Km 30319 - Km 30634_Perpignan - Avignon


Als erste Übernachtungsmöglichkeit in Frankreich hatten wir kein Hotel, sondern ein Appartement. Wir haben uns zwar nicht absichtlich dafür entschieden, aber es war ziemlich cool, wieder einmal eine kleine Wohnung und etwas Zeit zu haben. Das Check-In verläuft heute etwas anders als gewohnt. Und zwar kommt eine Adresse, ein Schlüsselcode und ein WIFI-Passwort per SMS und man muss dann halt selber gucken. Bitzi komisch, bitzi Fancy aber scheinbar normal – wir sind einfach nicht so up to date…

Nach einem gemütlichen Nachmittag packt uns dann der Hunger und wir spazieren los – einmal quer durch Perpignan. Die Stadt ist so superschön mit der Stadtmauer, dem Fluss, den Kirchen, den Gässlein. Einfach super. Zum Znacht gibt es Spaghetti Carbonara. Und auch hier lacht uns eine neue Herausforderung an – denn das Eigelb wird separat in einem Töpfchen serviert. Muss man eben noch etwas selber kochen. You see – auch Europa steckt voller Abenteuer.

Da heute Sonntag ist, haben so gut wie alle Boutiquen in Perpignan geschlossen. Schade – gerne hätten wir noch etwas gestöberet, aber jänu. Dann kommen wir halt hier auch nochmal her…

Das Frühstück ist richtig gemütlich – denn wir fanden gestern Abend noch einen Supermarkt und können so wieder einmal in Ruhe und nur für uns an einem Tischlein frühstücken. Anschliessend entdecken wir einen Platten an Mikes Fahrrad und beschäftigen uns damit. Zum Abschluss in Perpignan verdrücken wir noch ein Schoggimousse und pedalieren anschliessend – so kurz vor halb Neun Uhr – los.

Als erstes verfahren wir uns zünftig. Ganze 10 Kilometer Umweg entstehen bei der Stadtausfahrt. Macht nichts – denn so finden wir per Zufall eine kleine Boulancherie, in der wir feine Blätterteigdinger mit Käse finden. Suuuuper lecker. Anschliessend klappt es auch mit der Orientierung etwas besser und wir finden – tattattattaaaa – den Mittelmeerveloweg. So cool!

Dieser Veloweg führt uns den ganzen Weg entlang des Meeres und weicht nur ganz selten auf die Autostrasse aus. Grösstenteils können wir nebeneinander und so richtig gemütlich pedalieren. Doch ein kleiner Haken hat auch der heutige Tag: Es herrscht Gegenwind. Aber so richtig! Uns puschtets fascht vom Velo, wir kommen kaum vorwärts und bei einer geraden Strecke sind wir froh, wenn wir knappe 8Km/h erreichen. Oh je… Kein Wunder, ist das hier einer der beliebtesten Orte zum Kiten. Hätted au gärn so es Segel… Es ist wirklich verrückt und wir kommen kaum vom Fleck.

In Leucate dann klopft mal wieder der Hunger an und wir halten vor einem kleinen Restaurant. Nichts ahnend treten wir ein und erwarten irgendwas zischen die Zähne. Pommes, Burger oder was es halt normalerweise so gab… aber nänänänei – hier in Leucate legt man Wert auf gute Ernährung und so wurden wir von den Restaurantbesitzern mit einem Drei-Gänge-Menü so richtig verwöhnt. Zur Vorspeise gab es fabelhaften Risotto, anschliessend ein Steak mit hausgemachten Pommes und frischem Gemüse und dann zum Abschluss eine Creme Catalan. Eine, bei der die Caramelschicht so richtig knackte. Faaaabelhaft. Selten haben wir auf der Reise so gut gegessen und wir freuen uns.

Auch nach dem Mittagessen liess der Wind überhaupt nicht nach. Nein, er wurde sogar noch stärker. Und so ächzen wir langsam dem Deich entgegen, immer mit der Gefahr, dass uns der Wind vom Sattel pustet.

