Km 24110 - Km 24239_Albury - Corryong


Die beiden Nächte in Albury verbringen wir im Motel. Wir geniessen das eigene Zuhause, erkunden die Stadt, schlemmen Kellogs, gehen ins Kino und sind am zweiten Abend überrascht, wie schnell die Zeit doch wieder verflogen ist. Albury verlassen wir auf dem Murray Valley Highway. Die vergangenen Regentage haben auch hier der Landschaft zugesetzt. Ganze Parks sind überflutet. Vereinzelt lugen Ketten von Kinderschaukeln oder die Anfänge von Rutschbahnen aus dem Nass, der Rest der Spielplätze steht gerade unter Wasser. Der Fluss ist angeschwollen und über das Ufer getreten, der Veloweg ist nur anhand der knapp aus dem Wasser ragenden Beschilderung erkennbar. Wären wir darauf gefahren, dann hätten wir mindestens bis zum Hals in den Fluten gesteckt. Vorbei an Bandiana und Killara gelangen wir an den Hume Lake. Eine atemberaubende - wirklich ausgesprochen schöne - Landschaft erwartet uns hier. Es sieht fast so aus, als wären wir am Zugersee - nur, dass in Sichtweite keinerlei Häuser zu sehen sind. Friedlich ruht das Wasser zwischen grünen Hügeln. Entlang dem See können wir sogar dem Fahrradweg folgen. Richtig idyllisch ist das hier. Wir sehen Pferdeherden, Schafe und sogar Pelikane. Einer davon dreht seine Flugrunde genau über unseren Köpfen. Mega schön. Neben den lieben Pelikanen hat es hier aber auch wieder die Obernervvögel. Die, die uns immer angreifen. Heute greifen sie wieder besonders häufig an. Mittlerweile haben sie eine neue Taktik ausgearbeitet, und zielen immer mit ihrem Kot auf uns. Und sie treffen. Jedenfalls einmal. So beschissen. Auch die nächsten Tage über geht es so weiter. Die Vögel fliegen so schnell wie möglich auf uns zu, bremsen über unserem Kopf, drehen die Flugrichtung vertikal und stoppen dann zum scheissen. Manchmal treffen sie, manchmal nicht. Huere gruusig - und es bitz närvig. Aber irgendwie - auch ziemlich beeindruckend.

Das Wetter heute ist sehr wechselhaft. Wir ziehen uns schätzungsweise jeden Kilometer eine Jacke aus oder an. Krempeln die Hosenbeine vor Hitze hoch und ziehen uns kurz darauf vor Kälte eine Mütze über. Mal scheint die Sonne sommerlich warm, wenige Minuten später hagelt es und die Temperaturen sinken ins bodenlose. Aber hier auf der anderen Seite ist eigentlich auch gerade April, und der macht ja bekanntlich was er will...

Nachdem wir auf dem Veloweg die High Country Rail Trail Bridge überquerten, gönnten wir uns auf einem Bänkli am See ein Znüni. Wow - wirklich fast wie Zuhause. Anschliessend führt uns die Route den Berg hoch nach Talangatta. Inzwischen befinden wir uns wieder auf dem Highway, denn der Fahrradweg steht ab und an unter Wasser und so müssen wir auf festen Boden ausweichen. Besonders der letzte Anstieg heute fällt uns schwer - die Wetterverhältnisse im Verlauf des Tages waren anstrengend. Und so schnappen wir die erste Übernachtungsgelegenheit die sich uns bietet und stellen das Zelt auf einen Parkplatz inmitten des Nationalparks. Kaum aufgestellt, fängt es wieder zu schütten an. Es ist eisig kalt, doch das Gräbchen schaufeln wärmt uns auf.

Nachts hören wir, wie ein paar Bäume im Park dem Wind nicht mehr zu trotzen vermögen und zusammenkrachen. Später klart der Nachthimmel etwas auf und wir schlafen wohlig warm in unserem Zelt.

Am kommenden Morgen ist es noch immer kalt, der Regen hat jedoch nachgelassen. Wir packen zusammen, Frühstücken, Joggen zu einer alten Eisenbahnbrücke die ganz in der Nähe liegt, gucken uns den verwitterten, mit Moos überzogenen Holzbau an, joggen zurück und steigen in die Sättel. Der Regen setzt nach wenigen Kilometern wieder ein und es ist richtig, richtig kalt. Holy. Uns frieren fast die Zehen und Finger ab. Läck. Wie im Winter - nur fühlt es sich noch kälter an. Wirklich. Wir fahren einige Kilometer den Berg hoch und beschliessen in Corryong, unser Mittagessen zu geniessen. Wir finden ein herziges Lokal, essen feine Burger und tauen langsam wieder auf. Obwohl wir erst knappe fünfzig Kilometer zurückgelegt hatten, beschliessen wir, hier in dem Ort zu übernachten. Zum Zelten ist es uns zu kalt und zu nass und so gönnen wir uns ein Motel. In Corryong dreht sich an warmen Tagen alles um Pferde - und in der kalten Zeit ist der Schneesport angesagt. So ist auch unser Zimmer richtig Chaletartig eingerichtet. Mit Badewanne, Teppich, herzigen Vorhängen und Heizung. Genau das richtige.

Wir sind froh, haben wir Internet. Nicht nur wegen den Sozialen Medien - nein, vielmehr wegen den Trafficwebsites. Die nächste Etappe soll uns nämlich auf eine Höhe von knapp zweitausend Metern bringen und wir haben wegen den Gewittern so eine Ahnung. Und tatsächlich - der Alpine Way ist geschlossen. Ein Erdrutsch hat den Weg versperrt. Nach einem kurzen Abstecher zur örtlichen Polizei ist klar, wir können im Verlauf der nächsten Tage die geplante Route nicht angehen. Abends wurde die Website dann aktualisiert und die Strassenverhältnisse von matschig auf kettenpflichtig geändert. Hmmm. Der Schnee machte uns keine grossen Bedenken - aber der Erdrutsch, der hat es schon in sich. Gemäss den örtlichen Angaben hätten wir mindestens vier bis fünf Tage warten müssen, bis die Route wieder befahrbar ist. Zeit, die wir leider nicht mehr hatten. Zwar sind wir etwas enttäuscht darüber, dass wir nicht zum Mount Kosciuszko fahren konnten, aber so ist das halt manchmal. Wer rechnet denn schon mit Schneefall, Kettenpflicht und Erdrutschen in Australien. Na dann. Wir setzen uns mal wieder hinter die Karte und planen unsere Route neu.

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