Km 27815 – Km 27880_Tequila - Guadalajara


Ihr lieben Leserinnen und Leser – obwohl seit dem letzten Eintrag noch nicht viel Zeit vergangen ist, haben wir wieder ultraviel erlebt.

Wir fangen mal ganz vorne an… Den letzten Bericht haben wir in Tequila hochgeladen. Tequila – der Heimatort des… ja was wohl? Genau – des Tequila. Dem Getränk, an den wohl so mancher einige Erinnerungen hat, die er lieber verdrängen würde – oder wohl eher, an die er Erinnerungen hat, deren er sich nicht mehr erinnern kann. You know…

Das Städtchen Tequila gefällt uns sehr gut. Es besticht vor allem mit durch die Kathedrale, die historischen Gebäude, die Fussgängerzone und die prachtvoll herausgepützelten Destillerien.

Am kommenden Tag fahren wir weiter in Richtung Osten. Wir pedalieren entlang der libre und fädeln uns nach einigen Kilometern in die grosse Autopiste ein, welche sich mit der kleinen vereint. Obwohl es bergauf geht, ist die Fahrt während des Vormittages auf der kleinen Strasse relativ einfach. Wiederum gibt es Pausen. Heute mit Marmorkuchen, Zuckerschlangen, superleckeren Limettenchips, Coca Cola und Eistee. Kurz vor dem Mittag erreichen wir die Agglomeration von Guadalajara und es wird städtisch. Der Verkehr wird dicht, die Busse drängeln sich vor uns, der Strassenverlauf erfordert einige Konzentration und der Diesel macht es sich in unseren Lungen kuschelig gemütlich. Das GPS zeigt uns den Weg, Mike fährt voraus, Cynthia hinterher. Die Strasse direkt ins Zentrum würde uns durch einige Tunnels führen, auf welche wir gerne verzichten. So fahren wir unseren eigenen Weg, schieben die Velos über enge Fussgängerbrücken und lüpfen sie anschliessend über Eisenbahnschienen. Wir sind schon ziemlich angehüngerlet und wenn jetzt dann nicht gleich mal etwas in den Magen kommt, dann können wir für ein friedliches Zusammensein kurzzeitig nicht garantieren.

Da kommt uns die Pizzeria wie gerufen. Wir stellen die Räder hin, gucken kurz in die Karte und bestellen uns unser Zmittag. Dass es so lange dauern kann, eine Pizza zuzubereiten, hätten wir uns im Traum nicht vorstellen können. Heitere Fahne. Und der Teig war sogar schon fertig ausgewallt! Also. Der junge Pizzaiolo aka Servicemitarbeiter aka Reinigungsfachmann aka Babysitter für das kleine Mädchen das ihm immer um die Beine wuselt nimmt eine grosse Kelle voller Tomatensauce und klatscht sie auf den Teig. Danach wird verstrichen. Aber richtig ordentlich. Ganz genau. Ja nicht schludderen. Dies dauert an die fünf Minuten. Die Sauce ist also drauf. Nun der Käse. Eine gefühltes halbes Kilogramm kommt drauf. Nun den Käse schön verteilen. Aber noch genauer als die Sauce. Ja nichts soll danebengehen und ja keine Unregelmässigkeit entstehen. Nochmals fünf Minuten. Pizza geht in den Ofen. Dann gibt’s eine Pause. Der richtige Pizzaiolo kommt. War wohl in der Pause. Wir atmen auf, denn nun geht es sicher schneller. Nicht die Bohne. Cherrytomaten müssen geschnitten werden. Eine, zwei, mal in den Rückwärtigen Bereich marschieren, zurückkommen, drei, vier, nochmals irgendwas gucken gehen, fünf, Mädchen das immer noch herumstöfert unterhalten, sechs. Tomaten sind fertig – Pizza im Ofen auch. Pizza raus. Nun nochmals in den Rückwärtigen Bereich marschieren, Parmesan und Schinken holen. Raffel holen. Käse raffeln und auf heisse Pizza verteilen. Vorgeschnittenen Schinken vom Plastik knubbeln, auf Pizza verteilen. Pizza ist lauwarm. Ruccola drauf. Pizza ist fertig. Nun in den Rückwärtigen Bereich marschieren, nicht mehr nach vorne kommen. Nach einer Ewigkeit wiederkommen, uns einige Saucen auf den Tisch stellen. Wieder verschwinden. Servietten holen. Wieder verschwinden. Besteck holen. Servietten und Besteck uns bringen. Irgendwas herumeiern. Uns die kalte Pizza bringen. En Guete. Wir haben übrigens die vierzig Minuten mit ungläubigem Zuschauen verbracht. Und dann gegessen. War megafein. Jedenfalls viel besser als erwartet.

