Km 34089 - Km 34189_Alvarado – Catemaco
- vor 5 Tagen
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Aktualisiert: vor 13 Stunden

Dass wir noch einen Tag länger geblieben sind, hat sich absolut gelohnt. Wir schliefen aus, nahmen uns Zeit, tippten unsere Erlebnisse nach und genossen an der Lagune ein paniertes Schnitzel für Cynthia, frischen Fisch für Mike und einen grossen Pott Limonade für beide.
Kleiner Tipp für alle, die mal in der Region sind: Es gibt im Norden an der nördlichen Meeresküste ein gestrandetes Schiff, das man sich aus der Ferne anschauen kann. Das ehemalige Kreuzfahrtschiff lief im November 2020 vor der Küste von Alvarado auf Grund. Es war zuvor als Offshore-Unterkunft für mexikanische Ölplattform-Arbeiter im Einsatz und sollte verschrottet werden, bevor es bei einem Sturm seinen Anker verlor und an den Strand getrieben wurde. Aufgrund seiner unheimlichen Erscheinung wird das Wrack in den sozialen Medien oft als "Geisterschiff" ("barco fantasma") bezeichnet.
Den Ort verlassen wir am nächsten Tag über die Puente de Alvarado. Zu unserer Linken sehen wir das Meer, auf der rechten Seite die grosse Lagune. Ennen der Brücke wird Sand gesiebt. Alle paar Meter sehen wir Männer vor grossen Sandhaufen, die fleissig Siebe mit Sand füllen und neue Haufen bilden. Hier geschieht noch fast alles manuell.
Kurz darauf passieren wir ein Sumpfgebiet. Die Pferde und Kühe waten knietief durch das Wasser und geniessen das saftige Grün. Es gibt kaum Schatten. Wir folgen der Strasse Nr. 180. Es ist heiss. Richtig heiss. Bei einem Oxxo kurz nach Lerdo gönnen wir uns unser neues absolutes-steht-über-allem-Lieblingsglace. Da kommt ein fröhlicher Mann auf uns zu und schwatzt ein bisschen mit uns. Wir haben viele solcher Begegnungen, und es ist total schön, wie viel Zuspruch wir von fremden Menschen bekommen. Dauernd wird uns gewunken, wir werden gegrüsst oder unaufdringlich angesprochen. Allein an diesem Tag haben wir bestimmt einhundertmal die Hand gehoben und jemandem zugewinkt. Und natürlich stehen wir auch immer wieder für ganz viele Selfies bereit. Danach wird es noch heisser. Und auch noch steil. Wir fahren langsam. Wohl zu langsam – denn die Aasvögel kreisen bereits über uns. Umesüchst.
In einem Lädeli wollen wir unseren Wasservorrat auffüllen. Wasser hat es hier nicht. Aber Glace. Gsäch nüüt Schlimmers. Heute ist nicht so viel am Strassenrand los, und es hat auch kaum Dörfer. Langsam kriecht der Hunger in uns auf, und so halten wir am ersten Essensstand, den wir sehen. Es gibt Empanadas. Juhuuu. Mal was anderes. Die Empanadas hier in diesem Lädeli sind Teigfladen, gefüllt mit Fleisch oder Poulet. Der Teig wird dann aber frittiert. Also im Grunde genommen samesame but different. Aber sehr fein. Und Cola gibt es auch dazu. Sehr gut. Wir haben wieder neue Energie.
Es ist wirklich steil. Und wirklich heiss. In unseren Notizen vom Tag steht, Zitat: «Nimmt kein Ende.» Die Region zeichnet sich durch ein tropisches Klima aus, das das ganze Jahr über hohe Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit aufweist, und so fühlen sich die sechshundert Höhenmeter für uns heute eher wie das Dreifache an. Doch irgendwann haben wir bei Popoctépetl den höchsten Punkt des Tages erreicht und geniessen anschliessend eine schnelle und kühle Abfahrt im Schatten.
Santiago Tuxtla überrascht uns mit seiner Grösse, und wir finden am Parque Central ein wunderbares Zimmer. Sogar mit Balkon. Und dieser Balkon bietet perfekte und direkte Sicht auf den olmekischen Kolossalkopf auf dem Hauptplatz. Er stammt vom Rancho La Cobáta in der Nähe von Tres Zapotes und ist mit seiner Höhe von etwas über drei Metern und dem Gewicht von ungefähr 38 Tonnen ziemlich beeindruckend.