Am Nachmittag dann erreichen wir denn Damm, der uns bis nach Narbonne führt. Die Strecke ist traumhaft und au es bitzi Albtraumhaft wegen dem Wind. Aber das Traumhafte ist die Aussicht. Megageil! Auf der linken Seite der Fluss, rechts das Meer. Vögel, Palmen, Büsche, Wellen, Schotterpiste. Ein sehr schönes Bild! Und dann geschieht das – wovor wir uns schon lange fürchteten. Jaja – auch die Pédaleurs haben ihre Ängste und auch denen muss sich gestellt werden… Cynthia verliert ihr Toilettenpapier. Näi – das isch ned so schlemm, so WC-Papier findsch a jedem Egge. Das schlimme ist, dass das WC-Papiersäckli auch weg ist. Weisch, das Säckli, das wir schon seit Anfang der Reise dabei haben. Es war immer – und zwar wirklich immer – aussen auf dem Schletzgummi angemacht. Bei Wind, Regen, in der Wüste, im Outback, im Urwald, bei Schnee, bei Nacht und Nebel, bei heisser Sonne. Einfach immer! Und es hat tapfer gehalten. Euses Tüüfgfrüürseckli us dem Migros! Nun wunderst du dich vielleicht, warum wir das hier schreiben – verloren haben wir ja schon vieles. Aber das Ding ist uns richtig ans Herz gewachsen! Und nun? Nun ist weg. Irgendwo im Süden von Frankreich trudelt nun ein verhudeltes Säckli durch das Meer. Ok – mer wärded glaubs es bitz kurrlig. Ja und?

Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir wider Erwarten dann doch noch Narbonne und suchen uns zuerst ein Häppchen im Mc Donalds. Weniger wegen dem Essen – mehr wegen dem WIFI. Einmal eingeloggt, machen wir uns auf die Suche nach einem günstigen Hotel für die Nacht. Die Entscheidung fällt auf das Ibis Budget, direkt um die Ecke. Bevor wir da hin fahren, machen wir noch einen Abstecher zum Supermarkt, um uns mit einem anständigen Abendessen einzudecken. Der Laden ist wieder einmal riesig und die Auswahl völlig überfordernd. Ist das in der Schweiz auch so? Oh mann.

Das Ibis finden wir dann auch schnell und sind etwas ernüchtert. Denn mit Frühstück und Hoteltaxe verwandelt sich das Ibis Budget in ein Ibis garnedsobudget und das Zimmer ist mega klein. Jänu. Sieht halt so aus wie überall auf der Welt – you know. Ungefähr so wie eine Flugzeugtoilette mit Bett. Aber es ist gemütlich und wir können endlich mal die Beine strecken. Somit – Ziel erreicht.

Wunderbares Wetter strahlt uns heute an. Der Wind hat beinahe aufgehört und die Fahrt ist fabelhaft. Immer auf dem Veloweg fahren wir zuerst nach Adge. Immer mal wieder halten wir an, geniessen die Landschaft, essen eine Quiche oder fötelen eine Burg. Weiter den Kanälen entlang führt uns der teilweise holprige und durch die Büsche führende Veloweg ans Meer. Von nun an fahren wir den ganzen Tag über dem Meer entlang. Und dieses zeigt sich von der schönsten Seite. Unter blauem Himmel pedalieren wir auf einem superschön rausgepützelten Veloweg dem Strand entlang und kommen supergut vorwärts. Also so eine Radtour durch Europa ist schon was Feines – super gemütlich, gepflegt, sicher und - hä jo - , eifach schön.

Bei einem Dorf entdecken wir etwas für uns ganz Neues. Oder kennt ihr das vielleicht schon? Das Ronald Mc Donald Fitnesscenter. Not to say.

Langsam aber sicher erwachen auch die Europäischen Tourenradler und uns kommen einige vollbepackte Radler – auf der Suche nach Abenteuer im Westen – entgegen. Und an der Seite – direkt am Meer – befinden sich unzählige Campingplätze. Leider sind die meisten noch geschlossen, sodass wir dort nicht übernachten können, aber im Sommer – da muss es hier super sein zum Ferien machen.

Obwohl wir richtig gut vorwärtskommen und eigentlich noch weiter fahren würden, beschliessen wir dann doch, in Sète zu bleiben. Wiederum in einem Restaurant – bei Kaffee und Sandwich – buchen wir uns ein passendes Zimmer für die kommende Nacht.

Das Hotel ist etwas abseits des Hafens und ziemlich gut gelegen. Zeitgleich mit uns checkt ein anderer Tourenradler ein. Ein Genfer – auf seiner Probefahrt für die kommende Weltreise.

Wir gönnen uns einen langen Spaziergang durch die Hafenstadt. Sète gefällt uns sehr gut. Es hat Patisserien, Boutiquen, Fussgängerzonen, Souvenirshops und leckerschmecker Schoggiglace. Wunderbar.

Anschliessend werden wir dann aber doch müde und verkrümeln uns aufs Zimmer. Hier beschäftigen wir uns mit dem Versicherungsantrag für die Rückkehr. Jaja, das Leben ruft. Es schreit. Es plärrt. Tja. Ghört halt au dezue. Nachdem der Antrag ausgefüllt und zurückgeschickt ist, machen wir definitiv Feierabend. Ziit för es Pfüsi.

