Km 34192 - Km 34311_Playa Azul – Coatzacoalcos
- 30. Apr.
- 13 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 3. Mai

Wir fahren früh los. Sehr früh. Die kühlen Morgenstunden wollen wir nutzen. Wobei kühl vielleicht etwas übertrieben ist. Als wir das Hotel verlassen, glauben wir an der Rezeption tatsächlich einen anderen Radfahrer mit Gepäck zu erkennen – es wäre der erste auf dieser ganzen Reise gewesen. Doch wir sehen nicht weit genug. Vielleicht war es auch bloss ein Mopedfahrer. Das Rätsel bleibt ungelöst.
Zunächst rollen wir entlang der Laguna de Catemaco. Im Uhrzeigersinn folgen wir dem Ufer und passieren die kleinen Weiler Coyame, Ojoxapan und Tebanca. Zu unserer Rechten erstreckt sich das Reserva de la Biosfera Los Tuxtlas, das letzte grössere zusammenhängende Stück tropischen Regenwaldes im Norden des amerikanischen Kontinents. Vor knapp dreissig Jahren wurde das Gebiet unter Schutz gestellt und umfasst heute ungefähr die Fläche von Mexico City. Durch die besondere Lage zwischen Meer, Gebirge und feuchtwarmem Klima ist die Artenvielfalt enorm: Hunderte Vogelarten, zahlreiche Säugetiere, Reptilien, Amphibien und Tausende Pflanzenarten leben hier.
Die Strecke ist zunächst angenehm flach. Jedenfalls im Vergleich zu dem, was uns später erwartet. Spoiler: Heute wird der strengste Tag der bisherigen Reise.
Schon am Morgen ist es schwül und warm. Aus dem dichten Grün dringen ständig neue Geräusche. Ein besonders tiefes, kehliges Gebrüll lässt uns etwas zusammenzucken. Erst später finden wir heraus, dass es wohl Mantelbrüllaffen sind. Diese Tiere sind berühmt für ihre absurd lauten Rufe, die mehrere Kilometer weit durch den Dschungel hallen können. Es klingt wie eine Mischung aus fernem Motor, Windböen und tiefem Grollen. Ziemlich beeindruckend. Und ein birrebitzeli gruselig.
In Benito Juárez verlassen wir die Lagune – und pünktlich zum Beginn des Aufstiegs haben wir einen Platten. Der Reifen lässt sich zwar problemlos flicken, aber wie das halt so ist: Es kostet einfach Zeit. Frisch bepneut biegen wir wenig später im Dörflein auf eine schmale Nebenstrasse ab.
Es geht bergauf. Steil. Richtig steil. Wir schieben. Respektive: Wir stemmen unser ganzes Gewicht in die Fahrräder, während diese sich Zentimeter um Zentimeter nach oben ackern. Die Betonplatten unter den Rädern enden bald, danach schieben wir auf blanker Erde weiter. Über grosse Steine. Durch tiefe Löcher. Immer weiter nach oben. In unseren Notizen dieses Tages steht später nur: Steil. Steil. Steil.
Ab und an überholt uns ein Auto oder ein Töffli kommt uns entgegen. Insgesamt jedoch ist es hier oben ganz schön abgelegen. Wir erkundigen uns nach dem weiteren Verlauf der Strecke. Die Antworten fallen wenig hilfreich aus. Noch vier Kilometer, dann komme wieder Asphalt. Gut, das schaffen wir. Dann die nächste Information: Die nächsten vierzig Kilometer sei kein Asphalt zu erwarten. Hä? Andere wiederum versichern uns, wir hätten es bald geschafft. Wieder andere fragen verständnislos, warum wir denn schieben würden – das sei doch ineffizient, der anstrengende Teil komme erst noch. Ohmannohmann.
Kurz überlegen wir ernsthaft, ob wir umdrehen und zurück nach Catemaco fahren sollen, um am nächsten Tag die grössere Strasse auf der anderen Seite der Lagune zu nehmen. Aber Umdrehen war noch nie unser Ding. Also schieben wir weiter. Zwischendurch flacht es kurz ab und wir können ein paar Meter fahren, nur um wenige Minuten später wieder mit gesenktem Kopf in die Lenker zu drücken.
