Km 29905 - Km 30104_Amposta - Barcelona


Frühstück gab es heute wieder einmal im Hotel. Und es war super! Schinken, Käse, Gipfeli, Kaffee - wunderbar. Die Hotelangestellte ist auch eine herzige und sehr bemüht. Beim wie-lege-ich-Schinken-und-Käse-appetitlich-auf-die-Platte-Kurs hatte sie aber wohl geschwänzt. Denn das Mädel gab sich sehr, sehr viel Mühe, um all die Schinken- und Käsescheiben akkurat auf die Platte zu legen. Alles nebeneinander. Die Platte sah wie gefliest aus - wirklich lustig. Und wenig appetitlich. Hahaha. Isch ja gliich - man hätte es vielleicht selbst sehen sollen.

Jedenfalls - wo waren wir? Ach ja. In Amposta. Die Fahrt führt uns über Stock und Stein und ehrlich gesagt haben wir wenig von heute in Erinnerung. Chund halt devo - wenn mer d'Notize ned jede Tag gnau uufschriibt. Jänu. Das Wetter war aber jedenfalls prächtig, der Wind uns wieder sehr gnädig.

Die Strecke, die wir seit Valenzia zurücklegen, kennen wir bereits aus einer vergangenen Reise im Jahr 2005. Damals waren wir noch nicht mit dem Velo, sondern per Autostopp und Zug unterwegs. Immer mal wieder brösmelen Erinnerungen auf uns ein und wir schwelgen in der Vergangenheit.

In Tarragona machen wir einen kurzen Stopp und entdecken mehr durch Zufall einen Ale Hop. Das sind so Schnickschnacklädelis in Spanien. Mit lustigen Produkten und so dingszeugs, das niemand braucht aber jeder haben will. In Moraira waren wir schon in so einem und da hat sich Mike in ein Schweinchen verguckt, das beim Draufdrücken grunzt. Wir kauften es aber damals nicht und bereuten es seitdem täglich. Nun - unsere Chance. In Tarragona stürmen wir den Ale Hop, kaufen ein Schweinchen und packen es in unsere Tasche. Das Ding ist ziemlich gross und eigendlich total im Weg. Aber es ist doch unser Schweinchen und wir wollen es nicht mehr hergeben. Nach einer leicht skeptischen Phase hat nun auch Cynthia ihr Herz für das grunzende Plastikding geöffnet und gemeinsam haben die Pédaleurs das neue Familienmitglied bei sich aufgenommen. Späck - so wurde er getauft - bekommt dann in der neuen Wohnung einen Ehrenplatz. Hihi. So es lässigs Souvenir.

Kurz nach Tarragona hatten wir die heutigen 80 Kilometer und somit unser Tagesziel geschafft. Doch was ist das? Unser Kilometerzähler zeigt eine Gesamtreisedistanz von 29'995 Kilometern an. Das kann nicht sein. Das wollen wir nicht so stehen lassen. Die 30'000 wollen wir heute noch knacken. Und so radeln wir mit vier Stielaugen auf den Kilometerzähler geheftet weiter dem Meer entlang. Km 29'998, Km 29'999, Km 30'000 - Juhuuuu - geschafft. Mitten auf der Strasse halten wir an und freuen uns über den neu erreichten Meilenstein. Nun gehts aber ans Hotel suchen...

Gar nichts so leicht, zur Nebensaison ein Hotel in Torredembarra zu finden. Hhhm. Wir gucken rum, suchen auf dem GPS und stehen immer mal wieder vor verschlossenen Türen. So en Seich. Zuerst mal was Essen. Der Mc Donalds im Ort versorgt uns pflichtbewusst und während wir so an unseren Burgern knabbern, entdecken wir in der Ferne ein Hotelschild. Super. Zielsicher steuern wir das Gebäude an und haben Glück. Das Hotel ist geöffnet, eine Dusche für die Pédaleurs gesichert.

Nach einem Strandspaziergang an der beinahe ausgestorbenen Promenade und einem Aufstocken des Schnausivorrates, strecken wir die Beine.

Noch ein letztes Mal früh aufstehen. Also för de Momänt - denn morgen machen wir frei. Als erstes rugelen wir die Räder zum Strand und machen das 30'000 Kilometer Föteli. Danach fahren wir los. Die Fahrt ist wunderbar und führt uns viele Kilometer weit entlang des Meeres auf gut gepflegten Velowegen. Zwischendurch müssen wir wieder auf die Strasse, doch grundsätzlich können wir mehr oder weniger die gesamte Strecke bis kurz vor Barcelona auf dem Veloweg zurücklegen. Doch dann hört dieser einfach auf. Aus dem Nichts. Bämm. Haus drauf gestellt, Velos müssen halt selber gucken. Da es nun aber nur die grosse Autobahn hat, auf die wir ja nicht ausweichen können, müssen wir grosse Umwege über die Felder kurven. Nicht so schlimm - ist ja schön hier. Und ein Zimmer in Barcelona ist ja auch schon organisiert - no hurry also.

Als wir dann nach einem ziemlichen Umweg den Flughafen erreichten, dachten wir schon, wir seien bald da. Nänänänei. Bei weitem nicht. Der Flughafen gleicht für Radler einem Labyrinth und wir eiern Stunden um und auf dem Gelände herum. Die eingetragenen Strassen hören einfach auf und mehrmals müssen wir wenden, über Gras fahren oder weitere Umwege in Kauf nehmen. Zum Glück befinden wir uns in Spanien. Wollen gar nicht wissen, was es in anderen Ländern für Konsequenzen gehabt hätte, wenn hier zwei Ausländer stundenlang auf dem Flughafen rumeiern und immer mal wieder die Richtung ändern.

Am späten Nachmittag dann finden wir endlich den richtigen Weg zur Stadteinfahrt und schlängeln uns durch den Barcelonischen Feierabendverkehr. Pffff. De Mike hed en Platte. Tja. Wir flicken das Ding, pümpelen neu und machen uns nun aber endgültig auf den Weg in unser Hotel.

Juhuuu - wir sind in Barcelona. Finally! Wie gesagt, vor etwa zwölf Jahren waren wir schon einmal da und wir haben die Stadt in so guter Erinnerung, dass wir es kaum erwarten konnten, endlich wieder hierher zu kommen. Und hier sind wir nun. Das Hotel ist supergut gelegen und ansonsten auch in Ordnung. Nur die Velos müssen leider draussen bleiben. Mitten auf der Strasse.

Nach dem Eindunkeln machen wir einen Spaziergang über die Rambla und lassen uns vom Gewusel einlullen. Ein fabelhaftes Nachtessen und unzählige Rosenverkäufer später, hüpfen wir unter die Decke -morn hämmer nämmli vell vor.

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