Km 11388 - Km 11609_Mithbav Town – Agonda


Eine weitere anstrengende Tagesetappe erwartet uns heute. Nachdem der Start eher flach war, lachen uns dafür ab der zweiten Tageshälfte einige Aufstiege an. Insgesamt legen wir heute 1000 Höhenmeter innerhalb 80 Kilometern zurück. Bei unserer ersten Pause treffen wir auf den ersten Tourenradler seit tausenden von Kilometern. Es ist ein Inder, welcher für die Organisation lend-a-hand-india.org die örtlichen Schulen besucht. Nach einem kurzen Plausch legen wir die nächsten dreissig Kilometer bis Malvan zu dritt zurück.

Auch heute sehen wir wieder viele Tiere. Ein Affe trägt sogar sein Kleines auf dem Bauch und springt ganz schnell von der einen auf die andere Strassenseite. Auch Hunde hat es hier in Indien unzählige. Aber diese sind bis jetzt sehr harmlos und eher scheu. Natürlich ist auch die Kuh überall vertreten. Haben wir schon erwähnt, dass die Kühe hier nicht muhen? Viel eher rülpsen sie in einer unanständigen Lautstärke dauernd vor sich hin.

Zum Zmittag gibt es heute fritierte Härdöpfeltätschlisandwiches, welche wir in einer Art Bushäuschen verdrücken. Anschliessend geht die Berg- und Talfahrt weiter. Wir sind ziemlich am Anschlag. Es ist einfach zu heiss. In Vengurla finden wir ein Hotel. Es ist super schön hier. Wir haben eine Terrasse mit fantastischem Ausblick auf das Meer. Nach dem Einnöschelen hopsen wir sofort in die Badehose und spazieren an den Strand. Dieser ist mindestens ein Kilometer lang, weiss und so gut wie leer. Nur wenige Inder spazieren durch den Sand. Wir sind die einzigen, die das warme und klare Wasser geniessen. Wir plantschen und toben. Es ist herrlich. Wir surfen auf dem Bauch entlang der brechenden Wellen, tauchen unter den Fluten hindurch und schlucken Meerwasser. Es ist wie vor zwanzig Jahren. Herrlich. Fix und foxi spazieren wir wieder ins Hotel und geniessen unser Abendessen auf der Terrasse.

Heute ist Silvester und wir mussten wohl oder übel einsehen, dass wir es wohl nicht nach Agonda schaffen werden, um mit Phil und Dave in das neue Jahr zu feiern. Daher gehen wir die ersten Kilometer gemütlich an. Die Steigungen nehmen im Vergleich zu den letzten Tagen deutlich ab.

Kurz vor dem Mittag verlassen wir Maharashtra und überqueren die Grenze nach Goa. Bämm. Es wimmelt von Touristen. Auf einen Schlag sind fünfzig Prozent der Rollerfahrer weiss. Es ist Wahnsinn. Nachdem wir in Mumbai vielleicht zehn Europäer gesehen haben, hatten wir die letzten Tage ausschliesslich Kontakt zu Indern. Und nun? Dreadlocks, lange Bärte, fehlende T-Shirts und ganz viel Alkohol. Welcome to Goa. Verrückt die Welt.

Als erstes gönnen wir uns in einer Bar einen Frenchtoast. Der Tourismus birgt also schon auch so seine Chancen für uns. Unser heutiges Tagesziel ist Anjuna. Dieses erreichen wir nach fünfzig Kilometern kurz vor dem Mittag. Ein Kulturschock der anderen Art erwartet uns. Es ist laut, unglaublich touristisch und an jeder Ecke werden uns Drogen angeboten.

Am Strand angekommen, erkundigen wir uns nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Die Preise übersteigen alle Befürchtungen. In diesem Loch sollen wir übernachten und ins neue Jahr starten? Nein, danke. Wie weit ist es noch zu Phil und Dave? 90 Kilometer? Das schaffen wir.

Völlig übermotiviert kontaktieren wir Phil und schicken ihn auf die Suche nach einer Unterkunft. Während er tapfer Hotel um Guesthouse um Bambushütte abklappert, strampeln wir in Richtung Margao. Völlig verschwitzt erreichen wir die Stadt um Drei Uhr und verdrücken dort in Windeseile einen Burger. Wir haben noch achtunddreissig Kilometer vor uns und drei Stunden Sonnenlicht. Der Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Unglücklicherweise macht gerade jetzt schon wieder eine Packtasche der Marke Ortlieb schlapp. Wir sind sehr enttäuscht von diesen Produkten und flicken sie – wie schon so oft – übergangsweise mit einem Schletzgummi zusammen.

Goa hat sich etwas ganz Lustiges ausgedacht. Und zwar nochmal so richtig hohe Hügel kurz vor Agonda. Es ist bereits dunkel als wir das noch unbeleuchtete Ferienziel erreichen. In der Finsterheit ist kaum etwas zu erkennen und natürlich macht nun auch noch die Indien SIM-Karte schlapp, sodass wir die letzten Nachrichten von Phil nicht mehr abrufen können. Wie finden wir den jetzt den Schweizer Hünen mitten im Getümmel? In einem Internetcafe gelangen wir an WIFI und können dort die Nachrichten abrufen. In einer bestimmten Bar wartet er auf uns. Wir machen uns auf die Suche. Schon nach wenigen Minuten ruft uns Phil von weitem entgegen. Die Ankunft der Pédaleurs hat sich bereits herumgesprochen und so konnte er uns seinerseits leicht auftreiben.

Unglaublich. Agonda. An Silvester. Wir haben es geschafft. Phil hat uns eine tolle Hütte organisiert, die wir direkt für mehrere Nächte buchen. Die Hütte liegt zwanzig Meter vom Strand entfernt, besteht aus einer kleinen Terrasse mit zwei Stühlen, einem Bett, einem Ventilator, einem Moskitonetz und einer Toilette. Perfekt. We love it.

Nachdem wir uns frisch gemacht haben, dies und das erledigten, treffen wir Phil, seine Freundin und Dave zum Abendessen. Es gibt eine grosse Fischplatte mit Hummer, Langusten, Kartoffeln, Salat und Dies und Das. Wir verbringen einen gemütlichen Abend zusammen und spazieren kurz vor Mitternacht an den Strand um von da aus mit vielen Feierwütigen das Feuerwerk zu bestaunen und ins neue Jahr zu zählen. Die Pédaleurs sind von ihren heute 145 Kilometern fix und foxi und fallen kurz nach Mitternacht beinahe vom Stängeli. Müde aber stolz, glücklich und zufrieden kriechen wir ins Bett. Wir freuen uns auf das neue Jahr mit all seinen Abenteuern.

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