Mi 1601 – Mi 1946_Woodland Park - Moab


Der gestrige Tag war richtig anstrengend - kein Wunder, wir sind ja auch megaweit gefahren. Und heute? Ja heute stehen noch mehr Meilen an. Egal - man will ja was von den USA sehen, ned wohr. So fahren wir frühmorgens nach einem einfachen Frühstück los und fahren die bereits gestern befahrene Strecke wieder zurück bis Hatsel. Das ist da wo wir gestern die Bisons entdeckten. Nun fahren wir aber nicht geradeaus, sondern biegen rechts ab in Richtung Aspen. Auch hier treffen wir wieder auf viele Landesflaggen und Abstimmungsplakate; unsere interne Diskussion über die kommende Wahl gerät wieder in Schwingung. Aber äbe - abwarten.

In Buena Vista geniessen wir natürlich die schöne Aussicht und begegnen anschliessend bei einer Rundfahrt durch den Ort einem wilden Hirsch - mitten in der Stadt. Der Hirsch watschelt neben uns her, und wir freuen uns mega. Dann machen wir ein Foto, der Hirsch springt davon und auf dem Bild sind nur noch das Hirschfüdli und die Hinterläufe zu sehen. Tja - nun müsst ihr ihn euch eben vorstellen. Wir fahren weiter zu den Twin Lakes und lassen uns anschliessend mit den Serpentinen in die Höhe tragen. Hoch und hoch und hoch führt uns die Strasse, bis wir den Independence Pass, den Höchsten Pass der Rockies mit 3680m.ü.M erreichen. Ja, wir wissen, das wiederspricht sich irgendwie den Angaben von gestern - aber wir tippseln hier nur, was uns die Tafeln und das GPS angeben. Jedenfalls ist es hier richtig, richtig schön und zapfig kalt. Wir befinden uns mittlerweile über der Baumgrenze und unter uns entdecken wir vereinzelte kleine Schneefelder. Scho schön, das Bitzli Schnee nach über achtzehn Monaten Winterpause.

Als wir gegen Mittag den weltberühmten Wintersportort Aspen erreichen, parkieren wir das Auto und gucken uns etwas in der Gegend um. Als erstes entdecken wir einen Hummer. Also das Auto, nicht das Tier. Anschliessend gönnen wir uns ein feines Mittagessen. Natürlich ist gerade nicht Saison und so hat es nur wenige Touristen vor Ort. Wir schlendern an Modeboutiquen, Schmuckläden, Kunstgalerien, Bärensicheren Abfalleimern, Sportläden, Cowboystiefelshops und vielem mehr vorbei. Richtig gemütlich hier - und es gibt viel zum schnöiggen, beobachten und anschauen. Einige Zeit später hüpfen wir dann aber doch wieder ins Auto - schliesslich erwarten uns noch einige Meilen im Mietauto. Die Fahrt geht am Nachmittag nun etwas schneller vor sich, denn wir biegen in die Interstate 70 ein. Gute 2'000 Höhenmeter verlieren wir im Verlauf der nächsten Stunden. Die Aussicht ist prächtig und wir lauschen gespannt den örtlichen Radiosendern. Diesmal erwischen wir einen Mexikanischen Sender. Das macht Laune. Und auf einem anderen Sender läuft gerade Werbung. Radiowerbig in Amerika - en Fall för sech. Aber dazu ein anderes Mal. Wir switchen zurück zum Mexikaner und singen laut mit.

Dass wir dann mal wieder Tanken sollten, war uns klar. Wir waren eher überrascht, dass einfach keine Tankstelle kam. Unser Zeiger sank und sank und sank, aber es war keine Ausfahrt, geschweige denn Servicestation in Sicht. Ach - da längt scho no... Plötzlich fängt das Tanklicht an zu blinken und auf der Konsole zeigt ein Computer einen Countdown, wie lange das Benzin noch reichen wird. Gemäss GPS kommt in 35 Meilen die nächste Tankstelle. Für 50 Meilen reicht das Benzin. Für 48. Für 46. Der Countdown tickt im Sekundentakt und die erwarteten Meilen werden immer weniger. Nun sind wir bei 35 Meilen angelangt und langsam aber sicher werden wir nervös. Wird es bis zur Tankstelle reichen? Typisch Pédaleurs. Und dann - dann erscheint plötzlich keine Zahl mehr auf dem Countdown. Ein dicker, leerer, langer Strich ist auf dem Display zu sehen. Oh, oh. Schrecksekunde. Und genau in dem Augenblick - also ungefähr zwei eeewig lange Sekunden später - erscheint eine halbe Meile vor uns, hinter einem Hügel, das Logo der Shell. Glöggli Gha. Mit den letzten Tropfen rugelet unser Auto an die Zapfsäule und wir konnten das arme Fahrzeug gerade eben noch vor dem Verdursten retten. Hoppla - wurden wir fast etwas nervös. Es birgt ganz neue Herausforderungen - so ein Auto.

Wieder voll betankt verlassen wir die Interstate 70 und biegen auf die 191 ein, welche uns direkt nach Moab bringt. Im Abendrot - jaja, es ist schon spät, auch heute sind wir an die 380 Meilen gefahren - sehen wir die Felsen des Arches Nationalparkes leuchten. Die roten Felsen strahlen mächtig in der Ferne und wir sind schon ganz aus dem Häuschen. Nun sind wir hier - wir habens geschafft. Hier in Moab werden wir zwei Nächte bleiben. Morgen gehen wir wandern. Und schauen. Und Fotografieren. Und Picknicken. Und Staunen. Und so kam es dann wirklich. Heute rollten wir uns früh morgens vor der Sonne aus den Federn, assen Frühstück, bestätigten der Druckerei das Gut zum Druck für den Fotokalender 2017, gingen im Supermarkt einiges für ein leckeres Picknick einkaufen und fuhren dann das kurze Stück zum Arches National Park zurück. Pünktlich zum Sonnenaufgang erreichen wir den ersten Aussichtspunkt und staunen über die riesigen, von der Sonne beleuchteten Arches. Die Arches - Steinbögen - verwandeln sich im Verlaufe der Zeit durch Erosion und Verwitterung ständig - Alte vergehen, Neue entstehen. Den ganzen Tag über fahren wir kreuz und quer durch den Park, halten immer wieder zum Staunen und Fotografieren an und machen die eine oder andere Wanderung entlang der ausgeschilderten Tracks. Wir bestaunen den Garden of Eden, den Balanced Rock, den Sand-Dune Arch sowie Fiery Furnance und vieles mehr. Wir sind begeistert. Doch das absolute Highlight für uns war die Wanderung zum Delicate Arch, den wir in seiner ganzen Pracht bewundern konnten. Magisch. We just love it here.

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