Es ist wirklich nichts los in dieser Gegend. Keine Häuser, keine Lädeli, natürlich kein Hotel, nur der uns ewig begleitende Stacheldraht links und rechts. Die Landschaft ist wunderschön, der Ausblick atemberaubend. Saftig grüne Hügel und besonders zu Beginn immer wieder ein grandioser Blick zurück Richtung Lagune. Wir essen über den Tag verteilt unzählige Bananen, sind nonstop in Bewegung und schieben gefühlt fast die ganze Zeit.
Am frühen Nachmittag erreichen wir die kleine Colonia La Magdalena. Hier gibt es tatsächlich ein Lädeli, und wir kaufen den nötigsten Vorrat. Eine Kinderband spielt Brass und einige Jugendliche sind in typische Schulabschlussgewänder gehüllt.
Nach einer kühlen Cola schenkt uns der Tag weiterhin nichts. Auch die nächsten siebzehn Kilometer wird mehr geschoben als gefahren. Ufe und abe. Und zwar in beide Richtungen. Vor uns bäumt sich die Strasse immer wieder wie eine Wand auf. Wir lehnen uns mit dem ganzen Gewicht in die Lenker. Dann geht es wieder runter. Und natürlich wartet ganz unten – exakt dort, wo man den Schwung für den nächsten Hügel brauchen könnte – jeweils ein Topes. Ein schnuckeliger, gut versteckter, viel zu steiler Topes.
Als wir Buena Vista erreichen, gönnen wir uns ein Zvieri am Strassenrand. Bei einem zischenden Grill halten wir an, denn es gibt Tacos. Also bestellen wir bei den Jungs je zwei Stück. Zu unserer Überraschung wird aber gar nichts vor Ort zubereitet. Stattdessen schwingt sich einer der Männer aufs Moped, fährt davon und bringt uns etwa eine Viertelstunde später vier frisch organisierte Tacos zurück.
Hier fällt uns noch etwas anderes auf: Fast alle Frauen tragen dasselbe Kleid. Gleicher Schnitt, gleiche Länge, nur die Farben variieren. Pink, Blau, Gelb, Orange – immer knallig, immer satinglänzend. In vielen Vorgärten hängen gleich mehrere dieser Kleider auf der Leine. Es wirkt, als gäbe es hier eine Art stillen Dresscode. Sehr hübsch, aber auch ein wenig rätselhaft. Wir fühlen uns fremd. Zwar sind alle freundlich zu uns – doch wir sind eher geduldet als willkommen. Die Menschen scheinen lieber unter sich zu bleiben. Macht nüüt, wir wollten sowieso weiter.
Langsam kündigt sich die Dämmerung an und wir sind mittlerweile leicht entkräftet. Doch dann, endlich, endlich erreichen wir wieder festen, fast unbeschädigten Asphalt und die Strasse 185. Von hier an geht es schnell. Die letzten siebzehn Kilometer führen beinahe nur noch bergab. Die Räder surren, wir fliegen förmlich dahin und erreichen pünktlich zum Sonnenuntergang unser Tagesziel: das einzige Hotel weit und breit. Theoretisch könnten wir natürlich auch wild schlafen. Praktisch ist das hier deutlich schwieriger, als man meinen würde. Trotz viel Landwirtschaft gibt es kaum freie, halbwegs zugängliche Stellen und immer wieder der Stacheldraht.
Im Hotel angekommen sind wir komplett platt. Das Restaurant ist bereits geschlossen, aber einen kurzen Schwumm im Pool lassen wir uns nicht nehmen. Wow. Der schönste Pool seit Reisebeginn. Tief, sauber, klar und angenehm frisch. Ein Traum. Danach kochen wir noch etwas, buchen eine Unterkunft für die kommenden Tage und fallen kurz darauf in den Tiefschlaf.
Am kommenden Morgen steigen wir nach dem Frühstück entspannt in die Sättel und folgen den Strassen 185, 180 und 172 nach Coatzacoalcos. Die Landschaft ist wunderschön. Kühe grasen zwischen Palmen, mannshohe Gräser wippen im Wind und bunte Blumen säumen die Strassenränder. Und endlich auch mal wieder den einen oder andere Oxxo mit feinem Glace. Es gibt sogar scharfe Mangoglace. Etwas verwirrend, aber fein.
