Km 27880 – Km 27968_Guadalajara - Ocotlan


Heute haben wir ja frei – und so schlafen wir erstmal etwas aus. Nach dem Frühstück klemmen wir uns hinter die Packtaschen und entrümpeln so richtig. Über sieben Kilogramm an nun nicht mehr nötigem Gepäck kommen so zusammen. Die Sachen stopfen wir in den Rucksack und marschieren zur DHL Nur die Guadalajaraanfänger nehmen ein Taxi – wir doch nicht. Beim DHL angekommen geht alles ganz einfach. Wir zeigen die Elektrozubehöre, Kleidungsstücke, das Tarp und andere Dinge die wir nicht mehr benötigen vor und stopfen es anschliessend in eine Box. Die Box wird zugeklebt, 160 Dollar wechseln die Besitzer und ab geht die Post in die Schweiz.

Wir fühlen uns regelrecht erleichtert und sind voller Energie. Einen richtigen Höhenflug machen wir durch. Seit Tagen waren wir nicht mehr so gut drauf und wir lachen und plaudern und spazieren und flanieren und probieren Gebäcke und machen Fotos und plaudern noch mehr und hören den Strassenmusikern zu und gucken in die Schaufenster und Planen ganz viel Zukunft.

Gegen Mittag wird es für einen richtigen Schweizer natürlich Zeit für ein Zmittag und so setzen wir uns richtig touristenhaft auf die Terrasse eines Restaurants – mitten im Place to be, direkt vor der Kathedrale. Das Restaurant hat WIFI und so loggen wir uns ein, um mal zu gucken, was wir hier sonst noch so angucken könnten. Wir haben einen Anruf in Abwesenheit. Hä? Uns ruft doch sonst nie jemand an. Komisch. Und dann noch eine Message von Cynthias Papa. Cynthia ruft zurück und bekommt die traurige Nachricht, dass ihre Grossmutter im Verlauf des Tages verstorben ist. Es scheint ein friedliches Sterben gewesen zu sein – doch natürlich ist es trotzdem sehr traurig. Der Moment, wo man gerne zuhause wäre. Ihr wisst schon… müssen wir nicht erklären.

Wir spazieren nach dem Telefonat noch etwas durch die Gassen – doch die Fröhlichkeit des Vormittags ist verpufft. Ist ja klar – und es ist auch gut so.

Anschliessend verziehen uns in unser Zimmer und gucken zur Ablenkung einen klassischen Film aus den dreissiger Jahren. Danach geht es nochmal raus – mitten ins Gewusel. Wiederum sind unglaublich viele Menschen unterwegs und es gibt so viel zu sehen, dass einem beinahe schwindelig wird. Zwar wollen wir in einem Restaurant dinnieren, doch irgendwie passt das nicht und sowieso. Also gehen wir nochmal zum Mc Donalds. Auf dem Heimweg haben wir das erste Mal in Mexico eine unkomfortable Begegnung. Denn wir spazieren genau durch die eine Gasse, in der sich Mitglieder der bekannten ansässigen Gang postiert haben. Ihr wisst schon welche. Die die man halt kennt, den Namen wollen wir nicht schreiben. Halt die mit der Zahl Drizähni und so. Ab und zu Nachrichten gucken, dann wisst ihr von wem wir schreiben.

Nicht dass ihr jetzt meint, wir wuseln im Dunkeln durch abgelegene und düstere Gegenden. Neinnein, wir waren mitten in der Stadt, zusammen mit vielen anderen Passanten. Obwohl die Männer nur so dastanden und man sich ganz einfach einen Weg durch sie hindurch bahnen konnte, war es ziemlich aufregend. Oder sogar beängstigend. Also etwas in der Mitte. Aber die Jungs liessen uns natürlich in Ruhe – und wir sie auch.

Zurück im Hotelzimmer wird Cynthia dann doch noch von ihrer Trauer eingeholt. Bei ihr dauert das ja immer etwas länger – jeder halt auf seine Weise. Und auch die kommende Nacht war nicht so erholsam. Die Erkältung wagte ein letztes Aufbäumen und naja – mängisch schlooft mer halt eifach schlächt.

Nun lacht uns aber schon wieder ein neuer Tag an und die Fahrt geht weiter. Die Velos fühlen sich viel leichter an und wir geniessen die fahrtechnische Unbeschwertheit. Die Ausfahrt aus der riesigen Stadt dauert viele Kilometer und führt direkt in andere, anliegende kleiner Orte. Für uns spielt es keine Rolle, die Aussicht bleibt gleich. Haus, Strasse, Tankstelle. In Tonala entdecken wir einen superherzigen Markt mit Gemüse, Selbstgelismetem, Bastelarbeiten, Kleider und Schmuck. Zwar können wir den Markt nicht besuchen, doch beim langsamen vorbeiradeln sieht man ja auch was. Und hier sehen wir sogar noch etwas länger nicht Entdecktes. Fünf Touristen. Schläckt kei Geiss wäg.

Bevor wir auf den Highway einbiegen, entscheiden wir uns für einen Imbiss im Subway. Gute Idee gewesen – denn die kommenden 80 Kilometer gibt’s gar nichts mehr. Heute ist das Wetter wieder kühler – die Wolken schützen uns etwas vor den direkten Sonnenstrahlen und so schwitzen wir keine Flüsse wie in den vergangenen Fahrtagen.

Doch anstrengend ist es trotzdem, denn die Fahrt entlang der Autobahn zieht sich in die Länge und führt so einige Male in die Hügel. Irgendwann macht es dann noch pffff und Cynthia hat einen Platten im Hinterrad. Wir sind über einige Drähte gefahren, und die haben sich in den Pneu gebohrt. Der Schlauch ist ein kleines Siebchen und so wechseln wir ihn gegen einen Neuen aus. Alles also halb so schlimm.

Ocotlan erreichen wir am späteren Nachmittag und wir sind froh, als wir gleich zu Beginn der Stadt ein Motel entdecken. Weniger froh macht uns, dass es ein Puff ist und man nicht länger als acht Stunden verweilen darf. Nicht gerade das, was wir suchten. Wir fahren weiter und halten Ausschau nach einer geeigneteren Unterkunft. Nach einer gefühlten Ewigkeit und zehn Kilometer später erreichen wir ein sehr herziges – und auch das einzige – Hotel.

Der Hunger nagt schon wieder an unseren Bäuchen und den Nerven und so macht sich Cynthia auf, etwas zu Habberen zu besorgen. Wenn die Pizza in Guadalajara lange dauerte, dann geht die Wartezeit in Ocotlan für ein Sandwich ins Unhaltbare. Aber davon wollen wir euch jetzt verschonen. Auch von der unglaublich gstabigen Handgriffen des Lieferservices. Nur so viel: als Cynthia um fünf Uhr die Bestellung aufgab, war das Auszuliefernde bereits zum Ausliefern bereit. Als sie dann eine geschlagene Stunde später ihr Essen mitnehmen konnte, war das Auszuliefernde immer noch nicht an den Kunden gekommen. Zum Glöck not our business.

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