top of page

Km 34311 – Km 34405_Coatzacoalcos - Coronel Andres Sanchez Magallanes

  • 4. Mai
  • 8 Min. Lesezeit

Wir waren die Tage froh eine Klimaanlage zu haben, es war so richtig heiss. Laut Wetterbericht waren es 38°C, sie fühlten sich aber gut an wie 48°. Die Luft ist zum Abbeissen dick und es geht nicht das leichteste Lüftchen. Unser Laden befindet sich 130m entfernt, wenn wir ihn erreichen, haben wir heiss, bei der Rückkehr läuft der Schweiss runter und die Kleider sind nass. So haben wir etwas Respekt vor dem vor uns liegenden Fahrtag.

Früh morgens verlassen wir die Wohnung, die wir nun über eine Woche unser Zuhause nennen durften. Wir fahren einige Minuten vor Sonnenaufgang los und werden mit diesem belohnt. Die Sonne schimmert durch die leeren Etagen, der riesigen Hotelruine, färbt den Morgen in ein warmes Orange. Nicht nur wir sind früh unterwegs, einige Jogger, Velofahrer und die Strassenhunde die um die Uhrzeit sehr motiviert sind, sind ebenfalls bereits wach.

Die Stadtausfahrt zieht sich etwas, einige Umleitungen und enge Überführungen führen uns zu der Brücke die uns über den Rio Coatzacoalcos trägt. Nun ein paar Zeilen zu der Brücke: Sie trägt zwei Spuren Strassenverkehr und eine Eisenbahnlinie, eigentlich getrennt durch eine Leitplanke. Die Leitplanke ist kurz nach dem Beginn weggerostet, das zeugen die roten Stummel die da noch verlassen stehen. Es muss irgendwann mal einen Unfall gegeben haben, der die Leitplanke in Mitleidenschaft gezogen hat und sie wurde nie ersetzt. Daher klafft zwischen Fahrspur und der Zug Linie ein eineinhalb Meter breiter Spalt, in dem so ein Velofahrer samt Gepäck gut hindurch passen würde. Mike ist froh das Cynthia diesen Spalt, der über die gesamte Brücke führt, nicht gesehen hat. Nun, Höhenangst sei Dank. Die Fahrfläche ist ein Gitterrost, als Cynthia diesen erblickt hat, hat sie starr nach vorne oben geschaut und hat den Leitplankenteil nicht mitbekommen. Der Gitterrost hat auch nicht geholfen, die queren Elemente waren unter den längs Elementen verschweisst, also holpert es nicht, aber die schmalen Veloreifen wollen ihre eigene Spur fahren, was man immer ausgleichen muss, zwischen Abgrund und dem vorbeirollenden Verkehr. Immerhin sind alle anständig und geben uns genug Platz.

 

Nach einem Talk was das eben war, folgen wir weiter dem Pannenstreifen der 180. Es fährt sich ganz gut, nur mit dem Vergehen der Zeit, steigt auch heute die Temperatur. Wir trinken viel und essen einige Limetten Glace. Nachdem wir den Hügel überquert haben, erreichen wir den Bundestaat Tabasco. Hier gönnen wir uns eine Pause an der Tankstelle, kaufen Powerade, was wir zuhause nie anfassen würden, aber die Lust drauf ist da. Wir haben auf unseren Touren gelernt auf die Lust zu hören, der Körper sagt was er braucht. In dem Fall hier, Salze und Mineralien die in dem blauen Getränk vorhanden sind, die unseren ausgeschwitzten Haushalt ausgleichen. Es tut gut, fein finden wir es aber trotzdem nicht.

Nach der Pause geht es weiter nicht, denn ein Hinterrad ist Platt. Wieder ein kleines feines Stück Metall. Nun sind wir uns fast sicher, dass es sich um einen Draht aus einer Reifenkarkasse handelt. Die geplatzten Reifen werden neben und auf der Strasse liegen gelassen, der Rost zersetzt das freiliegende Stahlnetz, der Verkehr rollt weiter darüber und zerkleinert das ganze immer weiter und zwei Pedaleurs rollen dahin und sehen diese kleinen Drähte nicht.