Gopfredli, nicht zu fassen, wie viel wir hier über so einen belanglosen Pizzaessbesuch schreiben können. Belanglos? Voll nöd – denn dies ist auch eine Geschichte, die das Leben schreibt.

Mit vollem Magen fahren wir die letzten paar Kilometer ins Historische Zentrum von Guadalajara. Die Kathedralen, Bauten, Museen und sowieso das ganze Centro Historico besticht mit extrem viel Charme. Das Hotel, welches wir vorgängig ausgesucht und nun angepeilt hatten, ist total enttäuschend. Und zudem voll teuer. Also suchen wir etwas Anderes für die kommenden zwei Nächte. Auch am Centro Historico – also megasupergeil gelegen, finden wir das Hotel Rotanda. Das Preisleistungsverhältnis stimmt hier um einiges mehr. Die Mitarbeiter sind ausgesprochen freundlich, wir können die Velos ins Zimmer nehmen, es ist sehr sauber und das Gebäude äusserst beeindruckend. An der Wand des Innenhofes hat es ein riesiges Gemälde aus der Geschichte Mexicos, die Zimmer selber haben eine Raumhöhe von guten vier Metern. Eifach super.

Wir sind etwas abgekämpft vom heutigen Tag – denn die Stadteinfahrt in dieses riesige Gewusel hat uns nervlich und körperlich einiges abverlangt. Doch noch ist nicht an Feierabend zu denken, denn wir haben in Guadalajara nämlich etwas vor. Wir wollen per DHL ein Päckli in die Schweiz schicken – all den Grümpel den wir nicht mehr brauchen, müssen wir ja nicht unnötig andauernd herumpedalieren.

Mike zieht also los und erkundigt sich bei der Poststelle direkt um die Ecke. Die Dame am Schalter erklärt ihm, dass es ihr nicht möglich sei, ein Päckli nach Europa zu schicken, sie dürfe ausschliesslich in die USA versenden. Mike kommt also mit bad news und leeren Händen zurück. So ein Mist – wir haben uns auf leichtere Velos eingestellt und geben uns mit der Antwort der Postangestellten nicht zufrieden. Da Guadalajara ja eine grosse Stadt ist, suchen wir uns einfach eine andere Poststelle und Cynthia macht sich auf den Weg.

Die 900 Meter zu laufen gurkt sie an und so hüpft sie ins erstbeste Taxi. Fehler. Denn das Taxi fährt zuerst einen grossen Bogen um den Hauptplatz um fünf Minuten später die Abfahrtstelle wieder zu passieren. Zur Verteidigung – der Taxifahrer kann nichts dafür, es handelte sich um eine Einbahn und die lange Fahrt war nicht zu vermeiden. Nun aber kanns losgehen. Ja denkste. Rote Ampel. Und noch eine. Und noch eine. Zehn Minuten geht gar nichts. Nun aber beginnt das Auto sich zu bewegen. Wir biegen links und wieder rechts und wieder links ab. irgendwann sind wir am Ziel angelangt und müssten nur noch rechts abbiegen. Einbahn. Dann halt die Nächste. Einbahn. Die Fahrt dauert so an die zwanzig Minuten. Nachdem der Taxifahrer auch noch dauernd falsch abbog – zum Glück hatte Cynthia ein GPS dabei – steigt sie aus, drückt dem Fahrer die verlangten 50 Pesos in die Hand und läuft noch einmal 10 Minuten – etwa 800 Meter in die entgegengesetzte Richtung. Tja.

Die DHL ist schnell gefunden und der Mitarbeiter super freundlich. der Versand ist kein Problem, wir können morgen die Sachen bringen und sie vor Ort verpacken und versenden. Super. De Tag isch grettet. Cynthia legt den Rückweg ins Hotel übrigens zu Fuss zurück. Dauer: 7 Minuten.

Am Abend machen wir noch einen kurzen Schnupperspaziergang durch die Stadt und verköstigen uns beim Amerikanischen Burgerbrutzler. Guadalajara hat eine enorm grosse Fussgängerzone und man kann über weite Strecken schlendern, bummeln, fötelen und trödeln. Zusammen mit etwa einer Million Mexikanern. Es hat hier so viele Menschen, wie an einer der Paraden in Zürich. Pumpenvoll - richtig toll. Morgen wollen wir es uns genauer angucken – heute sind wir nun doch etwas zu müde für so viel Tohuwabohu.

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