Km 32563 – Km 33017_Leucate – Lleida
- 26. Feb.
- 9 Min. Lesezeit

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Ufe, abe, immer wieder – so lässt sich unsere letzte Woche zusammenfassen. Doch fangen wir besser von vorne an …
Ab Leucate folgen wir wieder dem Veloweg. Der Wind schiebt uns sanft nach Süden, während Hunderte Störche in die entgegengesetzte Richtung ziehen. Wir halten abermals inne, staunen und beobachten das Schauspiel. Die Strecke zwischen den Orten gleitet fast von selbst. Doch nach Argelès-sur-Mer endet das flache Frankreich – jetzt heisst es wieder Hügel bezwingen.
In Collioure machen wir einen ersten Fotostopp. Gerade erst waren wir hier auf dem Weg nach Marokko mit Django. In Port-Vendres erreichen wir unser Tagesziel. Wir buchen ein günstiges Appartement – praktisch, mit Waschmaschine und Kochnische, perfekt zum Wohlfühlen. Wir bleiben zwei Nächte.
Der freie Tag war sehr schön, das türkisfarbene Appartement ist gemütlich. Heute geht es nach Spanien: Hügel hoch, runter zum Nachbardorf, wieder rauf zum nächsten Dorf. Zwischen Cerbère und Portbou passieren wir das Grenzhäuschen – oder das, was davon noch übrig ist. Kaum in Spanien angekommen, strahlt uns die Sonne entgegen, und wir können langsam die Reissverschlüsse unserer Jacken öffnen.
Vor Llançà finden wir Betonbänke, die als Küche dienen. Eine Stunde Kochen und Essen mit Meerblick gibt uns neue Energie. Wir folgen der N-260 bis nach Figueres. Kurz vor der Stadt hat Cynthia einen Platten beim Hinterradreifen – zu viele Glasscherben am Strassenrand. Dank eigenem Kompressor ist der schnell gewechselte Schlauch auch gleich wieder aufgepumpt, Man gönnt sich ja sonst nichts. In der Stadt haben wir ein winziges Zimmer, die Velos übernachten sicher im Veloschrank eines anderen Hotels. Ein eigenes Appartement fürs Velo – Ha! Abends schlendern wir durch die Stadt, essen etwas, geniessen das spanische Ambiente und fühlen uns rundum wohl.
Von Figueres bis Girona fahren wir grösstenteils auf stillen Landstrassen. Sanfte Hügel führen uns durch bewaldete Täler mit Bächen und Flüssen. Am Horizont zeichnen sich verschneite Pyrenäengipfel ab. In Garrigàs und Vilaür erreichen wir Sant Jordi, das seine Zufahrtsstrasse an die Eisenbahn verloren hat. Danach folgen wir der grossen Strasse nach Girona. Nach zwei vergeblichen Versuchen, einen Veloladen zu finden, fahren wir zu unserem Hotel im Bezirk Salt. Das Highlight: Mit dem Velo direkt in den Lift ins Zimmer fahren – Luxus pur. Abends gibt es Pasta in der Mall, dann bald ins Bett.
Girona verlassen wir Richtung Westen. Für eine Weile folgen wir einer „Via Verde“, einem gemütlichen Veloweg. In Anglès gehen wir einkaufen, denn danach kommt nichts mehr. Die GI-942 schlängelt sich durchs tiefe Tal, zahlreiche Radfahrer rasen an uns vorbei und feuern uns an. Über Osor geht es den ganzen Tag hinauf. Am Mittag machen wir bei T-Shirt-Wetter Pause in der Sonne und kochen. Am Nachmittag werden die Velofahrer weniger, dafür kommen uns Rallyewagen, Schafe und Ziegen entgegen. Kurz vor Sant Hilari Sacalm entdecken wir ein grosses Gebäude im Wald – ein ehemaliges Thermalbad. Der Ort selbst ist überraschend gross. Eine Stunde vor Sonnenuntergang suchen wir ein Zeltplatz und finden unterhalb der Quelle Font d’Or ein stilles Plätzchen kurz vor Espinelves. Wir geniessen Risoni und schlafen wunderbar.
Am nächsten Morgen geht es zuerst bergab. Im Schatten liegt Frost, die Finger schmerzen. In Viladrau haben wir einen schönen Blick auf verschneite Berge. In der Sonne reicht ein T-Shirt, im Schatten frieren wir selbst mit Handschuhen. Die GI-520 führt uns bei gemütlicher Abfahrt immer weiter hinunter. Schon lange vor Tona sehen wir die Wand, die es nun zu erklimmen gilt. Über die BV-5303 schieben wir die Velos in der Sonne zur N-1410 und folgen dieser. Es ist Sonntag und so herrscht viel Verkehr. Allerlei Fahrzeuge rasen auf und ab. Nach Collsuspina folgt eine 29 Kilometer lange Abfahrt – ein Traum! Die letzten Kilometer vor Manresa sind dann dafür wieder besonders anstrengend. Das Appartement liegt mitten in der Stadt, nach einem Einkauf beim Halallädeli gibt es feines Znacht.