Der Platten ist rasch geflickt. Es geht weiter. Nun drückt die Sonne noch mehr. Wir erreichen La Venta kurz vor Mittag, das erste Hotel will uns erst in zwei Stunden ein Zimmer geben. Vor dem Hotel stehen zwei leere Reisevelos, ab dem Rahmenhersteller und der Ausstattung tippt Mike auf Deutsche, Schweizer oder Österreicher. Leider sehen wir niemanden. Vielleicht begegnet man sich noch.

Wir versuchen es nebenan und bekommen ein Zimmer, zwar warnt uns der Besitzer vor Humidity, doch die leicht verschimmelten Wände halten uns nicht ab. Das Zimmer hat ein super Argument für sich, ein Kühlschrank, der erste, seitdem wir in Mexiko sind.

Nach einer Mittagspause und einem Liter kalter Milch, machen wir uns auf zur «Zona Arqueológica La Venta», dahin werden von einer Velorikscha gefahren, mal nicht selbst trampen. In der Anlage schauen wir und die Steinarbeiten der Olmeken an. La Venta war ca. 1200–400 v. Chr. das Hauptzentrum nach dem Niedergang von San Lorenz. Bekannt für die grosse Tonpyramide. Wir geniessen die Aussicht. Die Anlage ist unaufgeregt, keine Wegmarkierung, wir versuchen den Spuren im Gras zu folgen, vorbei an den Kuhherden die hier im Freilichtmuseum grasen. Vielleicht erinnern wir uns nicht recht, aber die Olmeken hatten wir beide nicht in der Schule, die sind jedoch recht interessant, sie waren die erste Hochkultur der neuen Welt, vor den Azteken und den Maya, haben für diese die Grundlagen gelegt.

Auf dem Heimweg gehen wir wieder Mal auswärts essen, in einer Taqueria bei einer mega lieben Familie essen wir scharfe Fleisch Tacos mit gebratener Ananas. Dann geht es ins Bett.

 

Auch heute geht es mit der Sonne auf den Sattel, unser Ziel der Ort «Coronel Andres Sanchez Magallanes». Im Leuchten der tieforangen Sonne gibt es als erstes eine Abfahrt auf gut asphaltierter Strasse. Auch danach ist die Fahrt recht unaufgeregt und ziemlich einfach. Schon nach etwas mehr als zwei Stunden erreichen wir den Ort, beziehen ein Zimmer im Hotel Wendy und gehen ans Meer. Der kleine Strandabschnitt den wir von unserer Unterkunft erreichen ist der schönste und sauberste im ganzen Ort. Sonst wie so oft auf diese Welt, viel zu viel Müll, der hinter dem Haus in die Düne und ins Meer geworfen wird. Da stellt sich dann immer die Frage, macht es Sinn, dass wir in Europa nun aus Papierstrohhalmen trinken müssen, wenn die gleichen Hersteller hier ihre Einweggebinde Produzieren, die direkt im Meer landen. Macht es wirklich einen Unterschied? Oder ist der Primat Mensch einfach ein Wesen, dass den Garten Eden nicht verdient hat?

Wir gehen bis vorne zum Dorf, kaufen Gemüse und Obst. Verbringen den Nachmittag mit Kochen und Spiele spielen.

***

We were glad to have air conditioning these past few days; it was absolutely sweltering. According to the weather forecast, it was 38°C, but it felt more like 48°. The air is thick enough to cut with a knife and there isn’t the slightest breeze. Our shop is 130 metres away; by the time we get there, we’re hot, and on the way back the sweat is pouring down and our clothes are soaked. So we’re a bit daunted by the day’s ride ahead of us.

Early in the morning, we leave the flat that has been our home for over a week now. We set off a few minutes before sunrise and are rewarded with the sight of it. The sun glimmers through the empty floors of the huge hotel ruin, bathing the morning in a warm orange glow. We’re not the only ones out and about this early; a few joggers, cyclists and the stray dogs – who are full of energy at this hour – are already awake too.