Gegen Mittag erreichen wir die Stadt von Westen her und fahren mehr oder weniger entlang des Malecón ins Quartier Playa Sol. Unser AirBnB finden wir schnell, und zu unserer Freude dürfen wir sogar schon einchecken. Ein Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, ein Badezimmer, eine Küche, schnelles Internet und ein eiskalter Kühlschrank – mehr brauchen wir nicht zum Glücklichsein.
Coatzacoalcos ist keine Stadt, die sich auf den ersten Blick in Pose wirft. Keine bunten Altstadthäuser, keine romantischen Gassen, kaum touristische Kulissen. Coatzacoalcos ist Hafen, Industrie, Wind, Meer und Weite. Eine funktionale, arbeitende Stadt am Rand des Golfs von Mexiko. Etwas abgewohnt. Aber das macht nichts.
Die Woche vergeht wie im Flug, obwohl wir erstaunlich wenig klassische Unternehmungen machen. Aber wie so oft sind es gerade die Alltagsszenen, die hängen bleiben.
Beispielsweise schrecken wir eines Nachts morgens um drei aus dem Schlaf. Auf dem Nachbarbalkon steht eine komplette Mariachiband und spielt in voller Lautstärke mehrere Ständchen. Trompeten, Gitarren, Gesang – das volle Programm. Ein junger Bursche versucht damit offenbar, das Herz unserer Nachbarin zu gewinnen. Ausgang der Romanze ist unbekannt.
Ein anderes Mal arbeiten Stromarbeiter direkt vor unserem Haus. Sie klettern hier seelenruhig auf die Strommasten und hantieren an einem für uns komplett undurchschaubaren Kabelwirrwarr herum. Gegen Mitternacht steigt plötzlich unser Internet aus. Als wir die Fehlermeldung des Routers recherchieren, heisst es: Glasfaserkabel locker oder beschädigt. Hmmm.
Ein Blick aus dem Fenster bestätigt die Vermutung. Sämtliche Kabel, die am Vortag noch halbwegs geordnet an Häusern und Masten befestigt waren, liegen nun wild auf der Strasse. Ein komplettes Quartier Kabelsalat. Sicher fünfzig Leitungen kreuz und quer. Teilweise ohne sichtbaren Anfang oder erkennbares Ende. Für uns völlig unvorstellbar, dass hier noch irgendjemand den Überblick haben soll. Doch siehe da: Nach drei Tagen intensiver Arbeit vor dem Haus klopft es am Sonntag an unserer Wohnungstür. Zwei Mitarbeiter der Internetfirma wollen zu unserem Router. Einmal Stecker da, einmal Stecker dort. Rufe von drinnen nach draussen. Rufe zurück von draussen nach drinnen. Und tatsächlich: Das Internet läuft wieder. Sehr beeindruckend.
Natürlich gehen wir zwischendurch auch mal in die Stadt oder am Abend ans Meer. Es ist heiss. Sehr heiss. Hitzewarnung. Und auch wenn Coatzacoalcos einiges zu bieten haben mag – an Schatten mangelt es definitiv. Auf ungefähr fünfzehn Kilometern Malecón haben wir gefühlt drei Palmen gezählt. Kein Wunder also, dass sich das Leben hier erst nach Sonnenuntergang nach draussen verlagert.
Für uns wird diese Woche deshalb vor allem eine Woche des Durchatmens. Wir geniessen das Kochen, sticken und flicken Kleidung, räumen einmal unser gesamtes Gepäck um und entsorgen knallhart alles, was wir in den letzten Monaten nicht getragen haben. Gut fünf Kilogramm sparen wir uns dadurch bestimmt. Unser Vermieter will die aussortierten Sachen an Bedürftige weitergeben. Ausserdem werden unterjährige Steuern erklärt, Fotos zur Sicherheit kopiert und vor allem: viel, sehr viel geschlafen.
Insgesamt verbringen wir eine ausgesprochen schöne Zeit in Coatzacoalcos. Nach sieben Nächten geht es weiter, die nächste grössere Stadt wird Villahermosa sein. Und bis dahin sammeln wir neue Geschichten.