Die zerklüftete Bergwand, die wir gestern schon aus der Ferne gesehen haben, ist der Montserrat. Wie in einem Märchen ragen die Berge majestätisch, wild und hoch in den Himmel. Wir entscheiden spontan, den Umweg zu fahren, buchen ein Zimmer im gleichnamigen Kloster und freuen uns irrsinnig auf den nächsten Tag.
Die ersten zwei Drittel der Strecke sind einfach, doch den richtigen Weg durch die verstreuten Täler zu finden, ist knifflig, wenn es nicht auf die Autobahn gehen soll. Wir fahren über staubige Privatwege, durch Industrieanlagen, vorbei an Autobahneinfahrten. Die letzten neun Kilometer sind steil, immer steiler – anspruchsvoll, eindrücklich und sehr anstrengend. Kurz vor 17 Uhr erreichen wir nach knapp 33 Kilometern unser Ziel. Die Aussicht ist atemberaubend. Zum Abendessen gibt es ein gediegenes Dreigängemenü – kleine Portionen, wenig Salz, Silberbesteck. Fast das richtige für zwei abgekämpfte Pedaleure.
Am nächsten Morgen geniessen wir den Sonnenaufgang mit Blick auf das Kloster und das Tal. Die gesamte Stimmung hier oben ist atemberaubend. Die Velos haben in einem anderen Klostergebäude übernachtet, wir holen sie am frühen Morgen wieder ab. Die Strecke führt entlang der Felsen nach Westen, die Aussicht ist unbeschreiblich, die Strasse ein ständiges Auf und Ab. Nach einer langen Abfahrt endet sie an der Autobahn. Wir scheinen aber nicht die Ersten mit diesem Problem zu sein und finden einen Fussweg über die Autobahnausfahrt. Er führt zu einem Feldweg auf der anderen Seite. Das ganze Tal scheint von der Autobahn überrollt worden zu sein, alle Strassen führen auf sie und man muss aufpassen wie ein Häftlimacher, dass man sich nicht plötzlich wieder darauf befindet. Ab Igualada geht es wieder hinauf, insgesamt 1440 Höhenmeter. Wir fahren auf den Resten der alten Hauptstrasse bis La Panadella, dann lange Abfahrt bis Cervera. In der Stadt nochmals schieben, Döner essen, dann ins Bett in der Herberge im Herzen der Stadt.
Am nächsten Tag Abfahrt nach Lleida: erst Schotterweg, dann Feldweg, durch die Hauptstrasse von Tàrrega, sogar kurz auf Schnellstrasse – die ist dann etwas zu schnell für uns. Am Strassenrand kochen wir Mittagessen. Die letzten Kilometer bis zum Ziel sind anstrengender als gedacht. Das Hotel in Lleida ist sehr schön und geräumig, wir bleiben zwei Nächte. Die fünftausendsechshundert Höhenmeter seit dem letzten freien Tag stecken uns noch in den Knochen.
Der freie Tag startet mit Pancakes – ein Fest! Danach machen wir einen langen Spaziergang zur Seu Vella, einem fantastischen Gebäude mit wunderbarer Aussicht.
PS: Für alle, die sich wundern: Barcelona lassen wir aus. Ganz im Sinne von Pedaleuren – flexibel und spontan bleiben.
***
Up, down, again and again – that's how our last week can be summed up. But let's start at the beginning...
From Leucate, we follow the cycle path again. The wind gently pushes us southwards, while hundreds of storks fly in the opposite direction. We pause once more, marvelling at the spectacle. The route between the towns glides by almost effortlessly. But after Argelès-sur-Mer, the flat terrain of France ends – now it's time to conquer the hills again.
We make our first photo stop in Collioure. We were just here on our way to Morocco with Django. We reach our destination for the day in Port-Vendres. We book a cheap apartment – practical, with a washing machine and kitchenette, perfect for feeling at home. We stay for two nights.
The day off was very nice, the turquoise apartment was cosy. Today we're heading to Spain: up the hills, down to the neighbouring village, up again to the next village. Between Cerbère and Portbou, we pass the border hut – or what's left of it. No sooner have we arrived in Spain than the sun shines down on us and we can slowly unzip our jackets.