Auch am nächsten Tag führen uns die ersten Kilometer dem Meer entlang. Und dann – dann müssen wir Abschied nehmen vom unendlichen Wasser. Tschüss liebs Meer - du wersch eus fähle!

Der Weg führt uns weiterhin auf Velowegen durch die bezaubernde Landschaft Frankreichs. Uns gefällt es super hier! Es hat Burgen, unzählige Hausboote, blühende Bäume, warme Sonnenstrahlen, Weingüter, leckeren Käse und Kartoffelsalat zum reinlegen. Perfekt.

Nach dem Ort Grand Motte erreichen wir schlussendlich die Via Rhona. Ein Veloweg, der theoretisch bis nach Genf führt. Äbe theoretisch – noch ist der Weg nämlich erst Streckenweise ausgebaut. Aber diese Strecken geniessen wir und pedalieren gemütlich des ruhigen, breiten Canal du Rhône entlang. Bei einer Pause sehen wir sogar einen Biber! Unsere Tierliliste auf der Reise wird immer und immer länger. So lässig!

Heute Abend wollen wir endlich mal wieder auf einem Campingplatz übernachten. Doch es kommt mal wieder anders als geplant, denn die Campings sind alle noch diese Woche geschlossen und nehmen uns partout nicht auf. Jänu. Dann unterstützen wir halt die anliegende Hotellerie. Ein Zimmer in St. Gilles ist schnell gefunden und wir verkrümeln uns für den Rest des faulen Abends im Zimmer.

Super haben wir geschlafen und so sind wir putzmunter für die kommenden Kilometer. Frühstück wird beim Beck gekauft und auf einem ruhigen Feldweg verschlungen. Den ganzen Vormittag über fahren wir bei wiederum traumhaftem Wetter und kurzärmelig entlang der Landstrasse. In Beaucare erreichen wir dann die richtige Rhône und überqueren sie – auf dem Weg nach Tarascon. Nun ist es nur noch ein Katzensprung bis Avignon. Juhuuu – bereits am Mittag sind wir da.

Das Hotel – also es ist genauer gesagt wieder so ein Appartement – finden wir relativ schnell. Es ist total enttäuschend. Nein, wirklich. Also wir müssen da mal kurz ausholen… gestern buchten wir online eine Übernachtung für 34 Euro. Schnäppchen. Nach der Buchung bekamen wir eine Meldung, dass 56 Euro verbucht wurden. Komisch… auf unsere Anfrage hin, heisst es, dass es sich dabei um eine Reinigungsgebühr handle. Wir guckten dann nach – und tatsächlich – das Kleingedruckte haben wir überlesen. Jänu. Das Zimmer ist sehr klein, aber gut gelegen. Von dem her – kein Problem für uns, dass wir nun halt 60 Euro hinblättern müssen. Aber dann – dann bekommen wir eine Mail von der Besitzerin. Und zwar mit weiterem Kleingedruckten respektive Auflagen für den Aufenthalt und deren Bussbeträge, bei nicht einhalten. Und die waren sogar aufgelistet: 5 Euro, wenn man den Abfall nicht rausbringt, 30 bis 50 Euro, wenn man die Küche nicht aufräumt, 5 bis 20 Euro wenn der Kühlschrank nicht leer ist und sage und schreibe 300 Euro werden veranschlagt, wenn man die Klospühlung verstopft. Ja lago mio. Und wozu waren denn die 20 Euro Reinigungsgebühr? Echt ärgerlich. Also äbe – wenn wir eine Ferienwohnung buchen oder so, dann ist das natürlich voll Ok. Aber wenn wir bei Booking.com ein normales Zimmer reservieren? Also das finden wir dann schon recht mühsam.

Aber Avignon – das gefällt uns super! Sind ja nicht das erste Mal und ganz bestimmt nicht das letzte Mal hier. Es ist so herzig. Die Altstadt ist wunderbar mit der Mauer, den Gässlein, den Boutiquen, den Holzspielwarenlädelis, den Seifenshops, den Restaurants, den Cafés, den Eisdielen, der Brücke, dem Palast und so weiter. Toll! We just love it!

Den ganzen Nachmittag über flanieren wir durch die Gassen – wohl jede haben wir besichtigt. Ein richtig toller, entspannter, genüsslicher Tag!

Abends dann kümmern wir um neu angefallenes Versicherungstrarraa und noch einen Spaziergang. Es ist einfach zu schön hier, um sich im Zimmer zu verkrümeln.

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