The drive out of town takes a while; a few diversions and narrow overpasses lead us to the bridge that carries us across the Rio Coatzacoalcos. Now a few words about the bridge: it carries two lanes of road traffic and a railway line, technically separated by a crash barrier. The crash barrier has rusted away shortly after the start, as evidenced by the red stumps still standing there. There must have been an accident at some point that damaged the crash barrier, and it was never replaced. As a result, there is a one-and-a-half-metre-wide gap between the road lane and the railway line, through which a cyclist with all their luggage would easily fit. Mike is glad that Cynthia didn’t see this gap, which runs the entire length of the bridge. Well, thanks to her fear of heights.

The road surface is a grating; when Cynthia spotted it, she stared straight ahead and didn’t notice the section of the crash barrier. The grating didn’t help either – the crossbars were welded beneath the longitudinal bars, so it doesn’t bump, but the narrow bike tyres want to follow their own path, which you constantly have to compensate for, between the precipice and the traffic rolling past. At least everyone is considerate and gives us enough space.

After a chat about what that was all about, we carry on along the hard shoulder of the 180. The ride is going quite well, though as time passes, the temperature is rising again today. We drink plenty and eat some lime ice lollies. Once we’ve crossed the hill, we reach the state of Tabasco. Here we treat ourselves to a break at the petrol station, buying Powerade – something we’d never touch at home, but we’re craving it. On our tours, we’ve learnt to listen to our cravings; the body tells us what it needs. In this case, the salts and minerals in the blue drink help to replenish what we’ve lost through sweating. It does us good, though we still don’t particularly like it.

After the break, we can’t carry on, because a rear tyre is flat. Another tiny piece of metal. Now we’re almost certain it’s a wire from a tyre carcass. The burst tyres are left lying by the side of the road and on the road itself; the rust corrodes the exposed steel mesh, the traffic rolls over it and crushes it further and further, and two cyclists ride past without noticing these tiny wires.

The puncture is quickly fixed. We’re off again. The sun is beating down even harder now. We reach La Venta just before midday; the first hotel won’t be able to give us a room for another two hours. There are two empty touring bikes parked outside the hotel; judging by the frame manufacturer and the kit, Mike reckons they belong to Germans, Swiss or Austrians. Unfortunately, we don’t see anyone. Perhaps we’ll bump into them later.

We try the place next door and get a room; the owner warns us about the humidity, but the slightly mouldy walls don’t put us off. The room has one major selling point: a fridge, the first one since we’ve been in Mexico.

 

After a lunch break and a litre of cold milk, we set off for the ‘Zona Arqueológica La Venta’; this time we’re being driven there by a bicycle rickshaw, so we don’t have to hitchhike ourselves. At the site, we look at the Olmec stonework. La Venta was the main centre from around 1200–400 BC following the decline of San Lorenzo. It is famous for its large clay pyramid. We enjoy the view. The site is unassuming, with no signposts; we try to follow the tracks in the grass, past the herds of cows grazing here in the open-air museum. Perhaps our memory is a bit hazy, but neither of us learnt about the Olmecs at school; they are, however, quite interesting. They were the first advanced civilisation of the New World, predating the Aztecs and the Maya, and laid the foundations for them.

On the way home, we go out for a bite to eat again; at a taqueria run by a lovely family, we have spicy meat tacos with fried pineapple. Then it’s off to bed.

 

 

Today, too, we set off at sunrise, heading for the town of ‘Coronel Andrés Sánchez Magallanes’. In the glow of the deep orange sun, we begin with a descent along a well-paved road. Even after that, the ride is fairly uneventful and quite easy. After just over two hours, we reach the town, check into a room at the Hotel Wendy and head to the sea. The small stretch of beach we can reach from our accommodation is the most beautiful and cleanest in the whole town. Otherwise, as is so often the case in this world, there is far too much rubbish being thrown behind the house into the dunes and into the sea. This always raises the question: does it make sense that we now have to drink from paper straws in Europe when the same manufacturers here produce disposable containers that end up straight in the sea? Does it really make a difference? Or is humankind simply a species that doesn’t deserve the Garden of Eden?

We walk to the front of the village, buy some fruit and veg. We spend the afternoon cooking and playing games.

 

 

 

 


 

 
 
Featured Posts
Recent Posts

© 2014 by pédaleurs.ch - created with Wix.com

  • Youtube
  • Flickr
  • Instagram
  • Facebook
bottom of page