Km 27058 – Km 27302_Ciudad Insurgentes – La Paz


Am kommenden Vormittag erwartet uns eine kurze Tour. Nach kräftigem Frühstück im Restaurant von Gegenüber schwingen wir uns auf die Räder und fahren die kommenden 27 Kilometer geradeaus, bis wir den Ort Ciudad Constitution erreichen. Zwar war die Etappe nicht weit, doch die 122 Kilometer von gestern liegen uns noch etwas in den Knochen und so sind wir froh, als wir bereits am Mittag das perfekte Hotel für einen weiteren freien Tag erreichen. Wir lassen das Abenteuer Abenteuer sein und faulenzen beide Tage vor uns hin. Gefühlte acht Staffeln King of Queens, eine Pizza und einen Einkauf im örtlichen Supermarkt später geht zum zweiten Mal die Sonne auf und der Kalender zeigt das Datum 23. Dezember 2016.

Der 23. Dezember ist schon seit Ewigkeiten der Tag der Cattinschen Weihnacht und so haben sich auch heute die Liebsten in Triengen versammelt. Zeit zum Telefonieren. Zuerst per Skype - danach wegen schlechter Bildqualität mit Whatsapp. Perfekt. Wir können mit allen sprechen und freuen uns riesig, die Stimmen zu hören und natürlich die virtuellen Geschenke auszupacken. Anschliessend gelingt uns sogar noch ein Anruf ins Aargau und auch Mike hört endlich wieder seinen Papa und Bruder durch die Leitung. Ach wie schön. Und danach? Bäääämm. Bäämm, Bäämm, Bäämm - das Heimweh haut uns volle Kanone weg. Augenwasseralarm. Die Feiertage weitestgehend zu ignorieren war bei den Hindus letztes Jahr irgendwie einfacher. Aber hier - mitten in einem christlichen Land ist es schwierig, abzuschalten und etwas Anderes zu denken. Aber äbe - was wotsch.

Nach dem gegenseitigen Trösten schwingen wir uns auf unsere Räder und pedalieren weiter in Richtung Santa Rita. Den Ort erreichen wir nach knapp 50 Kilometern und wir finden irgendwie beide, dass es für heute reicht. Doch Santa Rita sieht das ganz anders. Denn es gibt weder ein Hotel noch einen Campingplatz. Nur zwei Burritos. Nichts da mit bleiben und nöschelen. So fahren wir eben noch weiter. Und weiter. Und weiter. Immer der Strasse lang über leichte Hügel. Hoch und runter. Ein Hotel war nicht in Sicht und so stellen wir am späten Abend unser Zelt auf den einzigen Platz, der sich eignet. Es handelt sich um eine kleine Ausfahrt, die von Durchreisenden vorallem für Pipipausen und dergleichen genutzt wird. So halten den ganzen Abend und die Nacht über immer mal wieder Autos, um wenige Minuten später wieder davon zu brausen. Aber eus isch gliich - wir schlafen super. Und beim Einschlafen feiern wir auch noch etwas eigene Weihnacht. Zusammengekuschelt im Schlafsack - unter einem der schönsten Sternenhimmel der letzten Monate - lassen wir uns einige schöne Erlebnisse der letzten Jahre durch den Kopf gehen.

Am Morgen des Heiligabends stehen wir auf, machen uns ein Frühstück und pedalieren anschliessend in Richtung Hauptstadt. Die Strassenverhältnisse sind hier sehr schlecht - liegt aber nicht am Allgemeinzustand, sondern an den momentanen Strassenbauten. So fahren wir eine ziemlich lange Strecke Piste. Ändlech. Piste auf der Baja California - das sei ja scheinbar das, was man erlebt haben muss. Nun haben wir es also auch erlebt.