***
We set off early. Very early. We want to make the most of the cool morning hours. Although ‘cool’ is perhaps a slight exaggeration. As we leave the hotel, we actually think we spot another cyclist with luggage at reception – it would have been the first one on this whole trip. But we haven’t looked closely enough. Perhaps it was just a moped rider. The mystery remains unsolved.
First, we cycle along the Laguna de Catemaco. We follow the shore clockwise, passing the small hamlets of Coyame, Ojoxapan and Tebanca. To our right lies the Reserva de la Biosfera Los Tuxtlas, the last large contiguous stretch of tropical rainforest in the north of the American continent. The area was placed under protection just under thirty years ago and today covers roughly the same area as Mexico City. Thanks to its unique location between the sea, mountains and a warm, humid climate, the biodiversity is enormous: hundreds of bird species, numerous mammals, reptiles, amphibians and thousands of plant species live here.
The route is pleasantly flat at first. At least compared to what awaits us later. Spoiler: Today will be the toughest day of the trip so far.
It’s already muggy and warm in the morning. New sounds keep emerging from the dense greenery. A particularly deep, guttural roar makes us flinch slightly. It is only later that we discover they are probably howler monkeys. These animals are famous for their absurdly loud calls, which can echo through the jungle for several kilometres. It sounds like a mixture of a distant engine, gusts of wind and a deep rumble. Quite impressive. And a tad spooky.
In Benito Juárez we leave the lagoon – and just as we start the climb, we get a puncture. The tyre is easy enough to patch, but as is often the case: it simply takes time. With fresh tyres, we turn onto a narrow side road in the little village a short while later.
It’s uphill. Steep. Really steep. We push. Or rather: we brace our full weight against the bikes as they grind their way upwards inch by inch. The concrete slabs beneath the wheels soon end, after which we push on across bare earth. Over large stones. Through deep potholes. Ever higher. In our notes for that day, we later simply write: Steep. Steep. Steep.
Every now and then a car overtakes us or a moped comes towards us. Overall, though, it’s pretty remote up here. We ask about the rest of the route. The answers aren’t very helpful. Another four kilometres, then we’ll be back on tarmac. Right, we can manage that. Then the next bit of information: there’s no tarmac to be expected for the next forty kilometres. Eh? Others, on the other hand, assure us we’ll be there soon. Still others ask, baffled, why on earth we’re pushing – surely that’s inefficient, the hard part is yet to come. Oh dear.
For a moment, we seriously consider whether we should turn around and head back to Catemaco, to take the main road on the other side of the lagoon the next day. But turning back has never been our thing. So we carry on pushing. Every now and then the terrain flattens out briefly and we can cycle a few metres, only to find ourselves with our heads down, pushing against the handlebars again a few minutes later.
There really is nothing going on in this area. No houses, no shops, and of course no hotels, just the barbed wire that has been accompanying us for what feels like an eternity, stretching left and right. The landscape is beautiful, the view breathtaking. Lush green hills and, especially at the start, magnificent views back towards the lagoon time and again. We eat countless bananas throughout the day, are on the move non-stop and feel as though we’re pushing the bikes almost the whole time.
In the early afternoon, we reach the little village of Colonia La Magdalena. There really is a small shop here, and we stock up on essentials. A children’s band is playing brass music, and a few teenagers are dressed in traditional school-leaving outfits.
After a cold Coke, the day still offers us nothing. For the next seventeen kilometres, too, we spend more time pushing than riding. Up and down. In both directions. Ahead of us, the road keeps rising up like a wall. We lean our full weight into the handlebars. Then it’s downhill again. And of course, right at the bottom – exactly where you’d need the momentum for the next hill – there’s always a speed bump. A nasty, well-hidden, far too steep speed bump.
When we reach Buena Vista, we treat ourselves to a snack by the roadside. We stop at a sizzling barbecue because there are tacos on offer. So we order two each from the lads. To our surprise, however, nothing is being prepared on the spot. Instead, one of the men hops on his moped, rides off and brings us back four freshly made tacos about fifteen minutes later.
Something else strikes us here: almost all the women are wearing the same dress. Same cut, same length; only the colours vary. Pink, blue, yellow, orange – always bright, always with a satiny sheen. In many front gardens, several of these dresses are hanging on the washing line. It seems as though there’s a sort of unspoken dress code here. Very pretty, but also a little puzzling. We feel like outsiders. Everyone is friendly towards us, mind you – but we’re tolerated rather than welcomed. People seem to prefer to keep to themselves. Never mind, we wanted to move on anyway.