Before Llançà, we find concrete benches that serve us as a kitchen. An hour of cooking and eating with a sea view gives us new energy. We follow the N-260 to Figueres. Shortly before the city, Cynthia gets a flat tyre on her rear wheel – too many broken glass shards on the side of the road. Thanks to our own compressor, the quickly changed inner tube is pumped up again in no time. You have to treat yourself sometimes. In the city, we have a tiny room, and the bikes spend the night safely in the bike locker of another hotel. A private apartment for the bikes – ha! In the evening, we stroll through the city, eat something, enjoy the Spanish atmosphere and feel completely at ease.
From Figueres to Girona, we ride mostly on quiet country roads. Gentle hills lead us through wooded valleys with streams and rivers. Snow-capped Pyrenean peaks loom on the horizon. In Garrigàs and Vilaür, we reach Sant Jordi, which has lost its access road to the railway. We then follow the main road to Girona. After two unsuccessful attempts to find a bike shop, we cycle to our hotel in the Salt district. The highlight: riding our bikes straight into the lift and into our room – pure luxury. In the evening, we have pasta in the mall, then it's off to bed.
We leave Girona heading west. For a while, we follow a ‘Via Verde’, a leisurely cycle path. We go shopping in Anglès, because there's nothing else after that. The GI-942 winds its way through the deep valley, with numerous cyclists racing past us and cheering us on. Via Osor, it's uphill all day. At lunchtime, we take a break in the sun in T-shirt weather and cook. In the afternoon, there are fewer cyclists, but we encounter rally cars, sheep and goats. Shortly before Sant Hilari Sacalm, we discover a large building in the forest – a former thermal spa. The place itself is surprisingly large. An hour before sunset, we look for a place to pitch our tent and find a quiet spot below the Font d'Or spring, just before Espinelves. We enjoy risoni and sleep wonderfully.
The next morning, we start off downhill. There is frost in the shade and our fingers are aching. In Viladrau, we have a beautiful view of snow-covered mountains. In the sun, a T-shirt is enough, but in the shade we are freezing even with gloves on. The GI-520 takes us further and further downhill at a leisurely pace. Long before we reach Tona, we see the wall that we now have to climb. We push our bikes along the BV-5303 in the sun to the N-1410 and follow it. It's Sunday, so there's a lot of traffic. All kinds of vehicles race up and down. After Collsuspina, there's a 29-kilometre descent – a dream! The last few kilometres before Manresa are particularly strenuous. The flat is in the middle of the city, and after shopping at the halal shop, we enjoy a delicious dinner.
The rugged mountain face that we saw from afar yesterday is Montserrat. Like something out of a fairy tale, the mountains rise majestically, wildly and high into the sky. We spontaneously decide to take the detour, book a room in the monastery of the same name and look forward to the next day with great excitement.
The first two-thirds of the route are easy, but finding the right way through the scattered valleys is tricky if you don't want to take the motorway. We drive along dusty private roads, through industrial estates and past motorway entrances. The last nine kilometres are steep, getting steeper and steeper – challenging, impressive and very exhausting. Shortly before 5 p.m., after almost 33 kilometres, we reach our destination. The view is breathtaking. For dinner, we are served a dignified three-course meal – small portions, little salt, silver cutlery. Almost the right thing for two exhausted cyclists.
The next morning, we enjoy the sunrise with a view of the monastery and the valley. The whole atmosphere up here is breathtaking. The bikes spent the night in another monastery building, and we pick them up again early in the morning. The route leads westwards along the cliffs, the view is indescribable, and the road is constantly going up and down. After a long descent, it ends at the motorway. However, we don't seem to be the first to encounter this problem and find a footpath over the motorway exit. It leads to a dirt road on the other side. The whole valley seems to have been overrun by the motorway, all roads lead to it and you have to be extremely careful not to suddenly find yourself back on it. From Igualada, the route climbs again, with a total elevation gain of 1,440 metres. We ride on the remains of the old main road to La Panadella, then a long descent to Cervera. In the town, we push our bikes again, eat a kebab, then go to bed in the hostel in the heart of the town.
The next day, we set off for Lleida: first on a gravel road, then a dirt track, through the main street of Tàrrega, and even briefly on the motorway – which is a little too fast for us. We cook lunch at the side of the road. The last few kilometres to our destination are more strenuous than we thought. The hotel in Lleida is very nice and spacious, and we stay for two nights. The 5,600 metres of elevation gain since our last day off are still in our bones.
Our day off starts with pancakes – a feast! Afterwards, we take a long walk to Seu Vella, a fantastic building with a wonderful view.
PS: For those who are wondering: we are skipping Barcelona. In keeping with the spirit of cyclists – staying flexible and spontaneous.

