Insel. Anschliessend pedalieren wir bis zur nächsten Kreuzung und fahren einmal quer über die Insel zurück zu unserem Hotel. Knappe sechzig Kilometer haben wir heute zurückgelegt. Wirklich kein grosses Eiland. Aber wunder, wunder schön. Nach einem gemütlichen Nachmittag und einem feinen Znacht, beschliessen wir, noch eine weitere Nacht zu bleiben. Am zweiten Morgen nun, sind wir nicht mehr so putzmunter. Zwar wollten wir den Rest der Insel erkunden und einen langen Spaziergang entlang des Strandes unternehmen, aber das Bett ist so kuschelig und die Klimaanlage so fleissig, dass wir bis in die Puppen schlafen. Anschliessend gehts zum Frühstück. Eines für Farmer, die noch mit Elefanten jonglieren und einen Truck aus dem Moor ziehen müssen. Nach dem Essen sind wir völlig erledigt und legen uns noch ein Weilchen hin. Nunn ist es Nachmittag. Blog ist geschrieben, Youtube geschaut, Fotos bearbeitet. Zeit für ein Abendbad im Meer und Anschliessend grossem Packen für die morgige Weiterreise.

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