Km 21597 - Km 21775_Cocklebiddy - Schatz


Auch am kommenden Morgen haben wir uns noch nicht entschieden, ob wir hierbleiben oder weiterfahren. Ein Münzwurf - sehr begehrte und bewährte Entscheidungsmethode bei den Pédaleurs - muss her. Das Silberstück entscheidet für uns, dass wir weiterfahren sollen. Das Toastbrot ist uns bereits vor Tagen ausgegangen und hier auf dem Eyre Highway hatten wir noch nie die Gelegenheit neues Brot zu kaufen. So köcheln wir mittlerweile jeden Morgen unsere Haferflocken. Die sind so in einzelne Portionen abgefüllt. Die einen mit Honig-, die anderen mit Zimt und Apfelgeschmack. Naja, so richtig warm wurden wir mit diesem gesunden Zeugs nicht. Wir gehören halt irgendwie eher zur Schoggi-Cola-Fraktion. Tja. Was gar nicht geht, ist zwei Päckchen Zimt-Apfel. Auch nicht so lecker sind zwei Päckli mit Honig. Hmmm. Einmal wagten wir uns daran, die zwei Päckli zu mischen. Hui. Schon um einiges besser. Und mittlerweile haben wir uns schon richtig im Haferflockenfrühstückgewerbe spezialisiert. Hier das Rezept zweier Köche: Man nehme jeweils ein Päckli von beiden Haferflocken, koche es mit der Hälfte der empfohlenen Wassermenge und rasple zwei Täfeli schwarze Schokolade rein. Dann fescht umenrühren bis die Schoggi schmilzt und dann heiss geniessen. Mmmmh - Schmeckt wie roher, warmer Brunzliteig. Genau euses Ding.

Nach dem Brunzliteig Zmorgen starten wir in den Tag. Und siehe da - der Wind hat wieder gekehrt. Rööööggewend. Judihui. Den ganzen Tag über fahren wir ohne Anstrengung nicht weniger als 20Km/h. Das isch Musig. So cool. Und dann sehen wir auch gleich noch ein lebendiges Känguru vor uns her hoppeln. Die Statistik besagt mittlerweile, dass auf 200 überfahrene Kängurus ein lebendiges zu sehen ist. Oh je. Wir kommen somit dank der Münze und dem Rückenwind heute sehr gut voran. Gönnen uns regelmässige Päuseli, plodderen viel on the road, knabbern an Crackern, Thunfisch und Datteln und lassen uns vom Wind weiterschieben. Kurz nach dem Mittag erreichen wir den Madura Pass. Dieser gleicht einer natürlichen Abbruchkante. So als wäre das ganze Land südöstlich dieses Passes um etwa sechzig Meter abgesackt. Sieht super aus. Wir machen noch Witze darüber, wie blöd es doch wäre, müssten wir diese Abfahrt hochkraxeln. Bis wir unten angekommen bemerken, dass sich Mikes Jacke unterwegs verabschiedet hat. Shiti. Nun fahren wir die ganze Ansteigung gegen den Wind hoch. Oben angekommen ist kein Jäggli in Sicht. Hmmm. Weit kann sie nicht sein, denn vor 10 Kilometern hatten wir sie noch gesehen. Die Pédaleurs trennen sich. Cynthia fährt zum nahegelegenen Madura Oasis Camping, während Mike sich weiterhin auf die Suche nach der Jacke begibt. Das Zelt steht schon fast, als Mike mit seiner verhuddleten Winterjacke auftaucht. Ein grosser Truck ist vor seinen Augen über die Jacke gedonnert und hat so richtig super alles erwischt, was er hätte erwischen können. Kapuze aufgeplatzt, Innenfutter aufgerissen, Löcher in den Jackentaschen und einmal quer über den Reissverschluss, sodass dieser kaum mehr zu gebrauchen ist. Hätte es der Trucker gewollt, er hätte es nie geschafft. Jänu. Im Flicken sind wir ja mittlerweile ganz gut.

Wir beschliessen, hier einen freien Tag einzulegen. Das warme Wetter gefällt allerdings nicht nur den Pédaleurs. Nein, auch kleinere Erdbewohner haben ihre Freunde ob den steigenden Temperaturen. Und so krabbelt und fleucht und trippelt es in allen Ecken. Handgrosse Spinnen versuchen das Innere unserer Packtaschen zu erkunden oder krabbeln fröhlich über unseren Zeltbereich. Huiuiui - so eine Australienreise ist eine richtige Arachnophobietherapie.

Der Camping selbst ist herzig, die Besitzer sehr freundlich, das Essen sehr gut und wir fühlen uns wohl. Wunderbar. So wird gewaschen, geschrieben, gelesen, genöschelet, beinahe jedem einzelnen Neuankömmling beim Toilettencode geholfen und abends feine Lambchops mit Härdöpfelstock gegessen. Das Madura Roadhouse ist für uns bislang das Schönste seiner Art auf dem Eyre Highway.

Wir haben super geschlafen, uns an unserem freien Tag prächtig erholt und sind nun wieder richtig motiviert zum weiter pedalieren. Durch den mittlerweile kräftigen Rückenwind kommen wir heute super schnell voran. Es ist natürlich toll, wenn sich die Räder bei wenig Anstrengung durchschnittlich 25 Stundenkilometer vorwärtsbewegen. Nachdem wir einer Emu Mama und ihren Kiddies gewunken haben, entdecken wir nach ungefähr 50 Kilometern einen alten Schafzaun. Der perfekte Ort, um einen Schatz zu vergraben. Diesen haben wir im Verlauf der letzten Tage vorbereitet. Und zwar handelt es sich bei dem Schatz eigentlich um zwei Schätze. Einer ist spezifisch für unsere Eltern respektive Schwiegereltern, die in wenigen Monaten diesen Punkt passieren werden, der andere ist für alle Radler dieser Welt, die einmal diese Strecke abfahren. Wenn du ihn suchen willst, dann wirst du ihn bestimmt finden. Hier deine kleine Wegbeschreibung: Wenn du von Osten herfährst, dann pedalierst du nach Madura einfach der Strasse entlang weiter. Sobald du das Roadhouse Madura um 53.6 Kilometer hinter dir gelassen hast, entdeckst du auf der rechten Strassenseite hoffentlich eine blaue Fahne, auf der ein Fahrrad prangert. Und genau da, da ist ein Schatz für dich vergraben.

Wenn du von Westen her auf dem Eyre Highway pedalierst, dann passierst du auf deinem Weg das Roadhouse Mundrabilla. Genau 63.5 Kilometer weiter, ungefähr zweihundert Meter nach der Abzweigungstafel "HATN", findest du den Schatz zu deiner Linken.

Viel Spass!

Ach ja - noch ein Extratipp: uufpasse wegen den knallroten Spinnelis die hier rumlungern. Wir sind zwar keine grossartigen Biologen, aber so ein Tierli das rot leuchtet ist glaubs nicht zum Streicheln da.

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