Am Nachmittag befinden wir uns auf einer Höhe von rund 150 Metern uns sehen in weiter Ferne vor uns die Hauptstadt und das Meer. Judihuii. Pünktlich zur Weihnacht erreichen wir La Paz - das Ende der Baja California. So lässig. Wir quartieren uns in einem chicen Hotel am Stadtrand ein - denn das andere Hotel haben wir erst ab Morgen gebucht. Wir haben gut gewählt. Es gibt feines Abendessen, das Zimmer ist sauber, der Toilettenring aus Hartplastik und das Bett ist riesig. Und nun am ersten Weihnachtstag ist es endlich soweit. Nach zünftigem Zmorgen lassen wir uns die letzten zehn Kilometer bis in die Stadt rollen. Wir hatten ja bereits ein Zimmer gebucht und freuen uns nun riesig auf das uns selbstauferlegte Weihnachtsgeschenk - zehn Tage rumlümmeln in La Paz. Das Hotel ist herzig und eher ein Bed and Breakfast. Etwas getrübt wird unsere Freude nur dadurch, dass wir wegen einem Durcheinander mit dem Buchungsportal etwas früher als gewollt ausziehen müssen. Der Besitzer aber kümmerte sich bereits um eine andere Unterkunft und so können wir pünktlich zu Silvester dann noch ein weiteres Mal Zügeln.

Für uns war es irgendwie so - dass Weihnachten nach dem Telefonat mit der Familie abgeschlossen ist. Ja - also nicht abgeschlossen, aber irgendwann ist ja mal gut. Aber die Welt sieht das anders. Und es gibt nun den 24. Dezember, dann den 25. Dezember und läck sogar noch den 26. Dezember. Es hört ned uuf. Ned guet bei Heimwehkoller. Eigentlich wären wir noch zum Abendessen im Hotel eingeladen gewesen. So eine pseudo Familienfeier für alle Touristen die alljährlich zu Weihnacht nach La Paz kommen. Über die Einladung freuten wir uns sehr - ist ja wirklich herzig, dass da etwas organisiert wurde. Als wir dann aber zur Gruppe stiessen - wir waren etwas zu spät dran - entdecken wir zwanzig erwachsene Menschen, die sich bei den Händen halten und gerade dabei waren, sich öffentlich bei Gott für ihr Leben und das vergangene Jahr zu bedanken. Hmmm. Ist ja alles schön und gut - aber ääh. Also so im grossen Kreis und Händchenhalten? Wir sind da glaubs nicht richtig. So verziehen wir uns auf unser Zimmer und verbringen den Abend zu dritt. Mike, Cynthia und UNO.

Die Zeit in La Paz ist schön. Aber ehrlichgesagt etwas kühl. Und wolkig. Nichts da mit Zecheli is Meer hebe und Glace schläcke. Jänu. Wir haben aber so ein grosszüges Zimmer mit tollem Balkon und fleissiger Kaffeemaschine, dass wir uns auch gerne einfach hier aufhalten. Wir gucken fern, suchen noch immer nach der passenden Wohnung, schreiben einige Mails, lassen unsere Kleidung endlich mal wieder reinigen und buchen die Fähre, die uns am 3. Januar ans Festland bringen soll. Heute ist übrigens der 28. Februar - für die Pédaleurs ein weiterer Feiertag. 12 Jahre nun sind wir schon ein Team - so geil. Zur Feier des Tages wollten wir zum Strand fahren. Es soll nämlich einen wunderbaren Badestrand - ungefähr 25 Kilometer entfernt geben. Der Wecker klingelt, die Rühreier sind verdrückt, die Pédaleurs bereit. Doch das Wetter, das will nicht recht. Es ist schmuddelig kalt und es kündigen sich einige Regentropfen an. So steigen wir auf Plan zwei um. Und der ist richtig supercool. Wir spannen nämlich ein Laken so über das Bett, dass eine kleine Höhle entsteht. Darin verkriechen wir uns und schauen online einen super Film. Richtig Kinofeeling. Voll geil. Den Film den wir schauten hiess übrigens The Mechanist. Zwar nicht so romantisch - aber mega gut. Und obwohl der Film genau so alt ist wie unsere Beziehung, kannten wir ihn noch nicht. Fazit: Best 12 Years Date ever.

Sodeli. Und nun ist auch noch der Blog geschrieben und hochgeladen. Eben - wir bleiben noch eine Weile hier in La Paz und erzählen dann das nächste Mal von der Stadt und was wir so gesehen haben. Und dann - dann gehts ans Festland. Haben wir schon erzählt, dass wir von da auf fast 3'000 Höhenmeter raufächzen werden? Ohjeminie - ist glaubs gut, wenn wir die nächsten Tage noch etwas die Beine hochlegen...

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