Costa Rica III von IV

Um 5:30 Uhr fahren wir los und stecken als erstes die Postkarten in einen Briefkasten. Danach fahren wir in Richtung Liberia. Einmal nehmen wir die falsche Kreuzung und müssen umdrehen. Es folgt eine schnelle Fahrt im kühlen sehr gut duftenden Morgentau. Ein Bus fährt vor uns, wir stehen in einer schwarzen Wolke. Mike fährt einmal bei Rot über die Strasse. Chund ja au keine druus.

Wir biegen nun zwei Strassen zu früh ab. Nur 300 Meter vor der eigentlichen Strasse. Dass diese dreihundert Meter so viel ausmachen… erstaunlich. Aber – das GPS sagte, wir sollen abbiegen. Von dem her – doch alles richtig gemacht? Es folgt ein richtiger Ohalätz-Moment.

Nach knapp einem Kilometer hört die Strasse auf und wird zum Holterdipolter. Wir filmen und finden es lustig. Halten es für ein Abenteuer. Aber halt – das Abenteuer kommt erst noch. Knapp zwei Stunden später sind wir happy, dass wir einen 4x4 haben und hoffen auf einen ganzen Unterboden am Auto. Die Strasse ist buckelig. Zerfurcht. Sollen wir links oder rechts, damit das Rad nicht ins Loch fällt? Die Route wird so aufwändig, dass das Auto vor lauter steil stehen beinahe überschlägt.

Fazit der Tour – es war keine Strasse sondern ein Mountainbike Trail. Nun ist auch klar, warum wir keinen Gegenverkehr hatten. Pedaleurs fahren mit dem Velo auf der Autobahn und mit dem Auto auf der Velobahn. Tja. Langsam kommen wieder ein paar wenige Häuser am Strassenrand. Die Strasse wir nicht besser, aber breiter. Wir nehmen eine Abkürzung bei der Schotterpiste. Ein Baum liegt im Weg. Cynthia muss am Waldesrand für kleine viermalvierer. Da sieht sie noch einen Puma weghuschen. Wahrscheinlich ein Jungtier. Aber hei – immerhin ein Puma. Was für ein aufregender Vormittag. Zeit, die Fenster hochzukurbeln.

Nun sind wir auf einer Teerstrasse. Privado!! So fragen wir den nächsten Ranger nach der Route. Es sind zwei Cauchos. Ein Mann und eine Frau mit 12 Hunden und zwei Pferden. Wir kehren um nach Privado und entdecken ein Mauthäuschen. Die Maut bezahlen wir für eine Privatstrasse von 200 Metern Länge. Dafür sparen wir uns einen Umweg von dreissig Minuten. Und nun? Endlich richtigen Teer. Es ist nun 9:00 Uhr morgen als wir bei Rincón de la Vieja ankommen. Erst neun Uhr und bereits so viel Adrenalin verbraucht wie normalerweise in zwei Wochen. Nun folgt ein Marsch zum La Canreja Wasserfall. Läck Bobby. 5 Km uf ond ab öber Stock ond Stei. Wir sehen Schlange, Leguan, Salamander, Aguti, Tukan Kapuzineräffchen, Schmetterlinge in Orange und Violett und Hokkos (Grosser Vogel). Nach einer wirklich anstrengenden Strecke erreichen wir den Wasserfall.

Wir haben kein Essen dabei, hatten kaum Frühstück und auch an ausreichend Wasser haben wir nicht gedacht. Clever. Am Wasserfall ist das Baden verboten und so sitzen wir ein bisschen da und geniessen den Blick. Es ist mega schön, doch wir müssen schon bald wieder zurück. Denn es erwartet uns ein anspruchsvoller Rückweg – und wir haben doch jetzt schon Hunger und Durst. Es ist heiss. Gegen halb zwei nachmittags haben wir es geschafft und sind zurück beim Parkplatz. Wir peilen direkt den Kiosk an – doch da gibt es nur Bier und Cola Zero. Noooo!

Auf einer nun ganz Oldschool – richtigen Strasse – fahren wir weiter nach Liberia. Juhuuuu – kleines Ziel erreicht, wir nehmen keine Strasse zweimal. Liberia gefällt uns nicht so gut. Wir gehen in den wohl lautesten Mc Donalds eeeeeever und cruisen anschliessend über die Autobahn nach Cañas. Hier gönnen wir uns ein schönes Hotel, machen eine Pause, gehen Einkaufen. Zum Znacht gibt es Kellogs. Dazu braucht es noch Schäleli, Löffeli und Milch. Er kenneds. Der Einkaufsladen ist pumpenvoll, wir sind die einzigen Ausländer. Unser spanisch ist inzwischen wieder richtig gut und wir sind überwältigt ob den vielen Einkäufern und dem riesigen Warenangebot. Zurück im Hotel essen wir unser Znacht und halten die heutigen Erlebnisse in Notizform fest.


Am nächsten Tag fahren wir in Richtung Arenal. Den See erreichen wir gegen 9:00 Uhr. Es ist alles grün und es hat hier überraschend viele Auslanddeutsche. Das Frühstück essen wir in Arenal, anschliessend fahren wir zum Hotel Heroes. Hier ist alles schweizerisch. Es hat ein Chalet, eine Kapelle, ein Isebäähnli und Schweizer Kühe. Wir verpassen die erste Bahn, alle weiteren Fahrten sind bereits ausgebucht. So gibt es keine Bahnfahrt für uns. In der Ferne sehen wir den Arenal in den Wolken. Wir verlassen den See und fahren zum Wasserfall von La Fortuna. Diesen zu erreichen ist einiges einfacher als gestern. Nach ungefähr 500 Treppenstufen erreichen wir die Menschensuppe. Wir steigen wieder nach oben. Irgendwie ist das hier nicht so unsere Region. Noch einmal fahren wir zurück zum Vulkan - diesmal verschwinden die Wolken für knapp zehn Sekunden. Danach ist wieder alles bedeckt. Nun kehren wir dieser Ecke von Costa Rica den Rücken.

Die Strasse Nr. 4 führt uns bis La Virgen, danach biegen wir ab und fahren nochmals drei Kilometer. Dort entdecken wir einen Essensstand mit Mexican Food und essen die besten Tacos ever. Hier gäbe es auch noch einen Naturpark. Wir lassen aber den Naturpark Naturpark sein und fahren wieder zurück auf die Strasse Nr. 4 nach Porto Viejo. Hier sehen wir ein Hotelschild. Wir folgen der Strasse und finden eine Lodge mitten im Dschungel. Hier soll es Aras und Caymane geben. Wir sehen beides nicht. Der Cayman ist im See. Der See hat kein Gitter und das Ufer ist flach. Hmmmmm. Alles in allem ist das Hotel ein kleines Paradies. Wir essen am Froschteich zu Abend und planen die Weiterreise.


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