Dusk is slowly setting in and we’re feeling a bit worn out by now. But then, finally, finally, we reach solid, almost undamaged tarmac again and Route 185. From here on, it’s quick going. The last seventeen kilometres are almost entirely downhill. The wheels whir, we’re practically flying along and reach our destination for the day just in time for sunset: the only hotel for miles around. Theoretically, of course, we could always camp out. In practice, that’s much harder here than you’d think. Despite plenty of farmland, there are hardly any free, reasonably accessible spots, and there’s barbed wire everywhere.
When we arrive at the hotel, we’re completely knackered. The restaurant is already closed, but we can’t resist a quick dip in the pool. Wow. The best pool since we set off. Deep, clean, clear and pleasantly cool. A dream. Afterwards, we cook something, book accommodation for the next few days and soon after fall into a deep sleep.
The next morning, after breakfast, we get back on our bikes feeling relaxed and follow roads 185, 180 and 172 to Coatzacoalcos. The landscape is beautiful. Cows graze amongst palm trees, grass as tall as a man sways in the wind and colourful flowers line the roadside. And finally, we spot the odd Oxxo with delicious ice cream. There’s even spicy mango ice cream. A bit confusing, but delicious.
Around midday, we arrive in the city from the west and drive more or less along the Malecón to the Playa Sol neighbourhood. We find our Airbnb quickly, and to our delight, we’re even allowed to check in straight away. A bedroom, a living room, a bathroom, a kitchen, fast internet and an ice-cold fridge – that’s all we need to be happy.
Coatzacoalcos isn’t a town that strikes a pose at first glance. No colourful old town houses, no romantic alleyways, hardly any tourist attractions. Coatzacoalcos is harbour, industry, wind, sea and open spaces. A functional, working town on the edge of the Gulf of Mexico. A bit run-down. But that doesn’t matter.
The week flies by, even though we do surprisingly few of the usual tourist activities. But as is so often the case, it’s the everyday scenes that stick in the mind.
For example, one night we are startled awake at three in the morning. A full mariachi band is standing on the neighbour’s balcony, playing several serenades at full volume. Trumpets, guitars, singing – the whole shebang. A young lad is clearly trying to win our neighbour’s heart. The outcome of the romance is unknown.
In another occasion, electricians are working right outside our house. They calmly climb the electricity pylons and fiddle about with a tangle of cables that is completely baffling to us. Around midnight, our internet suddenly cuts out. When we look up the router’s error message, it says: fibre-optic cable loose or damaged. Hmmm.
A glance out of the window confirms our suspicion. All the cables, which the day before had been more or less neatly attached to houses and poles, are now strewn haphazardly across the street. A whole neighbourhood’s worth of cable chaos. At least fifty lines criss-crossing each other. Some with no visible start or discernible end. It’s completely unimaginable to us that anyone could still keep track of this. But lo and behold: after three days of intensive work outside the house, there’s a knock on our front door on Sunday. Two employees from the internet company want to get to our router. A plug here, a plug there. Shouts from inside to outside. Shouts back from outside to inside. And sure enough: the internet is working again. Very impressive.
Of course, we do pop into town now and then, or head down to the sea in the evening. It’s hot. Very hot. A heatwave warning is in place. And even though Coatzacoalcos may have plenty to offer, there’s definitely a lack of shade. Along the roughly fifteen-kilometre-long Malecón, we reckon we’ve spotted just three palm trees. No wonder, then, that life here only shifts outdoors after sunset.
For us, therefore, this week is above all a week of taking a breather. We enjoy cooking, embroidering and mending clothes, have a proper sort-out of all our luggage and ruthlessly get rid of everything we haven’t worn in the last few months. We’ll certainly save a good five kilograms that way. Our landlord wants to pass the sorted-out items on to those in need. We’re also sorting out our tax affairs for the year, making backup copies of photos and, above all, getting plenty – and I mean plenty – of sleep.
All in all, we’re having a thoroughly lovely time in Coatzacoalcos. After seven nights, we’ll be moving on; the next major town will be Villahermosa. And until then, we’ll be collecting new stories.