Wir flanieren durch das Städtchen, essen grüseliges Poulet, kaufen eine neue Hose, sitzen noch etwas im Park und essen dann vor dem Zu-Bett-Gehen noch eine grosse Portion Kelloggs. We love it. Insbesondere kalte Milch. Darauf fahren wir total ab. War bereits das letzte Mal so. wir erinnern uns an damals in Thailand, als wir ebenfalls literweise davon tranken. Nun sind wir aber müde, gehen zu Bett und schlafen ganz gut.
Am kommenden Tag erwartet uns eine kurze Fahrt. Wir haben bereits für zwei Nächte ein Hotel in Catemaco gebucht, und so freuen wir uns auf einen entspannten Tag. Wir fahren etwas später los als gewohnt, und es wird dann doch nicht so locker. Wir ächzen uns weitere sechshundert Höhenmeter durch die Tropen und schwitzen und stöhnen. Das klingt jetzt zwar etwas nach Gejammer, ist aber gar nicht so gemeint. Es macht uns Spass, den Berg hochzuschieben und zu krampfen. Naja, vielleicht im Moment selbst nicht. Aber schon kurz danach finden wir es wieder super. Jedenfalls ächzen wir uns nach San Andrés Tuxtla und danach zu unserem Tagesziel. Das Hotel ist schnell gefunden, und wir können einchecken.
Wir fühlen uns nicht so gut. Wird wohl die Hitze sein. Erst mal wollen wir kurz etwas essen und uns dann hinlegen. Gesagt, getan: Wir gehen etwas essen. Einen Burger. Schlechte Wahl. Danach legen wir uns hin. Aber nicht für lange. Denn Cynthia überkommt es. Sie übergibt sich. Laufend. Das grüselige Poulet is back. Lassen wir das mit den Details. War jedenfalls keine Glanzstunde. Spoiler: Sie hat sich so riiichtig ausgekotzt. Und überlebt. Mike geht es auch nicht so gut, aber einer muss ja standfest bleiben. Held! So kümmert er sich die kommenden 24 h um Cynthia, welche sich entweder im Bad oder im Bett aufhält. Am zweiten Abend bleibt dann aber ein Stückchen Banane im Magen, danach sogar noch die Bouillon. Es geht aufwärts. Aufgrund eines Grossanlasses ist das Hotel über das Wochenende ausgebucht. Wir können aber um eine Nacht verlängern, wenn wir das Zimmer wechseln. So machen wir das. Gegen Mittag schaffen wir sogar einen Spaziergang und finden ein hübsches Restaurant. Da essen wir. Richtig gut. Seitdem ist das Leben wieder zurück in uns. Und so laden wir sogar auch die Fotos der vergangenen Monate online. Viel Spass beim Durchschauen.
Catemaco ist unter anderem berühmt für seine Brujos (Hexenmeister) und Curanderos (Wunderheiler) sowie den Lago de Catemaco mit seiner Isla de los Monos mit Makaken und der Isla de las Garzas mit den Reihern. Nur vom Schwimmen wird abgeraten, es leben Krokodile im See. Die Stadt gefällt uns ausserordentlich gut. Mega hübsch, sauber, freundlich. Einfach schön, hier zu sein. Deswegen – und auch, um alle Kräfte sicher wieder zurückzubekommen – verlängern wir den Aufenthalt. Aufgrund des hier stattfindenden Basketballspiels gehen wir aber etwas ausserhalb, in ein Hotel direkt am See. Mit Pool. Und Aras. Wenn wir Glück haben.
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Staying an extra day was absolutely worth it. We had a lie-in, took our time, jotted down our experiences, and enjoyed a breaded schnitzel for Cynthia, fresh fish for Mike, and a large glass of lemonade for both of us by the lagoon.
A little tip for anyone visiting the region: there’s a shipwreck on the northern coast that you can see from a distance. The former cruise ship ran aground off the coast of Alvarado in November 2020. It had previously been used as offshore accommodation for Mexican oil rig workers and was due to be scrapped before it lost its anchor in a storm and was washed up on the beach. Due to its eerie appearance, the wreck is often referred to as a ‘ghost ship’ (‘barco fantasma’) on social media.
We leave the area the next day via the Puente de Alvarado. To our left we see the sea, to the right the large lagoon. Before the bridge, sand is being sifted. Every few metres we see men standing in front of large piles of sand, busily filling sieves with sand and forming new piles. Almost everything here is still done by hand.
Shortly afterwards, we pass through a marshy area. The horses and cows wade knee-deep through the water and enjoy the lush greenery. There is hardly any shade. We follow the A180. It’s hot. Really hot. At an Oxxo just past Lerdo, we treat ourselves to our new absolute-be-it-above-all-else favourite ice cream. A cheerful man comes up to us and chats a bit. We have lots of encounters like this, and it’s absolutely lovely how much encouragement we get from strangers. People are constantly waving at us, greeting us or striking up a casual conversation. On this day alone, we must have raised our hands and waved to someone at least a hundred times. And of course, we’re always happy to pose for loads of selfies. After that, it gets even hotter. And steeper too. We ride slowly. Probably too slowly – because the vultures are already circling above us. Creepy.
We want to top up our water supplies at a little shop. There’s no water here. But there’s ice cream. Not a bad thing. There isn’t much going on by the roadside today, and there are hardly any villages either. Hunger is slowly creeping up on us, so we stop at the first food stall we see.
There are empanadas. Yippee. Something different for a change. The empanadas here in this little shop are flat pastries filled with meat or chicken. But the pastry is then deep-fried. So basically, same same but different. But very tasty. And there’s Coke to go with them too. Very good. We’ve got our energy back.
It’s really steep. And really hot. Our notes from the day say, and I quote: ‘It never ends.’ The region is characterised by a tropical climate with high temperatures and high humidity all year round, so the 600-metre climb feels more like three times that to us today. But eventually we reach the highest point of the day at Popoctépetl and then enjoy a quick, cool descent in the shade.
Santiago Tuxtla surprises us with its size, and we find a wonderful room at the Parque Central. It even has a balcony. And this balcony offers a perfect, unobstructed view of the colossal Olmec head in the main square. It comes from the Rancho La Cobáta near Tres Zapotes and, at just over three metres tall and weighing around 38 tonnes, is quite impressive.
We stroll through the little town, eat some dodgy chicken, buy a new pair of trousers, sit in the park for a while, and then have a big bowl of Kellogg’s before going to bed. We love it. Especially cold milk. We’re absolutely mad about it. It was the same last time. We remember back in Thailand when we drank litres of it too. But now we’re tired, go to bed and sleep quite well.
A short ride awaits us the next day. We’ve already booked a hotel in Catemaco for two nights, so we’re looking forward to a relaxing day. We set off a bit later than usual, and it turns out not to be quite so easy after all. We struggle another six hundred metres of elevation through the tropics, sweating and groaning. That might sound a bit like whinging, but that’s not how we mean it at all. We enjoy pushing our way up the mountain and getting cramps. Well, maybe not right at that moment. But shortly afterwards, we think it’s brilliant again.
Anyway, we drag ourselves to San Andrés Tuxtla and then on to our destination for the day. We find the hotel straight away and check in.
We’re not feeling too well. Must be the heat. First, we want to grab a quick bite to eat and then lie down. No sooner said than done: we go for a bite to eat. A burger. Bad choice. Afterwards, we lie down. But not for long. Because Cynthia is overcome by it. She throws up. Non-stop. That dreadful chicken is back. Let’s leave the details out. It certainly wasn’t a glorious moment. Spoiler: she really did a number on herself. And survived. Mike isn’t feeling too great either, but someone has to stay on their feet. Hero! So for the next 24 hours, he looks after Cynthia, who spends her time either in the bathroom or in bed.
On the second evening, however, a bit of banana stays down, and afterwards even the broth. Things are looking up. Due to a major event, the hotel is fully booked for the weekend. But we can extend our stay by one night if we change rooms. So that’s what we do. Around midday, we even manage a walk and find a lovely restaurant. We eat there. Really good. Since then, life has returned to us. And so we’re even uploading the photos from the past few months online. Enjoy having a look through them.
Catemaco is famous, among other things, for its brujos (wizards) and curanderos (healers), as well as for Lake Catemaco with its Isla de los Monos, home to macaques, and Isla de las Garzas, home to herons. Swimming is not recommended, however, as there are crocodiles in the lake. We like the town very much indeed. It’s absolutely lovely, clean and friendly. It’s simply lovely to be here. That’s why – and also to make sure we regain all our strength – we’re extending our stay. However, because of the basketball match taking place here, we’re heading a little out of town to a hotel right by the lake. With a pool. And macaws. If we’re lucky.

